Schwarz sitzen: Helinox Sunset Chair (re) und Table One Hard Top im Test

Campingmöbel sehen häufig so aus, als hätten sich die Designer nicht zwischen Anglerbedarf und Kindergeburtstag entscheiden können. Ich bin eher der Schwarz-Weiß-Typ und habe mich deshalb für zwei schwarze Sunset Chair (re), den ebenfalls schwarzen Table One Hard Top und einiges an Zubehör von Helinox entschieden. Mitgenommen habe ich die kleine Kollektion auf meiner Reise mit dem Hobby-Van durch Tirol und Südtirol. Die erste Überraschung gab es noch vor der Abfahrt: Sämtliche Teile passten gemeinsam in eines der Fächer im Heck. Campingmöbel für zwei Personen, verstaut auf dem Raum einer eher überschaubaren Sporttasche.

Helinox in the box: In die Gregory-Faltbox passen zwei Stühle, ein Tisch und alles weitere Zubehör © Gerd Blank

Sunset Chair (re): sitzen, wärmen, schaukeln

Der Sunset Chair (re) wiegt inklusive Tasche knapp 1,7 Kilogramm, also ungefähr so viel wie drei große Dosen Bier. Dafür trägt er bis zu 145 Kilogramm. Der Aufbau erklärt sich beim ersten Mal noch nicht komplett von selbst, ist aber schnell verstanden: Gestänge zusammenstecken, Sitzbezug darüberziehen, fertig. Inzwischen steht der Stuhl bei mir nach rund 20 Sekunden. Beim Abbau zeigt sich ein Detail, das man erst dann richtig schätzt, wenn man schon einmal mit widerspenstigen Campingmöbeln gekämpft hat: Die Packtasche lässt sich dank ihrer großen Öffnung und der beiden Reißverschlüsse weit aufklappen. Man muss das Gestänge also nicht millimetergenau hineinoperieren.

© Gerd Blank

Das „(re)“ im Namen steht nicht bloß für eine neue Farbe oder ein kleines Facelift. Helinox hat die Konstruktion überarbeitet und nennt das Ergebnis „(re)Tension Design“. Eine zweite Spannungslinie verteilt das Gewicht besser über den Rahmen und verhindert, dass der Stoff zu stark durchhängt. Genau das spürt man beim Sitzen. Der Bezug ist so über das Gestänge gespannt, dass eine erstaunlich bequeme Sitzschale entsteht. Man sitzt nicht einfach auf einem Stück Stoff, sondern wird gestützt, ohne darin zu versinken. Dazu kommen verstärkte Ecken, neue Verbindungselemente und längere Beine, die das Aufstehen erleichtern. Das Gestänge besteht außerdem aus wiederverwendetem Aluminium, für Bezug und Netzflächen verwendet Helinox recycelte, bluesign-zertifizierte Stoffe.

Mit meinen 1,93 Metern bin ich bei Campingstühlen ein eher unangenehmer Testfall. Im Sunset Chair (re) kann ich trotzdem bequem sitzen und den Kopf an die 97 Zentimeter hohe Rückenlehne legen. Seitlich befindet sich eine Einschubtasche für Smartphone oder Buch. Das klingt nebensächlich, verhindert aber, dass beides irgendwann im Gras liegt. Mit einer Packlänge von nicht einmal 48 Zentimetern verschwindet der Stuhl nach Gebrauch wieder im Heck des Campers.

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Richtig interessant wird er durch das Zubehör. Der High-back Seat Warmer wiegt knapp ein halbes Kilo und verwandelt den luftigen Sitzplatz in eine gefütterte Höhle für den Hintern. Gerade an kühlen Abenden ist das deutlich angenehmer, als der etwas sachliche Name vermuten lässt. Die Air Headrest wiegt samt Beutel nur 85 Gramm, weniger als eine Tafel Schokolade, und polstert Kopf und Nacken ordentlich. Ganz überzeugen konnte mich die Befestigung allerdings nicht. Trotz der Kopfstützenlasche des neuen Stuhls rutschte das Kissen bei mir immer wieder etwas hin und her.

Mein Lieblingszubehör sind ohnehin die Rocking Feet. Die beiden Aluminiumkufen werden unter die Stuhlbeine gesteckt und machen aus dem Campingstuhl einen Schaukelstuhl. Braucht man das? Natürlich nicht. Will man nach fünf Minuten noch einmal darauf verzichten? Ebenfalls natürlich nicht.

Table One Hard Top: weniger als ein Liter Wasser, belastbar wie ein Umzugskarton

Der Table One Hard Top wirkt beim Auspacken zunächst wenig vertrauenerweckend. Die zusammenfaltbare Tischplatte fühlt sich in der Hand eher nach einer flexiblen Unterlage als nach einem richtigen Tisch an. Sobald sie jedoch aufgeklappt und an vier Punkten in das Gestänge geklickt wird, ändert sich das Bild. Im Inneren versteckte Polycarbonatplatten erzeugen eine ebene und erstaunlich stabile Fläche. Der Tisch wiegt verpackt etwas mehr als 900 Gramm, damit weniger als eine Literflasche Wasser, soll aber bis zu 50 Kilogramm tragen. Für Getränke, Snacks, Bücher und den üblichen Kleinkram vor dem Camper reicht das locker. Selbst gefüllte Gläser standen darauf sicher. Mit 38 Zentimetern ist der Table One Hard Top niedrig, passt damit aber gut zu den Sunset Chairs. Man kommt bequem an Getränke und Snacks, ohne sich jedes Mal aus dem Stuhl falten zu müssen. Steffi hat den Tisch zwischendurch sogar als Fußablage benutzt. Das funktionierte ebenfalls, auch wenn Helinox ihn dafür nicht gebaut hat und ich daraus keine offizielle Empfehlung ableiten würde. Bemerkenswert bleibt, wie viel Tisch aus einem Paket kommt, das zusammengefaltet gerade einmal 41 Zentimeter lang ist.

© Gerd Blank

Ich hatte noch einen Becherhalter bestellt, um ihn an einen Stuhl zu befestigen. Nun ja, lesen hilft: Der passt zwar an fast allen älteren Modellen, aber am Sunset Chair (re) kann er nicht befestigt werden. Dieses Modell führt Helinox sogar ausdrücklich als nicht kompatibel auf. Immerhin lässt er sich am Tisch befestigen und erfüllt dort seinen Zweck – auch wenn das eigentlich etwas sinnlos ist. Außerdem wirkt die Halterung mit dem harten Kunststoff unnötig starr. Ein weicheres, flexibleres Material würde besser zum leichten Tisch passen und sich vermutlich auch angenehmer verstauen lassen.

Hier sitzt man richtig gut – und teuer

Ja, Helinox ist teuer. Zwei Sunset Chair (re) kosten zusammen knapp 390 Euro, der Table One Hard Top noch einmal rund 170 Euro. Mit Sitzwärmer, Kopfkissen, Kufen und Becherhalter wird aus der Campinggarnitur schnell eine kleine Investition. Dafür wirken die Möbel nicht wie Ausrüstung für zwei Sommer, sondern wie eine Anschaffung für viele Jahre. Das Gestänge ist stabil, die Stoffe sind kräftig, das Design ist angenehm zeitlos und das Packmaß passt auch in einen Van, dessen Stauraum nicht im Überfluss vorhanden ist. Helinox gibt zudem fünf Jahre Garantie auf Herstellungsfehler.

Einen Nachteil haben die Stühle trotzdem: Nicht nur ihre Besitzer finden sie ziemlich gut. Wer am Abend in den Camper geht, sollte sie deshalb besser einpacken, statt sie als freundliche Einladung vor dem Wagen stehen zu lassen. Das geht ganz fix. Und am nächsten Morgen sind sie noch da und stehen wieder in 20 Sekunden.

Hobby Prestige Van 640 ET im Test: Zwei Zimmer, acht Gänge und sehr viele Schränke

Der Hobby Prestige Van First Edition 640 ET will ein Reisemobil für zwei sein, das sich auch auf langen Strecken und bei schlechtem Wetter nicht nach Verzicht anfühlt. Auf unserer Tour von Norddeutschland über das Pitztal und Lana bis an den nördlichen Gardasee musste der 6,36 Meter lange Kastenwagen zeigen, ob das mehr ist als ein schönes Versprechen.

Ein Fahrzeugtest beginnt selten dort, wo das Fahrzeug gebaut wurde. Den Hobby Prestige Van First Edition 640 ET holte ich allerdings direkt im Werk in Fockbek ab, ganz in der Nähe von Rendsburg. Bevor es auf die Straße ging, bekam ich noch eine Führung durch die Produktion. Ich konnte zusehen, wie Wohnwagen und Wohnmobile entstehen. Das war eindrucksvoll und hatte einen angenehmen Nebeneffekt: Nach der Besichtigung betrachtet man Schränke, Kabel, Leitungen und Wandverkleidungen mit etwas anderen Augen. Was später wie ein fertiger Raum wirkt, ist vorher ein ziemlich großes Puzzle.

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Unser Puzzle war bereits zusammengesetzt und wartete draußen auf seine erste große Reise. Lanzarote Grey, roter Akzentstreifen, 6,36 Meter lang. Das Ziel lag deutlich weiter südlich: erst das Pitztal, dann Lana in Südtirol und schließlich der nördliche Gardasee. Autobahn, Bergstraßen, enge Ortsdurchfahrten und Campingplätze. Also ziemlich genau das Programm, bei dem sich schnell zeigt, ob ein großer Kastenwagen nur auf dem Prospekt gut aussieht oder auch unterwegs funktioniert.

180 PS gegen die Alpen

Unter dem grauen Blech steckt ein Fiat Ducato mit 180 PS und Achtgang-Automatik. Das klingt für einen Camper zunächst nach reichlich Leistung. Auf dem Weg in die Alpen fühlt es sich vor allem passend an. Der Prestige Van ist kein Sportwagen, aber auch kein Fahrzeug, dem man an jeder Steigung gut zureden muss. Die Automatik nimmt viel Arbeit ab und sorgt dafür, dass man sich auf kurvigen Strecken auf die Straße konzentrieren kann, statt ständig den richtigen Gang zu suchen.

Natürlich schrumpft ein 6,36 Meter langer Kastenwagen nicht, nur weil der Motor kräftig ist. Auf schmalen Straßen bleibt er 2,05 Meter breit und in engen Kehren muss man vorausschauend fahren. Trotzdem ließ sich der Hobby erstaunlich entspannt durch die kurvigen Strecken in Österreich und Südtirol bewegen. Der Wendekreis ist für diese Fahrzeuggröße passabel, die Lenkung leichtgängig und die Sitzposition gibt einen guten Überblick.

© Gerd Blank

Beim Rangieren helfen die Rückfahrkamera und die Parksensoren. Zum Assistenzpaket gehören außerdem unter anderem ein automatisches Bremssystem mit Fußgängererkennung, Spurhalte- und Verkehrszeichenassistent, ein adaptiver Tempomat, ein Totwinkelassistent und eine Querbewegungserkennung. Das macht aus dem langen Van noch keinen Kleinwagen, nimmt ihm aber etwas von dem Respekt, den 6,36 Meter beim Blick in den Rückspiegel zunächst auslösen.

Bergab gilt trotzdem: 3,5 Tonnen bleiben 3,5 Tonnen. Die Automatik macht das Fahren bequemer, die Physik schaltet sie nicht aus. Wer frühzeitig Geschwindigkeit herausnimmt und vorausschauend fährt, kommt mit dem Ducato aber sehr angenehm durch die Berge. Auf den langen Autobahnetappen zeigt sich ohnehin die größte Stärke der Kombination aus kräftigem Motor und Automatik: Man kommt entspannt an.

Ein Van für Menschen mit Gepäck

Nach der Werksführung hatte ich bereits eine Ahnung davon, wie ernst Hobby das Thema Möbelbau nimmt. Im Alltag wurde daraus Gewissheit. Dieser Van hat Schränke. Sehr viele Schränke. Wahrscheinlich gibt es kleinere Wohnungen mit weniger Stauraum. Unter den Betten im Heck befinden sich mehrere Fächer und zwei Schubladenschränke. Ein Teil des Bettes lässt sich hochklappen, sodass im Mittelgang Platz für sperrige Ausrüstung oder sogar Fahrräder entsteht. Rund um den Schlafbereich hängen fünf weitere Schränke, im vorderen Teil geht es weiter. Jacken, Schuhe, Kabel, Campingzubehör, Lebensmittel: Für fast alles findet sich ein fester Platz. Das ist angenehm, weil ein aufgeräumter Kastenwagen sofort größer wirkt. Es ist allerdings auch eine Einladung, mehr mitzunehmen, als man braucht.

© Gerd Blank

Gerade deshalb sollte man die Zuladung im Blick behalten. Der Prestige Van bleibt in dieser Version bei 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Je nach Ausstattung kann die reale Reserve vergleichsweise knapp ausfallen. Zwei Menschen, Wasser, Gasflaschen, Gepäck und eventuell Fahrräder bringen Gewicht zusammen. Vor dem Kauf lohnt deshalb nicht nur der Blick in die Schränke, sondern auch in die konkreten Fahrzeugpapiere.

Das Schlafzimmer wird zum zweiten Zimmer

Im Heck liegen zwei Längsbetten. Eine Seite misst 2,01 Meter, die andere 1,82 Meter. Mit der Bettverbreiterung entsteht eine große Liegefläche. Das ist komfortabel und funktioniert auch für Menschen, die nachts nicht regungslos auf ihrer Hälfte liegen bleiben. Für uns war das Bett nicht nur zum Schlafen da. Steffi setzte sich tagsüber gern mit einem großen Rückenkissen, das wir von zu Hause mitgebracht hatten, bei geöffneter Hecktür dorthin und arbeitete. Vorne saß ich in der Sitzgruppe, hinten hatte sie ihren Platz. Plötzlich besaß unser Van zwei Zimmer. Nur der Flur dazwischen war etwas schmal.

Mit 6,40 Meter wird es manchmal eng © Gerd Blank

Die vielen Hängeschränke schaffen Stauraum, rücken aber naturgemäß nah an die Liegefläche. Wer im Bett gern aufrecht sitzt und liest, sollte das vor dem Kauf ausprobieren. Sehr große Menschen werden die 2,01 Meter lange Bettseite schätzen, müssen sich aber beim Aufrichten ein wenig mit den Schränken arrangieren. An den Fenstern sitzen zweiteilige Plissees für Verdunkelung und Insektenschutz. Das ist praktisch, wirkt aber nicht besonders robust. Im Schlafbereich befinden sich zwei davon an den Hecktüren direkt neben den Köpfen, weitere an den Seitenfenstern. Nachts kommt man schnell mit Kissen, Arm oder Schulter an den Stoff. Ob das auf Dauer gutgeht, wird sich zeigen. Ich hätte mir an dieser Stelle eine unempfindlichere Lösung gewünscht.

Die Sitzgruppe kann bleiben, der Tisch muss gehen

Vorne ist die Sitzgruppe angenehm großzügig. Die Bank ist relativ bequem, ihre Sitzposition lässt sich allerdings nicht verändern. Beide Vordersitze können gedreht werden. Ich sitze abends gern auf dem Beifahrersitz und lege die Füße auf den Fahrersitz. Das ist nicht unbedingt die Haltung, die man in einem Katalog fotografieren würde, aber eine sehr gute Art, einen Reisetag zu beenden. Der Tisch lässt sich durch ein herausdrehbares Element vergrößern. Das ist praktisch, wenn gegessen oder gearbeitet wird. Braucht man ihn gar nicht, wird es umständlicher. Er lässt sich nicht einfach wegklappen, sondern muss ausgehängt und an anderer Stelle verstaut werden. Bei uns landete er auf dem Bett. Das funktioniert, wirkt bei einem ansonsten so durchdachten Innenraum aber ein wenig wie eine nachträgliche Lösung.

Für die Fahrt sind vier Sitzplätze mit Gurten vorhanden. Der vordere Bereich kann außerdem zu einem zusätzlichen Schlafplatz umgebaut werden. In der Theorie macht das den Van flexibler, in der Praxis bleibt es ein Notbett. Für eine Nacht mit Besuch mag das gehen. Als regelmäßiger Schlafplatz für eine Familie wäre es mir zu umständlich und zu knapp.

Kleine Küche, großer Kühlschrank

Die Küchenzeile folgt dem klassischen Kastenwagen-Grundriss. Es gibt einen Zweiflammengasherd, eine Spüle und eine kleine ausklappbare Erweiterung der Arbeitsfläche. Trotzdem bleibt der Platz zum Schneiden, Abstellen und Vorbereiten begrenzt. Wer auf Reisen aufwendig kochen möchte, wird schnell anfangen, Deckel auf den Herd, Bretter auf die Spüle und Schüsseln auf den Tisch zu verteilen. Van-Küche eben. Beim Stauraum spart Hobby dagegen nicht. Drei große Schubladen und ein Hängeschrank nehmen Geschirr und Vorräte auf. Der 90-Liter-Kompressorkühlschrank sitzt angenehm hoch im Schrank. Darunter befindet sich noch ein weiteres Fach mit Kleiderstange. Das klingt zunächst wie eine ungewöhnliche Nachbarschaft, funktioniert aber erstaunlich gut.

© Gerd Blank

Kurz gesagt: Die Küche ist für Kaffee, Frühstück, Pasta und ein vernünftiges Abendessen völlig ausreichend. Wer im Urlaub täglich ein Drei-Gänge-Menü zubereiten möchte, sollte entweder sehr gut organisiert sein oder die riesige Markise herauskurbeln und nach draußen umziehen.

Ein erstaunlich brauchbares Bad

Kompaktbad klingt häufig nach einer freundlichen Umschreibung für einen Raum, in dem man beim Zähneputzen gleichzeitig drei Wände berührt. Im Prestige Van ist das Bad klein, aber clever eingerichtet. Die Toilette lässt sich zur Seite drehen. Beim Duschen wird sie mit einer ausziehbaren Kunststoffabdeckung geschützt. So entsteht mehr Bewegungsfreiheit, ohne dass eine sperrige Schwenkwand den halben Raum blockiert. Ein kleiner Hängeschrank nimmt die wichtigsten Hygieneartikel auf. Besonders gut gefällt mir die große Spiegelfläche. Darüber sitzen zwei weitere offene Fächer. Das Bad wird dadurch nicht zur Wellnessoase, aber es ist vollwertig nutzbar. Für einen Kastenwagen dieser Größe ist das entscheidend.

Zur Wintertauglichkeit tragen die Isolierung, die Gasheizung und der beheizte 90-Liter-Abwassertank bei. Auf unserer Tour wurden die Nächte bereits kühl. Im Wagen blieb es trotzdem so angenehm, dass wir die Heizung noch nicht einmal anschmeißen mussten. Das ist natürlich kein Wintertest bei zweistelligen Minusgraden, aber ein gutes Zeichen dafür, dass die Wärme nicht sofort durch jede Fuge verschwindet.

Viel Licht, zu wenig Schalter

Lampen gibt es im Hobby reichlich. Bei den Schaltern war man offenbar sparsamer. Im Eingangsbereich sitzt ein Schalter für die Beleuchtung im Fußraum. Die beiden Lampen über den Vordersitzen werden per Touch bedient. Das Bad hat einen eigenen Schalter, ebenso jede Bettseite. Für Küche und Sitzgruppe fehlt mir dagegen ein direkter Zugriff. Diese Leuchten werden über das Sieben-Zoll-Touchpanel oberhalb der Schiebetür gesteuert. Dort lässt sich auch ihre Helligkeit regeln. Das funktioniert, ist aber im Alltag unnötig umständlich. Wenn ich in der Küche kurz Licht brauche, möchte ich einen Schalter drücken und kein Menü öffnen.

Campingplatz Mountain Camp
© Gerd Blank

Das Panel selbst liefert einen guten Überblick über die Bordtechnik. Es zeigt unter anderem den Füllstand von Frisch- und Abwassertank sowie die Stromversorgung an und steuert verschiedene Funktionen im Wohnraum. Für Heizung und Warmwasser gibt es ein separates Bedienteil. Nach kurzer Eingewöhnung ist das verständlich. Nur die Aufteilung zwischen klassischen Schaltern und Bildschirm wirkt nicht an jeder Stelle zu Ende gedacht.

Steckdosen gibt es dafür dort, wo man sie braucht. 12 Volt, 230 Volt sowie USB-A und USB-C finden sich sowohl in der Sitzgruppe als auch im Schlafbereich. Das klingt nach einem Detail, ist auf einer Reise mit Telefonen, Kameras, Laptops und sonstiger Technik aber sehr schnell eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale.

Innen eher Yacht als Lieferwagen

Von außen bleibt der Prestige Van trotz grauer Lackierung und rotem Streifen ein Fiat Ducato. Innen gelingt Hobby der deutlich größere Schritt. Anthrazit trifft auf helles Grau, dazu kommen zurückhaltende Holzdetails. Der Kunststoffboden sieht aus wie Schiffsplanken. Hobby spricht vom Yacht-Stil. Das ist ein großes Wort für einen Kastenwagen, aber die Richtung stimmt. Vor allem wirkt der Innenraum ruhig. Es gibt keine wilden Muster, keine glänzenden Fronten und keinen Versuch, auf wenigen Quadratmetern möglichst viel Luxus zu simulieren. Die Farben halten sich zurück, die großen Schrankflächen schaffen optische Ordnung und das Panoramadach über dem Fahrerhaus bringt zusätzlich Licht in den vorderen Bereich. Das Raumgefühl hat mich überzeugt. Zu zweit standen wir uns nicht ständig im Weg. Wenn Steffi hinten arbeitete und ich vorn saß, fühlte sich der Van sogar erstaunlich großzügig an. Genau darin liegt seine Stärke: Er versucht nicht, auf 6,36 Metern ein Familienwohnmobil zu spielen. Er macht zwei Menschen das Reisen sehr angenehm.

Für wen der Hobby Prestige Van 640 ET passt

Der Prestige Van First Edition 640 ET ist ein Fahrzeug für Paare und Alleinreisende, die länger unterwegs sein wollen und dabei nicht jeden Abend ihr halbes Zuhause umbauen möchten. Die festen Betten, das brauchbare Bad, der große Stauraum und die vollständige Ausstattung machen ihn zum komfortablen Reisewagen. Der kräftige Motor und die Achtgang-Automatik passen zu langen Strecken und nehmen auch Alpenpässen einen Teil ihres Schreckens.

© Gerd Blank

Weniger gut passt er zu Familien. Vier Menschen dürfen mitfahren, aber regulär schlafen können nur zwei, optional kommt ein eher schmaler Zusatzplatz hinzu. Auch die Küche wäre mir für den dauerhaften Alltag mit mehreren Personen zu klein. Hinzu kommt die Zuladung, die bei voller Besatzung genau geprüft werden sollte. Einige Details nerven: der Tisch, der zum Verschwinden ausgehängt werden muss, die empfindlichen Plissees am Bett, die knappe Arbeitsfläche und die Lichtsteuerung über das Panel. Das sind keine Kleinigkeiten, die man im Alltag komplett vergisst. Sie ändern aber nichts am überzeugenden Gesamteindruck.

Ich mag diesen Wagen. Vor allem, weil er nicht nur beim Einsteigen gut aussieht, sondern unterwegs funktioniert. Er fährt sich trotz seiner Länge angenehm, bietet sehr viel Stauraum und schafft innen eine Atmosphäre, in der man sich auch an einem kalten oder verregneten Tag gern aufhält. Und wenn bei geöffneter Hecktür hinten gearbeitet wird, während vorn schon der Kaffee kocht, fühlt sich der Kastenwagen tatsächlich ein wenig wie eine kleine Wohnung an. Nur mit dem besseren Ausblick.

Die wichtigsten Daten

  • Modell: Hobby Prestige Van First Edition 640 ET, Modelljahr 2026
  • Basisfahrzeug: Fiat Ducato Light Chassis, Frontantrieb
  • Motor: 2,2-Liter-Diesel, 132 kW/180 PS
  • Getriebe: Achtgang-Automatik
  • Maße: 6,36 m lang, 2,05 m breit, 2,67 m hoch
  • Innenhöhe: 1,90 m
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Sitzplätze mit Gurt: 4
  • Schlafplätze: 2, optional 1 zusätzlicher Not-Schlafplatz
  • Heckbett: Längsbetten mit 2,01 beziehungsweise 1,82 m Länge, mit Bettverbreiterung bis 1,87 m breit
  • Kühlschrank: 90 Liter, davon 9 Liter Gefrierfach
  • Frischwasser: 95 Liter
  • Abwasser: 90 Liter, beheizt
  • Gas: Auszug für zwei 11-kg-Flaschen
  • Bordbatterie: 95 Ah
  • First-Edition-Ausstattung unter anderem: Panoramadach, Ambientebeleuchtung, Sieben-Zoll-Touchpanel, Dometic 2-in-1-Kombiladegerät, Dometic-Verdunkelung für das Fahrerhaus, Dachmarkise, Voll-LED-Scheinwerfer, Lounge-Paket und Fahrassistenzsysteme
  • Geeignet für: Paare und Alleinreisende, auch für Wintercamping ausgelegt

Hinweis zur Zuladung: Die konkrete fahrbereite Masse hängt von Sonderausstattung und Zubehör ab. Vor dem Kauf sollte deshalb die tatsächliche Zuladungsreserve des einzelnen Fahrzeugs geprüft werden.

Transparenzhinweis: Hobby hat uns den Prestige Van First Edition 640 ET für diese Reise zur Verfügung gestellt.

Johnny Cozy von Qeedo im Test: einfach aufgebaut, doppelt gemütlich

Im Podcast habe ich schon öfter von unserem Campingstuhl-Leid erzählt: Wir besitzen zwar ein Set Campingstühle, die sind allerdings so sperrig und nervig aufzuklappen, dass wir sie oft gar nicht erst aus der Heckgarage geholt haben. Gerade wenn wir nur eine Nacht an einem Ort standen, war uns der Aufwand zu groß und wir haben aus Bequemlichkeit lieber drinnen gefrühstückt. Für unseren letzten Urlaub in Frankreich musste also dringend etwas Neues her! Eine Sitzgelegenheit, die sich unkompliziert transportieren lässt, schnell steht und trotzdem gemütlich ist. 

Unsere Wahl fiel auf die Johnny Cozy Double von der Outdoormarke qeedo. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Campingstuhl, sondern um eine zusammenfaltbare Outdoor-Couch für zwei. 

Sofa-Feeling für den Campingplatz

© Nadine Wenzlick

Der Zusatz „Cozy“ ist durchaus treffend, denn gemütlich ist die Couch tatsächlich. Sitzfläche und Rückenlehne sind weich gepolstert und super bequem. Der Bezug in dem schicken Farbton Mokka besteht aus Polyester. Mit einer Sitzhöhe von rund 48 Zentimetern sitzt man angenehm hoch. Die Sitzfläche ist beim Double rund 98 Zentimeter breit und 51 Zentimeter tief. Zwei Erwachsene finden dort bequem Platz – bei uns hat sich oft sogar noch das Kind in die Mitte gequetscht.

Das Stahlgestell macht einen stabilen Eindruck und hält laut Hersteller bis zu 300 Kilogramm aus. Praktisch sind außerdem die seitlichen Organizer-Taschen. Smartphone, Sonnenbrille, Buch oder Getränk sind damit schnell griffbereit, ohne dass man extra einen Tisch braucht.

Schnell aufgebaut und trotzdem kompakt

Der größte Vorteil gegenüber unseren alten Campingstühlen zeigt sich beim Aufbau: Die Johnny Cozy Double steht wirklich in wenigen Sekunden. Sie lässt sich zusammenfalten und anschließend in der mitgelieferten Rucksack-Packtasche verstauen. Das Packmaß beträgt 100 × 33 × 28 Zentimeter, das Gewicht liegt bei 8,65 Kilogramm. Damit ist sie zwar schwerer als ein einzelner Faltstuhl, lässt sich durch die Rucksacktasche aber bequem tragen und kann zum Beispiel auch mal zum Strand mitgenommen werden. 

Unser Fazit

Für uns löst die Johnny Cozy Double tatsächlich unser langjähriges Campingstuhl-Dilemma: Draußen sitzen wollen, aber keine Lust auf großes Auf- und Abbauen haben. Die Couch ist schnell aus der Tasche geholt und bietet gleichzeitig deutlich mehr Gemütlichkeit als ein klassischer Faltstuhl. Anders als unsere alten Campingstühle bleibt die Johnny Cozy Double garantiert nicht ungenutzt in der Heckgarage. Mit 99,95 Euro (UVP) ist sie zudem ein echtes Schnäppchen. 

15 % Rabatt für Campermen-Hörer

Ihr wollt die Johnny Cozy Double oder ein anderes Produkt von qeedo selbst ausprobieren? Als Campermen-Hörer bekommt ihr mit dem Rabattcode CAMPERMEN26 bis zum 26. August 2026 15 % Rabatt auf alle qeedo-Produkte, ausgenommen Dachzelte. Hier geht es direkt zum Shop: https://www.qeedo.de

Der Rabattcode kann einmal pro Kunde eingelöst werden. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, allerdings ist der Rabatt nicht mit anderen Aktionen oder Rabatten kombinierbar.

Links
Qeedo: https://www.qeedo.de
Johnny Cozy Double (Sofa): https://www.qeedo.de/products/johnny-cozy?variant=Z4195

Lil’ Buddy von Ruff Cycles im Test: Auf großer Fahrt mit dem Mini-Bike

Klassische Radreise-Romantik sieht gewöhnlich anders aus: hochgezogene Funktionssocken, neonfarbene Packtaschen-Türme und ergonomisch geschwungene Lenker. Wer so durch Dänemark rollt, geht in der Masse der Radtouristen unter. Mein Plan für die Insel Fyn war ein anderer: Ich wollte Gepäck transportieren, ohne wie ein mobiler Outdoor-Laden auszusehen. Die Wahl fiel auf den Lil’ Buddy von Ruff Cycles. Ein E-Bike aus Regensburg, das optisch irgendwo zwischen 70er-Jahre-Mofa, BMX und Strandcruiser rangiert. Für die Stadt hatten wir den kleinen Flitzer bereits ausprobiert. Aber taugt so ein kompaktes Rad auch als echtes Gefährt für eine mehrtägige Camping-Tour?

Platzsparer im Campervan

© Gerd Blank // Campermen

Ursprünglich sollte die Reise komplett auf zwei Rädern an der Küste starten. Eine kurzfristige Planänderung verlegte die Anreise jedoch in meinen Ford Nugget. Was bei zwei klassischen 28-Zoll-E-Bikes regelmäßig in ein nervenaufreibendes Tetris-Spiel ausartet, erledigte sich hier von selbst: Dank der kurzen Bauweise und den kompakten 20-Zoll-Laufrädern passten das Bike und der Anhänger problemlos quer zwischen Vordersitze und Rückbank. Der Wohnraum blieb frei, ein Heckträger überflüssig. Vor Ort auf Fyn folgte der Aufbau des Gespanns. Wenn schon Auffallen, dann konsequent.

Die Basis: der Lil’ Buddy Performance (Testbericht) in komplett mattem Schwarz („Sombra Black“). Dazu kamen weiß gefankte Tyron-Weißwandreifen (20×4.0 Zoll), die dem matten Rahmen einen sauberen Retro-Touch verpassen. Weil ich mit meinen 1,93 Metern auf der Serienbank etwas gedrungen sitze, hatte das Team des Herstellers schon eine dreifache Sitzerhöhung (+45 mm) montiert. Das reicht aus, damit die Knie beim Treten nicht am Lenker anschlagen.

© Gerd Blank // Campermen

Für das Gepäck setzte ich auf ein dreiteiliges System:

  • Frame Bag (19 Liter): Die maßgeschneiderte Rahmentasche füllt das Dreieck unter der Sitzbank komplett aus und nimmt Regensachen, Schloss und Werkzeug auf.
  • Front Rack & Bag: Ein massiver Frontträger mit passgenauer Tasche für Dinge, die schnell griffbereit sein müssen.
  • E-Bike-Trailer Premium: Ein einspuriger Anhänger auf denselben breiten Fatbike-Reifen, auf dem ich eine wetterfeste Cargo-Box von Yeti festgeschnallt hatte.

Vollgas an der dänischen Küste

Die erste Etappe führte entlang der Küstenstraßen rund um Svendborg. Fyn bietet sanfte Hügel, aber der Gegenwind von der Ostsee bläst unerbittlich. Wer hier mit voll beladenem Hänger unterwegs ist, lernt den verbauten Bosch-Performance-Motor schnell schätzen. Ich habe den stromsparenden Eco-Modus gar nicht erst ausprobiert, sondern den Schalter fast durchgehend auf Turbo stehen lassen. Durch das verhältnismäßig geringe Eigengewicht des Rades zieht der Antritt überraschend kräftig durch. Die Kehrseite der Dauerunterstützung: Bei rund 50 Kilometern war der Akku leer. Für meine Tagesetappen zwischen den Campingplätzen reichte das punktgenau. Nachmittags kam das Ladegerät an die Dosen der Campingplätze, während die Beine pausierten.

Auf den Plätzen funktionierte das Gespann wie ein Schaufenster. Es verging kaum ein Zwischenstopp, an dem nicht jemand stehen blieb. „Wo gibt’s denn so was?“ oder „Geiles Teil“ gehörten zum Standard-Soundtrack der Reise. Und mit der richtigen Klamotte von POC war Sicherheit und der guter Style garantiert (Testbericht).

Keine Federung, viele Dornen

Auf den Schotterwegen und dem Kopfsteinpflaster kleinerer Fischerdörfer zeigte sich allerdings die Kehrseite des minimalistischen Rahmendesigns. Der Lil’ Buddy ist starr konstruiert. Eine Federgabel oder Dämpfung fehlt komplett. Die tiefen 20×4.0-Reifen nehmen feinen Vibrationsspitzen zwar den Schrecken, ein echtes Fahrwerk ersetzen sie aber nicht. Wenn die Piste ruppig wird, geht jeder Schlag ungefiltert ins Gestell. Ein weiteres Detail der breiten Profilreifen: Sie sammeln auf unbefestigten Feldwegen mit Vorliebe kleine Dornen und Kletten auf. Nach einigen Kilometern durch die Natur gehörte das Kontrollieren der Laufflächen zum festen Abendprogramm, um Plattfüßen vorzubeugen.

Wer steckt hinter Ruff Cycles?

Hinter der Marke steht kein anonymer Asien-Importeur, sondern eine Regensburger Fahrradmanufaktur. Gründer Pero Desnica kommt ursprünglich aus der Custom-Cruiser-Szene und baute jahrelang Einzelanfertigungen. Diesen Ansatz hat das Unternehmen auf E-Bikes übertragen: Die Rahmen werden in eigener Fertigung in Europa geschweißt, montiert wird in Deutschland. Statt klassischer Diamantrahmen setzt Ruff Cycles auf prägnante Formen, die sich deutlich vom Standard-E-Bike auf den Radwegen abheben.

Unterm Strich

Mit der POC-Ausrüstung sicher unterwegs © Gerd Blank // Campermen

Der Trip durch Fyn hat bewiesen, dass der Ruff Cycles Lil’ Buddy weit mehr ist als nur ein hübsches Lifestyle-Spielzeug für den Weg zur Eisdiele. Mit dem passenden Zubehör – allen voran dem durchdachten Anhänger und den robusten Taschen – verwandelt sich das Rad in ein voll taugtliches, unverschämt lässiges Reisegespann für Kurztrips und Camping-Abenteuer. Ein tolles Reisegespann, wenn man die Grenzen des starren Rahmens kennt. Die Kombination aus kompakten Maßen, kräftigem Bosch-Schub und hoher Zuladung über den Anhänger macht den kleinen Cruiser zu einer echten Alternative für kurze, unkomplizierte Camping-Trips. Wer auf Komfort verzichten kann und lieber entspannt mit 25 km/h an der Küste langrollt, bekommt hier verdammt viel Fahrspaß geliefert.

Die Touren auf Fyn haben Spuren hinterlassen – und zwar im besten Sinne. Das war garantiert nicht die letzte Ausfahrt im Bonanza-Style. Fazit nach etlichen Kilometern dänischer Seeluft: Das macht definitiv Lust auf mehr.

Steckbrief & Ausrüstung

KomponenteDetailsBezugsquelle
E-BikeLil‘ Buddy Performance (Sombra Black, Bosch Performance Line)Ruff Cycles Store
ErgonomieSeatbench Risers Triple (45 mm Sitzerhöhung)Ruff Cycles Store
BereifungTyron 20×4.0 White Wall (Weißwand)Ruff Cycles Store
RahmentascheBag Frame Big (19 Liter Fassungsvermögen)Ruff Cycles Store
FrontträgerFront Rack Lil‘ Buddy (Schwarz)Ruff Cycles Store
FronttascheBag for Front RackRuff Cycles Store
AnhängerE-Bike Trailer Premium (20×4.0 Bereifung)Ruff Cycles Store

Weiterführende Berichte:

Diese Rad-Ausrüstung macht voll POC

Eine Radtour nach Dänemark? Dafür braucht man nicht nur das passende Fahrrad, sondern auch die richtige Ausrüstung. Sonst tut nach ein paar Kilometern nicht nur der Hintern weh. Es geht um Schutz, es geht um Gewicht und es geht am Ende auch immer um den guten Geschmack. Gerd nimmt auf seine Tour nach Dänemark Bike-Gear der Firma POC mit. Helm, Brille, Hose oder Jacke: Diese Ausrüstung sorgt für pures Rad-Vergnügen.

Calyx Helm

© Gerd Blank // Campermen

Helme sind für mich ein großes Problem. Nicht, dass ich keine tragen mag. Sicherheit geht vor, ich trage einen Helm, wenn es sein muss. Wenn ich Ski fahre oder auf dem Motorrad. Beim Fahrradfahren habe ich mich bisher immer geweigert. Die meisten Helme sind furchtbar hässlich. Oder sie passen mir einfach nicht. Ich habe einen Kopfumfang von 62 cm. Auf meinen Helmen stehen Bezeichnungen wie XL oder XXL. Schaut Euch die Kavenzmänner mal an, wenn ihr einen in die Hände bekommt. Ich sehe damit häufig aus wie Calimero. Ihr wisst schon, der mit dem Sombrero. Ich habe dann den Calyx von POC entdeckt. Der Helm ist optisch eine Mischung aus Ski-Helm oder Skater-Helm. Und tatsächlich kann man ihn für viele Abenteuer nutzen. Laut Beschreibung kann er in den Bergen, auf der Piste oder eben auf dem Rad genutzt werden. Für den Winter und bei Wind sind ansteckbare Ohrenschützer dabei. Beim Radfahren sorgen wiederum Belüftungslöcher für eine kleine Erfrischung auf der Kopfhaut. Was mich aber viel mehr gefreut hat, dass er trotz der Größe etwas dezenter daherkommt, als viele seiner Artgenossen. Die Innenschale lässt sich mit einem Drehrad auf die richtige Größe einstellen. An der hinteren Innenseite sitzt wiederum eine verstellbare Kopfstütze, damit der Helm nicht nach hinten rutscht. Und tatsächlich: Der Calyx sitzt optimal. Klar, mit so einem großen Kopf kann man keinen unsichtbaren Helm tragen. Aber er wirkt trotz des dicken Polsters und der Stabilen Form relativ dezent. Das liegt sicher an der Farbe.

© Poc
© Poc
© Poc
ProduktCalyx Helm
ExtrasAbnehmbare Ohrpolster, Nackenwärmer inkludiert, in verschiedenen Größen und Farben erhältlich
Preis (UVP)250 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/calyx-uranium-black-matt

Devour Photochromic Sportbrille

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Es gibt zwei Dinge, die mich auf längeren Radtouren nerven: Wenn die Sonne ins Gesicht scheint und wenn kleine Fliegen im Auge landen. Früher bin ic immer mit einer normalen Sonnenbrille gefahren. Das half zwar gegen Sonne, war aber blöd, wenn die Sonne wieder weg war. Und Fliegen fanden immer ihren Weg. Standardbrillen sind nicht optimal für sportliche Zwecke. Bei der Devour hat keine Fliege eine Chance. Die Gläser sind sehr groß und dank der leichten Wölbung schmiegen sie sich fast ans Gesicht. Sie erinnert ein wenig an eine Skibrille – und das ist auch so gewollt. Was auf der Piste funktioniert, ist auch auf der Straße praktisch. Die Gläser sind unglaublich leicht, die Brille wiegt nur etwa 40 Gramm. Den absoluten Clou sieht man aber erst, wenn die Sonne scheint. Aus einer Klarsichtbrille wird eine getönte Brille. Je stärker die Sonne, desto dunkler wird’s. Und schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, wird das Glas wieder heller. Ich bin so begeistert vom Konzept, dass ich die Brille inzwischen auch ab und zu einfach so trage. Ich habe sie beim Spaziergang in die Stadt kaum auf der Nase gespürt und schon vergessen, dass sie einen Großteil meines Gesichts einnimmt. Erst als mich einige Passanten seltsam anschauten, erinnerte ich mich. Vielleicht hielten die mich für Ski Aggu?

ProduktDevour Photochromic Sportbrille
ExtrasGläser verdunkeln automatisch bei Sonnenschein. Gläser lassen sich auswechseln
Preis (UVP)300 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/devour-photochromic-translucent-black-clarity-photochromic-changeable-grey

Cadence Cargo Bib Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich habe lange gebraucht, um mich mit dem Thema Radhose anzufreunden. Nicht weil ich etwas gegen enge Hosen hätte. Sondern weil man damit auf dem Rad sitzt wie auf einem mittelprächtig gepolsterten Bürostuhl und das nach zwei Stunden merkt. Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert. Immer war irgendwas. Zu wenig Polsterung hier, zu viel Druck dort. Und dann dieses generelle Gefühl, als würde man auf einem Kieselstein sitzen. Die Cadence Cargo Bib Shorts von POC haben mich eines Besseren belehrt. Das fängt schon beim Sitzpolster an. POC nennt es das „Novus“ und es ist tatsächlich patentiert. Das klingt nach Marketing, fühlt sich aber anders an. Die Form basiert auf einer Druckpunktanalyse, also echten Messdaten. Das Polster ist breiter und enthält zusätzlich Gel-Einsätze, die Vibrationen schlucken. Das merkt man. Wundstellen und Reibungspunkte, die ich von anderen Hosen kannte, blieben aus. Dazu gibt es einen zentralen Kanal im Polster, der den Blutfluss unterstützt. Klingt medizinisch, ist aber beim Fahren spürbar. Was mich außerdem überzeugt hat: die Passform. Die Hose ist anatomisch geformt und berücksichtigt die männliche Anatomie explizit. Das klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht. Der 4-Wege-Stretch lässt volle Bewegungsfreiheit, die Träger sind dehnbar und lassen sich leicht herunterziehen. Wer schon mal mit Trägerhosen auf öffentlichen Toiletten gekämpft hat, weiß, wie wichtig das ist. Und dann ist da noch das perforierte Material am Rumpf, das für Luftzirkulation sorgt. Keine Ahnung, wie ich damit früher ohne ausgekommen bin. Mit 220 Gramm ist die Hose außerdem kaum zu spüren. Fast so, als würde man gar nichts tragen. Fast.

ProduktCadence Cargo Cycling Bib Shorts
Patentiertes Sitzpolster, in verschiedenen Größen verfügbar
Preis (UVP)180 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-cadence-cargo-bib-shorts-uranium-black

Motion MTB Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich fahre kein Mountainbike. Noch nicht. Aber ich habe verstanden, dass man für den Trail andere Klamotten braucht als fürs Rennrad. Auf dem Trail regnet es häufiger, die Hose berührt gelegentlich den Boden oder einen Ast, und man bewegt sich schlicht anders. Die Motion MTB Shorts von POC sind genau für diese Situationen gemacht. Ich finde sie auch jenseits des Trails ziemlich praktisch. Die Hose ist aus recyceltem Polyamid gefertigt, das ich als angenehm leicht beschreiben würde. Nur 190 Gramm. Und obwohl das Material robust ist und dem ein oder anderen Kontakt mit Trail-Hindernissen stand hält, fühlt es sich nicht nach Outdoor-Ausrüstung aus den Neunzigern an. Die Imprägnierung ist C0/PFAS-frei, was bedeutet, dass Wasser bei leichtem Regen einfach abperlt, ohne dass chemischer Schnickschnack im Spiel ist. Bei stärkerem Regen gibt es dann die passende Regenjacke, aber dazu gleich mehr. Was mir besonders gut gefällt: Der Schnitt. Ein Zwickel im Schritt verhindert unangenehme Reibung, der Bund lässt sich verstellen, und die Hose passt über Knieschoner, ohne zu zwicken. Zwei Reißverschlusstaschen halten alles sicher an Ort und Stelle. Ich habe die Shorts zuletzt auf einer längeren Tour getragen und war überrascht, wie gut sie für alles Mögliche taugen. Manchmal reicht eben ein guter Schnitt.

ProduktMotion MTB Shorts
ExtrasVerschiedene Größen und Farben verfügbar. Komfortabel und leicht.
Preis (UVP)100 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-motion-shorts-uranium-black

Motion MTB Regenjacke

© Gerd Blank // Campermen
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Es gibt eine Wahrheit über Radfahren, die man lieber früh akzeptiert: Man wird nass. Irgendwann. Man kann die Ausfahrt so gut planen, wie man will – das Wetter kümmert das nicht. Ich habe jahrelang auf Regenfahrten verzichtet oder mich mit einer normalen Windbreaker-Jacke beholfen, die nach zwanzig Minuten Regen aufgegeben hat. Und dann ist man trotzdem klatschnass, aber zusätzlich eingepackt wie ein Müllbeutel. Die Motion Rain Jacket von POC ist in dieser Hinsicht ein anderes Kaliber. Sie besteht aus dreilagigem Nylon mit Ripstop-Konstruktion und einer PFC-freien DWR-Imprägnierung. Kein Wasser dringt ein, und das Material hält trotzdem was aus. Die Jacke ist mit 295 Gramm kein Fliegengewicht, aber für das, was sie leistet, erstaunlich kompakt. Ich trage sie zusammengerollt im Rucksack, bis der erste Regentropfen fällt. Besonders durchdacht finde ich die Kapuze. Sie lässt sich vollständig anpassen und sitzt auch unter dem Helm, was bei Regenjacken überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wer schon mal versucht hat, eine normale Kapuze über einen Radhelm zu ziehen, kennt das Theater. Hier klappt das. Elastische Bündchen an den Ärmeln und am Saum halten alles dicht, perforierte Zonen unter den Armen sorgen gleichzeitig dafür, dass man sich beim Fahren nicht wie in einer Sauna fühlt. Reflektierende Streifen auf der Rückseite machen die Jacke bei schlechter Sicht sichtbarer. Eine Jacke, die mitdenkt.

ProduktMotion Rain MTB Jacket
ExtrasVerschiedene Farben und Größen verfügbar, helmkompatible Kapuze, reflektierende Rückenstreifen
Preis (UVP)270 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-motion-rain-jacket-sylvanite-grey

Heimplanet „The Cave“ im Test: Luftnummer mit Substanz

Eigentlich bin ich ja ein Freund von mechanischen Dingen, die man versteht, wenn man sie ansieht. Aber wenn man mit dem E-Cargo-Bike durch Dänemark schippert, verschieben sich die Prioritäten. Man hat plötzlich Platz, man hat elektrische Unterstützung und man entwickelt eine diebische Freude daran, Dinge dabeizuhaben, die den Nachbarn auf dem Campingplatz die Sprache verschlagen. Wer sich ein Lastenrad für mehrere tausend Euro leistet, der kriecht abends nicht in eine Dackelgarage vom Discounter. Da darf es dann auch mal die Hamburger Ingenieurskunst von Heimplanet sein.

© Heimplanet

Die Jungs aus der Schanze haben schon vor Jahren beschlossen, dass Zeltstangen eigentlich nur dazu da sind, verloren zu gehen oder im falschen Moment zu knicken. Ihr Gegenentwurf: Luft. Aber nicht so ein bisschen Schlauchboot-Feeling, sondern eine geodätische Struktur, die aufgepumpt so stabil steht wie ein Leuchtturm bei Windstärke acht.

Die Konstruktion des „The Cave“ basiert auf einem sogenannten Inflatable Diamond Grid – einem aufblasbaren, geodätischen Rahmen mit zehn Kreuzungspunkten. Zehn. Das klingt nach Zeltingenieurswesen, ist es auch – und bedeutet: außerordentlich stabil. Das Dach hat eine sternförmige Struktur, die nicht nur schön aussieht, sondern fünf natürliche Abflüsse für Regenwasser bildet. Der Luftrahmen selbst ist zweilagig aufgebaut: innen eine TPU-Blase, außen ein hochfestes HPE-Dacron-Gewebe. Das ganze System ist so überprüft, dass jede einzelne Luftkammer vor der Auslieferung auf Druckverluste getestet wird. Ich würde das gerne auch als Kriterium für andere Zelte einführen.

© Heimplanet
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Das Außenzelt aus 40D Double Ripstop High-Tenacity-Polyester hält bis zu 3.000 mm Wassersäule stand, der Boden sogar 5.000 mm. YKK-Reißverschlüsse mit Aluminium-Zippern, eine Überkopfablage im Innenzelt, zahlreiche Seitenfächer. „The Cave“ ist nicht nur ein Zelt. Es ist ein organisierter Lebensraum. Das Innenzelt bietet 3,7 m² Grundfläche, die Gesamtfläche kommt auf 4,8 m². Zwei Erwachsene schlafen darin mit ausreichend Abstand, Isomatte und Schlafsack. Es ist kein Palast, aber es ist mehr Raum, als ich in den meisten Zweimann-Zelten vorgefunden habe, die mir als „geräumig“ verkauft wurden. Die Innenhöhe von 100 cm macht das Zelt zum Kriechzelt – ich sitze darin aufrecht, aber ich stehe nicht. Das ist bei Kuppelzelten dieser Klasse normal und vollkommen akzeptabel.

Der Kontrast: Weltraum-Optik im Gemüsegarten

Bevor ich mich damit auf dem Weg zur Insel Fyn mache, gibt es erst einmal die obligatorische Generalprobe im heimischen Garten. Man möchte ja nicht wie ein Anfänger wirken, wenn man später vor dänischen Dünen steht. Das Erste, was auffällt, ist die Optik: Der Stoff ist in einem extrem hellen Grau gehalten, fast schon weiß, was zusammen mit den tiefschwarzen Luftstreben aussieht wie eine Raumstation, die versehentlich auf dem Rasen gelandet ist. Ein toller Kontrast, sehr auffällig und – seien wir ehrlich – genau das Richtige für das Ego.

© Gerd Blank // Campermen
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Der Aufbau ist beim ersten Mal nicht ganz so simple, wie es der Hersteller verspricht. Von wegen „in 16 Sekunden steht das Zelt“. In der Verpackung liegen die aufgerollten Luftröhren, ein Flysheet und die Zeltkabine. Zuerst muss der Schlauch entwirrt und ausgelegt werden. Dann vorsichtig aufpumpen, bis das Gerippe steht. Jetzt kommt erst einmal das Flysheet hinein, es wird an gekennzeichneten Haken eingehängt und befestigt. Zum Schluss wird noch die Kabine eingehängt. Das klingt einfach, ist es im Prinzip auch, dauert nur eine Weile – vor allem, wenn man die Befestigungen einmal an falscher Stelle genutzt hat und wieder von vorne anfangen muss. Nicht, dass mir das passiert ist, auf keinen Fall… Etwa 30 Minuten brauchte ich für den ersten Aufbau.

© Gerd Blank // Campermen

Der zweite Aufbau ist dagegen fast schon erschreckend simpel. Man rollt das Bündel aus, schließt die Pumpe an und fängt an zu arbeiten. Dank des „One-Pump-Systems“ flutet die Luft das gesamte Skelett gleichzeitig. Es hat fast etwas Meditatives, wie sich „The Cave“ aus dem Nichts erhebt. In einer Minute steht die Hütte. Innen ist überraschend viel Platz für zwei Personen, man kann sich ausbreiten, ohne dem Partner ständig den Ellenbogen in die Rippen zu drücken. Und das Beste: Der Abbau ist kein Kampf gegen widerspenstige Stangen. Ventile auf, die Luft entweicht mit einem satten Seufzer, einmal falten, ab in den Sack.

Dänemark: Wo Design auf Küste trifft

Ich sehe es schon vor mir, wie ich mit dem Zelt auf Fyn unerwegs bin und sich dieses kantige, fast schon aggressive Design vor die sanfte, grüne Kulisse der dänischen Insel seht. Es passt eigentlich gar nicht zusammen, und genau deshalb ist es so gut. Es ist ein Bruch mit der klassischen Camping-Romantik in Beige und Tannengrün.

Natürlich werde ich damit leben müssen, dass ich für Aufmerksamkeit sorge. Wahrscheinlich wird die Standardfrage „Hält das?“ sein. Darauf wird es eine klare Antwort geben: Ja, natürlich, es hält. Sogar besser als vieles andere, weil der Luftrahmen bei Windböen nachgibt und sofort wieder in Form springt, statt zu brechen.

Dass „The Cave“ mit knapp fünf Kilo kein Leichtgewicht ist, geschenkt. Im Cargo-Bike ist das Gewicht nur eine Zahl auf dem Display, die der Motor weglächelt. Für dieses Maß an Komfort und die Gewissheit, im Trockenen zu sitzen, wenn die Ostsee mal wieder ungemütlich wird, schleppe ich das gerne mit. Und wenn es nur für Fotos ist, mit denen ich beim langen Dia-Abend angeben kann. Wie es da stehen wird, Vor dem Hintergrund dänischer Küste, mit dem Meer dahinter und einem orangefarbenen Sonnenuntergang, der die ganze Sache dramatisch beleuchtete: Das wird eine ganz besondere Kombination. Ein Zelt als Kunstinstallation. Unbeabsichtigt, aber unvermeidlich.

Mein Fazit

© Gerd Blank // Campermen

Heimplanet hat mit dem „The Cave“ ein Stück Ausrüstung geschaffen, das man einfach gernhaben muss. Es ist nicht billig, es ist nicht leicht, aber es ist verdammt schlau gemacht und sieht dabei noch verdammt gut aus. Es ist das Zelt für alle, die keine Lust mehr auf Ausrüstungs-Frust haben und stattdessen lieber die Zeit am Meer genießen.

Gear-Check: Die harten Fakten

  • Hersteller: Heimplanet (Hamburg)
  • Modell: The Cave (3-Season)
  • Konstruktion: Geodätischer Luftrahmen (IDG) aus Dacron/TPU
  • Material: 40D Double Ripstop HT Polyester (Außen), 40D Nylon Ripstop (Innen)
  • Gewicht: ca. 4,8 kg (kein Fliegengewicht, aber stabil)
  • Packmaß: 40 x 32 x 23 cm
  • Preis (UVP): 999,00 € (Qualität hat ihren Preis, aber man kauft es nur einmal)
  • Link: heimplanet.com/the-cave

Sharp E-Bike BK-FS08E im Test: Mit den dicken Reifen klappt’s

Wenn du beim Camping morgens aufwachst, wartet das Abenteuer direkt vor deiner Tür wartet. Gut, wenn das Sharp FS08EGG auf dich wartet. Das E-Bike ist ein idealer Begleiter für die Freiheit auf vier Rädern. Oder besser gesagt: auf zwei dicken, bulligen Pneus. Dieses E-Bike ist nicht einfach ein Fahrrad, sondern dein persönlicher Ausflugsfahrstuhl, dein geländetauglicher Partner für kleine Expeditionen rund um den Campingplatz und doch so kompakt, dass es problemlos im Camper verstaut werden kann.

Warum das Sharp FS08EGG perfekt fürs Camping ist

Schon auf den ersten Metern spürst du: Dieses Bike ist gemacht, um überall hinzukommen. Die extra breiten Reifen mit den Maßen 20″ × 4″ geben dir eine stabile und geschmeidige Fahrt, ganz gleich, ob du über weichen Waldboden, steinige Feldwege oder grasbewachsene Pfade fährst. Diese Ballonreifen schlucken Unebenheiten, geben dir Sicherheit, wenn es ruckelt, und sorgen gleichzeitig für ein fast lautloses Rollen, als würdest du über die Natur gleiten.

Doch das FS08EGG kann mehr als robust: Es ist faltbar. Der Aluminiumrahmen lässt sich im Handumdrehen einklappen, und das Ganze passt dann fast spielerisch in den Wohnwagen, in die Heckgarage deines Campers oder in eine Ecke des Kofferraums. So steht dir dein E-Bike auch dann zur Verfügung, wenn der Platz knapp ist. Gleichzeitig ist es ideal für spontane Ausflüge aus dem Camp heraus.

Der kraftvolle 250 W-Motor an der Hinterachse unterstützt dich bis zu 25 km/h, gerade genug, um dich sanft, aber bestimmt voranzutreiben. Beim morgendlichen Kaffee holst du damit Croissants aus dem Dorf, nach dem Abendessen erkundest du versteckte Aussichtspunkte mit deinem Bike, und du spürst, dass jeder Tritt erleichtert wird. Die integrierte, herausnehmbare Batterie mit 36 V und 10,2 Ah erlaubt dir Reichweiten von bis zu ca. 52 Kilometern. 

Das macht das E-Bike zu einem echten Ausdauerkünstler für alle, die die Umgebung ihres Stellplatzes erkunden möchten: Ob Morgentour zum See, Mittagsrunde in den Wald oder abends eine Runde durch den Ort, man ist nicht nur auf kurze Wege beschränkt.

Der Fahrkomfort, der mehr fühlt als nur Technik

Ein weiteres Highlight des Sharp FS08EGG ist die Federung vorne: Das Vorderrad federt, sodass auch rauere Wege spürbar sanfter werden. Mit der 7-Gang-Kettenschaltung von Shimano kannst du dich flüssig an jedes Terrain anpassen, bei steilen Anstiegen zuschalten, bei gemütlichen Ausfahrten ruhiger drehen. Bremsen tust du über mechanische Scheibenbremsen. Zuverlässig, wenn es mal schnell gehen muss, aber auch sicher in nassen oder schlammigen Momenten.

Das LCD-Display am Lenker zeigt dir den Unterstützungsgrad in drei Stufen, den Ladezustand der Batterie und die Geschwindigkeit. Alles sehr übersichtlich, ohne dich zu überfrachten. Und wenn es dunkel wird, sorgen integrierte LED-Lichter dafür, dass du sicher gesehen wirst, sowohl vorwärts als auch rückwärts.

Das Gewicht des Bikes liegt bei etwa 28 kg. Das ist durchaus spürbar, aber für ein faltbares Fatbike mit solch robuster Technik absolut fair. Die maximale Traglast liegt bei 120 kg, also ist das Rad sowohl für längere Touren als auch für Mittelgewichtige bis größere Fahrer gut geeignet.

Die Farbe, ein sanftes Olivgrün mit grünen Dekorationen, fügt sich wunderbar harmonisch in die Natur ein, ohne aufdringlich zu wirken. Dieses E-Bike sieht nicht nur aus wie ein Abenteuer-Bike, es fühlt sich auch danach an.

Mobilität auf dem Campingplatz: So lebst du das Fahrradabenteuer

Stell dir vor: Du parkst deinen Camper an einem ruhigen, mit Kiefern gesäumten See. Du klappst das Sharp FS08EGG aus, pumpst kurz ein bisschen Luft nach (die dicken Reifen lieben etwas Druck, aber nicht zu viel), schaltest den Motor ein – und los geht’s. Die ersten Meter auf dem sandigen Weg, dann Schotter, ein Pfad durch den Wald, bis du am Aussichtspunkt stehst. Der Wind im Gesicht, der Akku noch voller Energie. Das ist Freiheit auf zwei Rädern.

Am Abend rollst du zurück, klappst das Rad wieder zusammen, steckst den Akku ins Ladegerät, das du im Camper installiert hast und kannst sogar aus dem Bett heraus planen, wo du morgen als Erstes hinradeln willst. Vielleicht in das kleine Dorf überm Hügel, das du vom Campingplatz weiter oben sehst. Oder zur nächsten Bucht, um den Sonnenaufgang zu erleben.

Pflege-Tipps & Zubehör für dein E-Bike im Camper-Alltag

Damit dein Sharp FS08EGG immer einsatzbereit ist und du lange Freude daran hast, hier ein paar praktische Pflege- und Ausrüstungs-Ideen:

  • Reifendruck regelmäßig checken: Die 4-Zoll-Fat-Reifen verdienen eine besondere Aufmerksamkeit. Ein zu geringer Druck mindert die Effizienz, ein zu hoher kann Komfort kosten. Für geländige Ausflüge etwas weniger Luft ist oft die bessere Wahl.
  • Kette & Schaltung pflegen: Besonders nach Fahrten über nassen Waldweg oder staubige Feldwege empfiehlt es sich, die Kette zu reinigen und neu zu ölen. So vermeidest du Verschleiß an Ritzeln und Schaltung.
  • Akkupflege: Lade den Akku idealerweise nach jeder längeren Tour, auch wenn er nicht komplett leer ist. So bleibt seine Lebensdauer erhalten. Und weil er herausnehmbar ist, kannst du ihn bequem im Camper bei Schonladung laden.
  • Schutz vor Witterung: Wenn dein Bike draußen steht, besorg dir eine abdeckbare Bikeplane oder einen Faltständer mit Abdeckung – das schützt vor Feuchtigkeit, Morgentau oder steigendem Wind.
  • Sicherheitszubehör: Ein robuster Fahrradständer, ein gutes Schloss (z. B. Bügelschloss) und ein kleiner Handpumpensatz gehören unbedingt ins Gepäck. Wenn du oft über unbefestigte Wege fährst, sind auch pannensichere Schläuche oder Reifenplatten nützlich.
  • Beleuchtung & Extras: Obwohl das Bike LED-Lichter hat, kann eine zusätzliche, abnehmbare Lampe sinnvoll sein, vor allem für Ausflüge in der Dämmerung. Einen Korb, Gepäckträger oder Packtaschen kannst du je nach Bedarf montieren – praktisch für den Einkauf, Picknick oder Tagesrucksack.

Das Sharp FS08EGG könnte dein Camper-Bike sein

Das Sharp FS08EGG ist mehr als ein E-Bike, es ist dein Ticket zu spontanen Entdeckungen, dein flexibler Partner für Ausflüge und dein verlässlicher Begleiter auf dem Campingplatz. Seine dicken Reifen geben dir Sicherheit auf jedem Untergrund, der faltbare Rahmen spart dir Platz im Camper, und die solide Reichweite ermöglicht echte Freiheit. Mit ein bisschen Pflege begleitet dich dieses Bike durch viele Sommer, durch Wald, Wiesen, Seen und Morgenstunden. Wenn du bei deinem nächsten Campingtrip nicht nur einen Ort erleben, sondern ihn mit allen Sinnen erkunden willst, dann ist dieses E-Bike eine Einladung, die du nicht ablehnen solltest.

Und: Es kann dir gehören. Die Campermen verlosen gemeinsam mit Sharp dieses schöne Bike. Trage Dich einfach in unserem Newsletter ein, um Deine Chance auf diesen tollen Gewinn zu wahren. Unter allen Abonnenten verlosen wir zu Weihnachten ein Fahrrad. Viel Glück!

Campervan-Test: Der Ford Nugget als Festival-Mobil

Ein Sommer, vier Reifen und fünf Festivals: In diesem Jahr ging es für Gerd in einem Ford Nugget auf die Äcker des Landes. So schlägt sich der Campervan bei widrigen Wetterbedingungen, schlechten Bodenverhältnissen und lautem Umfeld.

Manchmal entwickle ich unter der Dusche Ideen. So auch Anfang des Jahres, als mir nach einer kurzen Nacht kaltes Wasser über den Kopf lief. „Das ist ja wie auf einem Festival“, dachte ich und musste grinsen. Denn ich hatte wieder einmal Lust auf ein Wochenende voller Musik, wenig Schlaf und vor allem auf Camping mit Gleichgesinnten und guten Gesprächen. Festivals sind für mich eine Parallelwelt. Hier kann ich dem Alltag für eine Weile entfliehen. Ich lerne jedes Mal nette Menschen kennen, mit denen ich ein paar Stunden oder sogar mehrere Tage eine gute Zeit verbringe. Aber weil ein Festival auch immer ziemlich anstrengend ist, hatte ich mir nach dem letzten Mal geschworen, dass ich mir das nicht mehr antun möchte. Doch was kümmert mich mein Geschwätz vom letzten Jahr? Je mehr ich über Festivals nachdachte, desto größer wurde mein Hunger darauf. Da kam mir eine verrückte Idee: Warum nur ein Festival? Ich könnte endlich meinen alten Traum erfüllen und mehrere Musik-Events besuchen. Nur eine Sache stand für mich fest: Auf keinen Fall würde ich auf drei oder mehr Festivals zelten. Das hat nicht nur mit den Wetterbedingungen zu tun. Ich möchte komfortabel reisen, privates und berufliches Gepäck sicher verstauen, Nahrungsmittel kühlen und ein bisschen Hygiene sollte auch möglich sein. Da mein Camper im vergangenen Jahr gestohlen wurde und ich noch keinen Ersatz habe, war ich auf der Suche nach einer Alternative. Und bei Ford habe ich ihn gefunden.

Wie erzählt man einem Unternehmen, dass man eine tolle Idee hat und dafür Unterstützung benötigt? Ich habe es so probiert: „Hey, ich möchte ein paar Wochen auf Festivals fahren und brauche etwas, um meine Getränke zu kühlen. Es wird wahrscheinlich sehr matschig werden, und die Festivals werden garantiert Spuren hinterlassen.“ Mein Glück war, dass der Ansprechpartner selbst gerne mit dem Camper unterwegs ist und viele Festivals besucht. Ich musste gar nicht viel erklären. „Wann geht’s los? Wie lange willst du bleiben? Ich bin ganz schön neidisch!“, waren seine Antworten. Kurze Zeit später drückte er mir den Schlüssel für einen neuen Ford Nugget in die Hand.

Kleiner Wagen, großer Kompromiss

Campervans sind stets ein Kompromiss aus Größe, Preis und Komfort. Die Hersteller versuchen, in ein möglichst mobiles Fahrzeug viele praktische Dinge zu integrieren. Die wichtigsten Fragen sind dabei immer: Wo und wie schläft man? Was kann man mitnehmen? Wie sieht es mit Kochen und Waschen aus? Vans wie der Nugget sind von der Größe her limitiert. Der Vorteil: Er fährt sich im Straßenverkehr wie ein Pkw, Parkplätze sind kein Problem und auf Reisen kann man damit häufig Plätze nutzen, die für größere Fahrzeuge gesperrt sind. Ein Nachteil ist das Raumangebot. Oft muss man sich zwischen möglichst viel Gepäck oder möglichst viel Komfort entscheiden. Niemand möchte im Urlaub täglich zweimal Dinge hin- und hertragen, nur um einen Sitzplatz freizuräumen oder einen Kaffee zu kochen. 

Das Nugget-Konzept versucht, viele Wünsche zu berücksichtigen. Mit einer Länge von 5,05 Metern passt es auf jeden Parkplatz. Der Fahrgastraum bietet Platz für fünf Personen: zwei vorne und drei auf der Rückbank. Die Rückbank lässt sich zu einem Schlafplatz für zwei Personen umbauen. Der Clou und zugleich das Alleinstellungsmerkmal ist die Küche im Heck: Trotz der geringen Abmessungen befindet sich im hinteren Teil eine vollwertige Küche mit Schubladen-Kühlschrank, Zweiflammenherd und Spülbecken. Zusätzlich gibt es Schränke für Lebensmittel und Kleidung. Selbst für eine Trenntoilette ist Platz – ich hatte mich für die Trelino Origin XS entschieden.

Fünf Festivals to go

Diesmal geht es mit allem Komfort zu den Festivals. Auf dem Programm stehen das Hurricane Festival in Scheeßel, das Deichbrand-Festival bei Cuxhaven und das Roskilde Festival in der Nähe von Kopenhagen. Anschließend schaue ich noch auf dem Dockville-Festival in Hamburg vorbei und beende die Tour auf dem Vanlife-Ferropolis, wo ich mit Henning sogar auf der Bühne stehe. Bevor ich losfahre, werfe ich einen kurzen Blick auf die Technik und Ausstattung des Ford Nugget. Es handelt sich um das Titanium-Modell mit kurzem Radstand. Es gibt auch noch die Active-Variante mit anderen Design-Details, die Motorisierung ist allerdings identisch. Zur Wahl stehen Automatik und Gangschaltung, sogar eine Allrad-Option ist verfügbar. Wer die Version mit langem Radstand (L2) wählt, hat 40 cm mehr Platz. Das zeigt sich vor allem im Heck: Der Stehbereich ist größer und es gibt mehr Staufläche dank zusätzlicher Schränke.

Im Aufstelldach befindet sich das Bett. Hierzu wird die manuelle Verriegelung oberhalb der Deckklappe geöffnet und das Dach wird einfach nach oben gedrückt. Das Bett ist etwa 200 × 130 cm groß und bietet genug Platz für zwei Personen. Allerdings braucht man etwas Übung, um zu zweit darin zu schlafen und ins Bett zu gehen. Eine Leiter wird im Seitenschrank eingehängt und dient als Zugang zur Küchenzeile.

Alternativ kann man, wie ich, die Trenntoilette als Trittstufe nutzen. Das Bett ist relativ bequem. Das Kopfteil lässt sich etwas aufrichten, im Fußteil fehlt die Polsterung. Praktisch ist die angebrachte Beleuchtung an der Decke. Auf dem Seitenschrank gibt es außerdem eine Möglichkeit, ein Smartphone kabellos aufzuladen. Wenn man das Bett nicht braucht, kann man es hochdrücken und mit zwei Halterungen am Dach befestigen. So kann selbst ich mit meinen 193 cm im Fahrzeug stehen und mich relativ frei bewegen.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Selbstverständlich habe ich die Festivals auch dazu genutzt, meine Campingausrüstung zu testen. Diese musste ich im Fahrzeug unterbringen und sicher verstauen. Außerdem galt es, genügend Vorräte für jeweils vier bis fünf Tage mitzunehmen, inklusive Getränke. Außerdem mussten meine Klamotten mit, eine Mischung aus sommerlicher Kleidung und Regenschutz. Hier zeigt sich dann doch, dass es sich um ein kleines Fahrzeug handelt. Technik wie Stromkabel passt gut unter dem Sitz im Wohnraum. Nahrungsmittel und Getränke habe ich unter der Spüle platziert. Der 33 Liter fassende Kühlschrank bietet genug Platz für Butter, Käse, Gemüse und weitere verderbliche Leckereien. Meine Kleidung konnte ich größtenteils im seitlichen Schrank unterbringen. Damit war jeder Platz genutzt. Ein großer Lautsprecher fuhr in der Küche mit. Eine Powerstation und eine größere Lampe musste ich dagegen vor der Rückbank auf dem Boden platzieren. Alles Weitere packte ich in eine Kiste, die ich während des Festivals auf den Fahrersitz stellte. Man muss schon Ordnung lieben und jeden Tag dafür sorgen, alles wieder an seinen Platz zu packen. Das funktioniert im Nugget alleine hervorragend, zu zweit ist es umständlicher, da immer jemand dem anderen im Weg steht. Glücklicherweise ist man ohnehin nur bei schlechtem Wetter im Wagen, da Festivals Outdoor-Events sind.

Die meisten Festivals finden auf eigentlich landwirtschaftlich genutzten Flächen statt. Die Stellplätze befinden sich also auf einem Acker. Der Boden ist uneben und häufig weich. Ich hatte ein bisschen Sorge, ob ich mit dem Nugget geradestehe oder gar im matschigen Untergrund steckenbleiben könnte. Auf dem Stoppelfeld des Hurricane Festivals sprangen bei meiner Platzsuche tatsächlich die Sensoren an und gaben ein paar Warnsignale zu möglichen Hindernissen. Aber meine Sorge war unbegründet. Der starke 170-PS-Motor und das Automatikgetriebe mit acht Gängen hatten keinerlei Probleme abseits der regulären Wege. 

Ohne Strom nichts los

Auf Festivals gibt es nur selten Plätze mit Stromanschluss. Dabei müssen nicht nur Getränke und Nahrungsmittel gekühlt werden, sondern auch mein Arbeitsgerät braucht Energie. Die Bordbatterie des Nugget versorgt vor allem den Kühlschrank mit Strom. Auch die Beleuchtung, die Spüle, die Außendusche, die Zündung des Kochers und die diversen USB-C-Anschlüsse werden von der Batterie mit Strom versorgt. Es gibt auch zwei klassische Steckdosen an Bord, allerdings keinen Wechselrichter, um 12 Volt in 220 Volt umzuwandeln. Eine Kaffeemaschine kann also nur bei externer Stromzufuhr betrieben werden. Ein Solarpanel ist ebenfalls nicht auf dem Dach montiert und es gibt auch keinen Außenanschluss für das Solarpanel, das ich für die Powerstation mitgenommen habe. Ich muss also während des Festivals mit dem Strom haushalten. Den Kühlschrank habe ich auf die kleinste Stufe gestellt, was absolut ausgereicht hat. Die Spüle habe ich nur zum Abwaschen und Händewaschen genutzt, sodass die 33 Liter des Wassertanks mehrere Tage reichten. Die Beleuchtung habe ich selten genutzt, da ich Akku-Lampen dabei hatte.

Lediglich mein Smartphone habe ich ab und zu aufgeladen. So reichte der Strom der Bordbatterie drei Tage lang. Das war überraschend lang, aber dennoch zu kurz für ein komplettes Festival. Meine Lösung, um mehr Strom zu erhalten, war sicher nicht perfekt: Ich habe den Motor des Wagens eine Stunde lang laufen lassen und anschließend meine Powerstation an die Außensteckdose angeschlossen. So hatte ich für die letzten beiden Tage genug Strom für den Kühlschrank. Wäre es mein Wagen, hätte ich nach dieser Erfahrung einen Außenanschluss für ein Solarpanel verbaut.

Apps und andere Funktionen

Besonders praktisch finde ich die Nutzung der zusätzlichen Apps. Mit FordPass kann ich beispielsweise den Status des Nugget überprüfen, die Türen öffnen und schließen, den Standort des Fahrzeugs anzeigen und sogar den Motor starten. Mit „CamperControl” kann ich wiederum die Beleuchtung im Innenraum regeln oder überprüfen, ob das Fahrzeug gerade steht. Noch komfortabler wird die Bedienung der vielen Funktionen über den großen Touchscreen im Heck. Besonders viel Spaß hat es mir gemacht, die Beleuchtung zu justieren. Neben der Helligkeit lassen sich auch die Farbwerte der gesamten Innenbeleuchtung einstellen. So habe ich den Wagen häufig in ein Diskomobil verwandelt: rotes Licht im Heck, grün und blau im vorderen Bereich. Lediglich ein Pulsieren im Takt der Musik fehlt noch – aber vielleicht ist das ja eine Idee fürs nächste Software-Update.

Beim ersten Festival hatte ich noch einen Pavillon von Dometic dabei. Aber der Wagen hat eine große und gute Markise an der Seite. Die Beine lassen sich zudem mit Erdnägeln befestigen. Auch Campingstühle muss man nicht mitschleppen, da in der Heckklappe zwei ziemlich bequeme Stühle integriert sind. In der Schiebetür ist ein Tisch mit Klappbeinen integriert, der sehr stabil ist, wenn er aufgebaut ist. Auch wenn mir Stühle, Markise und Tisch vielleicht nicht unbedingt gefallen, sind sie schlicht und praktisch. Und jedes Teil, das ich nicht extra mitnehmen muss, spart Platz im Fahrzeug.

Die Ausstattung ist nicht speziell für Festivals optimiert, sondern eher für einen Kurztrip an die See oder in die Berge. So schirmt das Dachzelt beispielsweise keinen Lärm ab, weshalb sich empfindliche Schläfer einen Gehörschutz einstecken sollten. Allerdings schläft man selbst bei schlechtem Wetter mit Wind und Regen gut und trocken. Ich mag die kurze Bauform des Nugget sehr, wenn ich alleine unterwegs bin. Zu zweit wäre die längere Variante wahrscheinlich angenehmer, vor allem bei längeren Touren. Da ich alleine oder mit meiner Frau auf den Festivals war, diente das Dachzelt als Schlafplatz. Wenn ein Freund mitgekommen wäre, hätte es mich genervt, dass ich für die Nacht das untere Bett aufbauen und tagsüber wieder Platz im Innenraum schaffen musste. 

Küchenparty unter der Heckklappe

Insgesamt ist der Wagen ein hervorragender Festivalbegleiter. Ich habe den großzügigen Platz im Innenraum sehr genossen, als ich mit Freunden einen Drink nehmen wollte, es draußen aber zu kalt wurde. Die Küche ist im hinteren Teil perfekt positioniert und der Kühlschrank ist groß genug für ein verlängertes Wochenende. Dank der Heckklappe ist man auch bei leichtem Regen gut geschützt. Auf einem Festival haben wir darunter eine Küchenparty gefeiert. 

Dennoch würde ich den Nugget nicht nur für Festivals nutzen. Für mich ist er ein Campervan für alle Gelegenheiten. Ich war damit sowohl in großen Städten als auch auf dem Land unterwegs. Ich war auf Stellplätzen am Meer und in den Bergen. Für ein Wochenende reicht der Strom, wer länger unterwegs ist, muss leider immer wieder extern nachladen, da der Akku noch recht schmal bemessen ist. Der Frischwassertank mit 33 Litern ist dagegen ausreichend groß. Überrascht hat mich, wie viel Zeug in die Schränke passt, wenn man etwas Ordnung hält.

Die Oberflächen sind etwas empfindlich, denn man sieht sofort jeden Fleck und jeden Dreck. Ich habe deshalb sehr häufig Wischlappen, Handfeger und Schaufel in die Hand genommen, um den cleanen Look zu bewahren. Schlafen im Zelt ist sicher nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt es gut. Und während andere Hersteller ein vollautomatisches Aufstelldach anbieten, gefällt mir, dass das Aufstelldach des Nugget von Hand hochgedrückt und heruntergezogen wird. Für alle, denen Zelten nicht zusagt: Inzwischen kann man auch eine Variante mit festem Hochdach ordern. Dann entfällt der Aufbau, man hat mehr Platz für Gepäck, Wintercamping ist möglich und beim Schlafen bleibt der Lärm draußen. Vielleicht ein Modell für den nächsten Festival-Sommer?

Ich muss mal eben bei Ford anrufen …