Henning kocht, Gerd ist im Fernsehen und Reinald kennt sich mit E-Camping aus
Es hörte sich ein wenig an wie ein Peitschenknall. Das Geräusch war noch in der Luft, als Gerd unsanft auf den Boden knallte. Eigentlich wollte er nur ein Zelt ausprobieren. Nicht für sich, sondern für einen Test im SAT.1-Frühstücksfernsehen. Sagen wir mal so: Dieses Zelt ist durchgefallen – und Gerd gleich mit. Aber der Ausflug nach Brandenburg war insgesamt keine Bruchlandung. Die Dreharbeiten liefen gut, vor allem aber fanden sie auf einem urigen Campingplatz Schwarzhorn direkt am Scharmützelsee statt. Gerd stellt den Platz vor und leckt sich dabei noch etwas die Wunden.
Henning baut keine Zelte auf – wenn man vom Dachzelt absieht, er kocht lieber vor seinem Wagen. Dafür waren neue Töpfe fällig. Bei Campo Libre hat er ein schönes Kochset gefunden, das Enzo XL, mi Töpfen, Pfanne und Sieb. Das passt alles perfekt ineinander und lässt sich so super verstauen. Noch besser: Unsere Hörer können sich das Set vergünstigt gönnen: Wer sich bei Campo Libre ebenfalls ein Kochset Enzo L oder Enzo XL kauft und unsere Links dafür nutzt, erhält 5 Prozent Rabatt.
Während das Kochen also günstiger wird, steigt der Spritpreis immer weiter. Also doch darüber nachdenken, ob ein E-Mobil als Campingfahrzeug oder Zugfahrzeug taugt? Reinald hat sich einmal angeschaut, ob man seine E-Mobile auf Campingplätzen überhaupt aufladen kann. Und er hat tatsächlich sehr viel Positives zu berichten.
Und dann haben wir noch ein Anliegen, nämlich die Petition „Mit Campermen ans Lagerfeuer“: Wir laden Euch ein, mit uns bei CampfireFM einen Platz zu schaffen, wo wir miteinander über aktuelle Folgen sprechen können. Damit wir zusammen dort über Plätze, Menschen und Gadgets sprechen können, brauchen wir Eure Unterstützung. Wenn genügend Camping-Freunde finden, die bei der Petition mitmachen, werden wir Teil der CampfireFM-Gemeinschaft. Wir würden uns freuen, Euch dort zu treffen!https://www.joincampfire.fm/petition/Campermen
Ein Lastenrad, das sich beim Anhalten selbst abstützt, klingt erst mal nach Bequemlichkeit für Fortgeschrittene. Auf längeren Strecken und vollbepackt mit Camping-Gear erweist es sich jedoch als der klügste Reisebegleiter, den man sich vorstellen kann.
Manche Städte muss man nicht „entdecken“ – man muss sie einfach mal in Ruhe verstehen. Genau das ist mir an einem verlängerten Wochenende in Salzburg passiert. Ich war ja schon einige Male dort, hab die Altstadt fotografiert, den Blick von der Festung mitgenommen, den Mirabellgarten besucht – aber diesmal ging’s tiefer. Anlass war „Schützen, Bewahren, Leben: 30 Jahre Welterbe Salzburg“, und ich durfte hinter die Kulissen schauen: mit den Menschen sprechen, die dafür sorgen, dass diese Stadt nicht nur hübsch aussieht, sondern auch als UNESCO-Weltkulturerbe „lebt“. Nehmt euch einen Kaffee, das wird ein langer, aber richtig spannender Ausflug.
Wo schlafe ich? Zwischen Campingplatz und Altstadt-Boutique-Hotel
Salzburg ist genau die Art Stadt, in der die Unterkunft schon Teil des Erlebnisses ist – und ich zeig euch heute mal zwei komplett unterschiedliche Welten.
Für alle Camper unter euch: Der Camping Nord-Sam liegt rund 15 Kilometer außerhalb, direkt am Alpe-Adria-Radweg – perfekt, wenn ihr euer Fahrrad dabei habt und die Stadt lieber sportlich statt gestresst erreichen wollt. Der Platz startet 1958 auf einer einfachen Wiese und wird mittlerweile in dritter Generation geführt – das merkt man an der Gelassenheit vor Ort. In der Vor- und Nachsaison könnt ihr euch euren Stellplatz frei aussuchen, in der Hauptsaison wird zugewiesen. Ein Detail, das ich mag: zwischen 23 und 8 Uhr gibt’s keine Anreise und kein Parken vor der Rezeption – Nachtruhe wird hier wirklich ernst genommen.
Der Campingplatz Aigen sehr ruhiger Campingplatz am südlichen Rande von Salzburg, am Fuße des Gaisberges. Den Platz sucht ihr euch hier selber: „first come, first serve“. Der charmante Familienbetrieb mit persönlicher Betreuung hat zudem ein kleines Restaurant mit Österreichischen Spezialitäten und ins Zentrum sind es mit der Offis nur 30 Minuten.
Für alle, die mitten in der Altstadt wohnen wollen: Das Hotel Stein direkt am Giselakai. Und ehrlich – die Geschichte dieses Hauses hat mich fast mehr beeindruckt als jede Sightseeing-Tour.
Als aus einem Umbau plötzlich eine Rettungsaktion wurde
Das Grundstück liegt vorne im Schwemmkies der Salzach und hinten fest auf dem Kapuzinerberg verankert – schon baulich also eine Herausforderung. Die privaten Eigentümer (nicht aus Salzburg) wussten, dass eine Immobilie mitten im Weltkulturerbe kostspielig wird. Was sie nicht wussten: Bei der Sanierung fehlte jegliche Dokumentation der Vorbesitzer, und eine statische Analyse brachte den Schock – ab dem 5. Stock war das Haus nicht mehr sicher.
Die Lösung? Alle Beteiligten an einen Tisch, dann wurde ab dem 5. Stock zurückgebaut – während die historische Fassade stehen blieb. Für den Wiederaufbau stand acht Monate lang ein beheiztes Zelt im 7. Stock eingerüstet. Kein Kompromiss, dafür ein kleiner Vorteil: Die Decken konnten neu konstruiert werden, ohne die denkmalgeschützte Zimmerhöhe zu verändern. Die Dachterrasse wurde originalgetreu wieder aufgebaut, Fensterrahmen und Lampen im Stil der 50er-Jahre restauriert – Auflage des Denkmalamts. Sogar bei der Fassadenfarbe gibt’s Vorschriften: nur historische Farbtöne erlaubt, weshalb die Rückseite schon nach sieben Jahren neu gestrichen werden musste, weil die „richtigen“ Farben einfach weniger widerstandsfähig sind als moderne. Summe der ganzen Geschichte: 20 Millionen Euro Sanierungskosten für 56 Zimmer, 100 Betten, Adults only, eröffnet 2016.
Und das Highlight, für das sich der ganze Aufwand lohnt: die Dachterrasse, sieben Stockwerke über der Stadt, mit einem völlig unverbauten Blick auf die Altstadt. Früher hing hier die Wäsche der Bewohner, heute steht hier euer Kaffee (oder Aperitif) mit Postkartenblick auf Festung und Dom. Genau der Ort, an dem ich am liebsten mein Handy weggelegt und einfach nur geschaut habe.
Lounge im M32Festung HohensalzburgDachterrasse Hotel Stein
Autofrei, kostenlos, im Umbruch: Salzburgs Stadtentwicklung
Kleiner Fun Fact, der mich überrascht hat: Ab September wird die Altstadt autofrei, weil das Festspielhaus umgebaut wird – und diese Regelung soll danach bestehen bleiben. Künftig dürfen nur noch Anwohner in der Altstadt parken. Und wenn ihr in der Stadt übernachtet, sind die öffentlichen Verkehrsmittel für euch kostenlos. Salzburg denkt hier klar in Richtung „Stadt für Menschen, nicht für Autos“ – und ich bin gespannt, wie sich das Stadtbild dadurch nochmal verändert.
Ist Weltkulturerbe eigentlich eine Ehre – oder eine Bürde? Diese Frage hat mich das ganze Wochenende begleitet, und ehrlich: Eine einfache Antwort gibt’s nicht. Was ich gelernt habe: Die UNESCO vergibt den Titel nicht nur für schöne Fassaden. Salzburg erfüllt gleich drei Kriterien:
1. Fürsterzbischöfliche Residenzstadt – Salzburg war Jahrhunderte lang ein eigenständiges geistliches Fürstentum. 2. Tradition der Musik und Festspiele – von Mozart bis zu den Salzburger Festspielen. 3. Verbindung italienischer und deutscher Kultur – sichtbar an Architektur, Plätzen, Bürgerhäusern und der Festung, geprägt von italienischen Baumeistern und mitteleuropäischer Handwerkskunst. Aber ein Titel allein reicht nicht. Die UNESCO besteht auf Partizipation – nur wenn die Bewohner selbst hinter dem Erbe stehen, funktioniert der Schutz langfristig. Und genau da wird’s für die Menschen vor Ort auch mal unbequem: strenge Farbvorgaben, aufwendige Sanierungen, Statik-Probleme wie im Hotel Stein. Ein schönes Wort hab ich dabei gelernt: der „Scharniegarten“ – „Scharni“ ist österreichisch für Diener, gemeint sind die Tische und Stühle, die die Geschäfte vor ihre Türen stellen und dort bedienen. Kleine Details wie dieses erzählen mehr über gelebte Stadtkultur als jede Hochglanzbroschüre.
Neu eröffnet: Das Salzburg Museum bei der Orangerie am Mirabellgarten
Im Mirabellgarten, direkt neben dem Salzburg Museum (das übrigens rund 1 Million Gäste pro Jahr zählt), wurde die Orangerie Salzburg Panorama, Welterbe komplett neu gestaltet. Früher war der Bau nahezu fensterlos und verschachtelt, damit Sonnenlicht die empfindliche Kunstsammlung nicht beschädigt – jetzt wurde er architektonisch neu erschlossen.
Herzstück ist das Sattler-Panorama von 1825: ein Rundgemälde von unfassbaren 25,5 Metern Länge, gemalt, bevor es überhaupt Fotografie gab (die kam erst 1826!). Acht Männer haben das Gemälde damals wie einen Teppich getragen, während die Familie Sattler durch Europa reiste – es ist das letzte erhaltene Reisepanorama seiner Art und wurde einst vom Sohn des Künstlers der Stadt geschenkt.
Zwei Fun Facts, die ich unbedingt mit euch teilen muss: 1. Die Restaurierung wurde crowdfinanziert – fast wie im Metaverse: Institutionen und Hausbesitzer konnten die Restaurierung der Darstellung „ihres“ Gebäudes im Panorama sichern und haben sind als Förderer am Eingang zu Erkennen. 2. Warum ist die Festung Hohensalzburg selbst nicht auf dem Panorama zu sehen? Weil der Künstler von genau dort aus gemalt hat! Ergänzt wird das Panorama durch einen Multimedia-Raum, gestaltet vom „Ars Electronica Futurelab“, der als eine Art Forum erklärt, was Weltkulturerbe eigentlich bedeutet und wie der Schutzmechanismus funktioniert. Die aktuelle Sonderausstellung trägt den schönen Titel „Weltkulturerbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“
Die Residenz in der Mozart aufspielte Die Jungs von „Semmerl of my life“Henning und Patricia Fichtner von Dirndl
Hoch hinaus: Festung Hohensalzburg
Über der Stadt thront die Festung Hohensalzburg – Baubeginn 1070, über Jahrhunderte unter den Fürsterzbischöfen immer weiter ausgebaut. Zwei Namen sind hier entscheidend: Leonhard von Keutschach, der die Festung massiv erweiterte, und Paris Lodron, der Salzburg dank kluger Befestigung unbeschadet durch den Dreißigjährigen Krieg brachte und nebenbei die Universität Salzburg gründete.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Salzburg eine echte Festungsstadt mit streng reguliertem Zugang – bis heute finden Bauern im Umland gelegentlich Kanonenkugeln auf ihren Feldern. Und: Die Festung ist bis heute bewohnt. Übrigens kam Salzburg erst 1816 überhaupt zum österreichischen Reich – vorher war es, wie gesagt, ein eigenständiges Fürstentum. Zu Fuß, mit der Bahn, oben ein Biergarten mit herrlichem Blick, den Fürstengemächern in irher restaurierten Pracht und zahlreiche Ausstellungen zur bewegten Geschichte der Festung.
Salzburger Festspiele: Wenn die ganze Stadt zur Bühne wird
Während der Festspiele verwandelt sich Salzburg komplett – der Klassiker „Jedermann“ wird traditionell direkt vor dem Dom inszeniert. Neben den kostenpflichtigen Aufführungen in den Spielstätten gibt’s überall in der Stadt auch kostenlose Veranstaltungen. Die ganze stadt wird am Eröffnungswochenende zu einer großen Bühne für Musik, Kultur und Kunst. Kleiner Insider-Tipp: Auch für viele der kostenlosen Indoor-Events braucht ihr ein (Gratis-)Ticket, damit die Besucherströme geregelt bleiben – also rechtzeitig informieren, statt vor verschlossener Tür zu stehen.
Lohnt sich die Salzburg Card? Meine Beispielrechnung
Die Salzburg Card gibt’s für 24, 48 oder 72 Stunden, sie beinhaltet den einmaligen freien Eintritt zu praktisch allen wichtigen Sehenswürdigkeiten plus die komplette Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Festungsbahn und Salzach-Schiff. [Hier findet ihr alle Infos und aktuellen Preise. Rechnen wir das mal für einen ganz normalen Sightseeing-Tag durch, so wie ich ihn hatte (Werte gerundet, bitte auf der offiziellen Seite die tagesaktuellen Preise checken): Programmpunkt (Einzelpreis ca.) Festung Hohensalzburg inkl. Festungsbahn: 19,00 € Salzburg Museum inkl. Orangerie/Panorama: 12,00 € DomQuartier (Residenz, Dommuseum, Museum St. Peter): 15,00 € 3x Fahrten mit Bus/Obus: ca. 8,00 € Salzach-Schifffahrt: ca. 19,00 € Summe ohne Karte: rund 73,00 € Salzburg Card 24h: ab 35,00 €
Der Blick über Salzburg von der Terrasse des M32
Sprich: Schon mit Festung, Museum und DomQuartier plus ein bisschen Herumfahren habt ihr die Karte locker „rausgeholt“ – von allen weiteren Vergünstigungen bei Konzerten, Theater oder Ausflugszielen mal ganz zu schweigen. Mein Tipp: nicht die Karte kaufen und dann nur ein Museum anschauen – sie lohnt sich vor allem, wenn ihr wirklich einen vollen Tag durchprogrammiert.
Essen wie ein Local
Semmerl of My Life, ganz am Anfang der Getreidegasse, ist mein neuer Fast-Food-Geheimtipp: erstklassige Leberkäs-Semmeln – „Leber vom Leib in dem er gegart wird, Kas vom Kasten“, hat also nichts mit Leber und Käse zu tun, wie man mir erklärt hat. Der Leberkäse kommt aus hochwertigem österreichischem Fleisch, es gibt aber auch vegetarische und vegane Versionen. Das Konzept steht schon seit dreieinhalb Jahren bei Großveranstaltungen im Einsatz, seit September 2025 gibt es das erste feste Geschäft in der Getreidegasse 47. Für alle mit Interesse an nachhaltiger Mode: Das House of Talents bekämpft Leerstand in der Innenstadt mit temporären Konzepten für junge Labels. Aktuell zu Gast: ein T-Shirt-Label sowie „Dirndlfit„, ein Upcycling-Projekt für Dirndl von Patricia Fichtner, die seit 13 Jahren in der Dirndl-Branche unterwegs ist und seit anderthalb Jahren diesen Concept Store bespielt.
Hinter den Kulissen: das Salzburger Marionettentheater
Ein absolutes Highlight für mich – die Führung hinter den Kulissen des Salzburger Marionettentheaters, rund 30 Minuten lang. Ein paar Zahlen, die mich staunen ließen: Eine einzige Marionette braucht ca. einen Monat Produktionszeit. Licht und Ton machen die Puppenspieler komplett selbst, alles andere sowieso auch – sie sind ausgebildete Handwerker, die schnitzen, schneidern und mehr. Eine „normale“ Marionette hängt an 11 Fäden, das Kreuz der Spieler ist so klein wie eine Hand gebaut, damit mehrere Spieler eng nebeneinander arbeiten können. Ganz bewusst haben die Puppen keine Mimik – dafür können sie fliegen oder gleiten. Wie es so schön hieß: Die Puppe ist ein Spiegel der Fantasie des Betrachters. Zehn Mitarbeitende, alle Puppenspieler, und im Fundus warten für die Spielzeit rund „700 Puppen“.
Vorhang auf für eine Oper mit Marionetten
Ich hab mich ehrlich gefragt: Kann eine klassische Opern-Inszenierung mit Marionetten überhaupt funktionieren? Spoiler: Ja – und zwar richtig gut! Schon der Saal selbst ist einen Besuch wert: herrlicher Stuck an den Wänden, dazu Schaukästen mit historischen Puppen, die die Geschichte des Hauses erzählen. Die Bühne ist rechteckig wie eine Kinoleinwand, und bevor es losgeht, dürft ihr live mitverfolgen, wie die Puppenspieler alle Bestandteile für das Stück aufbauen – erst dann fällt der Vorhang, und die eigentliche Vorstellung beginnt.
Salzburger MarionetentheatherHinter den KulissenEine Führung, die sich lohnt
Ich hab mir Mozarts Zauberflöte – die Inszenierung feierte schon vor 70 Jahren Premiere, damals übrigens in Boston – angeschaut, in zwei Akten. Die Handlung wird in kurzen Texten an die Wände des Saals projiziert, sodass auch absolute Opern-Neulinge mühelos folgen können – kein Vorwissen nötig. Im ersten Akt war ich noch total fasziniert davon, wie die Marionetten bewegt werden, hab quasi jeden Faden mitverfolgt. Aber im zweiten Akt ist genau das Verrückte passiert: Meine Wahrnehmung hat sich komplett verschoben, und irgendwann hab ich schlicht vergessen, dass da überhaupt Marionetten auf der Bühne stehen. Ein wirklich magischer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Wo Mozart wirklich spielte: die Residenz
Im Konferenzzimmer der Residenz spielte ein kleiner Wolfgang Amadé Mozart zum ersten Mal vor Publikum – begleitet von seinem Vater am Flügel, während auch seine ebenso hochbegabte Schwester vorspielte. Später komponierte Mozart gezielt für die Akustik genau dieses Raumes. Am Wochenende gibt’s dort die Konzertreihe „Date with Mozart“ (Sa & So, ca. 16 Uhr, rund 28 €, getestet wird gerade eine Vormittagsvorstellung am Wochenende um 11 Uhr). Übrigens: Mozart komponierte für ein Hammerklavier bzw. Pianoforte – ein Instrument mit weniger Tasten als heute, bei dem die schwarzen Tasten unten und die weißen oben liegen und die Pedale mit den Knien bedient werden. Spannend fand ich auch, dass die Residenz heute genauso zeitgenössische Kunst zeigt (etwa von Tony Cragg) – ganz in der Tradition der Fürsterzbischöfe, die schon damals zeitgenössische Kunst förderten.
Auf dem Fluss: mit dem Salzachschiff
Zum Ausklang ging’s aufs Wasser, mit dem Schiff auf der Salzach – wegen niedrigem Wasserstand dauerte unsere Fahrt rund 30 Minuten, bei angenehmen 11 Grad Wassertemperatur (draußen sitzen kostet 4 € extra (drinnen Sitzen ist vollkommen ausreichend), mit Salzburg Card ist die Fahrt inklusive). Fun Fact zum Schluss: Die Salzach verdankt ihren Namen dem Salz, das früher auf ihr transportiert wurde. Auf den schmalen Salzschiffen setzte man übrigens bewusst Nichtschwimmer ein – so war sichergestellt, dass mit den Booten besonders vorsichtig umgegangen wurde. Und zum Abschluss der Fahrt gibt’s ein kleines Spektakel: Das Schiff „tanzt“ einen Walzer auf dem Fluss. Ich bin ja recht seefest, aber bei dem Tanz musste ich mir einen referenzpunkt am Ufer suchen, um kein Mulmiges Gefühl im Magen zu bekommen.
Mein Fazit
Salzburg mit „UNESCO-Brille“ zu erleben, verändert den Blick auf die Stadt komplett. Hinter jeder hübschen Fassade steckt eine Entscheidung, ein Kompromiss, manchmal ein jahrelanger Kampf zwischen Bewahren und Modernisieren. Genau das macht diese Stadt für mich so viel spannender als „nur“ schöne Fotomotive. Wenn ihr selbst hinfahrt: Nehmt euch Zeit, kauft die Salzburg Card, wenn ihr wirklich viel sehen wollt, und schaut auch mal genauer hin – auf die Farbe einer Fassade, die Fäden einer Marionette, die Statik eines 500 Jahre alten Hauses.
Habt ihr Fragen zu meinem Trip oder Lust auf mehr Salzburg-Content? Dann schaut auch mal auf Instagram, dort habe ich eine Story nur zu Salzburg erstellt.
Henning war in Salzburg, Gerd macht Kaffee und Reinald liebt Oldtimer-Rennen
Henning hat ein verlängertes Wochenende in Salzburg verbracht. Von seinem Trip hat er eine Menge Eindrücke mitgebracht. Die Altstadt ist zum Beispiel seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe. Das Jubiläum muss gefeiert werden. Henning hat in Salzburg geschlemmt, Museen besucht und ist tief in die Geschichte der Stadt eingetaucht. Kultur gab es auch, natürlich etwas Mozart: Im wunderbaren Salzburger Marionettentheater hat er sich „Die Zauberflöte“ in einer ganz besonderen Variante angeschaut. Mehr dazu im Podcast, seinen kompletten Reisebericht gibt es auf campermen.de
Reinald liebt Autos, eigentlich jeglicher Art. Ganz besonders liebt er alte Autos. Kein Wunder, dass er sich die Veranstaltung „Le Mans Classic Legend“ etwas genauer angeschaut hat, die im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Le Mans stattfindet. Hier fahren auf der Strecke herrliche Karren, die schon das eine oder andere Jahr(zehnt) auf dem Buckel haben. Aber vor allem der Camping-Bereich ist eine Schau, den Besucher stehen den Teilnehmern in Sachen Oldtimer-Liebe und Schauwerte in nichts nach. Wahrscheinlich müssen wir das nächste Mal auch hin. Hoffentlich haben wir genügend Retro-Klamotten im Schrank.
Gerd hat von der Firma Wacaco vier verschiedene Kaffeebereiter geschickt bekommen. Drei davon produzieren ganz ordentlichen Espresso. Die Pixapresso hat einen eingebauten Akku, das Wasser wird direkt in der Maschine erhitzt. Cool ist, dass man die Wahl hat, ob man Pulverkaffee oder Kapseln benutzt. Bei der Picopresso und der Minipresso muss man für den Druckaufbau selbst Hand anlegen. Die Pristina ist die neueste Maschine in der Runde, statt Espresso gibt es gebrühten Kaffee. Oder doch gepressten Kaffee? Im Prinzip ist es eine Mischung. Wie genau das funktioniert erzählt Gerd im Podcast. In der Rezension kann man sich auf campermen.de über Vor- und Nachteile aller Maschinen informieren.
Und dann haben wir noch ein Anliegen, nämlich die Petition „Mit Campermen ans Lagerfeuer“: Wir laden Euch ein, mit uns bei CampfireFM einen Platz zu schaffen, wo wir miteinander über aktuelle Folgen sprechen können. Damit wir zusammen dort über Plätze, Menschen und Gadgets sprechen können, brauchen wir Eure Unterstützung. Wenn genügend Camping-Freunde finden, die bei der Petition mitmachen, werden wir Teil der CampfireFM-Gemeinschaft. Wir würden uns freuen, Euch dort zu treffen!https://www.joincampfire.fm/petition/Campermen
Klassische Radreise-Romantik sieht gewöhnlich anders aus: hochgezogene Funktionssocken, neonfarbene Packtaschen-Türme und ergonomisch geschwungene Lenker. Wer so durch Dänemark rollt, geht in der Masse der Radtouristen unter. Mein Plan für die Insel Fyn war ein anderer: Ich wollte Gepäck transportieren, ohne wie ein mobiler Outdoor-Laden auszusehen. Die Wahl fiel auf den Lil’ Buddy von Ruff Cycles. Ein E-Bike aus Regensburg, das optisch irgendwo zwischen 70er-Jahre-Mofa, BMX und Strandcruiser rangiert. Für die Stadt hatten wir den kleinen Flitzer bereits ausprobiert. Aber taugt so ein kompaktes Rad auch als echtes Gefährt für eine mehrtägige Camping-Tour?
Ursprünglich sollte die Reise komplett auf zwei Rädern an der Küste starten. Eine kurzfristige Planänderung verlegte die Anreise jedoch in meinen Ford Nugget. Was bei zwei klassischen 28-Zoll-E-Bikes regelmäßig in ein nervenaufreibendes Tetris-Spiel ausartet, erledigte sich hier von selbst: Dank der kurzen Bauweise und den kompakten 20-Zoll-Laufrädern passten das Bike und der Anhänger problemlos quer zwischen Vordersitze und Rückbank. Der Wohnraum blieb frei, ein Heckträger überflüssig. Vor Ort auf Fyn folgte der Aufbau des Gespanns. Wenn schon Auffallen, dann konsequent.
Die Basis: der Lil’ Buddy Performance (Testbericht) in komplett mattem Schwarz („Sombra Black“). Dazu kamen weiß gefankte Tyron-Weißwandreifen (20×4.0 Zoll), die dem matten Rahmen einen sauberen Retro-Touch verpassen. Weil ich mit meinen 1,93 Metern auf der Serienbank etwas gedrungen sitze, hatte das Team des Herstellers schon eine dreifache Sitzerhöhung (+45 mm) montiert. Das reicht aus, damit die Knie beim Treten nicht am Lenker anschlagen.
Für das Gepäck setzte ich auf ein dreiteiliges System:
Frame Bag (19 Liter): Die maßgeschneiderte Rahmentasche füllt das Dreieck unter der Sitzbank komplett aus und nimmt Regensachen, Schloss und Werkzeug auf.
Front Rack & Bag: Ein massiver Frontträger mit passgenauer Tasche für Dinge, die schnell griffbereit sein müssen.
E-Bike-Trailer Premium: Ein einspuriger Anhänger auf denselben breiten Fatbike-Reifen, auf dem ich eine wetterfeste Cargo-Box von Yeti festgeschnallt hatte.
Vollgas an der dänischen Küste
Die erste Etappe führte entlang der Küstenstraßen rund um Svendborg. Fyn bietet sanfte Hügel, aber der Gegenwind von der Ostsee bläst unerbittlich. Wer hier mit voll beladenem Hänger unterwegs ist, lernt den verbauten Bosch-Performance-Motor schnell schätzen. Ich habe den stromsparenden Eco-Modus gar nicht erst ausprobiert, sondern den Schalter fast durchgehend auf Turbo stehen lassen. Durch das verhältnismäßig geringe Eigengewicht des Rades zieht der Antritt überraschend kräftig durch. Die Kehrseite der Dauerunterstützung: Bei rund 50 Kilometern war der Akku leer. Für meine Tagesetappen zwischen den Campingplätzen reichte das punktgenau. Nachmittags kam das Ladegerät an die Dosen der Campingplätze, während die Beine pausierten.
Auf den Plätzen funktionierte das Gespann wie ein Schaufenster. Es verging kaum ein Zwischenstopp, an dem nicht jemand stehen blieb. „Wo gibt’s denn so was?“ oder „Geiles Teil“ gehörten zum Standard-Soundtrack der Reise. Und mit der richtigen Klamotte von POC war Sicherheit und der guter Style garantiert (Testbericht).
Keine Federung, viele Dornen
Auf den Schotterwegen und dem Kopfsteinpflaster kleinerer Fischerdörfer zeigte sich allerdings die Kehrseite des minimalistischen Rahmendesigns. Der Lil’ Buddy ist starr konstruiert. Eine Federgabel oder Dämpfung fehlt komplett. Die tiefen 20×4.0-Reifen nehmen feinen Vibrationsspitzen zwar den Schrecken, ein echtes Fahrwerk ersetzen sie aber nicht. Wenn die Piste ruppig wird, geht jeder Schlag ungefiltert ins Gestell. Ein weiteres Detail der breiten Profilreifen: Sie sammeln auf unbefestigten Feldwegen mit Vorliebe kleine Dornen und Kletten auf. Nach einigen Kilometern durch die Natur gehörte das Kontrollieren der Laufflächen zum festen Abendprogramm, um Plattfüßen vorzubeugen.
Wer steckt hinter Ruff Cycles?
Hinter der Marke steht kein anonymer Asien-Importeur, sondern eine Regensburger Fahrradmanufaktur. Gründer Pero Desnica kommt ursprünglich aus der Custom-Cruiser-Szene und baute jahrelang Einzelanfertigungen. Diesen Ansatz hat das Unternehmen auf E-Bikes übertragen: Die Rahmen werden in eigener Fertigung in Europa geschweißt, montiert wird in Deutschland. Statt klassischer Diamantrahmen setzt Ruff Cycles auf prägnante Formen, die sich deutlich vom Standard-E-Bike auf den Radwegen abheben.
Der Trip durch Fyn hat bewiesen, dass der Ruff Cycles Lil’ Buddy weit mehr ist als nur ein hübsches Lifestyle-Spielzeug für den Weg zur Eisdiele. Mit dem passenden Zubehör – allen voran dem durchdachten Anhänger und den robusten Taschen – verwandelt sich das Rad in ein voll taugtliches, unverschämt lässiges Reisegespann für Kurztrips und Camping-Abenteuer. Ein tolles Reisegespann, wenn man die Grenzen des starren Rahmens kennt. Die Kombination aus kompakten Maßen, kräftigem Bosch-Schub und hoher Zuladung über den Anhänger macht den kleinen Cruiser zu einer echten Alternative für kurze, unkomplizierte Camping-Trips. Wer auf Komfort verzichten kann und lieber entspannt mit 25 km/h an der Küste langrollt, bekommt hier verdammt viel Fahrspaß geliefert.
Die Touren auf Fyn haben Spuren hinterlassen – und zwar im besten Sinne. Das war garantiert nicht die letzte Ausfahrt im Bonanza-Style. Fazit nach etlichen Kilometern dänischer Seeluft: Das macht definitiv Lust auf mehr.
Irgendwann auf einem Campingplatz auf Fyn kam ein Holländer auf mich zu, zeigte auf mein Schloss und fragte, ob das wirklich sicher sei. Ich habe kurz überlegt und dann gesagt: Mein Fahrrad steht noch, insofern ja. Das war keine besonders erhellende Antwort, aber eine ehrliche. Wer ein Schloss kauft, kauft eine Wette gegen die Wahrscheinlichkeit. Tex-Lock hat mir dabei geholfen, diese Wette etwas selbstbewusster einzugehen. Diese Schösser hatte ich im Gear-Test: Tex-Lock Orbit, Eyelet-Set mit U/X-Lock, Eyelet-Set mit D-Lock
Tex-Lock. Leipzig. Zwei Frauen. Ein Patent.
Alexandra Baum und Suse Brand haben Tex-Lock 2014 in Leipzig erdacht und 2016 auf den Markt gebracht. Die Idee dahinter war simpel und trotzdem neu: ein Fahrradschloss aus Hightech-Textilfasern, die auch in der Automobilindustrie und der Raumfahrt verbaut werden. Leicht, flexibel, lackschonend – und mit einem Stahlkern, der Sägen und Bolzenschneider auf Abstand hält. Das Unternehmen produziert bis heute in Leipzig, im Westteil der Stadt, von Hand, Stück für Stück. Made in Germany ist bei Tex-Lock kein Aufkleber, sondern eine Adresse: Ludwig-Hupfeld-Straße 16, 04178 Leipzig. Materialausschuss nahezu null, regionale Lieferanten, reparierbare Produkte. Für diesen Ansatz gab es 2020 den Titel „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“. Das klingt nach Preis für gute Absichten, zeigt aber in diesem Fall auch, was aus einer Idee werden kann, wenn man sie konsequent verfolgt. Kein Schloss ist unknackbar. Das sagen übrigens auch Baum und Brand selbst. Es geht immer nur darum, den Aufwand für einen Diebstahl so hoch zu machen, dass sich jemand ein einfacheres Ziel sucht.
Das Orbit ist Tex-Locks Seilschloss. Aufbau klassisch: ein Schlosskörper, ein textiles Seil mit gehärtetem Stahlkern, zwei Schlüssel. Man legt das Seil um den Gegenstand, führt das Ende in den Schlosskörper, zieht zu. Ohne Schlüssel, einfach durch Zuziehen – Tex-Lock nennt das Click & Go. Zum Öffnen braucht man den Schlüssel. Zum Verbinden zweier Orbits gibt es das System Click & Connect: Man kann ein zweites Schloss anhängen und so die Reichweite verdoppeln. In Orange macht das Schloss auf dem schwarzen Ruff Cycles Lil‘ Buddy eine exzellente Figur. Das ist keine Nebensache. Wer ein Rad fährt, das gut aussieht, will kein Schloss daran, das wie ein Stück Kette aus dem Baumarkt wirkt. Das Orbit passt. Die textile Oberfläche ist weich, hinterlässt keine Kratzer am Lack, klappert nicht beim Fahren. Kleine Details, die nach einer Saison anfangen, einem wichtig zu sein.
Die Sicherheit ist ART2-zertifiziert, die höchste Stufe der niederländischen ART-Stiftung für Fahrradschlösser. Der Schließzylinder ist pickingsicher, was bedeutet: Jemand mit einer Dietrich-Set braucht deutlich mehr Zeit als bei einem Standard-Zylinder. Im TCS-Test des Schweizer Touring Club, der 15 Schlösser unterschiedlichster Bauart gegeneinander antreten ließ, wurde das Orbit als besonders sicher eingestuft – und dabei als auffällig leicht für seine Klasse bezeichnet. Das 120-cm-Modell bringt rund 1.250 Gramm auf die Waage, was für ART2-Niveau tatsächlich wenig ist. Einen Vorbehalt gibt es: 100 oder 120 Zentimeter Länge sind in manchen Situationen knapp. Wer ein großes Rad und einen dicken Laternenmast hat, muss gelegentlich genau schauen, ob das Seil reicht. An engeren Objekten ist das kein Problem.
Vorteile: Leicht für seine Sicherheitsklasse, keine Kratzer am Lack, einfaches Click & Go System, kein Klappergeräusch, gute Optik. Nachteil: In manchen Situationen etwas kurz.
Eyelet-Set mit U/X-Lock: das flexible Schloss für unterwegs
Das Eyelet-Set kombiniert ein Textifseil mit drei gummierten Metallösen und einem Bügelschloss. Beim U/X-Lock-Bundle kommen zwei Bügel unterschiedlicher Länge, was unterschiedliche Anschlusssituationen abdeckt. Das Prinzip heißt Loop-Through: Man führt das Textilseil durch Rahmen und Rad, hängt die Ösen in den Bügel des Bügelschlosses ein und schließt ab. Das Schloss sichert damit beides – das Seil und sich selbst. Diebstahl erfordert also zwei separate Angriffe. Für den Anhänger auf der Dänemark-Tour war das Eyelet-Set das richtige Schloss. Flexibel, reichweitenstark, und das Seil lässt sich ums Rad legen wie ein Schal – auch um enge Stellen, die einem Kettenschloss Probleme bereiten würden. Die Textil-Oberfläche verhält sich auch hier genau so wie beim Orbit: weich, still, lackschonend.
Die Sicherheitsstufe ist ART*2, die Sold-Secure-Zertifizierung lautet Gold. Unabhängige Tests wie der des fahrradmagazin.net bewerteten die Kombination aus Textilseil und Bügelschloss gut und betonten insbesondere die Flexibilität als entscheidenden Alltagsvorteil gegenüber starren Schlössern. Das Gewicht liegt unter dem vergleichbarer Kettenschlösser derselben Sicherheitsklasse. Wichtig zu verstehen: Das Textilseil allein ist kein Schloss. Wer das Eyelet-Seil ohne das Bügelschloss verwendet, sichert nichts. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern das Prinzip – das Seil ist der flexible Anteil, das Bügelschloss der Kern. Stiftung Warentest hat in einem früheren Test genau das kritisiert: ein frühes Eyelet-Modell ohne Bügelschloss. Das ist aber nicht die Anwendung, für die das Schloss gebaut ist – und seitdem hat Tex-Lock sowohl die Materialien als auch die Kommunikation darüber nachgeschärft.
Vorteile: Hohe Flexibilität beim Anschließen, leicht, zwei Bügellängen, geeignet für Anhänger und ungewöhnliche Anschlusssituationen. Nachteil: Ohne Bügelschloss nicht nutzbar – wer das vergisst oder verliert, hat ein Problem.
Das Eyelet-Set mit D-Lock funktioniert nach demselben Loop-Through-Prinzip wie das U/X-Lock-Bundle, hat aber ein anderes Bügelschloss: Das D-Lock ist größer, massiver und schwerer als der U/X-Lock-Bügel – und entsprechend sicherer. Das hat Konsequenzen für die Zertifizierung: ART*3 und Sold Secure Diamond. Das ist die höchste Stufe, die für Fahrräder vergeben wird. Drei Schlüssel liegen bei. In Lüneburg, wo ich die Schlösser jetzt für mehrere Räder nutze, ist das D-Lock-Bundle das, das ans teure Rad kommt. Nicht weil ich dem U/X-Lock misstraue, sondern weil ich das Prinzip schätze: je wertvoller das Rad, desto mehr Aufwand muss ein Diebstahl bedeuten. Das Schloss ist das schwerste der drei, das Seil das längste, und der Gesamteindruck ist der eines Systems, das gebaut wurde um zu halten. Ob das optisch noch zur orangefarbenen Orbit passt – das Eyelet-Set in Spring Green am Anhänger, das D-Lock-Bundle an einem weiteren Rad – ist eine andere Frage. Tex-Lock hat das gut gelöst: Die Farboptionen sind konsequent durchgezogen, man kann abstimmen oder bewusst kontrastieren.
Eine Anmerkung zur Sicherheitsdiskussion: Wer die älteren Stiftung Warentest-Ergebnisse zu Tex-Lock kennt und deshalb zögert, sollte wissen, dass die damaligen Kritikpunkte das Eyelet-Seil allein betrafen – und eine Materialfrage beim Übergang von Seil zu Öse, die laut Hersteller 2021 behoben wurde. Das aktuelle D-Lock-Bundle ist ART*3 zertifiziert und von Sold Secure Diamond bestätigt. Das sind keine Herstellerversprechen, das sind unabhängige Prüfungen mit konkreten Angriffsmethoden.
Vorteile: Höchste Fahrrad-Sicherheitszertifizierung (ART*3, Sold Secure Diamond), Loop-Through-Prinzip erfordert zwei separate Angriffe, flexibles Seil trotz hoher Sicherheitsstufe. Nachteil: Das schwerste und teuerste Modell der drei – für ein Alltagsschloss fürs Stadtrad ist das Mehr an Sicherheit vielleicht unnötig.
Fazit
Zurück zum Holländer auf Fyn. Ich hätte ihm auch sagen können: ART*2, Sold Secure Diamond, Schließzylinder mit Pickingschutz, getestet vom TCS in der Schweiz. Hätte er wahrscheinlich genickt und wäre trotzdem nicht klüger gewesen. Das Richtige an der Antwort war das Prinzip dahinter: Ein Schloss soll abschrecken und den Aufwand erhöhen. Tex-Lock tut beides – und zwar mit einem Gewicht und einer Optik, die dazu führen, dass man das Schloss tatsächlich dabei hat, statt es zu Hause zu lassen, weil es zu klobig ist. Das ist am Ende der entscheidende Punkt. Das sicherste Schloss der Welt hilft nicht, wenn es beim Rad-Ausflug daheim auf dem Haken hängt.
In Leipzig produziert, von Hand gemacht, in mehr Farben verfügbar als einem Fahrradschloss eigentlich zustehen – und dabei ernsthaft sicher. Das reicht für eine klare Empfehlung.
Camping mit Hygge, Licht von der Rolle und Tipps für Sparfüchse
Noch einmal nimmt Gerd Euch mit nach Dänemark. Diesmal geht es zum Falsled Strand Camping. Der kleine Platz direkt an der Ostsee ist eine echter Perle. Die Betreiber haben in den vergangenen sechs Jahren einen alten Campingplatz komplett nach ihren Vorstellungen umgebaut und in ein Schmuckstück verwandelt. Feuerstellen für alle, Kanuverleih, großartige Tiny Homes und Glamping-Zelte und dazu eine Freundlichkeit, die man sich im Urlaub wünscht. Hier stimmt alles.
Henning hat sich eine neue Lichterkette gekauft. Die ist klein, lässt sich aufrollen und so gut verstauen – ganz ohne Kabelsalat.
Ein mit dieser Folge könnt Ihr bares Geld sparen: Wir verraten Euch, wie ihr beim nächsten Camping-Trip das Budget schonen könnt – ohne auf etwas zu verzichten. Gerd hatte dazu auch für den SPIEGEL einen Text geschrieben.
Und dann haben wir noch ein Anliegen, nämlich die Petition „Mit Campermen ans Lagerfeuer“: Wir laden Euch ein, mit uns bei CampfireFM einen Platz zu schaffen, wo wir miteinander über aktuelle Folgen sprechen können. Damit wir zusammen dort über Plätze, Menschen und Gadgets sprechen können, brauchen wir Eure Unterstützung. Wenn genügend Camping-Freunde finden, die bei der Petition mitmachen, werden wir Teil der CampfireFM-Gemeinschaft. Wir würden uns freuen, Euch dort zu treffen! https://www.joincampfire.fm/petition/Campermen
Ein Platz in Winsen, ein Zelt mit gutem Klima und Musik für den Sommer
Henning hat einen kleinen Stellplatz in der Nähe von Winsen an der Lohe entdeckt. Hafen2wo ist einer dieser Plätze, die man einerseits nicht verraten möchte, weil man so froh ist, eine ganz besonderen Ort gefunden zu haben. Dieser soll so bleiben wie er ist, vor allem möchte man immer, wenn man Lust hat, dort übernachten können. Andererseits hat der Betreiber Ole es verdient, dass möglichst viele Menschen diesen Platz kennenlernen – und so verstehen, was Camping auch sein kann. Ruhig, ohne großen Klimbim, einfach mal kurz aussteigen. Dennoch alles vor Ort haben, was man so braucht. Es ist familiär, so, wie man es sich wünscht, wenn man an Camping denkt. Henning hat mit Ole über den Platz und über weitere Pläne gesprochen.
Gerd hat wieder ein Zelt mitgebracht, diesmal ein sehr großes, welches eher für Familien gedacht ist. Doch das Birdland TC von Outwell macht auch Spaß, wenn man alleine oder zu zweit unterwegs ist. Es hat einen großen Vorraum und zwei Schlafkammern. Eine kann auch gut als Abstellkammer für all die Ausrüstung genutzt werden, die man nicht jederzeit braucht. Der Clou ist aber das Material: Ein Baumwollgemisch sorgt für ein tolles Klima, die Fenster sind abgedunkelt. Und die Beleuchtung ist auch noch dabei. Tipp: Man sollte auch noch die Zeltplane als Unterlage und einen Teppich für den Vorraum gleich dazu bestellen. Die ausführliche Rezension zum Zelt lest Ihr übrigens hier: https://campermen.de/outwell-birdland-4-tc-29-kilo-zelt-mit-viel-platz-und-gutem-klima/
Nadine stellt drei Alben vor, die ihr gerade besonders Spaß bringen. Von Violet Grohl hat sie „Be Sweet To Me“ dabei.
The Haunted Youth überzeugt mit „Boys Cry Too„. Und bei Dogstar hat „All In Now“ echte Starpower.
Und dann haben wir noch ein Anliegen, nämlich die Petition „Mit Campermen ans Lagerfeuer“: Wir laden Euch ein, mit uns bei CampfireFM einen Platz zu schaffen, wo wir miteinander über aktuelle Folgen sprechen können. Damit wir zusammen dort über Plätze, Menschen und Gadgets sprechen können, brauchen wir Eure Unterstützung. Wenn genügend Camping-Freunde finden, die bei der Petition mitmachen, werden wir Teil der CampfireFM-Gemeinschaft. Wir würden uns freuen, Euch dort zu treffen! https://www.joincampfire.fm/petition/Campermen: https://www.joincampfire.fm/petition/Campermen
Man kann an Falsled Strand Camping vorbeifahren, ohne es zu merken. Das ist keine Übertreibung, das ist eine Warnung. Denn wer an der unscheinbaren Einfahrt vorbeifährt, verpasst ein kleines Paradies.