#248: Bequem nach und in Dänemark

Campermen Cover (500 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Gerd fährt nach Fyn (Fühnen) mit allem Komfort

Diese Folge ist eine kleine Zeitreise. Sie wurde einen Tag vor der Abreise von Gerd in Richtung aufgenommen. Zwei Tage später, wenn sie ausgespielt wird, ist Gerd schon unterwegs. Auch die WM ist schon gestartet. Darüber sprechen Henning und Gerd. Genauer: Sie unterhalten sich darüber, warum es so viele Miesepeter gibt und sich gefühlt kaum noch jemand darüber freut, dass das DFB-Team um den großen Titel kämpft. Das fühlt sich fasst so an wie 1994, als Berti Vogts der Nationaltrainer war. Vielleicht ein Tipp: Schaut Euch mal die spannende Doku zu der „Albtraum-WM“ an, die in der ARD Mediathek zur Verfügung steht.

Ein ganz anderes Event hat Gerd bereits hinter sich. Er war auf der „Abenteuer & Allrad“ und hat ein paar Eindrücke mitgebracht.

Aber das ist alles Schnee von gestern, nun geht es nach Dänemark. Ziel: Die Insel Fyn. Endlich. Gerd fährt in einem Ford Nugget und packt dort die ganze Ausrüstung rein. In Fyn steigt er dann aufs Lil‘ Buddy von Ruff Cycles und fährt von einem spannenden Termin zum nächsten. Es geht hoch auf eine Brücke, raus aufs Wasser und rein in ein kulinarisches Abenteuer. Dazu lernt er viele verschiedenen Campingplätze kennen. Über all das wird er in den kommenden Tagen auf Instagram „thecampermen“ berichten.

Dort zeigt er dann auch die komfortable Schlafkombination von Zenbivy. Das „Light Bundle“ vereint Matratze, Kissen und Daunendecke in einem Set. Und nutzt er es nicht, lässt sich das ganze Zeug zu einem kleinen Paket zusammenpacken. Perfekt für eine Radtour.

In der nächsten Folge ist Gerd übrigens noch unterwegs. Aber Henning wird das Kind auch ohne ihn schon schaukeln.

Links zur Folge
Zenbivy Light Bundle: https://zenbivy.eu/de/products/bestseller-light-bundle
„WM 1994: Elf Helden, ein Albtraum“ in der ARD Mediathek: https://www.ardmediathek.de/serie/wm-1994-elf-helden-ein-albtraum/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS81MTg0/1
Heartland Festival: https://heartlandfestival.dk
Lil‘ Buddy von Ruff Cycles: https://www.ruff-cycles.com/de/lilbuddy-de/
Website „Visit Fyn“: https://www.visitfyn.de
App für Fyn-Touristen: https://www.visitfyn.de/fyn/reise-ideen/kostenlose-app-fuer-erlebnisse-auf-fuenen-und-den-inseln-gdk1156234
Abenteuer & Allrad: [https://www.abenteuer-allrad.de](https://www.visitfyn.de/fyn/reise-ideen/kostenlose-app-fuer-erlebnisse-auf-fuenen-und-den-inseln-gdk1156234
)

Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

Campermen-Radio auf Spotify: https://open.spotify.com/playlist/4exlZlowhPdviX3dU1qQE9?si=8f50e8d4fb8646cf

#247: Camping am Ratzeburger See

Campermen Cover (1000 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Henning zieht es an den See, Gerd fährt mit einem einer verrückten Komi und Reinald kocht

Manchmal liegt das Glück so nah. Knapp eine Stunde fährt Henning von Hamburg zu seinem Platz der Woche. Diesmal stellt er Naturcamping Buchholz vor, einen idyllischen Platz direkt am Ratzeburger See. Natürlich ist er nicht alleine dort, sondern mit den Nordic Vancrews. Der Grund fürs Treffen ist klar: In einer netten Gruppe steht es sich einfach besser an einem schönen Platz. Übrigens: Der Campingplatz liegt fast direkt an der alten Salzstraße, die bis Lübeck und Lüneburg führt. Vielleicht ein Tipp für eine Radtour?

Apropos, da war doch was. Gerd spricht ja seit Wochen über kaum etwas anderes, als seine geplante Tour. Nun geht es aber tatsächlich bald los. Sein Rad ist da und startklar. Er fährt mit dem Lil‘ Buddy von Ruff Cycles. Ja, schon etwas bekloppt und beratungsresistent, der Kerl. Henning sagt, mit so einem Rad gibt es Rückenschmerzen. Für Gerd ist es dagegen ein perfektes Gefährt, zumal genug Packtaschen und sogar ein Anhänger am Start sind. Er will schließlich entspannt reisen, nicht den Blick aufs Asphalt, sondern diesen während der Fahrt voller Freude nach links und rechts schweifen lassen. Reinald, der im Job sehr häufig Fahrradrennen organisiert, ist fassungslos über die Wahl des Rades – und sagt lieber nichts dazu.

Er kümmert sich da doch lieber um die Verpflegung. Er macht eine Stulle. Aber nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere Scheibe Brot. Das Rezept hat er beim Schauspieler Stanley Tucci entdeckt, der nicht nur gut in andere Rollen schlüpft, sondern hervorragend kochen kann – und beides gerne zeigt. Der ist übrigens gerade in der Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ zu sehen. Aber zurück zum Brot: Ob es tatsächlich die perfekte Camping- und Radfahrer-Nahrung ist, probieren wir aus, versprochen. Aber danke für den Tipp, Reinald.

Tipps gibt es auch von Florian Laudon. Der Geschäftsführer von Island Collective surft für sein Leben gern, supportet den FC St. Pauli und – deshalb ist er bei uns im Interview – fuhr schon in fast allem, was ein Bett hat und in Deutschland zugelassen ist. Er hatte er mit seinem Surf-Buddy einen T3, dann kam die Familie – und damit ein Wohnmobil. Wie man mit Frau und drei Kindern darin reist, erzählt er uns – und damit Euch!

Viel Freude.

Links zur Folge
Naturcamping Buchhholz: https://naturcampingbuchholz.de/de/
Alte Salzstraße: https://de.wikipedia.org/wiki/AlteSalzstraße
Ruff Cycles: https://www.ruff-cycles.com
Lil‘ Buddy: https://www.ruff-cycles.com/category/lil-buddy/lilbuddy-ebike/
Rezension zu Lil‘ Buddy auf Campermen: https://campermen.de/lil-buddy-millennial-trifft-bonanza-rad/
Stanley Tucci auf Instagram: https://www.instagram.com/stanleytucci/?hl=de
Wikipedia-Eintrag zu https://de.wikipedia.org/wiki/Stanley
Tucci

Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

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#246: Reifenspuren im Sand von Rømø

Campermen Cover (500 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Henning hat Rømø für sich entdeckt und Gerd trägt sichere Rad-Mode

Man könnte meinen, dass Dänemark ein Leitmotiv von Campermen ist. In dieser Folge zeigt sich ganz besonders deutlich unsere Liebe zu Hygge & Co. Henning war nämlich auf der schönen Insel Rømø. Die spricht man übrigens nicht „Römm“ aus, wie Gerd fälschlicherweise in dieser Folge behauptet, sondern eher wie „Römm-öh“, wie Henning richt feststellt. Aber Sprache hin oder her, der Ort ist es, über den es zu reden gilt. Geiler Strand, tolle Menschen, meist gutes Wetter. Für Henning die perfekte Alternative zu St.-Peter Ording. Er hat dort den Campingplatz Lakolk für sich entdeckt, den er in dieser Woche vorstellt.

Wie man inzwischen unzählige Male gehört hat, ist auch Gerd ein Dänemark-Fan. Darum will er ja auch mit dem Rad dorthin fahren. Während das Fahrrad noch nicht ganz startklar ist, hat er zumindest die Ausrüstung für Komfort und Sicherheit. Die Firma Poc hat Gerd für die Tour Helm, Brille, Regenjacke und eine gepolsterte Hose zur Verfügung gestellt. Auf Campermen.de hat er schon einmal einen ersten Erfahrungsbericht zu den Klamotten geschrieben. Und im Podcast verrät er, warum er den Helm so mag.

Doch bevor er die Klamotten überstreift und sich aufs Rad schwingt, geht es erst einmal in den Süden ins schöne Bad Kissingen. Dort findet vom 04. bis 07. Juni 2026 die Abenteuer & Allrad statt, wahrscheinlich die wichtigste Outdoor-Messe für alle Fans von 4×4, dicken Reifen und abgefahren Gadgets für jedes Terrain. Er wird von dort berichten und hat auch schon einen Termin mit dem Veranstalter für ein Interview.

Links zur Folge
Lakolk Strand: https://firstcamp.de/reiseziele/lakolk-strand-romo
Testbericht mit allen Links zur POC-Radausrüstung: https://campermen.de/diese-rad-ausruestung-macht-voll-poc/
Abenteuer & Allrad: https://www.abenteuer-allrad.de

Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

Campermen-Radio auf Spotify: https://open.spotify.com/playlist/4exlZlowhPdviX3dU1qQE9?si=8f50e8d4fb8646cf

Diese Rad-Ausrüstung macht voll POC

Eine Radtour nach Dänemark? Dafür braucht man nicht nur das passende Fahrrad, sondern auch die richtige Ausrüstung. Sonst tut nach ein paar Kilometern nicht nur der Hintern weh. Es geht um Schutz, es geht um Gewicht und es geht am Ende auch immer um den guten Geschmack. Gerd nimmt auf seine Tour nach Dänemark Bike-Gear der Firma POC mit. Helm, Brille, Hose oder Jacke: Diese Ausrüstung sorgt für pures Rad-Vergnügen.

Calyx Helm

© Gerd Blank // Campermen

Helme sind für mich ein großes Problem. Nicht, dass ich keine tragen mag. Sicherheit geht vor, ich trage einen Helm, wenn es sein muss. Wenn ich Ski fahre oder auf dem Motorrad. Beim Fahrradfahren habe ich mich bisher immer geweigert. Die meisten Helme sind furchtbar hässlich. Oder sie passen mir einfach nicht. Ich habe einen Kopfumfang von 62 cm. Auf meinen Helmen stehen Bezeichnungen wie XL oder XXL. Schaut Euch die Kavenzmänner mal an, wenn ihr einen in die Hände bekommt. Ich sehe damit häufig aus wie Calimero. Ihr wisst schon, der mit dem Sombrero. Ich habe dann den Calyx von POC entdeckt. Der Helm ist optisch eine Mischung aus Ski-Helm oder Skater-Helm. Und tatsächlich kann man ihn für viele Abenteuer nutzen. Laut Beschreibung kann er in den Bergen, auf der Piste oder eben auf dem Rad genutzt werden. Für den Winter und bei Wind sind ansteckbare Ohrenschützer dabei. Beim Radfahren sorgen wiederum Belüftungslöcher für eine kleine Erfrischung auf der Kopfhaut. Was mich aber viel mehr gefreut hat, dass er trotz der Größe etwas dezenter daherkommt, als viele seiner Artgenossen. Die Innenschale lässt sich mit einem Drehrad auf die richtige Größe einstellen. An der hinteren Innenseite sitzt wiederum eine verstellbare Kopfstütze, damit der Helm nicht nach hinten rutscht. Und tatsächlich: Der Calyx sitzt optimal. Klar, mit so einem großen Kopf kann man keinen unsichtbaren Helm tragen. Aber er wirkt trotz des dicken Polsters und der Stabilen Form relativ dezent. Das liegt sicher an der Farbe.

© Poc
© Poc
© Poc
ProduktCalyx Helm
ExtrasAbnehmbare Ohrpolster, Nackenwärmer inkludiert, in verschiedenen Größen und Farben erhältlich
Preis (UVP)250 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/calyx-uranium-black-matt

Devour Photochromic Sportbrille

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Es gibt zwei Dinge, die mich auf längeren Radtouren nerven: Wenn die Sonne ins Gesicht scheint und wenn kleine Fliegen im Auge landen. Früher bin ic immer mit einer normalen Sonnenbrille gefahren. Das half zwar gegen Sonne, war aber blöd, wenn die Sonne wieder weg war. Und Fliegen fanden immer ihren Weg. Standardbrillen sind nicht optimal für sportliche Zwecke. Bei der Devour hat keine Fliege eine Chance. Die Gläser sind sehr groß und dank der leichten Wölbung schmiegen sie sich fast ans Gesicht. Sie erinnert ein wenig an eine Skibrille – und das ist auch so gewollt. Was auf der Piste funktioniert, ist auch auf der Straße praktisch. Die Gläser sind unglaublich leicht, die Brille wiegt nur etwa 40 Gramm. Den absoluten Clou sieht man aber erst, wenn die Sonne scheint. Aus einer Klarsichtbrille wird eine getönte Brille. Je stärker die Sonne, desto dunkler wird’s. Und schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, wird das Glas wieder heller. Ich bin so begeistert vom Konzept, dass ich die Brille inzwischen auch ab und zu einfach so trage. Ich habe sie beim Spaziergang in die Stadt kaum auf der Nase gespürt und schon vergessen, dass sie einen Großteil meines Gesichts einnimmt. Erst als mich einige Passanten seltsam anschauten, erinnerte ich mich. Vielleicht hielten die mich für Ski Aggu?

ProduktDevour Photochromic Sportbrille
ExtrasGläser verdunkeln automatisch bei Sonnenschein. Gläser lassen sich auswechseln
Preis (UVP)300 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/devour-photochromic-translucent-black-clarity-photochromic-changeable-grey

Cadence Cargo Bib Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich habe lange gebraucht, um mich mit dem Thema Radhose anzufreunden. Nicht weil ich etwas gegen enge Hosen hätte. Sondern weil man damit auf dem Rad sitzt wie auf einem mittelprächtig gepolsterten Bürostuhl und das nach zwei Stunden merkt. Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert. Immer war irgendwas. Zu wenig Polsterung hier, zu viel Druck dort. Und dann dieses generelle Gefühl, als würde man auf einem Kieselstein sitzen. Die Cadence Cargo Bib Shorts von POC haben mich eines Besseren belehrt. Das fängt schon beim Sitzpolster an. POC nennt es das „Novus“ und es ist tatsächlich patentiert. Das klingt nach Marketing, fühlt sich aber anders an. Die Form basiert auf einer Druckpunktanalyse, also echten Messdaten. Das Polster ist breiter und enthält zusätzlich Gel-Einsätze, die Vibrationen schlucken. Das merkt man. Wundstellen und Reibungspunkte, die ich von anderen Hosen kannte, blieben aus. Dazu gibt es einen zentralen Kanal im Polster, der den Blutfluss unterstützt. Klingt medizinisch, ist aber beim Fahren spürbar. Was mich außerdem überzeugt hat: die Passform. Die Hose ist anatomisch geformt und berücksichtigt die männliche Anatomie explizit. Das klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht. Der 4-Wege-Stretch lässt volle Bewegungsfreiheit, die Träger sind dehnbar und lassen sich leicht herunterziehen. Wer schon mal mit Trägerhosen auf öffentlichen Toiletten gekämpft hat, weiß, wie wichtig das ist. Und dann ist da noch das perforierte Material am Rumpf, das für Luftzirkulation sorgt. Keine Ahnung, wie ich damit früher ohne ausgekommen bin. Mit 220 Gramm ist die Hose außerdem kaum zu spüren. Fast so, als würde man gar nichts tragen. Fast.

ProduktCadence Cargo Cycling Bib Shorts
Patentiertes Sitzpolster, in verschiedenen Größen verfügbar
Preis (UVP)180 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-cadence-cargo-bib-shorts-uranium-black

Motion MTB Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich fahre kein Mountainbike. Noch nicht. Aber ich habe verstanden, dass man für den Trail andere Klamotten braucht als fürs Rennrad. Auf dem Trail regnet es häufiger, die Hose berührt gelegentlich den Boden oder einen Ast, und man bewegt sich schlicht anders. Die Motion MTB Shorts von POC sind genau für diese Situationen gemacht. Ich finde sie auch jenseits des Trails ziemlich praktisch. Die Hose ist aus recyceltem Polyamid gefertigt, das ich als angenehm leicht beschreiben würde. Nur 190 Gramm. Und obwohl das Material robust ist und dem ein oder anderen Kontakt mit Trail-Hindernissen stand hält, fühlt es sich nicht nach Outdoor-Ausrüstung aus den Neunzigern an. Die Imprägnierung ist C0/PFAS-frei, was bedeutet, dass Wasser bei leichtem Regen einfach abperlt, ohne dass chemischer Schnickschnack im Spiel ist. Bei stärkerem Regen gibt es dann die passende Regenjacke, aber dazu gleich mehr. Was mir besonders gut gefällt: Der Schnitt. Ein Zwickel im Schritt verhindert unangenehme Reibung, der Bund lässt sich verstellen, und die Hose passt über Knieschoner, ohne zu zwicken. Zwei Reißverschlusstaschen halten alles sicher an Ort und Stelle. Ich habe die Shorts zuletzt auf einer längeren Tour getragen und war überrascht, wie gut sie für alles Mögliche taugen. Manchmal reicht eben ein guter Schnitt.

ProduktMotion MTB Shorts
ExtrasVerschiedene Größen und Farben verfügbar. Komfortabel und leicht.
Preis (UVP)100 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-motion-shorts-uranium-black

Motion MTB Regenjacke

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Es gibt eine Wahrheit über Radfahren, die man lieber früh akzeptiert: Man wird nass. Irgendwann. Man kann die Ausfahrt so gut planen, wie man will – das Wetter kümmert das nicht. Ich habe jahrelang auf Regenfahrten verzichtet oder mich mit einer normalen Windbreaker-Jacke beholfen, die nach zwanzig Minuten Regen aufgegeben hat. Und dann ist man trotzdem klatschnass, aber zusätzlich eingepackt wie ein Müllbeutel. Die Motion Rain Jacket von POC ist in dieser Hinsicht ein anderes Kaliber. Sie besteht aus dreilagigem Nylon mit Ripstop-Konstruktion und einer PFC-freien DWR-Imprägnierung. Kein Wasser dringt ein, und das Material hält trotzdem was aus. Die Jacke ist mit 295 Gramm kein Fliegengewicht, aber für das, was sie leistet, erstaunlich kompakt. Ich trage sie zusammengerollt im Rucksack, bis der erste Regentropfen fällt. Besonders durchdacht finde ich die Kapuze. Sie lässt sich vollständig anpassen und sitzt auch unter dem Helm, was bei Regenjacken überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wer schon mal versucht hat, eine normale Kapuze über einen Radhelm zu ziehen, kennt das Theater. Hier klappt das. Elastische Bündchen an den Ärmeln und am Saum halten alles dicht, perforierte Zonen unter den Armen sorgen gleichzeitig dafür, dass man sich beim Fahren nicht wie in einer Sauna fühlt. Reflektierende Streifen auf der Rückseite machen die Jacke bei schlechter Sicht sichtbarer. Eine Jacke, die mitdenkt.

ProduktMotion Rain MTB Jacket
ExtrasVerschiedene Farben und Größen verfügbar, helmkompatible Kapuze, reflektierende Rückenstreifen
Preis (UVP)270 Euro
Linkhttps://poc.com/de/product/ms-motion-rain-jacket-sylvanite-grey

#245: Mit Luftzelt nach Aserbaidschan

Campermen Cover (500 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Reinald spricht von seiner Reise ans Kaspische Meer und Gerd stellt ein Zelt von Heimplanet vor.

Reinald war in Aserbaidschan. Nicht, weil er dort Urlaub machen wollte, sondern aus beruflichen Gründen. Er unterstützte das wichtigste Radrennen des Landes, das „Baku-Khankendi Azerbaijan Cycling Race“: https://bakukhankendi.az. Natürlich hat man bei so einer großen Veranstaltung auch die Gelegenheit, Land und Leute besser kennenzulernen. Eines ist klar: Diesen Trip wird Reinald nicht so schnell vergessen. Warum, hört Ihr in der Folge.

Gerd ist ja noch immer dabei, seine E-Bike-Tour nach und durch Dänemark zu planen. Er stellt gerade die passende Ausrüstung zusammen. Darum testet er gerade das Zelt „The Cave“ der Firma Heimplanet. Es ist nicht das typische Bike-Tour-Zelt. Da Gerd aber mit einem Cargo-Bike unterwegs sein wird, muss es nicht so leicht sein. Er möchte lieber ein cooles Zelt, welches einfach aufzubauen ist und viel Komfort bietet. Ob dieses Zelt genau diese Punkte abdeckt, erzählt er im Gespräch mit Reinald.

Der will natürlich auch noch wissen, wohin es geht. Hier noch einmal: Gerd fährt von Lüneburg über Fehmarn auf die Insel Langeland. Dann fährt er einmal quer durch und rund um die Insel Fyn. Die Tour endet mit einem Besuch des Heartland Festivals, bevor es über Fehmarn wieder zurück nach Lüneburg geht. Mehr dazu in den nächsten Folgen.

Links zur Folge
Aserbaidschan (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Aserbaidschan
Infos zum Radrennen „Baku-Khankendi Azerbaijan Cycling Race“: https://bakukhankendi.az
Campingplätze in Aserbaidschan // Tripadvisor: https://www.tripadvisor.de/Hotels-g293933-c3-zff29-Azerbaijan-Hotels.html

Heimplanet: https://heimplanet.com
Zelt „The Cave“: https://heimplanet.com/products/the-cave-3-season-black-grey
Minipumpe: https://heimplanet.com/products/minipumpe-doppelhub

Fyn / Fünen (Dänemark): https://de.wikipedia.org/wiki/Fünen
Visit Fyn: https://www.visitfyn.de
Heartland Festival: https://heartlandfestival.dk

Campingplatz Stukkamphuk auf Fehmarn: https://strukkamphuk.de/
Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

Campermen-Radio auf Spotify: https://open.spotify.com/playlist/4exlZlowhPdviX3dU1qQE9?si=8f50e8d4fb8646cf

Heimplanet „The Cave“: Luftnummer mit Substanz

Eigentlich bin ich ja ein Freund von mechanischen Dingen, die man versteht, wenn man sie ansieht. Aber wenn man mit dem E-Cargo-Bike durch Dänemark schippert, verschieben sich die Prioritäten. Man hat plötzlich Platz, man hat elektrische Unterstützung und man entwickelt eine diebische Freude daran, Dinge dabeizuhaben, die den Nachbarn auf dem Campingplatz die Sprache verschlagen. Wer sich ein Lastenrad für mehrere tausend Euro leistet, der kriecht abends nicht in eine Dackelgarage vom Discounter. Da darf es dann auch mal die Hamburger Ingenieurskunst von Heimplanet sein.

© Heimplanet

Die Jungs aus der Schanze haben schon vor Jahren beschlossen, dass Zeltstangen eigentlich nur dazu da sind, verloren zu gehen oder im falschen Moment zu knicken. Ihr Gegenentwurf: Luft. Aber nicht so ein bisschen Schlauchboot-Feeling, sondern eine geodätische Struktur, die aufgepumpt so stabil steht wie ein Leuchtturm bei Windstärke acht.

Die Konstruktion des „The Cave“ basiert auf einem sogenannten Inflatable Diamond Grid – einem aufblasbaren, geodätischen Rahmen mit zehn Kreuzungspunkten. Zehn. Das klingt nach Zeltingenieurswesen, ist es auch – und bedeutet: außerordentlich stabil. Das Dach hat eine sternförmige Struktur, die nicht nur schön aussieht, sondern fünf natürliche Abflüsse für Regenwasser bildet. Der Luftrahmen selbst ist zweilagig aufgebaut: innen eine TPU-Blase, außen ein hochfestes HPE-Dacron-Gewebe. Das ganze System ist so überprüft, dass jede einzelne Luftkammer vor der Auslieferung auf Druckverluste getestet wird. Ich würde das gerne auch als Kriterium für andere Zelte einführen.

© Heimplanet
© Heimplanet

Das Außenzelt aus 40D Double Ripstop High-Tenacity-Polyester hält bis zu 3.000 mm Wassersäule stand, der Boden sogar 5.000 mm. YKK-Reißverschlüsse mit Aluminium-Zippern, eine Überkopfablage im Innenzelt, zahlreiche Seitenfächer. „The Cave“ ist nicht nur ein Zelt. Es ist ein organisierter Lebensraum. Das Innenzelt bietet 3,7 m² Grundfläche, die Gesamtfläche kommt auf 4,8 m². Zwei Erwachsene schlafen darin mit ausreichend Abstand, Isomatte und Schlafsack. Es ist kein Palast, aber es ist mehr Raum, als ich in den meisten Zweimann-Zelten vorgefunden habe, die mir als „geräumig“ verkauft wurden. Die Innenhöhe von 100 cm macht das Zelt zum Kriechzelt – ich sitze darin aufrecht, aber ich stehe nicht. Das ist bei Kuppelzelten dieser Klasse normal und vollkommen akzeptabel.

Der Kontrast: Weltraum-Optik im Gemüsegarten

Bevor ich mich damit auf dem Weg zur Insel Fyn mache, gibt es erst einmal die obligatorische Generalprobe im heimischen Garten. Man möchte ja nicht wie ein Anfänger wirken, wenn man später vor dänischen Dünen steht. Das Erste, was auffällt, ist die Optik: Der Stoff ist in einem extrem hellen Grau gehalten, fast schon weiß, was zusammen mit den tiefschwarzen Luftstreben aussieht wie eine Raumstation, die versehentlich auf dem Rasen gelandet ist. Ein toller Kontrast, sehr auffällig und – seien wir ehrlich – genau das Richtige für das Ego.

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Der Aufbau ist beim ersten Mal nicht ganz so simple, wie es der Hersteller verspricht. Von wegen „in 16 Sekunden steht das Zelt“. In der Verpackung liegen die aufgerollten Luftröhren, ein Flysheet und die Zeltkabine. Zuerst muss der Schlauch entwirrt und ausgelegt werden. Dann vorsichtig aufpumpen, bis das Gerippe steht. Jetzt kommt erst einmal das Flysheet hinein, es wird an gekennzeichneten Haken eingehängt und befestigt. Zum Schluss wird noch die Kabine eingehängt. Das klingt einfach, ist es im Prinzip auch, dauert nur eine Weile – vor allem, wenn man die Befestigungen einmal an falscher Stelle genutzt hat und wieder von vorne anfangen muss. Nicht, dass mir das passiert ist, auf keinen Fall… Etwa 30 Minuten brauchte ich für den ersten Aufbau.

© Gerd Blank // Campermen

Der zweite Aufbau ist dagegen fast schon erschreckend simpel. Man rollt das Bündel aus, schließt die Pumpe an und fängt an zu arbeiten. Dank des „One-Pump-Systems“ flutet die Luft das gesamte Skelett gleichzeitig. Es hat fast etwas Meditatives, wie sich „The Cave“ aus dem Nichts erhebt. In einer Minute steht die Hütte. Innen ist überraschend viel Platz für zwei Personen, man kann sich ausbreiten, ohne dem Partner ständig den Ellenbogen in die Rippen zu drücken. Und das Beste: Der Abbau ist kein Kampf gegen widerspenstige Stangen. Ventile auf, die Luft entweicht mit einem satten Seufzer, einmal falten, ab in den Sack.

Dänemark: Wo Design auf Küste trifft

Ich sehe es schon vor mir, wie ich mit dem Zelt auf Fyn unerwegs bin und sich dieses kantige, fast schon aggressive Design vor die sanfte, grüne Kulisse der dänischen Insel seht. Es passt eigentlich gar nicht zusammen, und genau deshalb ist es so gut. Es ist ein Bruch mit der klassischen Camping-Romantik in Beige und Tannengrün.

Natürlich werde ich damit leben müssen, dass ich für Aufmerksamkeit sorge. Wahrscheinlich wird die Standardfrage „Hält das?“ sein. Darauf wird es eine klare Antwort geben: Ja, natürlich, es hält. Sogar besser als vieles andere, weil der Luftrahmen bei Windböen nachgibt und sofort wieder in Form springt, statt zu brechen.

Dass „The Cave“ mit knapp fünf Kilo kein Leichtgewicht ist, geschenkt. Im Cargo-Bike ist das Gewicht nur eine Zahl auf dem Display, die der Motor weglächelt. Für dieses Maß an Komfort und die Gewissheit, im Trockenen zu sitzen, wenn die Ostsee mal wieder ungemütlich wird, schleppe ich das gerne mit. Und wenn es nur für Fotos ist, mit denen ich beim langen Dia-Abend angeben kann. Wie es da stehen wird, Vor dem Hintergrund dänischer Küste, mit dem Meer dahinter und einem orangefarbenen Sonnenuntergang, der die ganze Sache dramatisch beleuchtete: Das wird eine ganz besondere Kombination. Ein Zelt als Kunstinstallation. Unbeabsichtigt, aber unvermeidlich.

Mein Fazit

© Gerd Blank // Campermen

Heimplanet hat mit dem „The Cave“ ein Stück Ausrüstung geschaffen, das man einfach gernhaben muss. Es ist nicht billig, es ist nicht leicht, aber es ist verdammt schlau gemacht und sieht dabei noch verdammt gut aus. Es ist das Zelt für alle, die keine Lust mehr auf Ausrüstungs-Frust haben und stattdessen lieber die Zeit am Meer genießen.

Gear-Check: Die harten Fakten

  • Hersteller: Heimplanet (Hamburg)
  • Modell: The Cave (3-Season)
  • Konstruktion: Geodätischer Luftrahmen (IDG) aus Dacron/TPU
  • Material: 40D Double Ripstop HT Polyester (Außen), 40D Nylon Ripstop (Innen)
  • Gewicht: ca. 4,8 kg (kein Fliegengewicht, aber stabil)
  • Packmaß: 40 x 32 x 23 cm
  • Preis (UVP): 999,00 € (Qualität hat ihren Preis, aber man kauft es nur einmal)
  • Link: heimplanet.com/the-cave

#244: Mit einem Klappstuhl an die Ostsee

Campermen Cover (500 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Ein Platz in Dahme und ein Stuhl zum Falten

Die Ostsee gehört zu den beliebtesten Camping-Regionen der Republik. Gerade im Sommer ist es schwer, einen Platz zu finden. Die Preise sind zudem hoch. Doch noch immer findet man an einigen Stellen Campingplätze, wo es ein wenig wie früher ist. Familiär, respektvoll, bodenständig und nicht überkandidelt. Nadine hat so einen Platz in Dahme gefunden. Auf dem Campingplatz Stieglitz gibt es alles, was man so braucht. Sogar ein kleiner Laden mit Bioprodukten befindet sich auf dem Gelände. Der Clou ist aber die Lage, direkt an der Ostsee. Und wer hier steht, muss noch nicht einmal seinen Dispo ausreizen, denn die Betreiber haben sich gegen die grassierende Preisschraube entschieden.

Das ist bei Yeti etwas anders. Der Hersteller von Outdoor-Ausrüstung hat Produkte hoher Qualität im Sortiment. Und das häufig zu einem hohen Preis. Das schmerzt manchmal ein wenig, aber spätestens nach der ersten Nutzung freut man sich über den Kauf. So wie beim Feldstuhl der Trailhead-Reihe. Der Neuzugang ist ein Klappstuhl. Kling unspektakulär – bis man den Stuhl einmal aufgeklappt und hingestellt hat. Das geht butterweich von der Hand. Der Stuhl steht wie ein Fels, ist bequem und sieht gut aus. Was will man mehr? Einen Getränkehalter. Der ist nicht an Bord, kann aber für ein paar Euro gekauft und nach Wunsch entweder links oder rechts montiert werden. Immerhin die Tasche für den Stuhl ist dabei. Gerd hat jetzt einen neuen Lieblingsstuhl. Er spricht nicht nur im Podcast darüber, sondern hat auch einen Text dazu geschrieben: https://campermen.de/yeti-trailhead-feldstuhl-nein-ich-will-nicht-aufstehen/

Zu guter Letzt sprechen Gerd und Nadine noch über einen anstehenden Konzertbesuch. Die Sportfreunde Stiller feiern ihren 30. Geburtstag. Der Abend verspricht eine fette Sause zu werden. Ihr erinnert Euch bestimmt: Wir hatten einen Sportsfreund bei uns im Interview. Hört doch noch mal in die Folge 103 rein.

Links zur Folge
Camping Stieglitz: https://camping-stieglitz.de
Yeti Feldstuhl Trailhead: https://de.yeti.com/collections/chairs/products/trailhead-field-chair-black
Folge 103 mit Sportfreunde Stiller: https://campermen.de/103-auf-ein-bier-mit-sportfreunde-stiller/

Campingplatz Stukkamphuk auf Fehmarn: https://strukkamphuk.de/
Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

Campermen-Radio auf Spotify: https://open.spotify.com/playlist/4exlZlowhPdviX3dU1qQE9?si=8f50e8d4fb8646cf

#243: Anja Kocherscheidt und ihr Lasterleben

Campermen Cover (500 Pixel) mit Gerd Blank und Henning Pommeé

Interview mit einer Weltreisenden, Lautsprecher für Genießer und ein Platz auf Fehmarn

Irgendwann ging es nicht mehr so weiter, wie bisher. Anja Kocherscheidt und ihr Mann Oliver hatten sich in Hamburg ein erfolgreiches Leben aufgebaut. Zwei Kinder, schicke Wohnung, eigene Agentur – von Außen betrachtet stimmte alles. Doch von innen stimmte nichts mehr. Es kann nicht sein, dachten die beiden, dass sie ihre Kinder kaum sahen, dass sie nur arbeiteten und die Familie zu kurz kam. Der Burnout klopfte an, es war Zeit, etwas zu ändern. Also kauften sie einen alten, blauen LKW des THW, den sie Tur Tür nannten, nach dem Scheinriesen aus dem Buch „Jim Knopf“. Der Name passt, denn von außen war der Wagen riesig, doch innen waren es nur zwölf Quadratmeter. Mehr Platz stand der Familie für die folgenden Monate nicht zur Verfügung. Das Abenteuer begann in Hamburg, führte sie nach Kanada, in die USA und nach Mexiko. In Guatemala strandeten sie während der Corona-Pandemie. Eine Reise mit vielen Wendungen und Überraschungen, mit Umwegen die zu neuen Zielen wurden. Nach ihrer Rückkehr war nichts mehr so, wie es vor er Abreise war. Und genau darüber, über den Weg, neue Ziele, ein Leben im Laster und die Rückkehr in ein neues Leben, schrieb Anja Kocherscheidt das Buch „Lasterleben„. Im Interview spricht sie darüber, was sich verändert hat, im Außen und im Inneren. Ein inspirierendes Gespräch, das Lust macht, selbst mutige Entscheidungen zu treffen.

Und da auf Reisen gut Musik immer dabei ist und diese auch gut klingen muss, hat sich Henning eine neue Box gekauft. Der Henkelmann von Bose hört auf den Namen Soundlink Max, sieht blendend aus und klingt noch besser.

Einen Platz stellen wir in dieser Folge auch noch vor. Besser gesagt haben wir unseren Außenreporter Flo von den Nordic Vancrews zum Stuckkamphuk auf geschickt. Das ist ein kleiner Campingplatz auf Fehmarn. Dort geht es hemdsärmelig und familiär zu. Aber hört selbst, was Flo zu erzählen hat.

Links zur Folge
Website „Lasterleben“: https://www.lasterleben.com
Leseprobe: https://static1.squarespace.com
Instagram @turtur–adventures: https://www.instagram.com/turtur_adventures/

Bose Soundlink Max: https://www.bose.de/p/speakers/bose-soundlink-max-portable-speaker/SLMAX-SPEAKERWIRELESS.html

Campingplatz Stukkamphuk auf Fehmarn: https://strukkamphuk.de/
Campermen auf Instagram: https://www.instagram.com/thecampermen

Campermen-Radio auf Spotify: https://open.spotify.com/playlist/4exlZlowhPdviX3dU1qQE9?si=8f50e8d4fb8646cf

Neapel im Garten: Ooni Koda 2 mit rotierendem Stein

Ich bin kein Pizzabäcker. Ich bin jemand, der Pizzabäcker bewundert, gelegentlich beobachtet und sich insgeheim fragt, warum ein Teig so viel Charakter haben kann und ich so wenig. Dann kam der Ooni Koda 2 auf meinen Gartentisch, und plötzlich war ich mittendrin in einem Experiment, für das ich weder ausreichend Geduld mitgebracht hatte noch die richtige Erwartungshaltung.

Das ist ein gutes Zeichen.

Erster Eindruck: Flugzeughangar für die Terrasse

Der Koda 2 von Ooni sieht aus wie ein kleiner Flugzeughangar, der beschlossen hat, Karriere als Küchengerät zu machen. Das Design ist kompakt, die Verarbeitung aus pulverbeschichtetem Kohlenstoffstahl und Druckguss-Aluminium solide, das Gewicht von 16 Kilogramm vertrauenserweckend. Er kommt in Schwarzgrau oder Schieferblau, und ich sage das ohne Ironie: Schieferblau sieht auf einer Holzterrasse sehr gut aus. Man stellt ihn hin und will ihn angucken, bevor man ihn anmacht.

Die Beine klappen aus, die Gasverbindung sitzt ohne Drama, der Piezozünder funktioniert per Batterie – wobei ich zugeben muss, dass ich diese Batterie beim Auspacken zunächst nicht gefunden habe. Sie steckt im Karton, unauffällig, fast versteckt. Wer das übersieht und den Ofen anwerfen will, steht kurz vor einem der kleinen Momente der Verwirrung, für die Produkttester bekannt sind. Dann findet man sie, klickt sie ein, und die elektrische Zündung tut, was eine elektrische Zündung tun soll: Sie zündet.

Der Ofen erreicht bis zu 500 Grad Celsius. Neapolitanische Pizza in 60 Sekunden, verspricht Ooni. Das stimmt, wenn man weiß, was man tut. Wenn man es nicht weiß, lernt man es nach der ersten leicht angekohlten Testsession, was eine höfliche Umschreibung für verbrannten Rand und roher Mitte ist. Aber dazu später.

Der rotierende Stein: Ein Sensor-Trick

Das eigentliche Highlight ist nicht der Ofen selbst, sondern was man hineinlegen kann: der Ooni Rotierende Stein. 279 Euro Aufpreis, und es lohnt sich, kurz zu erklären, was man dafür bekommt.

Der normale Koda 2 kommt mit einem festen Cordierit-Pizzastein. Man schiebt die Pizza rein, dreht sie von Hand, um heiße und kalte Stellen auszugleichen. Das ist Standardprozedur bei jedem Pizzaofen dieser Klasse und funktioniert. Es ist aber auch das, womit man sich irgendwann nicht mehr abfinden will, sobald man die Alternative kennt.

Der rotierende Stein ersetzt den Standardstein vollständig. Der Einbau dauert laut Ooni weniger als zehn Minuten, was ich bestätigen kann: Man befestigt die Motoreinheit, setzt Stein und Drehringe ein, schließt das Kabel an. Der Motor läuft auf vier AA-Batterien, die direkt im Lieferumfang dabei sind, gut für rund sieben Stunden kontinuierliche Rotation. Das Batteriefach rastet magnetisch ein, was sich besser anfühlt, als es klingt.

Jetzt zum wirklich guten Teil: Der Stein startet und stoppt per berührungslosem Sensor. Man bewegt die Hand vor die Front des Ofens, und der Stein dreht sich. Man bewegt sie erneut, er stoppt. Klingt wie ein Trick, funktioniert aber tatsächlich zuverlässig. Wer seinen Pizzaschieber beim Einlegen vor den Sensor hält, startet den Stein automatisch, und zwar ohne Knopf, ohne App, ohne Nachdenken. Man kann ihn auch per Schalter manuell starten, für alle, die Handbewegungen vor Küchengeräten für zu avantgardistisch halten.

Das Ergebnis: Die Pizza dreht sich gleichmäßig, gart rundum durch, kein Wenden notwendig. Wer schon mal eine halbgare Unterseite aus einem Pizzaofen gezogen hat, weiß, warum das relevant ist.

Temperatur-Check und die Lidl-Lösung

Ooni verspricht 60 Sekunden Pizza. Das stimmt, aber es ist die Art Aussage, die einen in die Irre führen kann. Bei 500 Grad verbrennt ein zu dünner oder zu trockener Teig in derselben Zeit, in der er bei vernünftiger Temperatur gerade anfangen würde, schön auszusehen. Man muss sich herantasten.

Beim ersten Versuch war es zu heiß, der Rand schwarz, die Mitte roh, die Stimmung gespalten. Beim zweiten Durchgang war die Temperatur zu niedrig, der Pizzastein nicht gut genug durchgeheizt, der Teig zäh. Beim dritten Mal hatte ich verstanden, was der Ofen will, und er hatte verstanden, was ich will. Ab da funktionierte es.

Für Unterwegs und alle, die keinen Pizzateig selbst machen wollen, sei gesagt: Der fertige Pizzateig von Lidl aus der Kühltheke funktioniert gut. Er ist günstig, gleichmäßig und verträgt sich mit der Ofentemperatur solide. Kein Geheimtipp, nur ein ehrlicher Hinweis.

Das Zubehör: kurz und nüchtern

Der kompakte Ooni Pizzaschieber macht genau das, wofür er gemacht ist: Er schiebt Pizzen, er dreht Pizzen, er holt Pizzen raus. Er ist kurz genug, um nicht unbequem zu sein, und breit genug, um eine 30-cm-Pizza sicher zu tragen. Wer größere Pizzen backen möchte, greift zum 35-cm-Modell, das ebenfalls kompatibel ist.

Die Transportabdeckung für den Koda 2 ist das, was ihr Name verspricht: eine Abdeckung zum Transportieren. Sie schützt den Ofen vor Regen, Staub und Abdrücken im Kofferraum. Wer den Ofen fest auf der Terrasse stehen lässt, braucht sie weniger. Wer ihn mitnimmt, freut sich über sie.

Vanlife-Hacks: Pizza auf Achse

Wer den Koda 2 mit auf Tour nimmt, sollte die Logistik schrumpfen:

  • Der Soßen-Trick: Vergessen Sie schwere Dosen. Tomatenmark in der Tube, gestreckt mit etwas Wasser, Olivenöl und getrocknetem Oregano, ist die effizienteste Lösung für kleine Camper-Küchen. Es spart Platz und hält sich ohne Kühlung länger. Oder man schaut bei den Pasta-Saucen nach und kauft eine fertige Mischung.
  • Teig-Management: Der Lidl-Teig ist die Geheimwaffe für Unterwegs. Er muss nicht gehen und klebt nicht am Schneidbrett. Der Teig soll zwei Portionen bieten, das halte ich für ein Gerücht. Die Kugel einfach in Form bringen, belegen und dann sachte mit etwas Mehl direkt vauf den Schieber befördern.
  • Gas-Logistik: Der Koda 2 läuft mit den gleichen 5kg- oder 11kg-Flaschen wie der Camper-Herd. Ein passender Adapter macht den Ofen zum autarken Outdoor-Restaurant.

Bilanz: Die Nachbarn am Zaun

Der Koda 2 kostet 449 Euro, der rotierende Stein 279 Euro dazu. Wer beides kauft, gibt 728 Euro aus für ein Setup, mit dem man im Garten Pizza backt, die besser ist als die meisten Pizzerien, die man kalt am Montagabend geliefert bekommt. Das ist kein schlechtes Angebot.
Es ist kein Gerät, das man einmal aufbaut und dann sofort perfekte Ergebnisse produziert. Es braucht zwei, drei Sessions, bis man die Temperatur für den eigenen Teig kennt. Danach wird es schnell zur Routine, und die Routine macht süchtig. Meine Nachbarn haben das inzwischen bemerkt. Sie stehen manchmal wie zufällig am Zaun. Das ist eine legitime Form von Anerkennung. Zum Glück habe ich immer ein bisschen Teig zuviel gemacht und genügend Belag parat.

Links:
Ooni: https://eu.ooni.com/de-de
Koda 2: https://eu.ooni.com/de-de/products/ooni-koda-2
Rotierender Stein: https://eu.ooni.com/de-de/products/ooni-rotating-pizza-oven-stone