Es gibt nicht viele Dinge, die mich beim Autofahren stören. Klar, Stau nervt, Blitzer und Raser, aber das ist alles nicht so schlimm. Richtig schlimm sind für mich Klappergeräusche, Quietschen oder Klötern während einer Autofahrt. Vielleicht kennt ihr das Geräusch von einer Flasche auf dem Fußboden des Autos, die beim Anfahren und Bremsen rhythmisch gegen Sitz und Rückbank ballert. Ich muss dann immer sofort halsbrecherisch am Straßenrand anhalten und dem nervenden Geräusch auf den Grund gehen.
Praktische Rolle für Messer, Gabeln und Löffel.
Für alle unter euch, die eine ähnliche Macke haben oder einfach nur auf Ordnung und Systel, denen würde ich gerne die Tool Roll MINI von Nakatanenga ans Herz legen. Die Rolle bietet Platz für 6x Gabel, Messer und Löffel. Ihr steckt einfach euer Besteck in die Fächer, klappt die Lasche über und der Klettverschluss an beiden Ecken greift zu. Dann alles einrollen und mit dem Gurt fixieren. Praktisch zusammengerollt ist dann alles zu einer Besteckwurstkomprimiert – alles garantiert klapper- und geräuschfrei. Ganz mein Ding!
Worauf ihr achten solltet ist die Länge eueres Esswerkzeugs. Länger als 22 cm sollten Messer, Gabel oder Löffel bei der Mini nicht sein, da sonst der Klettverschluss nicht mehr passt. Ist aber auch kein Problem, umklappen und einrollen geht auch dann noch. Passt am besten mit richtig scharfen Messern auf, da das Nylon Gewebe nicht verstärkt ist und es schnell zu Löchern kommen kann.
Kein Klappern und alles an seinem Ort – Die Bestecktasche sorgt für Ordnung
Die Tool Roll Mini ist zusammengerollt nur knapp über 30 cm lang, und somit ideal für den Einsatz unterwegs. Bei der Herstellung kommen ausschließlich hochwertige und langlebige Materialien zum Einsatz. Handgearbeitete Nähte überstehen auch unzähliges Auf- und Zurollen und das PU-beschichtete Nylon ist einfach zu reinigen und geruchsneutral.
Mit derTool Roll Hungry Editionbietet Nakatanenga zudem eine fertige Lösung für gepflegtes Dinieren beim Picknick oder Campen an – alles schon vorkonfektioniert mit Besteckvarianten und Schneidmessern von WMF. Und wer mit eine Besteckrolle für seine Fußballmannschaft braucht, sollte dieTool Roll Maxi und diemodulare Tool Roll mit anklettbaren Innentaschen wählen.
Bestecktasche für Camping und Wohnmobil
Material: 100% Nylon Maße: 49×30,5 cm (aufgerollt) Preis: 28,30€ Web:www.nakatanenga.de
Wenn euch Deutschland zu klein geworden ist, dann haben wir ein Wohnmobil für euch, das zu groß für Deutschland ist. Unter dem kernigen Namen „Torsus“ werden seit 2016 in einem eigens dafür errichteten Werk in der Slowakei Geländeschwerlastbusse gebaut.
Torus Terrastrom – Wohnmobil für extremes Gelände
Der neue „Terrastorm“ ist das Topmodell und ist in Konfigurationen für Notrettung, Industrieeinsatz in Minen oder auch für den Privatgebrauch zu haben. Der Preis startet bei 100.000 Euro und nach oben sind auch bei diesem Monster keine Grenzen gesetzt.
Dank MAN-Plattform auch in unwägbarem Gelände wir eine Katze unterwegs.
Als Plattform für den Terrastrom dient Fahrgestell- und Antriebsstrangtechnologie von MAN. So will Torsus einHöchstmaß an Haltbarkeit und Wartungsfreundlichkeit garantieren.
Ich mag es bequem, vor allem beim Sitzen. Es gibt für mich kaum etwas nervigeres, unbequeme Stühle an Bord meines Campers zu haben, auf denen ich möglicherweise viele Stunden sitzen soll. Dann setze ich mich doch lieber auf die Stufe des Wohnmobils. Angefangen hat diese Sitzleidenschaft auf dem Hurricane-Festival. Auf den ersten Touren habe ich immer Billig-Klappstühle aus dem Supermarkt mitgenommen. Das mag ja für ein paar Minuten ganz okay sein – aber sobald man nach durchfeierter Nacht den halben Vormittag mit warten auf die ersten Bands des Tages darauf verbringt, ist das nur eine Qual. Der zweite Anstoß kam am Strand. Ich bin kein Freund von Liegestühlen, ich lümmel mich lieber den ganzen Tag im Schneidersitz oder auf einem Fuß sitzend (ja, das geht, wenn man das Bein seltsam anwinkelt) im möglichst bequemen Stuhl.
Vor ein paar Jahren kaufte ich mir dann den erstenOutwell-Stuhl, einen so genannten Moon-Chair. Dabei handelt sich im Prinzip um eine große Sitzschale, die aber bei Nichtgebrauch praktisch klein zusammenklappbar ist. Durch viele Jahre Sand und Salzwasser hat der dann aber irgendwann das zeitliche gesegnet, ein neuer Stuhl musste her. Es kamen (und gingen) viele verschiedene Modelle: einfache Faltstühle mit Fußteil, aufblasbare Sessel, ein eigentlich viel zu schwerer Gartenstuhl. Allesamt nicht schlecht, aber so richtig begeisterte mich keiner davon. Das Problem ist häufig, dass mir das Design nicht zusagt – selbst wenn der Stuhl vielleicht sogar ganz komfortabel ist.
Doch nun bin ich erst einmal wieder sitzmäßig gut ausgestattet, der OutwellGrenada Lakeist bei mir eingezogen. Im Prinzip handelt es sich um einen Regiestuhl, also ein Stahlgestänge mit einem hohen Rückenteil und einer Sitzfläche aus Stoff. Der Clou ist der Überzieher, oder der Husse, wie man in Sitzfachkreisen sagt. Wie ein Handschuh bekommt der auch so schon recht ordentliche Stuhl den gepolsterten Pfiff. Der Stoff besteht aus Polyester, wodurch er selbst schlechtem Wetter ordentlich den Mittelfinger zeigt. Regen macht dem Stoff nichts aus – und sollte es doch ein paar Flecken geben, weil ich wieder einmal beim Essen gekleckert habe, dann landet er in der Waschmaschine.
Sehr praktisch finde ich, dass sich der Stuhl sehr flach zusammenfalten lässt. Es ist zwar ein bisschen Übung erforderliche – aber wenn man den Dreh raus hat, geht das einpacken schnell von der Hand. Dafür wird die Rückenlehne in Richtung Sitzfläche geklappt, dann drückt man die beiden Außenteile zusammen – und knickt dann einfach die Rückenlehne links und rechts über die beiden Seiten. Die praktische und mit Klettband befestigte Seitentasche an der rechten Seite dient nun als Befestigung, damit der Origami-Stuhl nicht wieder auseinandergeht. An der oberen Kante befindet sich fast wie von Zauberhand dorthin befördert ein kleiner Tragegriff.
Billig ist der Spaß nicht, Outwell verlangt knapp 140 Euro für den 7,5 Kilogramm schweren Stuhl. Aber wer danach im Web sucht, findet ihn dort deutlich günstiger. Wem das zu teuer ist, empfehle ich, sich bloß nicht in den Grenada Lake zu setzen, denn es wird schwer, wieder aufzustehen.
Natürlich kann man auch campen, ohne selbst zu kochen. Aber was hat das für einen Sinn? Für mich gehört es zu einem Trip mit dem Wohnmobil dazu, schöne Dinge auf zwei Flammen und dem Grill zuzubereiten. Und da probiere ich auch immer wieder etwas Neues aus. Manchmal plane ich auch schon im voraus, was es in der Woche zu essen geben soll und entsprechend kaufe ich ein. Beim letzten Mal sollte es zum Beispiel einDal-Gericht sein. Dafür brauchte ich ein paar spezielle Gewürze, die ich aber nicht ständig in meiner Bordküche habe.Zum Beispiel ein bestimmtes Curry, Safranund noch ein paar andere Kräuter, die ich nur für das Dal benötige. Es nervt, wenn ich nur für ein Gericht ein großes Gefäß mitnehmen muss – oder noch schlimmer: Wenn ich das Gewürz vergessen habe und mir irgendwo aus dem Supermarkt ein Tütchen oder Gläschen kaufen muss, obwohl ich daheim noch soviel davon habe.
Und da kommt nun Boris vonSpice on Tourins Spiel. Er rief mich kürzlich an und stellte mir sein mobiles Gewürzregal vor. So nannte er sein Täschchen zwar nicht, aber im Prinzip ist es genau das. In einer Tasche sitzen kleine Fläschchen in Gummihalterungen. Die Gläser werden mit einem stabilen Plastikdeckel luftdicht verschlossen. Im kleinen Set passen sechs Flaschen rein, in das größere Set sogar zwölf. Das sollte selbst für aufwändige Gerichte reichen und sogar noch Platz für ein oder zwei Dressings bieten, die ebenfalls eingefülltwerden können.
Wie bei einem aufklappbaren Kulturbeutel befindet sich an einer Seite eine Öse, wodurch man das Set – eben wie ein Gewürzregal – aufhängen kann. Verschlossen wird die Tasche per Klett. Was mir gut an der Tasche gefällt, dass es eine simple Idee ist, die sich sofort erschließt. Denn jeder Camper kennt das Problem mit den Gewürzen. Entweder neben die Gläser und Tüten viel Platz weg – oder man hat nie das richtige Kraut dabei. Und für nachhaltigen Lokalpatrioten mit großem Herz ist das Täschchen sicher auch interessant: Es wird in einer anerkannten Behinderteneinrichtung in Kiel hergestellt, zum Teil aus recycelten Materialen – beispielsweise alten Schläuchen.
Die kleine Tasche kostet 35 Euro, die große knapp 50 Euro. Der Preis ist zwar – sorry – gesalzen, aber dafür bekommt man ganz praktisch, nachhaltig und gut verpackt die richtige Würze in seine Speisen. Man kann sich das ganz bestimmt auch alles selber basteln – aber manchmal ist es dann doch auch gut, wenn man etwas kauft und damit auch etwas Gutes tut.
Mehr Infos auf der Website von Spice on Tour:spiceontour.com
Es gibt wohl nichts schönes, als die Gemütlichkeit eines Lagerfeuers oder das Flackern von Kerzen bei einem gemütlichen Abend unterwegs. Vielleicht kennt ihr das, es gibt so Dinge, die müssen einfach passen und Licht ist eine Thema, dem ich große Bedeutung beimesse.
Formschönes Windlicht von Höfats
Was habe ich nicht schon alles ausprobiert: LED-Kerzen, echte Kerzen, Grablichter, Lichterketten und Petroleum-Lampen. Doch mal ist der Wind zu stark, die Batterie der Lichterkette alle oder der Brennstoff riecht zu arg, das sich die Romantik nicht so richtig einstellen will.
Vielleicht haben sich das auch die Macher von Höfats gedacht, als sie ihr Tischfeuer Spin entwickelt haben. Das Konzept ist so einfach wie genial. In einem Behälter wird Bioethanol-Gel verbrannt und dank geschickter Luftverwirbelung in einem Kristallglas-Zylinder steigt eine tanzende Flamme bis zu 30 cm hoch. Das Feuerspiel gibt es in zwei Größen und funktioniert auch bei starkem Wind. Der fast geruchlose Brennstoff ist und dank der Gelkonsistenz gut zu dosieren. Alles ist gewohnt hochwertig verarbeitet und der massive Fuss bietet sicheren Stand auch auf wackeligen Campingtischen. Ist der Feuergeist einmal erweckt, tanzt die Flamme bis zu eineinhalb Stunden bei mäßiger Wärmeabstrahlung.
Tischfeuer mit beeindruckender Flamme für den Camper und den Balkon
In geschlossenen Räumen soll laut Hersteller auf eine gute Belüftung und ausreichend Platz über dem Feuer geachtet werden. Wer einen Garten besitzt, kann mit dem zusätzlich erhältlichen Erdspieß wahlweise auf Edelstahl oder schöner Eiche den Garten mit Feuer erhellen. Der Clou: Der Erdspieß ist in der Höhe kombinierbar (7 cm + 34 cm + 48 cm) und so kann die Flamme nach Wunsch knapp über dem Boden oder auch Hüfthoch flackern. Sollte am Ende eines schönen Abends dann doch noch Brennstoff in der Lampe sein, kann man die Flamme elegant und sicher mit dem mitgelieferten Löschdeckel ersticken.
Die Verpackung ist zudem gut geeignet, um das Tischfeuer zu transportieren, ohne das der Glaszylinder Schaden nimmt. Mein Fazit: Noch nie tanzten Flammen so schön, einfach und sicher. Keep the fire burning!
Seit fast zwei Jahren sind Gerd und ich nun die Campermen. Seitdem ist viel passiert: wir haben fast vierzig Podcast-Episoden aufgenommen, viele tolle Menschen getroffen, wunderschöne Orte bereist, Luxus-Camper getestet und viele wahnsinnig nützliche Gadgets für euch ausprobiert. Und das Beste an allem ist, dass wir uns nach wie vor auf jede Aufnahme freuen, als wäre es unsere Erste.
Henning und Gerd sind jetzt Zoom Creator
Über die Monate haben wir auch viel ausprobiert, vor allem bei der Technik. Mikrophone haben wir ausprobiert, Aufnahme-Tools und Audiomischer haben wir versucht und verschiedene Setups für Telefoninterviews kombiniert (nicht immer mit Erfolg). Dank euer Rückmeldung erfuhren wir von unterschiedlichen Lautstärken bei den Aufnahmen und den Jingles. Danke dafür!
Das ZOOM LiveTrack L-8: Das Podcast Studio für unterwegs
Jetzt haben wir uns noch einmal verändert und mit dem LiveTrak L-8 von Zoom ein mobiles Studio für uns gefunden, mit dem wir ganz einfach, und vor allem überall, unsere Podcasts aufnehmen können. Ein bisschen stolz sind wir auch, jetzt offiziell zu den Zoom Creator zu gehören, und so Teil eines Netzwerks von Kreativen zu sein, die Musik, Podcasts und Filme machen.
Wir wir unsere Podcast-Folgen aufnehmen und was das LiveTrak L-8 von Zoom alles kann erfahrt ihr in kürze in unserem Blog oder auf der Website vom Zoom.
Ein Auto von der Stange muss nicht schlecht sein. Eine neues Wohnmobil hat gewiss seinen Reiz, aber so richtig zum Zuhause wird es doch erst, wenn es sich von der Serie unterscheidet, es irgendwie vom Ding zu etwas persönlichem wird. Über Jahre hauchen wir unseren geliebten Gefährten Accessoires ein wie Rückspiegelanhänger, Kissen, neue Vorhänge oder andere Gadgets und unsere Bindung wir jeder Zutat immer intensiver. Schön ist es dann immer, wenn man bei der Suche nach einer perfekten Lösung auf Anbieter trifft, die einem das Individualisieren des eigenen Wohnmobils erleichtern.
Designe deine eigenen Sitzbezüge
Das DriveDressy-Team
Campersitzbezüge gefertigt in Deustchland
DriveDressy ist so eine Firma. Gegründet von den Brüder Leonhard und Laurenz Krieger aus München bietet sie Sitzbezüge Made in Germany an. Von floralen Mustern bis hin zum Sitzbezug mit eurem eigenen Logo, Nadelstreifen oder Gesicht – bei DriveDressy scheint fast alles möglich. Der Konfigurator auf der Website hilft euch bei der Suche nach eurem Hersteller und Modell und schon kann es losgehen.
In Episode #37 sprechen wir mit Lauri über Sitzbezüge für Fußballprofis, den Pitch bei der Höhle der Löwen und das Leonhard ab und zu noch immer an der Nähmaschine sitzt, um vielleicht euren Sitzbezug zu nähen.
Es hat schon etwas archaisches, wenn wir uns um ein Feuer versammeln. Als gäbe es da eine Memory-Funktion in uns, die automatisch auf Romatisch- oder Geborgenheitsmodus umschaltet und den Abend, den Ort an dem wir sind zu etwas ganz besonderem macht.
Es sind diese Momente auf die ich auf meinen Reisen nicht verzichten möchte. Wie oft habe ich gedacht, jetzt ein kleines Feuer – das wäre schön. Habe es dann aber doch nicht gemacht, weil ich nicht wusste ob es erlaubt ist, ich vielleicht Gefahr laufe den ganzen Wald anzuzünden oder ob ich das Ding überhaupt anbekomme. Vernunft ist unromantisch – und irgendwie manchmal auch unmännlich.
Gréta ist das Knistern und Knacken des Feuers nicht geheuer.
Aber damit ist jetzt Schluss! Die Beer Box von Höfarts verbindet Lagerfeuer-Romantik mit Sicherheit und Abenteuerlust für Halbstarke. Gefertigt aus Stahl, der nach kurzer Zeit soviel roten Flugrost ansetzt, wie ein Seelenverkäufer auf seiner letzten Fahrt, macht die Beer Box von Höfats das Feuer unter freiem Himmel zur sicheren Kiste.
Feuerkorb in Form eines Bierkastens
Geliefert wird die Beer Box mit zwei eingestanzten Bieröffnern und einer Einlage, in die ihr Getränke wie in eine Bierkiste einstellen könnt. Wer das nicht möchte, kann die Pappeinlage zum Anzünden seines ersten Feuers benutzen.
Der Stahl lässt den Korb schnell eine schöne Patinal entwickeln
Vergeilern könnt ihr euch die Beer Box mit einem schönen Holzbrett aus dem Zubehör-Shop, das die Box zum Hocker oder kleinen Schneideblock macht. Zusätzlich gibt es noch einen Grillrost, um auch mal eine Wurst über dem Feuer zu grillen. Also, nix wie ran an das Stockbrot, die süßen Marshmallows oder auch nur an das flackernde, knisternde Feuer im Bierkasten aus Stahl.
Die Beer Box ist mehr als nir ein Feuerkorb
Tipp: Der Kasten wird sehr heiß, deshalb achtet darauf ggf. zwei Holzscheite unter den Kasten zu legen, damit der Boden an der Stelle keinen Schaden nimmt. Für den Fall, das doch einmal etwas Feuer fängt habe ich immer auch etwas zum Löschen dabei.
Wahrscheinlich habe ich früher zu viel „Hör mal, wer da hämmert“ geguckt. Wie Tim Taylor bin ich handwerklich ziemlich unbegabt, aber dennoch habe ich immer gerne coole Tools am Start. Und meistens kenne ich noch nicht einmal die Namen dafür. Für mich gibt es halt nur DIE Zange – und nicht 159 Zangen-Varianten. Und wo andere 100 Schraubenzieher in ihrem Sortiment haben, nutze ich eigentlich immer nur zwei, einen mit Schlitz und einen mit Kreuz. Ich musste gerade bei Wikipedia nachlesen, dass die Spitze desSchraubenziehers„Abtrieb“ heißt. Tja, wieder was gelernt.
Für mich ist ein Leatherman der perfekte Werkzeugkasten, mein immer-dabei-Werkeug. Meinen ersten Leatherman habe ich vor ein paar Jahren von meiner Frau zu Weihnachten bekommen. Sie konnte es nicht mehr mitansehen, dass ich mir an Schaufenstern die Nase plattgedrückt habe – aber einen Kauf immer ausgeschlossen hatte, weil ich doch so viele Schraubenzieher, Zangen und anderes Zeug ohne erinnerungwürdige Namen im Keller liegen hatte. Gut verstaut in Schubladen, selten genutzt. Dieses Weihnachtsfest war wie eine Offenbarung für mich – fast so wie damals, als ich von meinem ältesten Bruder die Safari-Ausstattung fürBig Jimbekommen hatte, inklusive Jeep, Anhänger und Löwenkäfig. Und damit schloss sich der Kreis: Schon als Kind war ich ein Wohnzimmer-Abenteurer, baute mir dort eine Wildnis nach, jagte wilde Tiere (aus Plastik) und brauchte dafür eben die passende Ausrüstung. Mit dem Leatherman war ich nun tatsächlich bereit für den Dschungel.
Drei Leatherman sind bei mir immer wieder im Einsatz. Der erste, einWave, hat so viele Werkzeuge, dass ich nach all den Jahren wahrscheinlich immer noch nicht alle kenne. Als nächstes kam derSkeletool CXhinzu und der Dritte im Bunde wurde der winzigeStyle CS, den ich vor allem für die Nagelpflege nutze. Der jüngste Familienzuwachs ist nun derSignal, der Speziell für Outdoor-Aktivitäten entwickelt wurde. Natürlich sind bei den insgesamt 19 Tools auch wieder die recht üblichen Werkzeuge wie Messer, Schere und Zange dabei. Doch zwei kleine Tools machen den Signal zu einen coolen Begleiter beim Camping. Da ist zuerst einmal der Namensgeber: An der Seite steckt ein kleines Plastikstück. Nimmt man dieses heraus, hält man eine kleine Pfeife in der Hand. Die Idee: In einer Notsituation kann man mit einem hohen Pfeifton anzeigen, wo man sich gerade befindet.
An der Unterseite der Pfeife befindet sich ein Streifen Feuerstahl. Reibt man diesen mit der Rückseite der Säge, entsteht ein wahrer Funkenflug. Bei einem Spaziergang im Altonaer Volkspark habe ich ausprobiert, ob ich damit in der Lage bin, ein Feuer zu machen. Ich habe mir dafür kleine Zweige gesucht, ein bisschen Rinde und anderes trockene Zeug, welches ich als Zunder einsetzen konnte. Dann suchte ich mir einen sicheren Platz, wo ich keine Sorge haben musste, als Feuerteufel in der Tagespresse zu landen. Eine kleine Flasche Wasser stellte ich ebenfalls in greifbare Nähe. Und was soll ich sagen: Es klappte auf Anhieb. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht rief ich „Ich habe Feuer gemacht!“ Meine Frau fand das niedlich. So wie bei einem Kind, dass gerade stolz eine Sandburg präsentiert, die in Wirklichkeit nur ein umgestürzter Eimer mit dreckigem Sand war. Nun denn. Liebe. Kann man nichts machen – höchstens dieses Bild weiter bedienen.
Es muss mindestens vierzig Jahre her sein, dass ich mir das letzte Mal eine Zwille gebaut habe. Auch wenn sich meine handwerklichen Fähigkeiten seit damals kaum verbessert haben, gab wir dieser Erfolg großes Vertrauen. Also ran an die Astgabel, Leatherman in die Hand, Klinge raus – und Sägespäne herstellen. Denn als erstes befreite ich den Zweig von der Rinde und schnitze ein paar Unebenheiten weg. Hier halfen Messer und Säge sehr. Leider fehlt dem Signal eine Feile, hierfür nutze ich meinen alten Wave. Bei einem Versender bestellte ich mir einen dünnen Gummischlauch, im Baumarkt etwas schwarzen Draht, den ich mit dem Drahtschneider des Signals kürzte. Mit der Ahle machte ich ein kleines Loch in ein Lederstück, die Wurftasche der Schleuder. Mit dem Messer ritzte ich noch ein paar Muster ins Holz, die ich dann mit einem Acryl-Stift anmalte. Fertig, meine erste Zwille seit langer Zeit. Wahrscheinlich werde ich sie nie einsetzen. Aber hey – haben ist besser als brauchen.
Das dachten sich wahrscheinlich auch die Designer des Signal. Denn warum die Kante oberhalb des Karabiners ein Hammer sein soll, erschließt sich mir nicht. Vielleicht, um Nüsse zu knacken. Laut Video sollen damit Heringe besser in den harten Boden gehämmert werden können. Und auch den Messerschleifer hätte ich nicht benötigt, hier wäre mir tatsächlich eine Feile lieber gewesen.
Was wiederum sehr oool ist: Den Signal kann man inzwischen in mehreren Farben kaufen. Mein Test-Multitool kam in einem Mintton, Leatherman nennt diesen „Aqua“. Nicht wirklich meine Farbe, aber immerhin findet man ihn wieder, wenn er im Wald auf den Boden fällt. Und man kann sogar einen Namen, ein Logo oder Muster auf den Signal drucken lassen. Nicht so einladend ist – zumindest auf den ersten Blick – der Preis von rund 150 Euro. Damit will ich nicht sagen, dass der nicht gerechtfertigt ist, im Gegenteil: Die Verarbeitung ist hervorragend, einige Teile lassen sich austauschen, falls doch mal etwas verloren oder kaputt geht. Außerdem gibt Leatherman 25 Jahre Garantie auf den Hosentaschen-Werkzeugkasten.
Ach nee, halt – Hosentasche war einmal – wer sich ein Multitool kauft, muss nämlich eine Sache bedenken: Laut Waffengesetz ist das Mitführen einiger Tools nicht erlaubt. Ich kann hier keine Rechtsberatung machen und auch keine Empfehlungen aussprechen. Aber lest einfach mal imFreeworker-Blognach, dort steht, was Ihr dazu wissen müsst. Meine Leatherman-Tools liegen auf jeden Fall die meiste Zeit sicher im Schrank verwahrt und werden nur benutzt, wenn ich alleine bin. Ehrenwort.
Unsere Reise beginnt im beschaulichen Bad Waldsee bei Ravensburg in Baden-Württemberg. Vorbei am Erwin Hymer Museum, das im Kontrast zu den Spitzdächern mit seiner großen Glasfläche aussieht wie ein übergrosser Glascontainer voll mit Hymer-Raritäten aus 60 Jahren Firmengeschichte, geht es auf der einspurigen Dorfstrasse durch einen Schilderwald mit Hymer-Logos zum Showroom. Auf den Schildern heißt es Montage, Warenannahme und Montage 2 – eindeutige Beweise dafür, dass sich hier alles um die Fertigung von Reisemobilen und Caravans aus dem Hause Hymer dreht. Am Tor werden wir freundlich empfangen, es öffnet sich lautlos und in großen Garagen vor uns stehen zwei riesige Wohnmobile, die wie bei der Formel 1 noch in ihren Boxen für die Abfahrt vorbereitet werden. Das Mobil in der rechten Box ist für uns reserviert – die neue B-Klasse Masterline ML I 790.
Campen in der Campions-League
Die Masterline-Macher von Hymer sind stolz auf ihr neues Flaggschiff und bedienen sich in der Beschreibung ihres neuen Luxusmobils Vergleichen mit „Mount Everest, und „Eifelturm“ und reden von der „Definition eines neuen Genres für Integrierte Reisemobile“. Soviel Selbstbewusstsein ist man von den bescheidenen Schwaben überhaupt nicht gewohnt. Gut, das wir uns eine Woche Zeit freigeschaufelt haben, um auch das allerletzte Feature unter die Lupe nehmen zu können.
Der Hymer B-Klasse Masterline ML l 790 überzeugt durch Verarbeitung und Fahrverhalten
Nach einer präzisen Einweisung in die Bedienung betrete ich das Cockpit des Hymer. Oder soll ich sagen die Brücke. Es hat schon etwas von einem komfortablen Raumschiff sich in die weichen Ledersitze fallen zu lassen, umgeben von fast rahmenloser Rundumverglasung. Die Rückfahr-Kamera auf dem extra großen Display weist mir den Weg aus der Box und schongeht die Reise los.
In der Hymer B-Klasse cruisen wie in der Mercedes S-Klasse
Zugegeben, etwas Respekt hatte ich schon: 7,89 Meter Länge bei 2,35 Meter Außenbreite und einem Neupreis von über 100.000 Euro wollen behutsam bewegt werden. Am liebsten hätte ich mir zum Üben eine Autobahn gewünscht, aber bei Bad Waldsee geht es beschaulich zu und die Strassen schlängeln sich eng und fein über grüne Hügel und durch kleine Dörfer.
Einzigartiges Raumkonzept
Aber kein Problem, schnell habe ich das Schiff im Griff und die Masterline gleitet über die Strassen. Angetrieben wird die B-Klasse Masterlinevon einem Mercedes-Sprinter-Triebkopf mit 177-PS-Dieselmotor und in unserem Fall einer Neungangautomatik. Zahlreiche Asisstenzsysteme wie Seitenwindassistent, Abstandstempomat und Notbremsfunktion unterstützen Fahrerin oder Fahrer auf den Reisen. Die Motorisierung ist vollkommen ausreichend und schiebt uns problemlos auch steile Anhöhen hinauf. Der tiefe Schwerpunkt des von Hymer entwickelten und seit 2017 verbauten Super-Leichtbau-Chassis (SLC) machen Kurvenfahrten und Überholmanöver zu einen richtigen Vergnügen.
Spaß macht auch das Design der Front mit den markanten Tag-Fahr-Lichtern und das GFK-Heck der Masterline, das trotz der Ausmaße schnittig und sehr hochwertig daher kommt. Die große Heckgarage fasst ohne weiteres vier Fahrräder inkl. Campingmöbel und wer gerne auch mal in den Skiurlaub fährt, wird die hier verbaute Fußbodenheizung schätzen. Sie schützt alle Leitungen vor Frost und sorgt zudem dafür, dass keine Kältebrücke unter dem darüberliegenden Bett entsteht.
Der Innenraum ist mit einem großen aufstellbaren Oberlicht ausgestattet und das einströmende Licht lässt überall edle Oberflächen und liebevolle Details glänzen. Der Wohnkomfort auf einer Innenraumbreite von 2,18 Metern ist wie in einem fünf Sterne Boutique-Hotel und lässt vergessen, das man sich in einem Wohnmobil befindet.
„Der Hymer fährt sich so einfach wie ein PKW“
Hier alle Ausstattungsdetails aufzuführen würde den Rahmen sprengen, aber auf dieser Highlights möchte ich trotzdem kurz eingehen: Dometic Kühlschrank, der aus dem Innenraum und auch aus der Küche zu öffnen ist, Eisfach, Klimaanlage, versenkbarer Fernseher mit Satelliten-Anlage und ein höhenverstellbares Queensbett im hinteren Abteil. Unser Masterline Modell ML I 790 bietet zwei seitliche Kleiderschränke und ein raumhoher Apothekerschrank fasst problemlos Olivenöl- und Weinflaschen. Für die Kids oder den spontanen Besuch gibt es zusätzlich ein Hubbett über den Frontsitzen.
Das Highlight für mich war aber das von Hymer erfundene Raumbad. Dabei trennt die Tür des WC den Schlafraum inklusive Dusche von Küche und Wohnraum ab, so das ein Schlafzimmer mit en Suite Bad ansteht.
Viel Mühe haben sich die Designer auch beim Beleuchtungskonzept gemacht. Indirekte und dimmbare Beleuchtung am Boden, auf Hüfthöhe und natürlich in der Decke erinnern an das New Yorker Guggenheim Museum und sorgen für angenehme Lichtstimmung. Bei der Sitzgruppe hält Hymer an der L-förmigen Sitzbank mit hochwertigen Polstern fest. Und da bei diesem Topmodell alles etwas größer ist, ist auch die Eingangstüre 65 Zentimeter breit und kann gegen Aufpreis sogar mit Zuziehhilfe und schlüsselfreiem Zugang per Chip ausgerüstet werden. Ich glaube Gerd würde das gefallen 😉
Fazit: Es fällt mir wirklich nicht überhaupt etwas zu finden, was mir an dem Neuen Reisemobil nicht gefällt. Ok, der Preis hat es in sich aber dafür erhält der dann sollte Besitzer auch ein überzeugendes Gesamtkonzept. Das einzige, was ich anmerken könnte ist, das es in dem Hymer so gemütlich und komfortabel ist, das man kaum noch draussen ist. Und darum geht es doch eigentlich beim Campen, oder?