Skotti: Bei dem Gasgrill bist du platt

Ein Feuer, ein Stück Tier – seit Menschen von Bäumen gestiegen sind, brauchen sie kaum mehr, um kulinarisch beglückt durchs Leben zu gehen. Der moderne Mensch tickt da nicht anders, auch wenn Essen inzwischen kaum noch selbst erlegt oder geerntet wird. Und auch beim Feuer wird heute nichts mehr dem Zufall überlassen, es wird gegrillt. Und wie. Man könnte meinen, dass das Grillen des Deutschen liebste Freizeitbeschäftigung ist und dass es bei einem Grill kaum noch etwas Neues zu erzählen gibt. Die Geschichte ist auserzählt. Dachte ich. Pustekuchen.

© Gerd Blank

Erst kürzlich habe ich mir fürs Wohnmobil einen kleinen Holzkohlegrill gekauft, den Knisper habe ich hier auch schon vorgestellt. Cooles Ding, klein und dennoch ausdauernd. Vor allem kann man es überall mit hinnehmen, eine zusätzliche Halterung fürs Fahrrad macht es möglich. Kaum hatte ich den Grill in Betrieb, entdeckte ich Skotti. Nein, nicht der Bordtechniker von der Enterprise, sondern den kleinen Gasgrill. Obwohl: Technik stimmt schon, denn Skotti ist tatsächlich so etwas wie die Neuerfindung des Gasgrills. Beim Kauf wundert man sich bestimmt erst einmal darüber, dass man lediglich eine flache Tasche aus LKW-Plane in der Hand hält. Und wo ist der Grill?

Als ich die beiden Seiten der Tasche auseinandergezogen habe, fand ich den Grill, oder besser: seine neun Einzelteile. Ich musste, nein, ich durfte ihn erst einmal zusammenbauen. Ganz ehrlich: So etwas macht mir großen Spaß, seit ich Überraschungseier, Yps und Ikea kenne. Und im Gegensatz zu den Produkten des schwedischen Möbelhauses klappt das auch ohne die beigelegte Anleitung. Beim ersten Mal brauchte ich etwa vier Minuten für den Zusammenbau – was aber nur daran liegt, dass ich zwei Seitenteile vertauscht hatte.

Die Teile sind präzise gefertigt und so robust, dass ich ruhig ein bisschen Druck ausüben konnte, damit der ganze Grill am Ende perfekt zusammengebaut war. Ich bin immer noch total verblüfft, dass man gar nicht sehen kann, dass der Skotti einfach nur aus zusammengesteckten Teilen besteht. Alles wirkt solide, alles hält bombenfest. Nur noch die Gaskartusche anschrauben und los darf es gehen.

© Gerd Blank

Gemüse ist mein Fleisch

Da ich kein Fleisch esse und auch nicht so gerne Fertigprodukte auf den Grill lege, muss ich mir meine Gerichte selbst zubereiten. Gleichzeitig liebe ich gute Burger und versuche immer wieder neue Buletten zu kreieren. Für den Skotti-Ersteinsatz gab es Burger-Patties aus Rote-Beete und Kidneybohnen. Rezept gefällig? Ich versuche es, denn ich koche immer frei nach Schnauze, meistens gelingt es. Also: Ich habe zwei größere Rote-Beete-Knollen geraspelt. Dazu habe ich eine kleine Dose Kidneybohnen in Chili-Soße genommen, da ich mir so ein wenig Würze gespart habe. Die Bohnen habe ich abtropfen lassen, mit einer Zwiebel, einer Knoblauchzehe, einen Schuss Soja-Soße und ein paar Gewürzen in den Mixer gepackt. Diese grobe Matschepampe habe ich dann zur Beete getan und dann nach Gefühl Leinsamen und Haferflocken reingepackt, damit die Flüssigkeit gut aufgesogen wird. Kurz in den Kühlschrank mit der Masse und dann Patties formen. Bei mir kamen etwa zwölf Stück dabei raus, aber ich habe sie wegen der Stabilität auch recht klein gemacht. Wei ich die Dinger etwas vorgaren wollte, kamen sie zehn Minuten in den Backhofen (200 Grad) – und dann direkt auf den Grill. Für den Burger brauchte ich jeweils zwei, die restlichen Patties habe ich eingefroren. Ach ja, als Gemüse gab es dazu dünne Kohlrabi-Schreiben, die ich etwas mit Öl und Gewürzen mariniert und dann ebenfalls mit dem Skotti gegrillt habe. Was soll ich sagen: Es war köstlich!

Fürs Grillen muss Skotti nicht lange vorgeheizt werden, er kommt schnell auf Betriebstemperatur. Eine Piezozündung fehlt, gestartet wird das Ding mit einem Feuerzeug. Minimalismus ist eben auch hier trumpf. Aber so kann auch weniger kaputt gehen. Ich hätte mir einen Deckel gewünscht, weil ich das inzwischen sehr zu schätzen gelernt habe. Aber wie mir Christian, der Erfinder von Skotti im Interview für Folge 30 verriet, wird dieser demnächst verfügbar sein. Und der Vater von Skotti erzählt noch mehr, zum Beispiel woher der Name kommt, wie lange es dauert, bis ein Grill genehmigt wird und wie er überhaupt auf die verrückte Idee gekommen, einen weiteren Grill herzustellen.

Skotti-Erfinder Christian zeigt, wie schnell der Grill aufzubauen und einsatzbereit ist

Der Skotti-Grill kostet 159 Euro. Sicher kein ganz günstiger Spaß. Aber mich hat vor allem überzeugt, dass der Grill nach Gebrauch schnell auseinandergenommen werden kann. Zum Reinigen einfach die Teile in die Spülmaschine oder mit dem Stahlschwamm bearbeiten – Skotti mag hart rangenommen werden. Und dann kommen die Teile wieder in die Tasche und nehmen so kaum Platz weg. Und wenn ich das nächste Mal mit dem Rad an den Strand fahre, passt Skotti auch in den Rucksack. Und ich brauch nicht einmal eine zusätzliche Halterung dafür.

Website von Skotti: https://skotti-grill.eu

Canpermen
#30: Grill mit System und Stimme aus dem Jenseits
Canpermen#30: Grill mit System und Stimme aus dem Jenseits

Glamping an der Loire

An den Ufern der naturbelassenen Loire im Süden der Auvergne, eineinhalb Autostunden von Lyon entfernt, hat man den Eindruck, am Ende der Welt zu sein. Der Platz ist eingebettet in eine wunderschönen Landschaft aus Schluchten und Klammen. Wenn die Gäste nicht im eigenen Mobil oder Zelt anreisen, sind sie komfortabel in anspruchsvollen, originellen und außergewöhnlichen Gästehäusern untergebracht. Die Campingstandplätze sind großzügig angelegt, und die Glamping-Liebhaber haben allen erdenklichen Platz, um ihr Traumlager zu errichten.

Aber was ist Glamping überhaupt? Kurz gefasst ist es ein noch relativ neue Trend im Outdoor-Tourismus. Aber darüber hinaus ist es so viel mehr. Glamping ist eine Lebensweise, öko-chic, Aussteiger deluxe und anderes. Vielleicht trifft es das am Besten: Glamping ist eine kluge Mischung aus Luxus und Natur, Komfort und Ökologie, im Einklang mit der Natur.

Im CosyCamp gibt es all das – und noch mehr: Es gibt neuwertige Einrichtungen in hoher Qualität, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Nur ein Beispiel: Die Öko-Häuser sind aus Holz und Volvicstein (Basaltlava) gebaut. In großzügigen Gemeinschaftssaal treffen sich Groß und Klein, um zu reden, lesen oder die Internetverbindung zu nutzen. Hier befinden sich die Bar und das Restaurant mit saisonalen Bio-Produkten. Die Freiluft-Schwimmbäder sind beheizt, aber auch die Loire lädt zu einem kühlenden Sprung ins Wasser ein. Wellness gibt es auch, zum Beispiel einen Whirlpool sowie einen Massage-Service. Ihr könnt auch gratis Kanus, Kinderfahrräder, Bücher und Outdoor-Spielzeug nutzen.

Preise und weitere Infos findet Ihr auf der Website: https://www.cosycamp.com/de

Wilhelmine: Die Stimme zum Zeitgeist

Wilhelmine veröffentlichte im Herbst 2019 ihre Debüt-Single „Meine Liebe“. Der Song schlug ein wie eine Bombe, ihr schlägt seitdem gleichermaßen von Kritikern, Kollegen und Fans nichts als Sympathie entgegen. Kein Wunder, denn sie passt mit ihrer deutschsprachigen Pop-Musikszene perfekt in den heutigen Zeitgeist. Aber nicht nur ihre Stimme ist toll, auch ihre Texte haben mehr Tiefe als Elbe, Spree und Rhein zusammen. 

© Daniel Graf

Eigentlich sollte Wilhelmine gerade mit Selig auf Tour gehen, doch Corona hat diese Pläne gestoppt. Doch die Sängerin ist dagegen nicht zu stoppen: Gerade ist ihre erste EP „Komm wie du bist“ ist erschienen. So sommerlich leicht der Titeltrack wirkt, so wichtig ist die Botschaft dahinter. Es ist eine klare Aufforderung an die Hörer: Sei wie Du bist und verstelle Dich nicht. Sie singt: „Du sagst: es schnürt dir die Kehle zu / Du sagst: du fühlst dein Herz nicht / Du sagst: dir hört keiner zu / Du sagst: heller wird’s nicht“, singt sie darin von Zeiten, in denen sie sich hinter ihrem eigenen Schatten versteckte. Doch damit ist nun Schluss: „Komm wie du bist und bring alles an dir mit / Komm wie du bist, hier ist Platz für dich / Auch wenn’s neu ist und du das noch nicht kennst (Komm wie du bist) / Auch wenn’s laut ist und du am liebsten wegrennst (Komm wie du bist)“

Im Podcast erzählt Wilhelmine, warum ihr gerade dieser Song so am Herzen liegt. „Ich glaube, wenn man als Künstlerin nicht über die Dinge redet, die einen wirklich belasten oder bewegen oder beschäftigen oder berühren, dann schwimmt man auf der Oberfläche und macht sich unbewusst kleiner“, sagt Wilhelmine an anderer Stelle.  Die EP bildet ein breites emotionales und thematisches Spektrum ab: „Die Lieder sind die Summe des ersten Kapitels, das ich von mir zeigen möchte – was ich für eine Person bin, wie ich mich mit den Dingen auseinandersetzen möchte.“

Wenn Wilhelmine nicht im Studio an neuen Songs arbeitet, steigt sie am liebsten auf ihre Schwalbe und braust durch Berlin. Oder Sie fährt mit dem Camper, um Land und Leute kennenzulernen. Ihr Traum? Einmal mehrere Monate durch Skandinavien reisen. Bis dahin hilft sie mit ihren Songs dabei, einfach mal den Sommer an die Ohren und den Sinn in unsere Herzen zu bringen.

Die Debüt-EP „Komm wie du bist“ erscheint als Ltd. Digisleeve CD + Ltd. weiße 10“ Vinyl, beide samt Posterbooklet mit allen Songtexten und Download-Code.

Erste Tour-TWilhelme geht auch auf Tour, los geht es am 24. August in Berlin. Alle weiteren Termine stehen auf der Website

Website von Wilhelmine: https://wilhelminesmusik.de

Jules Ahoi: Songs aus dem Van des Lebens

Jules Ahoi ist ein Sänger und Songwriter aus Köln. Nachdem er sein Studium abgebrochen hatte, zog er nach Frankreich und lebt dort in seinem alten VW-Bus. Hier schrieb er auch den Großteil der Songs für sein erstes Album „Between Lines“. Auch wenn Jules längst nicht mehr im Bus lebt, liebt er es noch immer, unterwegs zu sein. Das Reisen an fremde Orte inspiriert ihn. Die Begegnung mit anderen Menschen und das Verweilen an einsamen Orten sind gleichermaßen Energiequelle und Ruhepol. Das Ergebnis ist ein Sound, der längst in keine Schublade mehr passt. Wenn er singt, spielt er mit seiner Stimme und experimentiert mit Sprache. Untermalt wird es mit sanften Gitarren oder mit treibenden Beats – immer wieder überraschend, immer wieder neu. Man kann sich gar nicht satt hören an Jules Ahoi – und deshalb haben wir ihn in unseren Podcast eingeladen.

© Matthias Wagner

Am 12. Juni erscheint nun das neue Album „DEAR __„, welches auch die beiden vorab veröffentlichten Singles „Oh, Agnes“ und „Somebody“ enthält. „DEAR“ ist ohne Zweifel ein zutiefst persönliches Album. Jules Ahoi greift darin aber auch universelle Themen auf und dafür eine ebenso emotionale wie klug durchdachte Klangsprache gefunden.

Eines ist sicher: Jeder, der auch nur ein kleines bisschen Einfühlungsvermögen besitzt und ein Herz für aufregende Kunst hat, wir sich von den tollen Songs angesprochen fühlen. Vor allem wird man immer wieder überrascht, denn auf dem Album hört man erstaunliche Wendungen und Brüche, reizvolle Variationen überholter Konventionen. Jules Ahoi baut aufgenommene Klänge aus seinem iPhone-Speicher ein und nutzt Stilmittel aus ganz unterschiedlichen Genres.

Um die Songs für „DEAR “ zu schreiben und zu entwickeln, musste Jules Ahoi die Erfahrungen der vergangenen Jahre verarbeiten und ein Fazit ziehen. Auf der Platte fasst er zusammen, was ihn als Mensch und Künstler bewegt, erschüttert, inspiriert und bestürzt hat. Weil er in der Lage war, Konsequenzen aus seinen Erfahrungen und Reflexionen zu ziehen, wurde „DEAR __“ ein riesiger Schritt vorwärts – weg vom reinen Folk und Folk-Rock hin zu etwas, das man auf der Suche nach Labels alternativen Pop, Art-Pop oder Art-Folk nennen könnte.

Das neue Album „DEAR __„, VÖ 12. Juni 2020

Erste Tour-Termine für 2021 stehen fest, Tickets für die Shows in Erlange, Duisburg und Darmstadt bekommt auf auch auf seiner Website.

Website von Jules Ahoi: https://www.julesahoi.de

Camp Kargita: Inselglück in Kroatien

Kargita ist ein Familiencampingplatz, der direkt am Meer liegt, in einer wunderschönen Bucht, die auf dem Gipfel von Dugi Otok endet. Er befindet sich an der nordwestlichen Spitze der Insel, deren Name Dugi Otok übersetzt „Lange Insel“ bedeutet. Dieser kleine Teil der Welt steht unter Naturschutz und wurde zu einer bedeutenden kroatischen Landschaft erklärt.

© Camp Kargita

Umgeben von Meer und Wald ist dieser Campingplatz eine ruhige kleine Ecke für diejenigen, die dem Alltag ein wenig entfliehen möchten. Der sanfte Felsstrand vor dem Campingplatz ist einer der schönsten Strände auf Dugi Otok. Der Campingplatz ist nur 300 Meter vom größten Leuchtturm an der Adria entfernt und bietet einen einzigartigen Blick auf diesen großen Wächter des Meeres und die Schiffspassagiere.

© Camp Kargita

Bezaubernde Sonnenuntergänge werden sicherlich die Romantik in Euch erwecken. Die Betreiber des idyllischen Campingplatzes haben versucht, die Naturschönheiten des Lagers nicht zu berühren, um die Umwelt zu erhalten und sie so zu erhalten, wie sie immer war. Dennoch muss auf dem Platz auf keinerlei Komfort verzichtet werden. Camp Kagita bietet 66 Stellplätze für Campingfahrzeuge, aber auch ein kleines Areal für Zelte. Saison endet in diesem Jahr im September, reservieren ist sinnvoll. Wer auf die Insel will, fährt mit der Fähre, zum Beispiel vom Hafenstädtchen Zadar.

© Camp Kargita

Website mit allen Infos und Preisen: https://camp-kargita.hr

Lil‘ Buddy: Millennial trifft Bonanza-Rad

Okay, wir geben es zu, wir haben uns verknallt. Unser Objekt der Begierde hat den Shape eines 70er-Jahre-Models, zwei dicke Dinger und ordentlich Power. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir sprechen von unserem kleinen Kumpel, oder genauer vom Lil‘ Buddy, dem coolen E-Bike von Ruff-Cycles.

Wir sind ja immer auf der Suche nach sinnvollen Gadgets, mit dem das Camping-Glück noch größer wird. Wer uns kennt oder schon länger unseren Podcast hört, der weiß, dass wir ganz tief in uns drinnen noch Jungs sind. Und es stimmt, eigentlich müsste der Podcast Camperboys heissen. Es geht uns nicht immer nur um „Hauptsache praktisch“, die Dinge müssen uns auch Spaß bringen und cool aussehen – im besten Falle alles zusammen. Das nur zur Erklärung, wieso wir ein Fahrrad getestet haben, bei dem schon auf dem ersten Blick klar ist, dass hier Style vor Sinn steht. Aber für uns gehört das eben zusammen. Jeder weiß doch wie sehr es nervt, auf einem Campingplatz von seinem zugewiesenen Platz viele Meter zu den Waschräumen zu fahren oder Brötchen zu kaufen. Aber mit dem Lil‘ Buddy werden kleine und große Ausfahrten zu einem Erlebnis und zu einem großen Auftritt. Es gibt keinen, den der Anblick dieses kleinen Kumpels kalt lässt. Selbst wenn man ein bisschen schüchtern ist, lernt man garantiert Leute kennen. Naja, wenn man ehrlich ist, wollen sie eigentlich nur das Fahrrad kennenlernen.

Auch wenn Lil‘ Buddy ein wenig wie ein Besucher aus den USA aussieht: Das Rad stammt aus Regensburg. Dort hat Ruff-Cycles ihren Sitz, eine Fahrradschmiede, die schon mit ihren Beach-Cruisern weltweit für Furore gesorgt hat. Eine verlorene Wette brachte den Chef Pero Desnica dann dazu, ein E-Bike auf die Straße zu bringen. Aber – und das war ihm wichtig: Es sollte ein Spaßmobil für jung und alt werden und nur aus den besten am Markt verfügbaren Teilen bestehen. Und da der Markt nicht genügen Teile hatte, die seinen Ansprüchen genügten, hat er diese in seinem Unternehmen selbst entworfen und gebaut. Der Motor stammt von Bosch, die Schaltung wird ebenfalls eingekauft, fast alle anderen Teile werden in den eigenen Werkstätten hergestellt und lackiert.

Der Preis des Rades geht bei 2.500 Euro los, wer mehr Ausstattung und Leistung will, muss auch mehr Kohle hinlegen. Das mag teuer klingen – bis man weiß, wie das Rad entsteht. Es ist ein deutsches Produkt, welches in Europa hergestellt wird. Man sieht und spürt die hohe Verarbeitungsqualität. Jedes Rad wird in Handarbeit zusammengesetzt und – je nach Kundenwunsch – mit Extras ausgestattet. Die günstigste Version kommt fast nackt zum Kunden, Licht und Schutzbleche können dazu bestellt werden. Beim Motor gibt es die Wahl zwischen zwei Varianten – was sich aber nicht auf die Geschwindigkeit auswirkt: In Deutschland sind maximal 25 km/h erlaubt. Die reichen aber für eine entspannte Tour durchs Viertel, am Strand, im Wald oder eben über den Campingplatz. Auf dem Bananensattel, der bewusst an den Sitz der alten Bonanza-Räder erinnert, haben selbst große Hintern genügend Platz. Eigentlich fehlen nur ein Fuchsschwanz und ein paar Spielkarten in den Speichen – und schon ist die Zeitreise perfekt. Für 1.200 Euro gibt es das Rad auch ohne Motor und Akku – aber wo bleibt denn da der Spaß?

Mit einer vollen Akku-Ladung kommt man im Turbo-Modus auf eine Reichweite von rund 50 Kilometern. Vier Modi stehen zur Verfügung, mit denen locker auch mal 130 Kilometer gefahren werden können. Aber jetzt mal ehrlich: Wer auf dem Ding sitzt, will volle Power. Dann muss man halt öfter an die Stromtankstelle. Der Akku sitzt unter dem Sattel und wird mit einem Schloss gesichert. An der Steckdose dauert es dann etwa vier Stunden, bis die Batterie wieder voll ist.

Wir waren mit dem Lil‘ Buddy am Elbstrand und in Parks, fuhren durch die Stadt und verbrachten damit ein paar Tage am Strand von St. Peter-Ording. Ganz egal, auf welchem Gelände wir fuhren: Das Bike brachte uns sanft und sicher überall hin, ganz entspannt und ohne große Anstrengung. Doch auch für den sportlichen Kick bringt Lil‘ Buddy genügend Power mit: Bei einer kleinen Downhill-Fahrt steigt der Puls, die Konzentration steht auf Anschlag, der Fun strömt aus jeder Pore. Ein Tipp: Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte eine Pumpe dabei haben. Denn auf unwegsamen Gelände oder am Strand empfiehlt es sich, den Reifendruck zu reduzieren, um so eine bessere Federung zu bekommen – sonst fühlt man jeden Huckel. Auf der Straße darfs es dann wieder ein bisschen mehr Luft sein.

Und ist das Rad nun praktisch? Gegenfrage: Braucht man in der Stadt SUVs? Darum geht es nun wirklich nicht. Wir sind der Meinung: Das Bike macht Spaß – und darauf kommt es doch am Ende an. Es ist eigentlich einen Tick zu schwer für einen mobilen Mitfahrer, dafür bietet es dann vor Ort viel mehr, als es jedes „normale“ Rad je könnte. Und wenn es nur nette Gespräche mit den Stellplatznachbarn sind. Ganz klar: Wir haben mit dem coolen Rad einen kleinen Kumpel fürs Leben gefunden. Auch wenn wir den Lil‘ Buddy nach dem Test wieder zurück nach Regensburg schicken, werden wir ihn immer in guter Erinnerung behalten. Im Podcast stellen wir nicht nur das Rad noch einmal vor und erzählen von unseren Erlebnissen mit dem Lil‘ Buddy. Wir sprechen auch mit Pero über die Geschichte hinterm dem Bike, über seine Firma Ruff-Cycles, aber auch über seine eigenen Outdoor-Touren durch Nordafrika.

Fotos: Henning Pommée

Website von Ruff-Cycles: https://www.ruff-cycles.com
Lil‘ Buddy Infos, Preise und Konfigurationen: https://www.ruff-cycles.com/ruff-cycles-ebikes/lil-buddy-bosch-ebike-pedelec.html

Strandparadies Großenbrode

Eigentlich stehe ich lieber irgendwo frei, statt auf einen Campingplatz zu fahren. Aber manchmal geht es nicht anders, zum Beispiel wenn ich Strom aufladen muss, den Wassertank füllen oder mein Abwasser loswerden möchte. Auf dem Weg nach Fehmarn gibt es eine Reihe gute Möglichkeiten dafür. Ein kleiner Tipp ist ganz sicher der Campingplatz Strandparadies Großenbrode.

Um dorthin zu kommen, nimmt man einfach die letzte Ausfahrt vor der Insel – und schon ist man quasi auf dem Platz, ganz nah an der Ostsee und mit vielen Möglichkeiten, sich den Tag zu vertreiben.

Susanne und Ulrich Gerber betreiben den Platz schon seit gut 20 Jahren mit viel Herz. Sie sorgen dafür, dass ein Aufenthalt erholsam und entspannend wird. Vor allem Dauercamper zieht es hierher, aber auch Tagesgäste sind herzlich willkommen. Für ein oder zwei Nächte kann man das gut machen.

Website mit allen Infos und Preisen: https://camping-grossenbrode.de/index.html

Jan Plewka: Selig, Songs und betrunkene Schnecken

Nein, vorstellen muss man Jan Plewka eigentlich nicht, schließlich ist der Ausnahmekünstler seit 30 Jahren eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft. Aber spätestens seit „Sing meinen Song“ kennt nun wohl wirklich jedes Kind seinen Namen in ganz Deutschland. Denn obwohl man die unverwechselbare Stimme und seine Songs im Ohr hat, ist es vor allem seine Band Selig, die man damit verbindet.

Jan Plewka wurde 1970 in einer Kleinstadt bei Hamburg geboren. Bereits als Kind machte er Musik, schauspielerte oder sprach in Hörspielen mit. Anfang der 90er gründet er schließlich die Hamburger Rockband Selig. Es war ein Paukenschlag, die Mischung aus 70s-Rock und Grunge in Verbindung mit deutschen Texten wurde zum Soundtrack seiner Zeit. Songs wie „Sie hat geschrien“, „Ohne Dich“ oder „Kleine Schwester“ gehören noch immer auf jede gut sortierte Playlist. Die Band schrieb zudem den Soundtrack zum Kultfilm „Knockin’ on Heaven’s Door“.

Dann kam eine Pause, Jan spielte in Bands wie Zinoba oder TempEau, veröffentliche Solo-Platten, vor allem aber tourte er auf kleinen und großen Bühnen mit den Songs von Rio Reiser. Seit 2008 sind Selig zurück, gereifter – und noch besser, als je zuvor. Ihr aktueller Song „Alles ist so“ kündigt schon einmal hervorragend das kommende Album „Myriaden“ an (VÖ: 16. Oktober 2020).

Im Podcast erzählt Jan Plewka, was ihn dieser Song bedeutet – und wie sehr ihm der Schutz der Natur am Herzen liegt. Er möchte die Welt zu einem besseren Ort machen, damit auch die nächsten Generationen einen guten Platz zum Leben haben. Das zeigt sich nicht nur in seinen Texten, sondern spiegelt sich zum Beispiel in seinem Einkaufsverhalten wieder: Plastik ist für ihn weitestgehend tabu. In seinem eigenen Garten zieht er sich selbst Gemüse und zeigt seinen Kindern, das Nahrung nicht im Supermarkt wächst. Und dabei lernt er auch selbst noch etwas, zum Beispiel, dass Schnecken Bier lieben.Durch „Sing meinen Song“ sind die alten Songs von Selig wieder in der Heavy Rotation. Die Tourdaten stehen auch schon fest: Im Februar 2021 geht es in Berlin los, Finale ist – natürlich – in „seinem“ Hamburg.

„Alles ist so“ vom neuen Album „Myriaden“, welches am 16. Oktober 2020 erscheint

Website von Jan Plewka: https://www.jan-plewka.de/
Website von Selig: http://www.seligmusik.de/

Die große Bulli-Verwandlung

Als wir Jan das erste Mal getroffen haben, schaute er aus dem Fenster eines heruntergekommenen Wohnwagens. Es war auf dem Festival, er uns sein Kumpel Linus haben sich direkt an unseren Platz gestellt. Ein kurzer Blick in die Augen und es war klar: Das wird ein lustiges Festival. Es stellte sich schnell heraus, dass dieser Wohnwagen ihr Festival-Gefährt ist – und nur zu diesem Zweck überhaupt noch bewegt wird. Das Herz von Jan schlug schon da für ein ganz anderes Fahrzeug: Ein VW-Bulli.

Entdeckt hatte er seinen mobilen Traum, als er mit seinem Vater im Urlaub war. Auf dem Weg in den Süden sahen sie den Wagen, der seine besten Zeiten ganz offensichtlich schon hinter sich hatte. Und dennoch konnten sie ihn auf dem Rest der Fahrt nicht vergessen. Also fuhren sie zurück und machten das Ding klar. Seit dem steht der Wagen in Vechta. Nur wenn man ihn heute sieht, könnte man fast denken, dass es sich um ein ganz anderes Fahrzeug handelt – so viel hat Jan daran getan. Was genau er gemacht hat, wie er den Wagen nutzt und vor allem , was der Spaß gekostet hat, verrät Jan im Podcast.

Das Nicht-Smartphone MP02

Wenn ich unterwegs bin, möchte ich zwar einerseits mit der hinter mir liegenden Welt verbunden bleiben, andererseits möchte ich nicht die ganze Zeit von digitalen Dingen abgelenkt werden. Allerdings gelingt mir das mit meinem Smartphone häufig nicht: Da möchte ich einfach nur mal schnell die Mail checken – und plötzlich habe ich mich dann doch wieder viel zu lange bei Facebook/Instagram/Twitter/undsoweiterundsofort verirrt. Die Selbstkontrolle ist eine Bitch.

Das Buch „Digital Minimalism“ von Cal Newport hat mir die unbequeme Wahrheit vor Augen geführt: Es ist eine Sucht. Aber vor allem im Wohnmobil habe ich gar keine Lust dazu, per Handy dauernd ins Leben anderer Leute, in deren Gedanken und Aktivitäten einzutauchen. Und wenn ich mich nicht selbst beherrschen kann, brauche ich Hilfe, im besten Fall eine technische. Ein anderes Handy muss her, damit das Smartphone während des Wohnmobil-Trips die meiste Zeit im Schrank liegen bleiben kann. Trommelwirbel, Auftritt MP02 von Punkt.

Diese Schweizer wieder. Von Design und Präzision verstehen sie was. Das MP02 fühlt sich fantastisch an, die Rückseite hat einen Buckel, der sich perfekt in die gewölbte Hand schmiegt. Die Vorderseite hätte genauso gut von Dieter Rams gestaltet sein können: Große Tasten, cleaner Look – wer alte Taschenrechner oder moderne Macs nutzt, fühlt sich gleich Zuhause. Aufgeladen wird es per USB-C, darüber hinaus funkt es im LTE-Netz. Letzteres klingt erst einmal sinnlos bei einem Telefon ohne Internet-Browser und App-Store. Aber für mich war das schnelle Netz ein Hauptgrund dafür, das MP02 mitzunehmen. Na gut, neben dem genialen Design.

Wenn ich einmal ins Internet muss, um berufliche Mails zu bearbeiten oder irgendwelche Daten herunterzuladen, kann ich mit dem Mobiltelefon einen Hotspot einrichten und so per WLAN surfen. Das klingt erst einmal nicht besonders, da dies inzwischen jedes Smartphone kann. Aber normale Tastentelefone können das nur selten – und wenn doch, dann kauft man sich diese Funktion häufig mit Verbindungsproblemen ein. Die Leitung mit dem MP02 ist stabil.

Und was kann das Telefon sonst so? Telefonieren, SMS senden und empfangen und einen Wecker hat es auch noch. Es war schon eine Umgewöhnung, wie früher eine Kurznachricht mit den Tasten zu schreiben. Aber dafür halte ich mich bei meinen Antworten jetzt sehr kurz. Anfangs vermisste ich Messenger wie Whatsapp, aber dann genoss ich es, nicht immer auf jedem Kanal sofort erreichbar zu sein. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich jetzt höchstens einmal am Tag das Smartphone anzuschalten. Das klappt noch nicht immer, aber immer öfter.

Mir fehlen aber auch ein, zwei Dinge. Ich hätte gerne einen Musikplayer an Bord, um darüber meine Musik abzuspielen. Spotify wäre fein, eine Kamera ein netter Bonus. Halt, wenn ich jetzt weiter aufzähle, kann ich auch gleich wieder zum Smartphone greifen. Für die Musik habe ich einen alten iPod rausgekramt und ihn mit Songs für den Roadtrip gefüllt. Fotos mache ich mit meiner großen Kamera – oder ich verzichte einfach mal, ständig alles zu fotografieren, da ich die meisten Bilder eh nie wieder anschaue.

Mir gefällt das MP02 sehr gut. Allerdings ist der Preis mit 329,– Euro zu hoch für ein Stück Technik, was eigentlich kaum etwas kann. Oder ich muss es anders betrachten: Wenn ich eine teure Uhr tragen, kann die auch nicht viel mehr, als die Zeit anzuzeigen. Und beschwere ich mich da über den Preis? Nein, eben. Design und Style darf man nicht nach den Funktionen bewerten, sondern ganz schlicht danach, ob es in den eigenen Lifestyle passt. Und dieses dumme Ding passt – als Zweithandy – einfach perfekt in meinen..