Camping auf Langeland, Hilfe bei Hitze, Zweirad-Tour mit Motor und eine lebensverändernde Reise
Wow. 250 Folgen Campermen. Da darf man auch ein bisschen stolz sein. Henning, Gerd und Nadine sprechen über den Anfang und werfen einen Blick hinter die Kulissen. Aber der Rückblick ist nicht so ganz deren Sachen, lieber schauen sie nach vorn, um sprechen über das nächste Abenteuer.
Gerd war zum Beispiel während seiner Dänemark-Rundreise (mehr dazu in der kommenden Folge) auf der Insel Langeland. Sein Lager für die Nacht hat er auf Emmerbølle Strand Camping aufgeschlagen. Eigentlich mag er keine großen Campingplätze. Doch hier, im Nordwesten der kleinen Insel, wäre er gerne länger geblieben. Der Campingplatz wurde mehrfach als bester Platz Dänemarks ausgezeichnet. Der Grund dafür ist klar: Hier gibt es alles, was man für einen tollen Urlaub benötigt. Die einen mögen es ruhig, die anderen lieben den Trubel. Obwohl das unvereinbar klingt, gelingt es der Besitzerin Mia und ihrem Team, genau diese Mischung anzubieten. Für Gerd war der Strandzugang von seinem Stellplatz grandios, seine Frau fand dagegen das Schwimmbad mit der 25-Meter-Bahn perfekt. Und das sind nur zwei Highlights von vielen. Mehr hört ihr in der Folge. Mehr lest ihr in seiner Rezension auf Campermen: :https://campermen.de/emmerbolle-strand-camping-das-ende-der-welt-aber-das-gute/
Henning bereitet sich gerade auf seinen Urlaub vor, es geht in den Süden. Dort wird es sehr heiß, vor allem im Dachzelt. Kurzerhand hat er einen kleinen Ventilator gekauft, der mit Akku betrieben und per Fernbedienung gesteuert wird. Ach ja: Eine Lampe ist auch noch eingebaut. Wir haben während der Aufnahme getestet, wie leise sich der Ventilator sich dreht. Könnt Ihr ihn hören?
Hören kann man auf jeden Fall den Motor der Puch Maxi, mit der Gerd auf Langeland unterwegs war. Bei Langelands Maxiudlejning kann man sich die historische Mofa ausleihen und ganz gemütlich (mit ein wenig Krach) durch die Landschaft brausen. Beim Verleiher gibt es Helm und einen Ersatzkanister mit Treibstoff. An der Puch hängt ein Fuchsschwanz, ein Kasten für Picknickzubehör ist auch montiert. Richtig cool: Auf Langeland (und ganz Fyn) gibt es mehrere tausend Kilometer ausgeschilderte Radwege. Und so eine Mofa muss auf dem Radweg fahren. Man hat also genug Spielfläche für sichere Touren.
Und manchmal schlägt das Leben dann doch Kapriolen. So wie bei Tino Wendelken. Er ist ein Macher und Autonarr. Erfolgreich im Job, ein Leben nach Plan und auf der Überholspur. Bis der Burnout kommt. Nichts geht mehr. Bis zum Entschluss, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Er baut einen Land Rover Defender Pulse Ambulance zum Reisemobilsteigt aus, steigt mit seiner Frau ein und bricht mit ihr zu einer mehrmonatigen Reise auf. Sie führt in den Balkan und darüber hinaus. Zurück in Deutschland schreibt er seine Gedanken in seinem Buch „Mit dem Land Rover in die Freiheit“ auf. Nicht nur als Erinnerung, sondern vor allem, um anderen einen Ausweg aus der gedanklichen Sackgasse aufzuzeigen. Eine bewegende Reise, eine bewegende Geschichte, über die Tino mit uns im Interview spricht.
Eine Nacht auf Langeland, eine Campingplatzbesitzerin namens Mia und die verstörend tröstliche Entdeckung, dass man sich in Dänemark nie wirklich verloren fühlt – selbst wenn man Lüneburg dabei hat.
Langeland ist eine dieser Inseln, die man auf der Landkarte suchen muss, weil man zunächst nicht glaubt, dass sie wirklich existiert. Schmal, lang, im Südfünischen Inselmeer zwischen Fünen und dem Nichts gelegen, knapp 12.000 Einwohner, gefühlt dreimal so viele Windräder. Ich bin am Ende meiner Reise durch Fyn hier gestrandet — gewollt, versteht sich, aber mit jenem leichten Anflug von Wehmut, der einen immer dann überkommt, wenn man weiß, dass es der letzte Abend ist. Morgen geht es nach Hause, über Kolding und Flensburg, nicht per Fähre über Puttgarden, weil das die poetischere Route ist und ich dazu neige, auf solche Details Wert zu legen, selbst wenn sie eine Stunde länger dauern. Aber heute Abend: Stellplatz 15, Emmerbølle Strand Camping, direkter Strandzugang, Wasser vor der Tür.
Es gibt Orte, die man schon vom Einfahren her mag. Das Emmerbølle ist so ein Ort.
Mia, die Camping-Geschichte und das Deutsch
Die Rezeption liegt gleich am Eingang, und dahinter steht Mia. Mia ist Mitbesitzerin des Platzes, gemeinsam mit Lasse, und sie hat diese entspannte Freundlichkeit, die man in Skandinavien so oft antrifft und die man im besten Fall mit nach Hause nimmt — und die leider meistens auf der Autobahn irgendwo zwischen Flensburg und Hamburg verloren geht. Mia spricht Deutsch, und zwar nicht dieses zögerliche Touristen-Deutsch mit langen Pausen zwischen Artikel und Substantiv, sondern echtes, fließendes Deutsch. Wir reden. Über den Platz, über die Jahre, die sie und Lasse hineingesteckt haben, und dann über ihre eigene Camping-Geschichte — denn natürlich hat Mia eine. Alle Menschen, die Campingplätze gut führen, haben irgendwo in ihrer Biografie diese Kindheitssommer unter Zelttuch und die Jugend mit Mücken und Lagerfeuergeruch in den Haaren.
Was Mia und Lasse aus Emmerbølle gemacht haben, ist beeindruckend. 2024 bester Campingplatz auf Fyn und den Inseln. 2025 wieder. Dazu der Danish Camping Award in der Kategorie „Danmarks Bedste Udlejning“ — beste Vermietung Dänemarks. Nicht schlecht für einen Platz, der geografisch gesehen am Ende der Welt liegt. Wobei — man gewöhnt sich ans Ende der Welt, wenn es so aussieht.
Stellplatz 15 und das Glück der richtigen Parzelle
Stellplatz 15 hat direkten Strandzugang. Das bedeutet: ein paar Schritte Kies, dann Sand, dann Wasser. Es ist der Unterschied zwischen dem Urlaub, von dem man erzählt, und dem Urlaub, dem man hinterhersehnt. Ich parke den Ford Nugget so, dass die Schiebetür direkt auf die Pforte zum Strandzugang zeigt — ein kleines Kunststück der Einparklogistik, das sich hinterher unverhältnismäßig befriedigend anfühlt. Dann schaue ich aufs Wasser und tue das, was man tut, wenn man allein an der Küste steht und weiß, dass man morgen wieder nach Hause muss: sehr, sehr wenig. Absichtlich sehr, sehr wenig. Das klingt einfacher, als es ist.
Der Platz ist terrassenförmig angelegt, viele Stellplätze haben Meerblick, die Strandparzellen wie meine sind das Sahnehäubchen. Die Größe ist großzügig — mindestens 60 Quadratmeter für die Strandplätze — und das Gras ist das dänische Gras, das immer ein bisschen grüner wirkt als das deutsche, was natürlich eine optische Täuschung ist, aber eine angenehme.
Die Nachbarn aus Lüneburg
Das mit Lüneburg muss ich kurz erklären. Ich komme aus Lüneburg. Das ist eine mittelgroße Stadt in Niedersachsen mit einer Altstadt, die man gerne ins 15. Jahrhundert datieren würde, und einem Stadtbild, das an bestimmten Stellen tatsächlich schief steht — weil der Untergrund aus abgelaugtem Salzgestein besteht und die Häuser das im Laufe der Jahrhunderte kommentieren, auf ihre eigene Art. Es ist eine Stadt, die man liebt, wenn man dort aufgewachsen ist, und die man anderswo nicht erwartet.
Meine Nachbarn auf dem Platz kommen aus Lüneburg.
Das ist der Moment, in dem Dänemark kurz aufhört, fremdes Land zu sein, und sich stattdessen anfühlt wie ein Wohnzimmer, in dem jemand das Sofa umgestellt hat. Wir reden natürlich sofort — über die Theorie und Praxis des dänischen Campingurlaubs, über die beste Einfallstraße von der A7 und über die gemeinsame Überzeugung, dass Langeland unterschätzt wird. Es ist diese Art von Begegnung, für die man keinen Plan braucht und die man trotzdem nicht vergisst.
Über den Platz
Emmerbølle ist kein romantisch-schlichter Campingplatz, der seinen Charme aus Verzicht bezieht. Es ist ein moderner Ferienpark, der seinen Charme daraus bezieht, dass er trotz allem keinen Momenten des Nichtstuns abhold ist. Das Angebot ist, um es vorsichtig zu formulieren, beachtlich.
Das Schwimmbad hat eine 25-Meter-Bahn. Meine Frau, die regelmäßig schwimmt und Campingplatzbäder üblicherweise mit der Begeisterung einer Lebensmittelkontrolle beäugt, war zufrieden. Das bedeutet mehr, als es klingt. Das beheizte Becken misst zehn mal 25 Meter, hat einen Kinderbereich, und man kann es als Gast frei nutzen — im Preis inbegriffen, wie auch Fitnessraum, Duschen und WLAN. Wer dann noch nicht genug hat, probiert die Multiarena mit Kunstrasen für Fußball, Basketball und Tennis oder sucht einen der Spielplätze auf, die über den Platz verteilt sind. Es gibt Kinderanimation, Sportplatz, Spielzimmer für Regentage — die ja auch in Dänemark vorkommen, wenngleich man das dort deutlich gelassener nimmt als anderswo.
Der Supermarkt auf dem Gelände ist tatsächlich das, was das Wort verspricht: ein Supermarkt. Nicht jener verschämte Kiosk, der drei Sorten Chips und warmgewordene Milch bereithält und sich mit viel Optimismus Laden nennt. Hier gibt es Lebensmittel, frisches Brot am Morgen, einen Brötchenbestellservice — der außerhalb der Hauptsaison funktioniert, in der er leider eingestellt wird, was die einzige organisatorische Einschränkung ist, die ich notiert habe. Dazu Restaurant, Grillbereich, Snack-Bar.
Ich bin den Platz mit meinem E-Bike erkundet — einem „Lil‘ Buddy“ von Ruff Cycles, der mit seiner breiten Bereifung und dem kompakten Rahmen eher nach Strandpromenade als nach Campingplatz aussieht. Was prompt dazu führte, dass ich gefühlt alle 200 Meter angesprochen wurde. Ob das Bike zu mieten sei, wo man so etwas kaufe, was es koste. Emmerbølle ist, das merkt man schnell, ein Platz mit Publikum für solche Dinge.
Wer sich Extras gönnen möchte, findet buchbare Pakete. Das „Hoher Puls“-Paket schnürt Fahrradverleih, Tennisplatz-Nutzung, ein SUP-Board für zwei Stunden, eine Runde Minigolf, Tischtennisschläger, frische Brötchen sowie eine Flasche lokalen Apfelsaft und zwei Bølle-Biere zu einem Preis zusammen, der deutlich unter dem Einzelwert liegt. Das „Niedriger Puls“-Paket hingegen — Hängematte, Sauna, Brötchen, Apfelsaft, Bier, eine Tüte Süßigkeiten — ist eigentlich ein Manifest über den richtigen Umgang mit freier Zeit. Ich hätte es buchen sollen. Beim nächsten Mal.
Für Hunde gibt es eine eigene Dusche und einen eingezäunten Bereich, was Camper mit Hund als Zeichen eines Platzes kennen, der wirklich nachgedacht hat. Für Luxus-Aficionados gibt es die „HAUGbølle Oasen“ — Ferienhäuser mit Meerblick und eigenem Außen-Spa. Ob man Frühstückskorb, Sekt und Tapas dazubuchen kann: ja.
Die Insel selbst
Langeland verdient ein eigenes Kapitel, bekommt hier aber nur einen Absatz, weil das ehrlicher ist. Es ist eine Insel zum Verlangsamen. Die Radwege entlang der Küste sind das Beste, was man mit zwei Rädern und etwas Wind machen kann. Wer Schlösser mag, fährt nach Tranekær: Tranekær Slot ist rot, thront auf einem dieser charakteristischen Huthügel, die die Insel prägen, und ist das älteste bewohnte Haus Dänemarks — was man ihm von außen ansieht, ohne genau zu wissen warum. Es gibt eine Imkerei, historische Mühlen, einen Medizingarten mit der größten Heilpflanzensammlung Nordeuropas, das Langelandfort als Zeugnis des Kalten Krieges und am Südende der Insel die Wildpferde, die einfach so herumlaufen und sich um touristische Erwartungen wenig scheren. Rudkøbing, die Hauptstadt, hat Kopfsteinpflaster und Cafés und die Ruhe, die man in größeren Städten so schmerzlich vermisst.
Von Emmerbølle aus startet direkt am Platz der Øhavsstien, der Inselmeerpfad — ein Küstenwanderweg, der so schön ist, dass man ihn nicht für wahr halten möchte. Kajak und SUP lassen sich ausleihen, Angelausrüstung ebenfalls. Das Wasser ist hier ruhiger als man denkt und klarer als man nach all den deutschen Campingurlaubs erwartet.
Eine Nacht reicht nicht
Ich habe eine Nacht in Emmerbølle verbracht. Nur eine. Der Besuch war der krönende Abschluss meiner Reise durch Fyn, und ich meine das ohne jede Ironie: es war tatsächlich krönend. Nicht weil alles perfekt war. Das kann es gar nicht, wenn Menschen für Menschen und mit Menschen arbeiten. Geschmäcker und Bedürfnisse sind unterschiedlich. Rezensionen im Netz merken zum Beispiel an, dass die Sanitäranlagen je nach Saison und Auslastung schwanken können. Die Meinung dort: Wer Spitzenpreise bezahlt, hat das Recht auf Spitzenleistung. Nach meiner Meinung ist das dummes Zeug und Klagen auf sehr hohem Niveau. Mir fehlte dagegen eine kleine Hecke zu den Nachbarn. Die gab as an anderen Stellplätzen, die nicht am Strand lagen. Insgesamt hat der Campingplatz das richtige Verhältnis gefunden hat. Zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Komfort und dem Gefühl, wirklich draußen zu sein. Zwischen Trophäensammlung und den Menschen dahinter. Und zwischen familiär und professionell.
Zu Abschied fragt Mia, ob es mir gefallen hat und ob ich wiederkommen werde. Meine ehrliche Antwort: ja. Und das nächste Mal gleich mehrere Tage. Natürlich wieder mit meiner Frau, die schon für das Schwimmbad sofort zusagen würde. Mit Zeit für das Niedrig-Puls-Paket, die Hängematte und den Sonnenuntergang. Wie ich das nächste Mal anreise, weiß ich allerdings noch nicht. Vielleicht wieder mit dem Nugget, vielleicht ein Dachzelt, vielleicht nur mit Fahrrad und Zelt, vielleicht aber auch eines der Ferienhäuser mit Meerblick. Das ist das Schöne an einem Platz, der für alles gemacht ist: Man muss sich noch nicht entscheiden.
Am Morgen habe ich den Nugget beladen, noch einmal aufs Wasser geschaut und bin dann über Kolding nach Hause gefahren. Die Wehmut auf der Autobahn war real. Das ist, glaube ich, das beste Zeichen.
Emmerbølle Strand Camping, Emmerbøllevej 24, 5953 Tranekær, Langeland. Saison 2026: 27. März bis 20. September. feriepark-langeland.de/emmerboelle
Manche Testberichte schreibe ich am Schreibtisch. Diesen hier habe ich auf einem Campingstuhl vor meinem Zelt auf dem Campingplatz Svendborg Sund Camping begonnen, mit Blick aufs Wasser. Ganz entspannt. Denn Ich babe den leisen Verdacht, dass ich gerade das beste Outdoor-Schlafsystem meiner bisherigen Camping-Karriere unter den Knochen hatte.
Es war Fyn. Dänische Sommernächte. Und ich schlief, als hätte jemand mein Bett zu Hause einfach ins Zelt gestellt.
Die kurze Geschichte eines langen Versprechens
Bevor ich ins Schwärmen gerate – und ich muss warnen, denn es wird geschwärmt –, möchte ich kurz das Unternehmen vorstellen, das hinter dem Produkt steht. Michael Glavin, der Gründer von Zenbivy, ist kein Outdoor-Newcomer, der mal eben eine Kickstarter-Idee hatte. Er hat gut 30 Jahre in der Branche verbracht, unter anderem bei Cascade Designs (den Machern von MSR und Therm-a-Rest), bei GSI Outdoors und bei Sierra Designs, wo er das MSR Hubba Hubba Zelt und das Sierra Designs Backcountry Bed mitentwickelt hat. Letzteres war sozusagen der Urgroßvater des heutigen Zenbivy-Konzepts.
Und trotzdem war Glavin nicht zufrieden. Das Backcountry Bed, an dem er selbst als Erfinder beteiligt war, hat ihn nach eigener Aussage nachts wachgehalten – nicht nur im übertragenen Sinne. Zu einengend. Zu kompromisshaft. Also fing er 2016 von vorne an, startete 2017 eine Kickstarter-Kampagne, die mit 120.000 Dollar endete (das Ziel lag deutlich niedriger) und gründete Zenbivy mit Sitz in Spokane, Washington. Heute verfügt das Unternehmen über einen Showroom in Innsbruck und einen europäischen Onlineshop. An einem einzigen Tag verzeichnete das Unternehmen einmal Vorbestellungen im Wert von 600.000 Dollar. Nicht schlecht für eine Schlafidee aus dem Homeoffic.
Das Konzept lässt sich in einem Satz erklären: kein Mumienschlafsack, kein loses Quilt, sondern ein echtes Bett. Ein Laken liegt auf der Matte, das Quilt liegt darüber und beide sind miteinander verbunden. Wer das erste Mal darauf liegt, denkt: „Natürlich.” Warum macht das sonst niemand? Gute Frage.
Nächte auf Fyn – und ein Vorfall vor dem Zelt
Ich habe das Light Bundle auf einer Rundreise durch Fünen (Fyn) getestet. Für alle, die Fünen nur als Buchstabe auf einer IKEA-Schachtel kennen: Das ist die dänische Insel zwischen Jütland und Seeland. Die Einheimischen sagen, sie sei das Herzstück Dänemarks. Für alle anderen bedeutet sie vor allem: grüne Hügel, Schlösser, Kleinbrauereien und das beste Radsportnetz, das man sich wünschen kann.
Auf dem Programm stand unter anderem das Heartland Festival, ein Kulturereignis der gehobenen Sorte, das in den Gärten von Schloss Egeskov, einem der besterhaltenen Wasserschlösser Europas, stattfindet. Es gab Musik, Kunst, Talks, Spitzenköche und das Beste aus der fynischen Esskultur. Und dazu schläft man auf dem Festivalgelände. Im Zelt. Mit dem Zenbivy.
Meine Nachbarn auf dem Svendborg Sund Campingplatz haben mich schon etwas merkwürdig angeschaut. Ich hatte das System nämlich zunächst vor dem Zelt aufgebaut. Zur Kontrolle, um Fotos zu machen und um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Und dann lag ich einfach da. Und bin eingeschlafen. Mitten am Nachmittag, auf einem Campingplatz, auf einer aufgeblasenen Matte, vor dem Zelt. Das Quilt lag über mir. Die Sonne war warm. Die Nachbarn waren irritiert.
Die Matte: leises Staunen
Die Flex Air Mattress ist das Herzstück des Bundles und hat mich am meisten überrascht. Ich habe in meinem Leben auf einer erschreckend großen Anzahl von Schlafmatten gelegen. Matten, die sich nach drei Stunden in ein leises, deflationiertes Nichts verwandelt haben. Matten, die so geknistert haben, dass ich beim Umdrehen die Nachbarn im Nachbarzelt geweckt habe. Matten, auf denen ich morgens mit dem Gefühl aufgestanden bin, einen Kampf gegen die Erdanziehungskraft verloren zu haben.
Die Matratze macht keinen dieser Fehler. Sie hat eine 4-Wege-Stretch-Oberfläche aus weichem Polyester-Strickgewebe, die den entscheidenden Unterschied macht. Während andere Matten mit steif gewebten Stoffen arbeiten, die das Gewicht übertragen statt absorbieren, schmiegt sich diese Oberfläche dem Körper an. Kein Bouncing. Kein Rutschen. Sie wachen nicht mit dem Gefühl auf, auf einem zu voll aufgepumpten Ball gelegen zu haben. Dazu kommt ein R-Wert von 4,8, der für drei Jahreszeiten mehr als ausreichend ist.
Das Packmaß? Etwa 16 x 8 Zentimeter, aufgerollt so groß wie eine große Thermoskanne. Es lässt sich in jedem Rucksack verstauen, der diesen Namen verdient. Und das Beste: Der mitgelieferte Aufbewahrungs-Drybeutel dient gleichzeitig als Blasebalg. Man steckt das Ventil des Beutels an das Ventil der Matte und drückt die Luft aus dem Beuel in die Matte. Iin weniger als einer Minute ist die Matte prall gefüllt, ohne Mund, ohne gerötetes Gesicht, ohne das leise Schwindeln, das man aus anderen Situationen kennt. Wer jemals nach einem langen Wandertag eine Schlafmatte mit dem Mund aufgeblasen hat, weiß das zu schätzen. Ihr versteht, was hier auf dem Spiel steht.
Übrigens – und das ist selbstverständlicher, als es klingt – rutscht man auf dieser Matte nicht. Man liegt da, wo man hingelegt hat. Noch am nächsten Morgen.
Der Quilt besteht aus Daune, Ehrlichkeit und ein paar Clipverschlüssen
Kommen wir nun zum Quilt. Und ja, ich höre es schon: Daune. Tierschutz. Ethik. All das ist berechtigt und ich werde es nicht wegwischen. Wer aus Überzeugung auf tierische Produkte verzichtet, wird hier keinen Quilt finden, denn Zenbivy bietet in der Light-Linie keine Synthetik-Alternative. Das sei deutlich gesagt.
Für alle anderen gilt: Bei Packmaß und Wärmeleistung führt noch immer kein Weg an Daune vorbei. Das Verhältnis von Volumen und Isolation ist schlicht ungeschlagen. Zenbivy setzt beim Light Quilt auf eine 800er-Füllung, die RDS-zertifiziert ist. Das bedeutet, dass die Herkunft der Daune nachverfolgt und nach Tierschutzstandards belegt ist. Das ist zwar kein Allheilmittel, aber immerhin.
Der Light Quilt Convertible ist weich – und zwar wirklich weich. Kein papierartiges Rascheln wie bei manchen Konkurrenzprodukten, sondern ein leises Aufploppen von gutem Daunenvolumen. Die Clip-Verschlüsse, mit denen er am Sheet befestigt wird, sind praktisch platziert und funktionieren auf Anhieb. Man verbindet Quilt und Sheet, legt sich auf die Matte und das System hält, ohne zu verrutschen, Durchzug zu verursachen oder dafür zu sorgen, dass man mit dem Quilt am anderen Ende des Zelts aufwacht.
Was mich besonders überzeugt hat: Trotz der Verbindung fühlt man sich nicht eingesperrt. Das ist der Unterschied zum Mumienschlafsack, den Zenbivy bewusst adressiert. Man kann sich drehen, das Knie aufstellen oder einen Arm rauswerfen, ohne dass das System seine Form verliert. Wer schon einmal in einem klassischen Mumienschlafsack auf die andere Seite gedreht hat und dabei fast das gesamte Innenzelt mitgedreht hat, weiß, dass dies das genaue Gegenteil ist.
Auf Reddit bringen es Langzeit-Zenbivy-Nutzer auf den Punkt: „Das bequemste Outdoor-Schlafsystem, das ich je hatte. Es kommt dem Schlafen zu Hause so nah wie nichts, das ich vorher kannte.“ Ein anderer schreibt: „Game Changer. Ich kaufe nie wieder einen normalen Schlafsack.“
Das Kissen: Unauffällig. Gut so.
Das SoftTop Pillow ist das Mitglied dieses Ensembles, über das man am wenigsten reden muss. Das ist ein Lob. Es ist kompakt, liegt gut in der Hand und hat eine Oberfläche, die nicht raschelt, wenn man den Kopf dreht . Das ist übrigens wichtiger, als es klingt. Wer einmal versucht hat, auf einem dieser glänzenden Aufblaskissen zu schlafen, die in der Stille einer Juninacht klingen wie eine Tüte Chips, versteht mich sofort.
Was mich stört (ja, es gibt etwas)
Ich wäre kein ehrlicher Tester, wenn ich hier nur Begeisterungsprotokolle ablieferte. Also: Erstens die Farbauswahl. Das Light Bundle ist in einer Handvoll Kombinationen erhältlich, die ich am besten als „freundlich sportlich” beschreiben würde. Mir fehlt eine komplett schwarze Variante. Komplett schwarz. Keine Akzente, keine zweite Farbe, kein Zierstreifen. Einfach schwarz. Ich weiß, das ist Geschmackssache, aber wer beim Camping Wert auf Ausrüstung legt, die nicht wie ein Produktfoto aus dem Jahr 2009 aussieht, für den ist Ästhetik eben nicht egal.
Zweitens der Preis: ab 712 Euro. Das ist eine Ansage. Wer jetzt denkt: „Teuer”, der hat zwar recht, aber ich widerspreche dennoch. Ein gutes Daunquilt kostet allein schon zwischen 300 und 400 Euro. Eine hochwertige Schlafmatte mit R-Wert 5 kostet 200 bis 260 Euro. Das Kissen, der Drybeutel und das Packsystem ergeben zusammen ein Bundle, das als Gesamtpaket günstiger ist als die Summe der Einzelteile. Der Quilt ist ab 220 Euro und die Flex Air Mattress ab 260 Euro einzeln erhältlich.
Es bleibt trotzdem eine Investition. Eine, die ich für gerechtfertigt halte – aber sie muss gut überlegt sein.
Fazit: Das Bett für den Rucksack.
Ich habe auf dem Heartland Festival geschlafen. Auf dem Svendborg Sund Campingplatz. Im Zelt. Mit dem Zenbivy. Und ich bin jedes Mal ausgeruht aufgewacht, was für mich persönlich eine statistisch eher seltene Aussage ist.
Das Zenbivy Light Bundle ist kein Schlafsack. Es ist kein Quilt. Es ist auch keine Matte. Es ist ein System. Und das ist der entscheidende Gedanke. Matte, Laken, Quilt und Kissen spielen zusammen wie eine Band, die seit Jahren miteinander tourt: Keiner übertönt den anderen, und das Ergebnis ist besser als die Summe der Einzelteile. Ein Bett wie zu Hause. Mit einem Packmaß für jeden Rucksack. Und es ist seinen Preis wert, wenn man weiß, was man kauft.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Komponente
Details
UVP (ab)
Link
Light Bundle (Komplett)
Light Quilt + Light Sheet + Flex™ Air Mattress + SoftTop™ Pillow + Dry Sack mit Compression Caps
Nützliche Tipps für die Wohnmobil-Reise ins Ausland
Der Sommer steht vor der Tür, die Koffer werden gepackt – oder besser gesagt: der Camper wird beladen. Und genau hier beginnt die Reise. In dieser Folge nimmt Henning euch mit durch alles, was ihr vor und während einer Auslandsreise mit dem Camper wissen solltet. Von der richtigen Vorbereitung bis hin zu den Tricks, mit denen Kriminelle gezielt Campingurlauber ins Visier nehmen.
Das erwartet euch:
Vor der Reise & richtiges Beladen
Was muss wirklich mit, was kann zu Hause bleiben und warum lohnt sich ein Abstecher zur Waage, bevor ihr auf die Autobahn fahrt? Zulässiges Gesamtgewicht, Stützlast und Achslast sind weit mehr als bürokratische Begriffe – sie spielen eine entscheidende Rolle für Sicherheit und Fahrverhalten.
Nützliche Tipps für unterwegs
Umweltzonen in Frankreich, Kraftstoff sparen auf langen Strecken und praktische Tipps zu Tempomat, Reifendruck, Fahrstil und Tankstrategie. Gerade bei größeren Fahrzeugen können diese Faktoren einen spürbaren Unterschied machen – für den Geldbeutel und für die entspannte Anreise.
Spotcheck mit Florian von den Nørdic Vancrews
Florian war vor Ort und teilt seinen ehrlichen und ungeschönten Eindruck vom Campingplatz Lüttauer See. Wie sind Lage, Stellplätze, Sanitäranlagen, Atmosphäre und Preis-Leistungs-Verhältnis? Hier bekommt ihr einen authentischen Erfahrungsbericht aus erster Hand.
Die Maschen der Camper-Mafia
Ein Thema, das jeder Camper kennen sollte. Wir beleuchten die häufigsten Betrugsmaschen, mit denen Kriminelle in Europa gezielt Campingurlauber ins Visier nehmen – von aufgeschlitzten Reifen an Raststätten über falsche Campingplatzwarte bis hin zu raffinierten Ablenkungsmanövern auf Stellplätzen. Wer die Methoden kennt, kann sich deutlich besser schützen.
Diese Folge ist eine kleine Zeitreise. Sie wurde einen Tag vor der Abreise von Gerd in Richtung aufgenommen. Zwei Tage später, wenn sie ausgespielt wird, ist Gerd schon unterwegs. Auch die WM ist schon gestartet. Darüber sprechen Henning und Gerd. Genauer: Sie unterhalten sich darüber, warum es so viele Miesepeter gibt und sich gefühlt kaum noch jemand darüber freut, dass das DFB-Team um den großen Titel kämpft. Das fühlt sich fasst so an wie 1994, als Berti Vogts der Nationaltrainer war. Vielleicht ein Tipp: Schaut Euch mal die spannende Doku zu der „Albtraum-WM“ an, die in der ARD Mediathek zur Verfügung steht.
Ein ganz anderes Event hat Gerd bereits hinter sich. Er war auf der „Abenteuer & Allrad“ und hat ein paar Eindrücke mitgebracht.
Aber das ist alles Schnee von gestern, nun geht es nach Dänemark. Ziel: Die Insel Fyn. Endlich. Gerd fährt in einem Ford Nugget und packt dort die ganze Ausrüstung rein. In Fyn steigt er dann aufs Lil‘ Buddy von Ruff Cycles und fährt von einem spannenden Termin zum nächsten. Es geht hoch auf eine Brücke, raus aufs Wasser und rein in ein kulinarisches Abenteuer. Dazu lernt er viele verschiedenen Campingplätze kennen. Über all das wird er in den kommenden Tagen auf Instagram „thecampermen“ berichten.
Dort zeigt er dann auch die komfortable Schlafkombination von Zenbivy. Das „Light Bundle“ vereint Matratze, Kissen und Daunendecke in einem Set. Und nutzt er es nicht, lässt sich das ganze Zeug zu einem kleinen Paket zusammenpacken. Perfekt für eine Radtour.
In der nächsten Folge ist Gerd übrigens noch unterwegs. Aber Henning wird das Kind auch ohne ihn schon schaukeln.
Henning zieht es an den See, Gerd fährt mit einem einer verrückten Komi und Reinald kocht
Manchmal liegt das Glück so nah. Knapp eine Stunde fährt Henning von Hamburg zu seinem Platz der Woche. Diesmal stellt er Naturcamping Buchholz vor, einen idyllischen Platz direkt am Ratzeburger See. Natürlich ist er nicht alleine dort, sondern mit den Nordic Vancrews. Der Grund fürs Treffen ist klar: In einer netten Gruppe steht es sich einfach besser an einem schönen Platz. Übrigens: Der Campingplatz liegt fast direkt an der alten Salzstraße, die bis Lübeck und Lüneburg führt. Vielleicht ein Tipp für eine Radtour?
Apropos, da war doch was. Gerd spricht ja seit Wochen über kaum etwas anderes, als seine geplante Tour. Nun geht es aber tatsächlich bald los. Sein Rad ist da und startklar. Er fährt mit dem Lil‘ Buddy von Ruff Cycles. Ja, schon etwas bekloppt und beratungsresistent, der Kerl. Henning sagt, mit so einem Rad gibt es Rückenschmerzen. Für Gerd ist es dagegen ein perfektes Gefährt, zumal genug Packtaschen und sogar ein Anhänger am Start sind. Er will schließlich entspannt reisen, nicht den Blick aufs Asphalt, sondern diesen während der Fahrt voller Freude nach links und rechts schweifen lassen. Reinald, der im Job sehr häufig Fahrradrennen organisiert, ist fassungslos über die Wahl des Rades – und sagt lieber nichts dazu.
Er kümmert sich da doch lieber um die Verpflegung. Er macht eine Stulle. Aber nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere Scheibe Brot. Das Rezept hat er beim Schauspieler Stanley Tucci entdeckt, der nicht nur gut in andere Rollen schlüpft, sondern hervorragend kochen kann – und beides gerne zeigt. Der ist übrigens gerade in der Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ zu sehen. Aber zurück zum Brot: Ob es tatsächlich die perfekte Camping- und Radfahrer-Nahrung ist, probieren wir aus, versprochen. Aber danke für den Tipp, Reinald.
Tipps gibt es auch von Florian Laudon. Der Geschäftsführer von Island Collective surft für sein Leben gern, supportet den FC St. Pauli und – deshalb ist er bei uns im Interview – fuhr schon in fast allem, was ein Bett hat und in Deutschland zugelassen ist. Er hatte er mit seinem Surf-Buddy einen T3, dann kam die Familie – und damit ein Wohnmobil. Wie man mit Frau und drei Kindern darin reist, erzählt er uns – und damit Euch!
Henning hat Rømø für sich entdeckt und Gerd trägt sichere Rad-Mode
Man könnte meinen, dass Dänemark ein Leitmotiv von Campermen ist. In dieser Folge zeigt sich ganz besonders deutlich unsere Liebe zu Hygge & Co. Henning war nämlich auf der schönen Insel Rømø. Die spricht man übrigens nicht „Römm“ aus, wie Gerd fälschlicherweise in dieser Folge behauptet, sondern eher wie „Römm-öh“, wie Henning richt feststellt. Aber Sprache hin oder her, der Ort ist es, über den es zu reden gilt. Geiler Strand, tolle Menschen, meist gutes Wetter. Für Henning die perfekte Alternative zu St.-Peter Ording. Er hat dort den Campingplatz Lakolk für sich entdeckt, den er in dieser Woche vorstellt.
Wie man inzwischen unzählige Male gehört hat, ist auch Gerd ein Dänemark-Fan. Darum will er ja auch mit dem Rad dorthin fahren. Während das Fahrrad noch nicht ganz startklar ist, hat er zumindest die Ausrüstung für Komfort und Sicherheit. Die Firma Poc hat Gerd für die Tour Helm, Brille, Regenjacke und eine gepolsterte Hose zur Verfügung gestellt. Auf Campermen.de hat er schon einmal einen ersten Erfahrungsbericht zu den Klamotten geschrieben. Und im Podcast verrät er, warum er den Helm so mag.
Doch bevor er die Klamotten überstreift und sich aufs Rad schwingt, geht es erst einmal in den Süden ins schöne Bad Kissingen. Dort findet vom 04. bis 07. Juni 2026 die Abenteuer & Allrad statt, wahrscheinlich die wichtigste Outdoor-Messe für alle Fans von 4×4, dicken Reifen und abgefahren Gadgets für jedes Terrain. Er wird von dort berichten und hat auch schon einen Termin mit dem Veranstalter für ein Interview.
Eine Radtour nach Dänemark? Dafür braucht man nicht nur das passende Fahrrad, sondern auch die richtige Ausrüstung. Sonst tut nach ein paar Kilometern nicht nur der Hintern weh. Es geht um Schutz, es geht um Gewicht und es geht am Ende auch immer um den guten Geschmack. Gerd nimmt auf seine Tour nach Dänemark Bike-Gear der Firma POC mit. Helm, Brille, Hose oder Jacke: Diese Ausrüstung sorgt für pures Rad-Vergnügen.
Helme sind für mich ein großes Problem. Nicht, dass ich keine tragen mag. Sicherheit geht vor, ich trage einen Helm, wenn es sein muss. Wenn ich Ski fahre oder auf dem Motorrad. Beim Fahrradfahren habe ich mich bisher immer geweigert. Die meisten Helme sind furchtbar hässlich. Oder sie passen mir einfach nicht. Ich habe einen Kopfumfang von 62 cm. Auf meinen Helmen stehen Bezeichnungen wie XL oder XXL. Schaut Euch die Kavenzmänner mal an, wenn ihr einen in die Hände bekommt. Ich sehe damit häufig aus wie Calimero. Ihr wisst schon, der mit dem Sombrero. Ich habe dann den Calyx von POC entdeckt. Der Helm ist optisch eine Mischung aus Ski-Helm oder Skater-Helm. Und tatsächlich kann man ihn für viele Abenteuer nutzen. Laut Beschreibung kann er in den Bergen, auf der Piste oder eben auf dem Rad genutzt werden. Für den Winter und bei Wind sind ansteckbare Ohrenschützer dabei. Beim Radfahren sorgen wiederum Belüftungslöcher für eine kleine Erfrischung auf der Kopfhaut. Was mich aber viel mehr gefreut hat, dass er trotz der Größe etwas dezenter daherkommt, als viele seiner Artgenossen. Die Innenschale lässt sich mit einem Drehrad auf die richtige Größe einstellen. An der hinteren Innenseite sitzt wiederum eine verstellbare Kopfstütze, damit der Helm nicht nach hinten rutscht. Und tatsächlich: Der Calyx sitzt optimal. Klar, mit so einem großen Kopf kann man keinen unsichtbaren Helm tragen. Aber er wirkt trotz des dicken Polsters und der Stabilen Form relativ dezent. Das liegt sicher an der Farbe.
Es gibt zwei Dinge, die mich auf längeren Radtouren nerven: Wenn die Sonne ins Gesicht scheint und wenn kleine Fliegen im Auge landen. Früher bin ic immer mit einer normalen Sonnenbrille gefahren. Das half zwar gegen Sonne, war aber blöd, wenn die Sonne wieder weg war. Und Fliegen fanden immer ihren Weg. Standardbrillen sind nicht optimal für sportliche Zwecke. Bei der Devour hat keine Fliege eine Chance. Die Gläser sind sehr groß und dank der leichten Wölbung schmiegen sie sich fast ans Gesicht. Sie erinnert ein wenig an eine Skibrille – und das ist auch so gewollt. Was auf der Piste funktioniert, ist auch auf der Straße praktisch. Die Gläser sind unglaublich leicht, die Brille wiegt nur etwa 40 Gramm. Den absoluten Clou sieht man aber erst, wenn die Sonne scheint. Aus einer Klarsichtbrille wird eine getönte Brille. Je stärker die Sonne, desto dunkler wird’s. Und schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, wird das Glas wieder heller. Ich bin so begeistert vom Konzept, dass ich die Brille inzwischen auch ab und zu einfach so trage. Ich habe sie beim Spaziergang in die Stadt kaum auf der Nase gespürt und schon vergessen, dass sie einen Großteil meines Gesichts einnimmt. Erst als mich einige Passanten seltsam anschauten, erinnerte ich mich. Vielleicht hielten die mich für Ski Aggu?
Produkt
Devour Photochromic Sportbrille
Extras
Gläser verdunkeln automatisch bei Sonnenschein. Gläser lassen sich auswechseln
Ich habe lange gebraucht, um mich mit dem Thema Radhose anzufreunden. Nicht weil ich etwas gegen enge Hosen hätte. Sondern weil man damit auf dem Rad sitzt wie auf einem mittelprächtig gepolsterten Bürostuhl und das nach zwei Stunden merkt. Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert. Immer war irgendwas. Zu wenig Polsterung hier, zu viel Druck dort. Und dann dieses generelle Gefühl, als würde man auf einem Kieselstein sitzen. Die Cadence Cargo Bib Shorts von POC haben mich eines Besseren belehrt. Das fängt schon beim Sitzpolster an. POC nennt es das „Novus“ und es ist tatsächlich patentiert. Das klingt nach Marketing, fühlt sich aber anders an. Die Form basiert auf einer Druckpunktanalyse, also echten Messdaten. Das Polster ist breiter und enthält zusätzlich Gel-Einsätze, die Vibrationen schlucken. Das merkt man. Wundstellen und Reibungspunkte, die ich von anderen Hosen kannte, blieben aus. Dazu gibt es einen zentralen Kanal im Polster, der den Blutfluss unterstützt. Klingt medizinisch, ist aber beim Fahren spürbar. Was mich außerdem überzeugt hat: die Passform. Die Hose ist anatomisch geformt und berücksichtigt die männliche Anatomie explizit. Das klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht. Der 4-Wege-Stretch lässt volle Bewegungsfreiheit, die Träger sind dehnbar und lassen sich leicht herunterziehen. Wer schon mal mit Trägerhosen auf öffentlichen Toiletten gekämpft hat, weiß, wie wichtig das ist. Und dann ist da noch das perforierte Material am Rumpf, das für Luftzirkulation sorgt. Keine Ahnung, wie ich damit früher ohne ausgekommen bin. Mit 220 Gramm ist die Hose außerdem kaum zu spüren. Fast so, als würde man gar nichts tragen. Fast.
Produkt
Cadence Cargo Cycling Bib Shorts
Patentiertes Sitzpolster, in verschiedenen Größen verfügbar
Ich fahre kein Mountainbike. Noch nicht. Aber ich habe verstanden, dass man für den Trail andere Klamotten braucht als fürs Rennrad. Auf dem Trail regnet es häufiger, die Hose berührt gelegentlich den Boden oder einen Ast, und man bewegt sich schlicht anders. Die Motion MTB Shorts von POC sind genau für diese Situationen gemacht. Ich finde sie auch jenseits des Trails ziemlich praktisch. Die Hose ist aus recyceltem Polyamid gefertigt, das ich als angenehm leicht beschreiben würde. Nur 190 Gramm. Und obwohl das Material robust ist und dem ein oder anderen Kontakt mit Trail-Hindernissen stand hält, fühlt es sich nicht nach Outdoor-Ausrüstung aus den Neunzigern an. Die Imprägnierung ist C0/PFAS-frei, was bedeutet, dass Wasser bei leichtem Regen einfach abperlt, ohne dass chemischer Schnickschnack im Spiel ist. Bei stärkerem Regen gibt es dann die passende Regenjacke, aber dazu gleich mehr. Was mir besonders gut gefällt: Der Schnitt. Ein Zwickel im Schritt verhindert unangenehme Reibung, der Bund lässt sich verstellen, und die Hose passt über Knieschoner, ohne zu zwicken. Zwei Reißverschlusstaschen halten alles sicher an Ort und Stelle. Ich habe die Shorts zuletzt auf einer längeren Tour getragen und war überrascht, wie gut sie für alles Mögliche taugen. Manchmal reicht eben ein guter Schnitt.
Produkt
Motion MTB Shorts
Extras
Verschiedene Größen und Farben verfügbar. Komfortabel und leicht.
Es gibt eine Wahrheit über Radfahren, die man lieber früh akzeptiert: Man wird nass. Irgendwann. Man kann die Ausfahrt so gut planen, wie man will – das Wetter kümmert das nicht. Ich habe jahrelang auf Regenfahrten verzichtet oder mich mit einer normalen Windbreaker-Jacke beholfen, die nach zwanzig Minuten Regen aufgegeben hat. Und dann ist man trotzdem klatschnass, aber zusätzlich eingepackt wie ein Müllbeutel. Die Motion Rain Jacket von POC ist in dieser Hinsicht ein anderes Kaliber. Sie besteht aus dreilagigem Nylon mit Ripstop-Konstruktion und einer PFC-freien DWR-Imprägnierung. Kein Wasser dringt ein, und das Material hält trotzdem was aus. Die Jacke ist mit 295 Gramm kein Fliegengewicht, aber für das, was sie leistet, erstaunlich kompakt. Ich trage sie zusammengerollt im Rucksack, bis der erste Regentropfen fällt. Besonders durchdacht finde ich die Kapuze. Sie lässt sich vollständig anpassen und sitzt auch unter dem Helm, was bei Regenjacken überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wer schon mal versucht hat, eine normale Kapuze über einen Radhelm zu ziehen, kennt das Theater. Hier klappt das. Elastische Bündchen an den Ärmeln und am Saum halten alles dicht, perforierte Zonen unter den Armen sorgen gleichzeitig dafür, dass man sich beim Fahren nicht wie in einer Sauna fühlt. Reflektierende Streifen auf der Rückseite machen die Jacke bei schlechter Sicht sichtbarer. Eine Jacke, die mitdenkt.
Produkt
Motion Rain MTB Jacket
Extras
Verschiedene Farben und Größen verfügbar, helmkompatible Kapuze, reflektierende Rückenstreifen
Reinald spricht von seiner Reise ans Kaspische Meer und Gerd stellt ein Zelt von Heimplanet vor.
Reinald war in Aserbaidschan. Nicht, weil er dort Urlaub machen wollte, sondern aus beruflichen Gründen. Er unterstützte das wichtigste Radrennen des Landes, das „Baku-Khankendi Azerbaijan Cycling Race“: https://bakukhankendi.az. Natürlich hat man bei so einer großen Veranstaltung auch die Gelegenheit, Land und Leute besser kennenzulernen. Eines ist klar: Diesen Trip wird Reinald nicht so schnell vergessen. Warum, hört Ihr in der Folge.
Gerd ist ja noch immer dabei, seine E-Bike-Tour nach und durch Dänemark zu planen. Er stellt gerade die passende Ausrüstung zusammen. Darum testet er gerade das Zelt „The Cave“ der Firma Heimplanet. Es ist nicht das typische Bike-Tour-Zelt. Da Gerd aber mit einem Cargo-Bike unterwegs sein wird, muss es nicht so leicht sein. Er möchte lieber ein cooles Zelt, welches einfach aufzubauen ist und viel Komfort bietet. Ob dieses Zelt genau diese Punkte abdeckt, erzählt er im Gespräch mit Reinald.
Der will natürlich auch noch wissen, wohin es geht. Hier noch einmal: Gerd fährt von Lüneburg über Fehmarn auf die Insel Langeland. Dann fährt er einmal quer durch und rund um die Insel Fyn. Die Tour endet mit einem Besuch des Heartland Festivals, bevor es über Fehmarn wieder zurück nach Lüneburg geht. Mehr dazu in den nächsten Folgen.
Eigentlich bin ich ja ein Freund von mechanischen Dingen, die man versteht, wenn man sie ansieht. Aber wenn man mit dem E-Cargo-Bike durch Dänemark schippert, verschieben sich die Prioritäten. Man hat plötzlich Platz, man hat elektrische Unterstützung und man entwickelt eine diebische Freude daran, Dinge dabeizuhaben, die den Nachbarn auf dem Campingplatz die Sprache verschlagen. Wer sich ein Lastenrad für mehrere tausend Euro leistet, der kriecht abends nicht in eine Dackelgarage vom Discounter. Da darf es dann auch mal die Hamburger Ingenieurskunst von Heimplanet sein.
Die Jungs aus der Schanze haben schon vor Jahren beschlossen, dass Zeltstangen eigentlich nur dazu da sind, verloren zu gehen oder im falschen Moment zu knicken. Ihr Gegenentwurf: Luft. Aber nicht so ein bisschen Schlauchboot-Feeling, sondern eine geodätische Struktur, die aufgepumpt so stabil steht wie ein Leuchtturm bei Windstärke acht.
Die Konstruktion des „The Cave“ basiert auf einem sogenannten Inflatable Diamond Grid – einem aufblasbaren, geodätischen Rahmen mit zehn Kreuzungspunkten. Zehn. Das klingt nach Zeltingenieurswesen, ist es auch – und bedeutet: außerordentlich stabil. Das Dach hat eine sternförmige Struktur, die nicht nur schön aussieht, sondern fünf natürliche Abflüsse für Regenwasser bildet. Der Luftrahmen selbst ist zweilagig aufgebaut: innen eine TPU-Blase, außen ein hochfestes HPE-Dacron-Gewebe. Das ganze System ist so überprüft, dass jede einzelne Luftkammer vor der Auslieferung auf Druckverluste getestet wird. Ich würde das gerne auch als Kriterium für andere Zelte einführen.
Das Außenzelt aus 40D Double Ripstop High-Tenacity-Polyester hält bis zu 3.000 mm Wassersäule stand, der Boden sogar 5.000 mm. YKK-Reißverschlüsse mit Aluminium-Zippern, eine Überkopfablage im Innenzelt, zahlreiche Seitenfächer. „The Cave“ ist nicht nur ein Zelt. Es ist ein organisierter Lebensraum. Das Innenzelt bietet 3,7 m² Grundfläche, die Gesamtfläche kommt auf 4,8 m². Zwei Erwachsene schlafen darin mit ausreichend Abstand, Isomatte und Schlafsack. Es ist kein Palast, aber es ist mehr Raum, als ich in den meisten Zweimann-Zelten vorgefunden habe, die mir als „geräumig“ verkauft wurden. Die Innenhöhe von 100 cm macht das Zelt zum Kriechzelt – ich sitze darin aufrecht, aber ich stehe nicht. Das ist bei Kuppelzelten dieser Klasse normal und vollkommen akzeptabel.
Der Kontrast: Weltraum-Optik im Gemüsegarten
Bevor ich mich damit auf dem Weg zur Insel Fyn mache, gibt es erst einmal die obligatorische Generalprobe im heimischen Garten. Man möchte ja nicht wie ein Anfänger wirken, wenn man später vor dänischen Dünen steht. Das Erste, was auffällt, ist die Optik: Der Stoff ist in einem extrem hellen Grau gehalten, fast schon weiß, was zusammen mit den tiefschwarzen Luftstreben aussieht wie eine Raumstation, die versehentlich auf dem Rasen gelandet ist. Ein toller Kontrast, sehr auffällig und – seien wir ehrlich – genau das Richtige für das Ego.
Der Aufbau ist beim ersten Mal nicht ganz so simple, wie es der Hersteller verspricht. Von wegen „in 16 Sekunden steht das Zelt“. In der Verpackung liegen die aufgerollten Luftröhren, ein Flysheet und die Zeltkabine. Zuerst muss der Schlauch entwirrt und ausgelegt werden. Dann vorsichtig aufpumpen, bis das Gerippe steht. Jetzt kommt erst einmal das Flysheet hinein, es wird an gekennzeichneten Haken eingehängt und befestigt. Zum Schluss wird noch die Kabine eingehängt. Das klingt einfach, ist es im Prinzip auch, dauert nur eine Weile – vor allem, wenn man die Befestigungen einmal an falscher Stelle genutzt hat und wieder von vorne anfangen muss. Nicht, dass mir das passiert ist, auf keinen Fall… Etwa 30 Minuten brauchte ich für den ersten Aufbau.
Der zweite Aufbau ist dagegen fast schon erschreckend simpel. Man rollt das Bündel aus, schließt die Pumpe an und fängt an zu arbeiten. Dank des „One-Pump-Systems“ flutet die Luft das gesamte Skelett gleichzeitig. Es hat fast etwas Meditatives, wie sich „The Cave“ aus dem Nichts erhebt. In einer Minute steht die Hütte. Innen ist überraschend viel Platz für zwei Personen, man kann sich ausbreiten, ohne dem Partner ständig den Ellenbogen in die Rippen zu drücken. Und das Beste: Der Abbau ist kein Kampf gegen widerspenstige Stangen. Ventile auf, die Luft entweicht mit einem satten Seufzer, einmal falten, ab in den Sack.
Dänemark: Wo Design auf Küste trifft
Ich sehe es schon vor mir, wie ich mit dem Zelt auf Fyn unerwegs bin und sich dieses kantige, fast schon aggressive Design vor die sanfte, grüne Kulisse der dänischen Insel seht. Es passt eigentlich gar nicht zusammen, und genau deshalb ist es so gut. Es ist ein Bruch mit der klassischen Camping-Romantik in Beige und Tannengrün.
Natürlich werde ich damit leben müssen, dass ich für Aufmerksamkeit sorge. Wahrscheinlich wird die Standardfrage „Hält das?“ sein. Darauf wird es eine klare Antwort geben: Ja, natürlich, es hält. Sogar besser als vieles andere, weil der Luftrahmen bei Windböen nachgibt und sofort wieder in Form springt, statt zu brechen.
Dass „The Cave“ mit knapp fünf Kilo kein Leichtgewicht ist, geschenkt. Im Cargo-Bike ist das Gewicht nur eine Zahl auf dem Display, die der Motor weglächelt. Für dieses Maß an Komfort und die Gewissheit, im Trockenen zu sitzen, wenn die Ostsee mal wieder ungemütlich wird, schleppe ich das gerne mit. Und wenn es nur für Fotos ist, mit denen ich beim langen Dia-Abend angeben kann. Wie es da stehen wird, Vor dem Hintergrund dänischer Küste, mit dem Meer dahinter und einem orangefarbenen Sonnenuntergang, der die ganze Sache dramatisch beleuchtete: Das wird eine ganz besondere Kombination. Ein Zelt als Kunstinstallation. Unbeabsichtigt, aber unvermeidlich.
Heimplanet hat mit dem „The Cave“ ein Stück Ausrüstung geschaffen, das man einfach gernhaben muss. Es ist nicht billig, es ist nicht leicht, aber es ist verdammt schlau gemacht und sieht dabei noch verdammt gut aus. Es ist das Zelt für alle, die keine Lust mehr auf Ausrüstungs-Frust haben und stattdessen lieber die Zeit am Meer genießen.
Gear-Check: Die harten Fakten
Hersteller: Heimplanet (Hamburg)
Modell: The Cave (3-Season)
Konstruktion: Geodätischer Luftrahmen (IDG) aus Dacron/TPU