Campingmöbel sehen häufig so aus, als hätten sich die Designer nicht zwischen Anglerbedarf und Kindergeburtstag entscheiden können. Ich bin eher der Schwarz-Weiß-Typ und habe mich deshalb für zwei schwarze Sunset Chair (re), den ebenfalls schwarzen Table One Hard Top und einiges an Zubehör von Helinox entschieden. Mitgenommen habe ich die kleine Kollektion auf meiner Reise mit dem Hobby-Van durch Tirol und Südtirol. Die erste Überraschung gab es noch vor der Abfahrt: Sämtliche Teile passten gemeinsam in eines der Fächer im Heck. Campingmöbel für zwei Personen, verstaut auf dem Raum einer eher überschaubaren Sporttasche.
Der Sunset Chair (re) wiegt inklusive Tasche knapp 1,7 Kilogramm, also ungefähr so viel wie drei große Dosen Bier. Dafür trägt er bis zu 145 Kilogramm. Der Aufbau erklärt sich beim ersten Mal noch nicht komplett von selbst, ist aber schnell verstanden: Gestänge zusammenstecken, Sitzbezug darüberziehen, fertig. Inzwischen steht der Stuhl bei mir nach rund 20 Sekunden. Beim Abbau zeigt sich ein Detail, das man erst dann richtig schätzt, wenn man schon einmal mit widerspenstigen Campingmöbeln gekämpft hat: Die Packtasche lässt sich dank ihrer großen Öffnung und der beiden Reißverschlüsse weit aufklappen. Man muss das Gestänge also nicht millimetergenau hineinoperieren.
Das „(re)“ im Namen steht nicht bloß für eine neue Farbe oder ein kleines Facelift. Helinox hat die Konstruktion überarbeitet und nennt das Ergebnis „(re)Tension Design“. Eine zweite Spannungslinie verteilt das Gewicht besser über den Rahmen und verhindert, dass der Stoff zu stark durchhängt. Genau das spürt man beim Sitzen. Der Bezug ist so über das Gestänge gespannt, dass eine erstaunlich bequeme Sitzschale entsteht. Man sitzt nicht einfach auf einem Stück Stoff, sondern wird gestützt, ohne darin zu versinken. Dazu kommen verstärkte Ecken, neue Verbindungselemente und längere Beine, die das Aufstehen erleichtern. Das Gestänge besteht außerdem aus wiederverwendetem Aluminium, für Bezug und Netzflächen verwendet Helinox recycelte, bluesign-zertifizierte Stoffe.
Mit meinen 1,93 Metern bin ich bei Campingstühlen ein eher unangenehmer Testfall. Im Sunset Chair (re) kann ich trotzdem bequem sitzen und den Kopf an die 97 Zentimeter hohe Rückenlehne legen. Seitlich befindet sich eine Einschubtasche für Smartphone oder Buch. Das klingt nebensächlich, verhindert aber, dass beides irgendwann im Gras liegt. Mit einer Packlänge von nicht einmal 48 Zentimetern verschwindet der Stuhl nach Gebrauch wieder im Heck des Campers.
Richtig interessant wird er durch das Zubehör. Der High-back Seat Warmer wiegt knapp ein halbes Kilo und verwandelt den luftigen Sitzplatz in eine gefütterte Höhle für den Hintern. Gerade an kühlen Abenden ist das deutlich angenehmer, als der etwas sachliche Name vermuten lässt. Die Air Headrest wiegt samt Beutel nur 85 Gramm, weniger als eine Tafel Schokolade, und polstert Kopf und Nacken ordentlich. Ganz überzeugen konnte mich die Befestigung allerdings nicht. Trotz der Kopfstützenlasche des neuen Stuhls rutschte das Kissen bei mir immer wieder etwas hin und her.
Mein Lieblingszubehör sind ohnehin die Rocking Feet. Die beiden Aluminiumkufen werden unter die Stuhlbeine gesteckt und machen aus dem Campingstuhl einen Schaukelstuhl. Braucht man das? Natürlich nicht. Will man nach fünf Minuten noch einmal darauf verzichten? Ebenfalls natürlich nicht.
Table One Hard Top: weniger als ein Liter Wasser, belastbar wie ein Umzugskarton
Der Table One Hard Top wirkt beim Auspacken zunächst wenig vertrauenerweckend. Die zusammenfaltbare Tischplatte fühlt sich in der Hand eher nach einer flexiblen Unterlage als nach einem richtigen Tisch an. Sobald sie jedoch aufgeklappt und an vier Punkten in das Gestänge geklickt wird, ändert sich das Bild. Im Inneren versteckte Polycarbonatplatten erzeugen eine ebene und erstaunlich stabile Fläche. Der Tisch wiegt verpackt etwas mehr als 900 Gramm, damit weniger als eine Literflasche Wasser, soll aber bis zu 50 Kilogramm tragen. Für Getränke, Snacks, Bücher und den üblichen Kleinkram vor dem Camper reicht das locker. Selbst gefüllte Gläser standen darauf sicher. Mit 38 Zentimetern ist der Table One Hard Top niedrig, passt damit aber gut zu den Sunset Chairs. Man kommt bequem an Getränke und Snacks, ohne sich jedes Mal aus dem Stuhl falten zu müssen. Steffi hat den Tisch zwischendurch sogar als Fußablage benutzt. Das funktionierte ebenfalls, auch wenn Helinox ihn dafür nicht gebaut hat und ich daraus keine offizielle Empfehlung ableiten würde. Bemerkenswert bleibt, wie viel Tisch aus einem Paket kommt, das zusammengefaltet gerade einmal 41 Zentimeter lang ist.
Ich hatte noch einen Becherhalter bestellt, um ihn an einen Stuhl zu befestigen. Nun ja, lesen hilft: Der passt zwar an fast allen älteren Modellen, aber am Sunset Chair (re) kann er nicht befestigt werden. Dieses Modell führt Helinox sogar ausdrücklich als nicht kompatibel auf. Immerhin lässt er sich am Tisch befestigen und erfüllt dort seinen Zweck – auch wenn das eigentlich etwas sinnlos ist. Außerdem wirkt die Halterung mit dem harten Kunststoff unnötig starr. Ein weicheres, flexibleres Material würde besser zum leichten Tisch passen und sich vermutlich auch angenehmer verstauen lassen.
Hier sitzt man richtig gut – und teuer
Ja, Helinox ist teuer. Zwei Sunset Chair (re) kosten zusammen knapp 390 Euro, der Table One Hard Top noch einmal rund 170 Euro. Mit Sitzwärmer, Kopfkissen, Kufen und Becherhalter wird aus der Campinggarnitur schnell eine kleine Investition. Dafür wirken die Möbel nicht wie Ausrüstung für zwei Sommer, sondern wie eine Anschaffung für viele Jahre. Das Gestänge ist stabil, die Stoffe sind kräftig, das Design ist angenehm zeitlos und das Packmaß passt auch in einen Van, dessen Stauraum nicht im Überfluss vorhanden ist. Helinox gibt zudem fünf Jahre Garantie auf Herstellungsfehler.
Einen Nachteil haben die Stühle trotzdem: Nicht nur ihre Besitzer finden sie ziemlich gut. Wer am Abend in den Camper geht, sollte sie deshalb besser einpacken, statt sie als freundliche Einladung vor dem Wagen stehen zu lassen. Das geht ganz fix. Und am nächsten Morgen sind sie noch da und stehen wieder in 20 Sekunden.
Der Hobby Prestige Van First Edition 640 ET will ein Reisemobil für zwei sein, das sich auch auf langen Strecken und bei schlechtem Wetter nicht nach Verzicht anfühlt. Auf unserer Tour von Norddeutschland über das Pitztal und Lana bis an den nördlichen Gardasee musste der 6,36 Meter lange Kastenwagen zeigen, ob das mehr ist als ein schönes Versprechen.
Ein Fahrzeugtest beginnt selten dort, wo das Fahrzeug gebaut wurde. Den Hobby Prestige Van First Edition 640 ET holte ich allerdings direkt im Werk in Fockbek ab, ganz in der Nähe von Rendsburg. Bevor es auf die Straße ging, bekam ich noch eine Führung durch die Produktion. Ich konnte zusehen, wie Wohnwagen und Wohnmobile entstehen. Das war eindrucksvoll und hatte einen angenehmen Nebeneffekt: Nach der Besichtigung betrachtet man Schränke, Kabel, Leitungen und Wandverkleidungen mit etwas anderen Augen. Was später wie ein fertiger Raum wirkt, ist vorher ein ziemlich großes Puzzle.
Unser Puzzle war bereits zusammengesetzt und wartete draußen auf seine erste große Reise. Lanzarote Grey, roter Akzentstreifen, 6,36 Meter lang. Das Ziel lag deutlich weiter südlich: erst das Pitztal, dann Lana in Südtirol und schließlich der nördliche Gardasee. Autobahn, Bergstraßen, enge Ortsdurchfahrten und Campingplätze. Also ziemlich genau das Programm, bei dem sich schnell zeigt, ob ein großer Kastenwagen nur auf dem Prospekt gut aussieht oder auch unterwegs funktioniert.
180 PS gegen die Alpen
Unter dem grauen Blech steckt ein Fiat Ducato mit 180 PS und Achtgang-Automatik. Das klingt für einen Camper zunächst nach reichlich Leistung. Auf dem Weg in die Alpen fühlt es sich vor allem passend an. Der Prestige Van ist kein Sportwagen, aber auch kein Fahrzeug, dem man an jeder Steigung gut zureden muss. Die Automatik nimmt viel Arbeit ab und sorgt dafür, dass man sich auf kurvigen Strecken auf die Straße konzentrieren kann, statt ständig den richtigen Gang zu suchen.
Natürlich schrumpft ein 6,36 Meter langer Kastenwagen nicht, nur weil der Motor kräftig ist. Auf schmalen Straßen bleibt er 2,05 Meter breit und in engen Kehren muss man vorausschauend fahren. Trotzdem ließ sich der Hobby erstaunlich entspannt durch die kurvigen Strecken in Österreich und Südtirol bewegen. Der Wendekreis ist für diese Fahrzeuggröße passabel, die Lenkung leichtgängig und die Sitzposition gibt einen guten Überblick.
Beim Rangieren helfen die Rückfahrkamera und die Parksensoren. Zum Assistenzpaket gehören außerdem unter anderem ein automatisches Bremssystem mit Fußgängererkennung, Spurhalte- und Verkehrszeichenassistent, ein adaptiver Tempomat, ein Totwinkelassistent und eine Querbewegungserkennung. Das macht aus dem langen Van noch keinen Kleinwagen, nimmt ihm aber etwas von dem Respekt, den 6,36 Meter beim Blick in den Rückspiegel zunächst auslösen.
Bergab gilt trotzdem: 3,5 Tonnen bleiben 3,5 Tonnen. Die Automatik macht das Fahren bequemer, die Physik schaltet sie nicht aus. Wer frühzeitig Geschwindigkeit herausnimmt und vorausschauend fährt, kommt mit dem Ducato aber sehr angenehm durch die Berge. Auf den langen Autobahnetappen zeigt sich ohnehin die größte Stärke der Kombination aus kräftigem Motor und Automatik: Man kommt entspannt an.
Ein Van für Menschen mit Gepäck
Nach der Werksführung hatte ich bereits eine Ahnung davon, wie ernst Hobby das Thema Möbelbau nimmt. Im Alltag wurde daraus Gewissheit. Dieser Van hat Schränke. Sehr viele Schränke. Wahrscheinlich gibt es kleinere Wohnungen mit weniger Stauraum. Unter den Betten im Heck befinden sich mehrere Fächer und zwei Schubladenschränke. Ein Teil des Bettes lässt sich hochklappen, sodass im Mittelgang Platz für sperrige Ausrüstung oder sogar Fahrräder entsteht. Rund um den Schlafbereich hängen fünf weitere Schränke, im vorderen Teil geht es weiter. Jacken, Schuhe, Kabel, Campingzubehör, Lebensmittel: Für fast alles findet sich ein fester Platz. Das ist angenehm, weil ein aufgeräumter Kastenwagen sofort größer wirkt. Es ist allerdings auch eine Einladung, mehr mitzunehmen, als man braucht.
Gerade deshalb sollte man die Zuladung im Blick behalten. Der Prestige Van bleibt in dieser Version bei 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Je nach Ausstattung kann die reale Reserve vergleichsweise knapp ausfallen. Zwei Menschen, Wasser, Gasflaschen, Gepäck und eventuell Fahrräder bringen Gewicht zusammen. Vor dem Kauf lohnt deshalb nicht nur der Blick in die Schränke, sondern auch in die konkreten Fahrzeugpapiere.
Das Schlafzimmer wird zum zweiten Zimmer
Im Heck liegen zwei Längsbetten. Eine Seite misst 2,01 Meter, die andere 1,82 Meter. Mit der Bettverbreiterung entsteht eine große Liegefläche. Das ist komfortabel und funktioniert auch für Menschen, die nachts nicht regungslos auf ihrer Hälfte liegen bleiben. Für uns war das Bett nicht nur zum Schlafen da. Steffi setzte sich tagsüber gern mit einem großen Rückenkissen, das wir von zu Hause mitgebracht hatten, bei geöffneter Hecktür dorthin und arbeitete. Vorne saß ich in der Sitzgruppe, hinten hatte sie ihren Platz. Plötzlich besaß unser Van zwei Zimmer. Nur der Flur dazwischen war etwas schmal.
Die vielen Hängeschränke schaffen Stauraum, rücken aber naturgemäß nah an die Liegefläche. Wer im Bett gern aufrecht sitzt und liest, sollte das vor dem Kauf ausprobieren. Sehr große Menschen werden die 2,01 Meter lange Bettseite schätzen, müssen sich aber beim Aufrichten ein wenig mit den Schränken arrangieren. An den Fenstern sitzen zweiteilige Plissees für Verdunkelung und Insektenschutz. Das ist praktisch, wirkt aber nicht besonders robust. Im Schlafbereich befinden sich zwei davon an den Hecktüren direkt neben den Köpfen, weitere an den Seitenfenstern. Nachts kommt man schnell mit Kissen, Arm oder Schulter an den Stoff. Ob das auf Dauer gutgeht, wird sich zeigen. Ich hätte mir an dieser Stelle eine unempfindlichere Lösung gewünscht.
Die Sitzgruppe kann bleiben, der Tisch muss gehen
Vorne ist die Sitzgruppe angenehm großzügig. Die Bank ist relativ bequem, ihre Sitzposition lässt sich allerdings nicht verändern. Beide Vordersitze können gedreht werden. Ich sitze abends gern auf dem Beifahrersitz und lege die Füße auf den Fahrersitz. Das ist nicht unbedingt die Haltung, die man in einem Katalog fotografieren würde, aber eine sehr gute Art, einen Reisetag zu beenden. Der Tisch lässt sich durch ein herausdrehbares Element vergrößern. Das ist praktisch, wenn gegessen oder gearbeitet wird. Braucht man ihn gar nicht, wird es umständlicher. Er lässt sich nicht einfach wegklappen, sondern muss ausgehängt und an anderer Stelle verstaut werden. Bei uns landete er auf dem Bett. Das funktioniert, wirkt bei einem ansonsten so durchdachten Innenraum aber ein wenig wie eine nachträgliche Lösung.
Für die Fahrt sind vier Sitzplätze mit Gurten vorhanden. Der vordere Bereich kann außerdem zu einem zusätzlichen Schlafplatz umgebaut werden. In der Theorie macht das den Van flexibler, in der Praxis bleibt es ein Notbett. Für eine Nacht mit Besuch mag das gehen. Als regelmäßiger Schlafplatz für eine Familie wäre es mir zu umständlich und zu knapp.
Kleine Küche, großer Kühlschrank
Die Küchenzeile folgt dem klassischen Kastenwagen-Grundriss. Es gibt einen Zweiflammengasherd, eine Spüle und eine kleine ausklappbare Erweiterung der Arbeitsfläche. Trotzdem bleibt der Platz zum Schneiden, Abstellen und Vorbereiten begrenzt. Wer auf Reisen aufwendig kochen möchte, wird schnell anfangen, Deckel auf den Herd, Bretter auf die Spüle und Schüsseln auf den Tisch zu verteilen. Van-Küche eben. Beim Stauraum spart Hobby dagegen nicht. Drei große Schubladen und ein Hängeschrank nehmen Geschirr und Vorräte auf. Der 90-Liter-Kompressorkühlschrank sitzt angenehm hoch im Schrank. Darunter befindet sich noch ein weiteres Fach mit Kleiderstange. Das klingt zunächst wie eine ungewöhnliche Nachbarschaft, funktioniert aber erstaunlich gut.
Kurz gesagt: Die Küche ist für Kaffee, Frühstück, Pasta und ein vernünftiges Abendessen völlig ausreichend. Wer im Urlaub täglich ein Drei-Gänge-Menü zubereiten möchte, sollte entweder sehr gut organisiert sein oder die riesige Markise herauskurbeln und nach draußen umziehen.
Ein erstaunlich brauchbares Bad
Kompaktbad klingt häufig nach einer freundlichen Umschreibung für einen Raum, in dem man beim Zähneputzen gleichzeitig drei Wände berührt. Im Prestige Van ist das Bad klein, aber clever eingerichtet. Die Toilette lässt sich zur Seite drehen. Beim Duschen wird sie mit einer ausziehbaren Kunststoffabdeckung geschützt. So entsteht mehr Bewegungsfreiheit, ohne dass eine sperrige Schwenkwand den halben Raum blockiert. Ein kleiner Hängeschrank nimmt die wichtigsten Hygieneartikel auf. Besonders gut gefällt mir die große Spiegelfläche. Darüber sitzen zwei weitere offene Fächer. Das Bad wird dadurch nicht zur Wellnessoase, aber es ist vollwertig nutzbar. Für einen Kastenwagen dieser Größe ist das entscheidend.
Zur Wintertauglichkeit tragen die Isolierung, die Gasheizung und der beheizte 90-Liter-Abwassertank bei. Auf unserer Tour wurden die Nächte bereits kühl. Im Wagen blieb es trotzdem so angenehm, dass wir die Heizung noch nicht einmal anschmeißen mussten. Das ist natürlich kein Wintertest bei zweistelligen Minusgraden, aber ein gutes Zeichen dafür, dass die Wärme nicht sofort durch jede Fuge verschwindet.
Viel Licht, zu wenig Schalter
Lampen gibt es im Hobby reichlich. Bei den Schaltern war man offenbar sparsamer. Im Eingangsbereich sitzt ein Schalter für die Beleuchtung im Fußraum. Die beiden Lampen über den Vordersitzen werden per Touch bedient. Das Bad hat einen eigenen Schalter, ebenso jede Bettseite. Für Küche und Sitzgruppe fehlt mir dagegen ein direkter Zugriff. Diese Leuchten werden über das Sieben-Zoll-Touchpanel oberhalb der Schiebetür gesteuert. Dort lässt sich auch ihre Helligkeit regeln. Das funktioniert, ist aber im Alltag unnötig umständlich. Wenn ich in der Küche kurz Licht brauche, möchte ich einen Schalter drücken und kein Menü öffnen.
Das Panel selbst liefert einen guten Überblick über die Bordtechnik. Es zeigt unter anderem den Füllstand von Frisch- und Abwassertank sowie die Stromversorgung an und steuert verschiedene Funktionen im Wohnraum. Für Heizung und Warmwasser gibt es ein separates Bedienteil. Nach kurzer Eingewöhnung ist das verständlich. Nur die Aufteilung zwischen klassischen Schaltern und Bildschirm wirkt nicht an jeder Stelle zu Ende gedacht.
Steckdosen gibt es dafür dort, wo man sie braucht. 12 Volt, 230 Volt sowie USB-A und USB-C finden sich sowohl in der Sitzgruppe als auch im Schlafbereich. Das klingt nach einem Detail, ist auf einer Reise mit Telefonen, Kameras, Laptops und sonstiger Technik aber sehr schnell eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale.
Innen eher Yacht als Lieferwagen
Von außen bleibt der Prestige Van trotz grauer Lackierung und rotem Streifen ein Fiat Ducato. Innen gelingt Hobby der deutlich größere Schritt. Anthrazit trifft auf helles Grau, dazu kommen zurückhaltende Holzdetails. Der Kunststoffboden sieht aus wie Schiffsplanken. Hobby spricht vom Yacht-Stil. Das ist ein großes Wort für einen Kastenwagen, aber die Richtung stimmt. Vor allem wirkt der Innenraum ruhig. Es gibt keine wilden Muster, keine glänzenden Fronten und keinen Versuch, auf wenigen Quadratmetern möglichst viel Luxus zu simulieren. Die Farben halten sich zurück, die großen Schrankflächen schaffen optische Ordnung und das Panoramadach über dem Fahrerhaus bringt zusätzlich Licht in den vorderen Bereich. Das Raumgefühl hat mich überzeugt. Zu zweit standen wir uns nicht ständig im Weg. Wenn Steffi hinten arbeitete und ich vorn saß, fühlte sich der Van sogar erstaunlich großzügig an. Genau darin liegt seine Stärke: Er versucht nicht, auf 6,36 Metern ein Familienwohnmobil zu spielen. Er macht zwei Menschen das Reisen sehr angenehm.
Für wen der Hobby Prestige Van 640 ET passt
Der Prestige Van First Edition 640 ET ist ein Fahrzeug für Paare und Alleinreisende, die länger unterwegs sein wollen und dabei nicht jeden Abend ihr halbes Zuhause umbauen möchten. Die festen Betten, das brauchbare Bad, der große Stauraum und die vollständige Ausstattung machen ihn zum komfortablen Reisewagen. Der kräftige Motor und die Achtgang-Automatik passen zu langen Strecken und nehmen auch Alpenpässen einen Teil ihres Schreckens.
Weniger gut passt er zu Familien. Vier Menschen dürfen mitfahren, aber regulär schlafen können nur zwei, optional kommt ein eher schmaler Zusatzplatz hinzu. Auch die Küche wäre mir für den dauerhaften Alltag mit mehreren Personen zu klein. Hinzu kommt die Zuladung, die bei voller Besatzung genau geprüft werden sollte. Einige Details nerven: der Tisch, der zum Verschwinden ausgehängt werden muss, die empfindlichen Plissees am Bett, die knappe Arbeitsfläche und die Lichtsteuerung über das Panel. Das sind keine Kleinigkeiten, die man im Alltag komplett vergisst. Sie ändern aber nichts am überzeugenden Gesamteindruck.
Ich mag diesen Wagen. Vor allem, weil er nicht nur beim Einsteigen gut aussieht, sondern unterwegs funktioniert. Er fährt sich trotz seiner Länge angenehm, bietet sehr viel Stauraum und schafft innen eine Atmosphäre, in der man sich auch an einem kalten oder verregneten Tag gern aufhält. Und wenn bei geöffneter Hecktür hinten gearbeitet wird, während vorn schon der Kaffee kocht, fühlt sich der Kastenwagen tatsächlich ein wenig wie eine kleine Wohnung an. Nur mit dem besseren Ausblick.
Die wichtigsten Daten
Modell: Hobby Prestige Van First Edition 640 ET, Modelljahr 2026
Basisfahrzeug: Fiat Ducato Light Chassis, Frontantrieb
Heckbett: Längsbetten mit 2,01 beziehungsweise 1,82 m Länge, mit Bettverbreiterung bis 1,87 m breit
Kühlschrank: 90 Liter, davon 9 Liter Gefrierfach
Frischwasser: 95 Liter
Abwasser: 90 Liter, beheizt
Gas: Auszug für zwei 11-kg-Flaschen
Bordbatterie: 95 Ah
First-Edition-Ausstattung unter anderem: Panoramadach, Ambientebeleuchtung, Sieben-Zoll-Touchpanel, Dometic 2-in-1-Kombiladegerät, Dometic-Verdunkelung für das Fahrerhaus, Dachmarkise, Voll-LED-Scheinwerfer, Lounge-Paket und Fahrassistenzsysteme
Geeignet für: Paare und Alleinreisende, auch für Wintercamping ausgelegt
Hinweis zur Zuladung: Die konkrete fahrbereite Masse hängt von Sonderausstattung und Zubehör ab. Vor dem Kauf sollte deshalb die tatsächliche Zuladungsreserve des einzelnen Fahrzeugs geprüft werden.
Transparenzhinweis: Hobby hat uns den Prestige Van First Edition 640 ET für diese Reise zur Verfügung gestellt.
Steffi und Gerd sind mit dem Van in Tirol und Südtirol unterwegs
„Hast Du Lust, ins Pitztal zu kommen?“, wurde Gerd gefragt. „Oder vielleicht nach Lana? Wie wäre es mit dem Gardasee?“ Seine Antwort: Ja. Also wurde aus eine Städtereise ein Roadtrip. Und wie es sich für einen guten Ehemann gehört, hat Gerd seine Gattin mitgenommen. Sie liebt die Berge, allerdings vor allem im Winter. Wie wird es wohl sein, im Spätsommer in die Alpen zu fahren?
Au dem Programm standen Wanderungen, Klettertouren, E-Bike-Ausfahrten und etwas Wassersport. Natürlich gab es jede Menge Leckereien, denn dafür ist die Region auch bekannt. Auf der Tour stellten sich zudem drei Campingplätze vor, es gab eine Genusswanderung mit viel Wein und ein Fressgelage mit alkoholfreiem Bier.
Gerd hat nach der Tour ein paar Kilo mehr auf dem Rippen, dafür aber gestählte Waden. Im Podcast spricht er mit Steffi über die Tour, sie stellen Highlights vor und geben ein paar Tipps für die Reise. Außerdem ist noch Stefania Oradini zu Gast, die darüber spricht, wie Wanderwege, Radstrecken und Kletterparcours ausgewählt und in Stand gehalten werden.
Im dritten Teil unserer Camperreise geht es nach Dro und an den nördlichen Gardasee. Dort warten ein neuer Campingplatz, erstaunlich gute Radwege, italienisches Essen, ein Klettersteig in der Schlucht und Steffis erster Versuch auf dem Wingfoil-Board.
Eine Hand hielt mich am Fels, mit der anderen musste ich den Karabiner über die nächste Verankerung setzen. Genau an dieser Stelle neigte sich die Wand leicht nach außen. Unter meinen Füßen lagen vielleicht acht Meter Luft. Auf den Fotos sah es später eher nach hundert aus. Eines der Bilder schickte ich am Abend einem Freund. Darauf hängen Steffi und ich in der Wand, umgeben von Fels und sattgrüner Natur. Seine Antwort kam schnell: Das sei doch KI. Dabei war alles echt. Auch die Anstrengung in den Armen. Garda Trentino war die dritte und letzte Station unserer Reise mit dem Hobby-Van. Im Pitztal hatten die Berge den Takt bestimmt, in Lana waren es Menschen, Kultur und Genuss. Nun sollten Fels, Stadt und Wasser zusammenkommen.
Ach, Italien. Zuhause
Von Lana fuhren wir direkt nach Dro. Zu Mittag hatten wir bereits auf dem Vigiljoch beim Jocher gegessen, deshalb konnten wir ohne Pause starten. Ein kurzes Stück führte über die mautpflichtige Autobahn. Am Anfang zieht man ein Ticket, am Ende gibt man es am Schalter ab oder steckt es in einen Automaten. Die paar Euro ließen sich einfach mit Karte bezahlen.
Während der Fahrt wurde aus der lieblichen Landschaft rund um Lana eine kargere Bergwelt. Die Temperatur stieg, italienische Radiosender lösten die deutschen ab. Auch die Tankstellen sahen wieder so aus, wie wir sie aus unseren Jahren in Italien kannten. Wir zeigten auf Bäume, Zapfsäulen und ein etwas entschlossenes Überholmanöver. Der Blinker schien bei einigen Autofahrern weiterhin als unverbindliche Zusatzausstattung zu gelten. Wir sahen uns an und mussten lächeln: Ach, Italien. Zuhause.
Unser Ziel war der Camping Maso Trenti am Rand von Dro. Der Platz war bei unserem Besuch gerade einmal rund zwei Monate alt. Entsprechend neu sah alles aus. Der Boden, die Begrenzungen der Parzellen und die Waschräume wirkten, als hätten vor uns kaum andere Gäste einen Fuß daraufgesetzt.
Maso Trenti ist klein. Es gibt 25 Plätze für Vans und eher kompakte Wohnmobile sowie einige Zeltflächen. In Deutschland würde die Anlage vermutlich als sehr komfortabler Wohnmobilstellplatz durchgehen. Das Fahrzeug steht auf Kies, daneben gehört eine Rasenfläche für Tisch und Stühle zur Parzelle. Der eigene Platz ist großzügig, zum Nachbarn bleibt trotzdem nicht viel Abstand. Die Betreiberin empfing uns herzlich und erledigte den Check-in unkompliziert. Sie sprach kein Englisch, unser Italienisch und Google Translate halfen. Wir bekamen die digitale Garda Guest Card, Gutscheine für Bike & Wine und ein Infoblatt zur Mülltrennung samt passenden Beuteln. Die Gutscheine konnten wir nicht einlösen, weil das Lokal geschlossen hatte. Schade, der Außenbereich sah gut aus.
Auf dem Platz gibt es Tische und Bänke, einen kleinen Hundeauslauf, Liegen, Tischtennis und Spielgeräte. Statt Restaurant und Kiosk warten Automaten und ein Bücherregal. Selbst die Waschmaschine und das Waschpulver sind im Preis enthalten. Camping ist in der Region kein Randthema. Mehr als 900.000 Übernachtungen entfielen 2025 auf Campingplätze. Rund 30 Betriebe arbeiten in einem gemeinsamen Projekt an Information, Qualität und Nachhaltigkeit. Kurz nach unserer Ankunft lieferte Velolake zwei kräftige E-Mountainbikes samt Helmen und Ladekabeln. Direkt hinter der Platzausfahrt beginnen markierte Fahrradwege mit eigenen Spuren, Brücken und Unterführungen. Es geht am Fluss entlang, zwischen Reben hindurch und vorbei an alten Gebäuden und Felsen. Später sollte sich zeigen, dass eine hervorragende Infrastruktur auch hervorragend viele Radfahrer anzieht.
Zwei Maschinen Wäsche und eine Pizza
Bevor wir uns auf die Räder setzten, mussten wir ankommen und dringend waschen. Wir liehen uns eine Leine, starteten zwei Maschinen und hängten fast unsere halbe Garderobe neben dem Van auf. Steffi und ich tragen im Wesentlichen Schwarz und Weiß. Das vereinfacht vieles, sogar den Waschtag. Bei dem warmen Wetter war alles schnell trocken. Am Abend fuhr ich allein zum Ristorante Alla Pergola. Steffi war müde. Das Lokal besitzt einen riesigen Außenbereich und wirkt auf den ersten Blick touristisch. An den Tischen hörte ich viele Sprachen. Gleichzeitig wurden einige Gäste so vertraut begrüßt, dass klar war: Hier essen auch Einheimische.
Ich bestellte eine Pizza Vegetariana und ein kleines Bier vom Fass. Das Bier war nicht der Rede wert, die Pizza schon. Dünner Boden, guter Belag, genau richtig. Auf dem Rückweg war das Stück an der Hauptstraße stockdunkel, dann erreichte ich wieder den Radweg. Später vertrieben wir Fliegen und Mücken aus dem Van. Die Fliegengitter halfen. Unsere Markise blieb versehentlich draußen, doch es war windstill. Nur Steffi entdeckte am Morgen ein paar Stiche. Offenbar hatte sich herumgesprochen, wer von uns besser schmeckt.
Frühstück statt Olivenweg
Für den nächsten Morgen war der Olivenweg in Arco vorgesehen. Wir schafften es nicht. Stattdessen frühstückten wir ausgiebig. Das gehört für mich ebenfalls zu einer Camperreise. Ein Programm darf Vorschläge machen, sollte aber nicht die Herrschaft über den Kaffee übernehmen. Den Olivenweg haben wir damit noch offen. Die 7,2 Kilometer lange Runde führt von Arco in einen Hain mit mehr als 40.000 Olivenbäumen. Vierzehn Stationen erzählen vom Olivenanbau. Für die leichte Tour werden etwa drei Stunden angegeben, die kürzere Variante dauert ungefähr zwei. Ein guter Grund, wiederzukommen.
Später fuhren wir mit den Rädern zum Ristorante Alfio. Die große Terrasse ist modern eingerichtet, der Service arbeitete schnell und freundlich. Die Speisekarte war sehr fleischlastig. Steffi bestellte eine Auswahl verschiedener Gemüsesorten, bei mir wurde es wieder eine Pizza Vegetariana. Dazu gab es Apfelschorle, alkoholfreies Weizen und später einen Affogato. Ein deutschsprachiger Ober brachte mir ein extrascharfes Öl zum Probieren und beobachtete meine Reaktion mit einem Lächeln. Es schmeckte großartig. Für die ganze Pizza nahm ich trotzdem die mildere Variante.
Beim Essen wurde uns bewusst, dass wir seit Lana auch den Sprachraum gewechselt hatten. Als traditionelle Grenze gilt die Salurner Klause zwischen Südtirol und dem Trentino. Südtirol kam nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien. Nach der Zwangsitalianisierung während des Faschismus wurde der Schutz der Sprachgruppen zu einem Kern der Autonomie. Heute gibt es Schulen in deutscher und italienischer Sprache, die andere Sprache wird jeweils als Zweitsprache gelernt. Für den öffentlichen Dienst sind entsprechende Sprachkenntnisse nötig. Eine Autostunde weiter nördlich klingt Italien deshalb schon wieder ganz anders.
Am Nachmittag holte uns Mauro Girardi direkt am Campingplatz ab. Mauro ist Bergführer, Gründer von Mmove und seit vielen Jahren in den Dolomiten und anderen Teilen der Welt unterwegs. Er sprach sehr gutes Englisch, ein paar Brocken Deutsch und strahlte angenehme Ruhe aus. Steffi und ich hatten bereits Erfahrung. Zum Geburtstag hatte sie mir auf Sardinien eine Tour auf den Tavolara geschenkt. Unser Guide sprach damals weder Deutsch noch Englisch und erklärte nur knapp, was wir tun sollten. Mit Mauro war es eine andere Welt. Am Einstieg gab er uns Helm, Gurt und Klettersteigset und erklärte genau, wie die Karabiner umgesetzt werden. Wir fühlten uns sofort sicher.
Der Klettersteig Rio Sallagoni führt durch eine enge Schlucht unterhalb der Burg von Drena. Metallklammern dienen als Tritte, daneben verläuft das Sicherungsseil. Meistens ging es bergauf, manchmal seitwärts. Wasserfälle, Fels und üppiges Grün machten die Schlucht zu einer eigenen kleinen Welt. Am schwierigsten waren die leicht überhängenden Stellen. Dort musste ich mich mit einer Hand festhalten und mit der anderen die Karabiner umsetzen. Zweimal balancierten wir über Seilbrücken. Mauros Tipp war simpel und hilfreich: den Fuß nicht quer aufsetzen, sondern möglichst viel von seiner Länge nutzen.
Angst hatten wir nie. Die Route war gut gesichert und trotzdem anstrengend genug, um nicht wie ein Spaziergang zu wirken. Wir lachten weniger, als ich erwartet hatte. Dafür blieben wir immer wieder stehen und schauten mit offenem Mund in die Schlucht. Manche Orte verlangen keinen Kommentar. Mit Shuttle dauerte der Ausflug rund drei Stunden. Es war warm zwischen den Felswänden, und am Ende waren wir körperlich erledigt. Gleichzeitig waren wir sehr glücklich. Mit Mauro würde ich jede Tour machen.
Acht Meter, die wie hundert aussehen
Am Abend hatten wir uns verschiedene Käsesorten, Brot, eingelegte Tomaten, Pflaumen, Äpfel, Olivenöl und etwas Wein besorgt. Daraus wurde an einem der Tische auf dem Platz ein italienisches Abendessen. Aus den Augenwinkeln sah ich einige Mitcamper auf unseren prall gefüllten Tisch schauen. Es könnte Neid gewesen sein. Wir sahen uns Mauros Bilder von der Tour an. Auf einem wirkten die acht Meter unter unseren Füßen wie hundert. Genau dieses Foto hielt mein Freund später für künstlich erzeugt.
Bei italienischem Olivenöl ist eine konkrete Herkunftsangabe wichtiger als die Farben auf der Flasche. Besonders verlässlich ist das DOP-Siegel. Beim Olio Garda Trentino DOP garantiert es die Herstellung nach den geschützten Vorgaben der Region. Nicht jedes Öl ohne Siegel ist ein Verschnitt, bei DOP weiß man aber ziemlich genau, was man bekommt. Die Reste wanderten in den Kühlschrank. So würde die Reise zu Hause noch ein wenig weitergehen.
Am Dienstag fuhren wir gegen acht Uhr mit dem Hobby nach Torbole. Wir wollten nicht riskieren, dass Steffi nach ihrer ersten Wingfoil-Stunde keine Kraft für den Rückweg mit dem Fahrrad hatte. Die Parkplatzsuche dauerte länger als die Fahrt. Ein 6,40 Meter langer Van passt nicht in jede Lücke. Direkt am Wasser fanden wir einen Stellplatz, der fast auf den Zentimeter passte. Rund fünf Stunden per EasyPark kosteten ungefähr zehn Euro. Damit lag der Gardasee zum ersten Mal direkt vor uns. Ich mag es, morgens in einen Ort zu kommen, wenn Geschäfte noch geschlossen sind und Menschen zur Arbeit gehen. Torbole war gerade dabei aufzuwachen. Das Wasser glitzerte in der Sonne und lag beinahe glatt vor uns.
Im Vasco Renna Windsurf Center bekam Steffi Neoprenanzug und Prallschutzweste. Ihr Lehrer Riccardo zeigte an Land, wie man den Wing hält und auf dem Brett steht. Danach fuhr er mit ihr per Boot an eine ruhigere Stelle mit mehr Wind. Steffi verstand erstaunlich schnell, wie der Sport funktioniert. Nur das Handling des Wings brauchte etwas Zeit. Vom Strand sah es aus, als würde sie einen neuen Tanzschritt üben, um ihn beim nächsten Lied direkt einzusetzen. Bald konnte sie manövrieren und stand sogar auf dem Brett. Ich war ein wenig stolz auf meine Frau, auch bekannt als Sportskanone. Währenddessen machte ich Fotos und wich den Radfahrern auf dem gemeinsamen Weg aus. Nach dem Kurs spürte Steffi Arme und Beine, strahlte aber übers ganze Gesicht. Auf meine Frage, ob sie jetzt lieber mit dem Rad gefahren wäre, lachte sie mich aus.
Enten, Eis und drei Minuten Panorama
Nach dem Duschen saßen wir eine halbe Stunde auf einer Bank. Dann brachten wir die Tasche zum Van und gingen etwa 20 Minuten zum Ristorante L’Onda. Inzwischen waren Strand und Promenade voll. Radfahrer auf hochwertigen Rädern fuhren Fußgänger-Slalom. Vor den Campingplätzen lagen Menschen auf Tüchern und Liegen. Einige waren so braun wie ein Hühnchen vom Grill. Im L’Onda saßen wir unter den weit ausladenden Zweigen eines Baumes. Die Speisekarte hätte mehr vegetarische Gerichte vertragen, also bestellten wir Salate. Steffi nahm einen mit Parmesan und Kernen, ich einen griechischen mit Schafskäse und eingelegten Tomaten. Eine Wildente kam vom Strand direkt auf Steffi zu und starrte sie ausdauernd an. Tiere merken schnell, bei wem sich Beharrlichkeit lohnt. Rein zufällig fiel eine Ecke Brot auf den Boden.
Danach fuhren wir nach Riva del Garda und gingen zu Fuß durch die hübsche Altstadt. In den engen Gassen stehen Sportgeschäfte neben Läden voller Stellchen-Stäubchen. So nennen wir Dinge, die kein Mensch braucht, bei denen man im Urlaub aber kurz glaubt, sie könnten das Reisegefühl mit nach Hause bringen. Auf den Torre Apponale stiegen wir nicht. In Hamburg klettere ich schließlich auch selten auf Kirchtürme. Stattdessen nutzten wir die Garda Guest Card für den Panoramaaufzug zum Bastione. Rund drei Minuten dauert die Fahrt. Oben lag Riva unter uns, dahinter der See. Zuletzt hatte ich einen Stadtaufzug für ein Panorama auf Helgoland benutzt. Ich möchte Helgoland nicht zu nahetreten, aber der Blick über Riva war spektakulärer.
Nun verstand ich, warum der Gardasee seit Jahrzehnten Menschen aus ganz Europa anzieht. Auch Riva erwischte mich, obwohl ich Städte ungern im Touristenstrom erobere. Zum Glück findet man ruhigere Ecken. Mein Lieblingsbild zeigt vier Menschen, die nebeneinander auf einer Bank sitzen und aufs Wasser schauen. Von hinten fotografiert wirkt es wie eine Szene aus einem alten Film.
Zum Abschluss gab es Eis. Ich nahm salziges Karamell und Kefir-Maracuja, Steffi Nuss. Darin steckten sogar kleine Stückchen. Eis können die Italiener.
Ein Riese mit Würfelbecher
Zurück am Campingplatz wechselten wir auf die Räder und fuhren zu den Marocche di Dro. Die nacheiszeitliche Bergsturzlandschaft sieht aus, als hätte ein Riese Felsen in einen Würfelbecher gefüllt und über das Tal geschüttet. Der markierte Weg führt durch Geröll, fast wüstenartige Abschnitte, Wald und Feuchtgebiete. Die berühmten Dinosaurierspuren sahen wir nicht. Dafür erinnerte mich das Gelände an unser früheres Grundstück auf Sardinien. Fiel dort der Strom aus, musste ich über ähnliche Felsen zum Sicherungskasten klettern. Auch hier also wieder dieses eigenartige Gefühl: ein Stück Heimat.
Am Abend verzichteten wir auf die geplante Pizzeria. Steffi war müde, für mich wäre es die dritte Pizza innerhalb weniger Tage gewesen. Man kann Italien lieben und trotzdem eine Grenze kennen. Im Kühlschrank lagen noch genügend gute Dinge. Wir kochten Pasta mit Pesto und frischem Parmesan und aßen vor dem Van. Mehr brauchte dieser letzte Abend nicht.
Drei Regionen, drei Arten zu reisen
Am nächsten Morgen mussten wir nur noch abwaschen, die Toilette leeren und die letzten Dinge verstauen. Velolake holte die Räder am Platz ab. Gegen zehn Uhr fuhren wir los, mit einer Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Hause. Maso Trenti blieb als mutiger, ungewöhnlich moderner Campingplatz in Erinnerung. Alles ist sauber und aufgeräumt, fast schweizerisch. Kein Kitsch, kein Chaos, keine Patina. Die Fahrzeuge stehen relativ dicht, während unseres Aufenthalts waren die Gäste aber angenehm ruhig. Nur Schatten fehlt. Die jungen Bäume sind noch zu klein. Im September war das kein Problem, im Hochsommer könnte es eines werden.
Auch die Region verlangt bei großen Wohnmobilen und Gespannen etwas Übung. Viele Parkplätze sind für Pkw ausgelegt, manche Stellen sind eng. In der Hauptsaison würde ich außerdem reservieren. Einen echten Kritikpunkt fanden wir trotzdem nicht. Der Gardasee lebt von den Menschen, die ihn besuchen. Wer Trubel möchte, fährt ans Ufer oder nach Riva. Wer Ruhe sucht, stellt den Camper im Hinterland ab. Mein Höhepunkt war die Kombination aus gutem Essen und Kletterpartie. Steffi begeisterten die Möglichkeiten auf dem Wasser. Gemeinsam mochten wir die Radwege, wenn auch nicht jeden Radfahrer darauf. Im Pitztal standen die Berge im Mittelpunkt, Lana lebte von Menschen, Kultur und Genuss. Garda Trentino verband Berg-Action, Stadtbummel und Entspannung am See. Deshalb funktionierte diese Reise durch drei Regionen so gut.
Wir werden wiederkommen. Steffi wegen Wind und Wasser, ich wegen Fels und Essen. Außerdem warten noch der Olivenweg und eine dritte Pizza.
Infos für die Reise
Camping:Camping Maso Trenti, Località Centrale Volta 6, 38074 Dro. Der neue, familiengeführte Platz hat 25 Stellplätze für Vans und kompaktere Wohnmobile sowie Zeltflächen. Preise und Verfügbarkeit direkt beim Platz prüfen. In der Hauptsaison empfiehlt sich eine Reservierung.
Anreise und Maut: Auf der Brennerautobahn wird bei der Einfahrt ein Ticket gezogen und bei der Ausfahrt bezahlt. Karten werden an entsprechend gekennzeichneten Spuren akzeptiert. Die Mautklasse richtet sich nicht pauschal nach 3,5 Tonnen. Bei Fahrzeugen mit zwei Achsen zählt auch die Höhe über der Vorderachse, bei Fahrzeugen und Gespannen mit drei oder mehr Achsen die Achszahl. Details und Mautrechner gibt es bei der Autostrada del Brennero.
Fahrräder:Velolake vermietet Fahrräder und E-Bikes und bietet Lieferung, Abholung und Transfers an. Mit der Garda Guest Card gibt es aktuell zehn Prozent Rabatt auf den Verleih.
Garda Guest Card: Die Garda Guest Card ist für Gäste teilnehmender Partnerunterkünfte kostenlos. Eine Berg- und Talfahrt mit dem Panoramaaufzug zum Bastione ist einmal inklusive. Ohne Karte kostet sie in der Hochsaison derzeit 10 Euro, sonst 9 Euro.
Klettersteig: Der Rio Sallagoni führt durch eine enge Schlucht unterhalb der Burg von Drena. Wer keine Erfahrung oder Ausrüstung hat, sollte die Tour mit einem Bergführer unternehmen. Mmove bietet geführte Touren und Ausrüstungsverleih an.
Wingfoil: Das Vasco Renna Windsurf Center in Torbole bietet Kurse für Einsteiger an. Eine Einzelstunde kostet laut Preisübersicht derzeit 109 Euro, die Ausrüstung ist enthalten. Pro Einheit kommen 10 Euro für die Versicherung hinzu. Zeiten, Dauer und Windbedingungen vorher bestätigen lassen.
Touren: Der leichte Olivenweg ist 7,2 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Die markierte Runde durch die Marocche di Dro führt durch eine außergewöhnliche Bergsturzlandschaft. Für beide Touren gehören feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz ins Gepäck.
Essen: Gute Pizza gibt es im Ristorante Alla Pergola in Ceniga. Das Ristorante Alfio in Dro besitzt eine große Terrasse. Das L’Onda liegt direkt am Strand beim Hotel Baia Azzurra. Vegetarier finden überall etwas, die Auswahl könnte bei Alfio und L’Onda größer sein.
Olivenöl: Bei regionalem Öl lohnt sich ein Blick auf die Herkunft. Das DOP-Siegel steht für eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Informationen bietet Garda Trentino. Eine große Auswahl regionaler Produkte führt die Agraria Riva del Garda.
Preisstand: September 2026. Öffnungszeiten, Tarife und enthaltene Leistungen können sich ändern.
Hinweis: Diese Reise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Das Programm im Garda Trentino wurde von Garda Trentino organisiert. Der Van wurde uns von Hobby als Testfahrzeug zur Verfügung gestellt.
Zwischen alkoholfreiem Craft-Bier, Wein um zehn, Camping mit Blick auf Apfelplantagen und einem Flug vom Vigiljoch zeigt die Region um Lana, wie gut Genuss, Landschaft und Begegnungen zusammenpassen.
Um zehn Uhr morgens hielt ich in Prissian ein Glas Weißwein in der Hand. Das ist als Beginn einer Wanderung etwas ungewöhnlich, erklärt aber ziemlich gut, wie unsere zweite Etappe durch Tirol und Südtirol verlief. In und um Lana wurden Wege selten nach Kilometern gemessen. Wichtiger war, wer am Ende des Weges wartete, was auf dem Tisch stand und wie schnell man mit Menschen ins Gespräch kam.
Begonnen hatte alles am Nachmittag zuvor mit Bier. Genauer gesagt mit alkoholfreiem Bier, was zunächst weniger nach Südtiroler Genuss und mehr nach einer vernünftigen Entscheidung klingt. Im Pfefferlechner in Lana begrüßte uns Max Laimer und führte uns durch die Brauerei, in der FREEDL entsteht. Die Familie bezeichnet sie als erste alkoholfreie Craft-Brauerei Italiens. Gebraut wird mit natürlichen Zutaten und einem eigenen Fermentationsverfahren. Vier Sorten konnten wir probieren: Classic, Calma, Citrino und Carica. Sie reichen vom herben, eher klassischen Bier bis zu Zitrusnoten und einem dunkleren Stout mit Cascara. Die eigentliche Überraschung war Steffi. Sogar sie fand Gefallen an dem Bier, vor allem am Calma mit seiner feinen Basilikumnote. Alkoholfreies Bier wird gerne als Ersatz behandelt. FREEDL schmeckt nicht nach Ersatz, sondern nach einer ziemlich eigenständigen Idee.
Unter Kastanien wird groß aufgetischt
Nach der Führung wechselten wir nur ein paar Schritte weiter in den Buschenschank. Der Pfefferlechner ist ein Wirtshaus mit großem Garten, in dem die Tische unter einem gewaltigen Kastanienbaum stehen. Das Haus schafft eine schöne Mischung aus Tradition und Moderne, ohne die eine Seite als Dekoration für die andere zu benutzen. In der Küche funktioniert das ähnlich. Auf den Tisch kamen eine kalte Gurkensuppe mit Melone und Frischkäse sowie ein Zitronenrisotto. Danach folgten ein vegetarischer Burger und eine Käseplatte. Besonders mochte ich die Papiertüte mit verschiedenen Brotsorten. Das sah ein wenig so aus, als hätte uns die Küche gleich noch Proviant für die Weiterreise eingepackt. Zum Abschluss gab es einen Affogato mit Bierkaramell und hausgemachtes Vanilleeis. Alles war fantastisch, und als wir wieder aufstanden, war endgültig klar, dass an diesem Abend niemand mehr eine große Wanderung brauchte.
Pappsatt fuhren wir hinauf nach Völlan. Unser Platz auf dem Camping Völlan lag mit direktem Blick auf die Apfelplantagen. Viel Raum zwischen den Parzellen gibt es nicht, die Nachbarn stehen nah. Trotzdem fühlt sich der Platz nicht wie eine eng gestellte Reihe an. Die Stellplätze liegen auf Terrassen, dazwischen entstehen kleine Nischen, und mit etwas Geschick lässt sich der Camper so ausrichten, dass man nicht ständig auf den Frühstückstisch nebenan schaut. Ein bisschen wirkt die Anlage wie ein kleines Bergdorf.
Anonym ist es dort allerdings nicht, und das war in unserem Fall ein Vorteil. Wir kamen schnell mit anderen Reisenden ins Gespräch und saßen am Abend zusammen, um über das Leben, das Unterwegssein und all die Dinge zu reden, für die zu Hause offenbar nie genug Zeit ist. Die Betreiberin war sehr zuvorkommend, morgens gab es gutes Brot und Brötchen, und der Mini-Markt hatte alles, was man für den täglichen Bedarf vergessen haben könnte. Auch der praktische Teil stimmt. Die Waschräume sind modern, und die Duschen gehören wahrscheinlich zu den besten, die ich seit Jahren auf einem Campingplatz gesehen habe. Dazu kommt ein kleiner Pool. Man könnte den Platz allein deshalb mögen. Am Ende waren es aber wieder die Menschen, die ihn für uns besonders machten.
Am nächsten Morgen trafen wir Irmgard Windegger in Prissian. Sie ist Naturführerin und Winzerin und leitete eine Genusswanderung, bei der der Begriff Genuss keineswegs als freundliches Anhängsel gemeint ist. Rund 30 Menschen aller Altersklassen machten sich gemeinsam auf den Weg. Gestartet wurde um zehn Uhr, und nur wenig später hielt ich das erwähnte Glas Weißwein in der Hand. Ich saß neben Renate. Seit vielen Jahren kommt sie mit ihrem Mann hierher, sie kennt den Ort fast so, als wäre sie hier zuhause. Und man sie, alle grüßten Renate. Mit 85 fühlt sie sich langsam zu alt für die Reise hierher, aber ihre Cousine hat sie überredet, den Herbst hier zu verbringen. Und sie ist glücklich, hier zu sein. Wir stießen an, wir freundeten uns an und lachten viel gemeinsam.
Die Route unserer Wanderung führte durch die Weinlandschaft rund um Prissian, vorbei an Ansitzen, Höfen und Reben. Irmgard erzählte von der Geschichte des Ortes, von den vielen Burgen und natürlich vom Weinbau. Wir besuchten unter anderem das Weingut Großkemat und die Versoaln-Rebe bei Schloss Katzenzungen, die als eine der ältesten und größten Reben der Welt gilt. Später ging es weiter zu einer Bauernbäckerei und einer Brennerei. Die reine Gehzeit ist überschaubar, doch dieser Tag wird ohnehin nicht über sportliche Leistung definiert. Seinen schönsten Abschluss fand er in Irmgards Bio-Garten. Dort gab es ein rustikales Essen mit saisonalen Zutaten und Käse aus der Region. Besonders angenehm war, wie schnell wir mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch kamen. Vielleicht liegt das an der Offenheit der Menschen, vielleicht an der Region. Vielleicht hilft auch der Wein ein wenig nach. Das Ergebnis war jedenfalls wunderbar.
Am nächsten Tag stand ein Tandemflug mit Fly42 auf dem Programm. Bei aller Vorfreude hatte ich durchaus Angst vor dem Moment, in dem der Boden unter meinen Füßen verschwinden würde. Das Wetter hätte allerdings kaum besser sein können. Es war warm und klar, beste Voraussetzungen für einen weiten Blick über das Meraner Land. Steffi brachte mich zum Treffpunkt und fuhr anschließend zum Landeplatz, um dort auf mich zu warten. Dann lernte ich Peter kennen, und schon seine ruhige Art half. Dazu diese tiefe Stimme, mit der er meine Angst ziemlich schnell beiseitefegte. Peter fliegt seit 25 Jahren mit dem Gleitschirm. Angefangen hat er mit Wettkämpfen, heute verdient er sein Geld mit Tandemflügen über der Region Lana.
Wenn er Zeit findet, reist er um die Welt, meist im Winter, wenn fliegen hier kaum möglich ist. Gerade war er in Kolumbien und Indien. Natürlich wollte ich wissen, wo er es bisher am schönsten fand. Seine Antwort war klar: Er fliege nicht zum Sightseeing. Genial sei es dort, wo Wind und Thermik stimmen. Sein liebstes Revier sind, neben seinem Hausberg Vigiljoch, die Dolomiten. Kurz darauf liefen wir los und hoben ab. Der Flug war genial. Wir glitten über das Tal und drehten Runde um Runde. Bei diesen Bedingungen, erklärte Peter, könnte er viele Stunden in der Luft bleiben. Unser Flug dauerte rund 30 Minuten. Peter machte währenddessen viele Fotos, und auf jedem einzelnen sieht man mich mit einem breiten Grinsen. Schließlich landeten wir auf einem Feld am alten Friedhof, wo Steffi bereits auf mich wartete. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber noch glücklicher darüber, diesen Flug tatsächlich gemacht zu haben. Was für ein Ausflug. Den werde ich nicht vergessen.
Bodenständiges nach dem Abheben
Am Abend ging es in den Gasthof Falger in Völlan, nur ein paar Minuten von unserem Campingplatz entfernt. Wir saßen auf der großen Terrasse und blickten über die Apfelbäume bis zu den Bergen. Nach dem Flug war das genau der richtige Ort, um den Tag noch einmal in Ruhe an sich vorbeiziehen zu lassen.
Der Service war großartig und wurde eigentlich nur noch vom Essen übertroffen. Wir hatten eine perfekte Pizza und Knödel, beides vegetarisch und beides so gut, dass unweigerlich der Vergleich mit zu Hause aufkam. In Hamburg hätte ein Essen in dieser Qualität vermutlich doppelt so viel gekostet. Und hier gab es den besten Blick auf das Tal gleich dazu.
Noch einmal hinauf zum Vigiljoch
Für unseren letzten Ausflug in Lana ging es noch einmal zum Vigiljoch. Die große Kabine der Seilbahn bringt Wanderer und Radfahrer gemeinsam auf rund 1.500 Meter Höhe. Die Fahrt dauert gerade einmal sechs Minuten. An den Ohren merkt man trotzdem, wie schnell es aufwärtsgeht. Nur ein paar Schritte von der Bergstation entfernt wartet schon der Sessellift. Weitere 20 Minuten schwebten wir über Wanderwege und an Wäldern vorbei, während uns die Fahrgäste in den entgegenkommenden Sesseln zuwinkten. Oben angekommen, liefen wir noch etwa eine Viertelstunde bis zum Gasthof Jocher.
Der Jocher ist ein perfekter Ort für eine Mittagspause. Wir saßen auf der Sonnenterrasse und genossen die Aussicht, doch auch der Blick nach innen lohnt sich. Das moderne, einladende Design erwartet man nicht unbedingt, wenn man an einen Berggasthof denkt. Ähnlich überraschend ist die Speisekarte. Lokale Zutaten werden hier mit viel Liebe zu kleinen Leckereien verarbeitet. Schade war nur, dass die Mittagspause so schnell vorbei war. Hier wären wir gerne länger geblieben, am besten gleich mehrere Tage in einem der Zimmer des Gasthofs. Aber wir mussten weiter. Einen besseren Abschluss für unseren Besuch in Lana hätten wir uns kaum vorstellen können.
Das Reiseprogramm trug den Titel „Lana verbindet“. Solche Sätze klingen zunächst nach Tourismuswerbung, doch nach ein paar Tagen war die Formulierung erstaunlich treffend. Ich denke dabei weniger an Sehenswürdigkeiten als an Max in der Brauerei, Irmgard zwischen den Reben, Peter am Gleitschirm und die neuen Bekannten auf dem Campingplatz.
Vielleicht ist genau das die Stärke dieser Region. Man sitzt unter Kastanien, schaut über Apfelplantagen, hält am Vormittag ein Weinglas in der Hand und lässt sich wenig später einen Gleitschirm umschnallen. Dazwischen bleibt genug Zeit für Gespräche. Wer Lana nur durchfährt, bekommt davon vermutlich wenig mit. Wer bleibt und sich an einen Tisch setzt, versteht es ziemlich schnell.
Infos für die Reise
Camping: Der Campingplatz Völlan liegt im Zehentweg 6 in Völlan oberhalb von Lana. Die terrassenförmig angelegten Komfortplätze sind 80 bis 90 Quadratmeter groß und für Camper und Wohnmobile bis 7,50 Meter Länge geeignet. Zum Platz gehören ein Pool, moderne Sanitäranlagen und ein kleiner Laden mit frischen Brötchen und Dingen für den täglichen Bedarf.
Brauereibesichtigung:FREEDL bietet von März bis November freitags Führungen durch die Brauerei mit anschließender Verkostung an. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich.
Genusswanderung: Die geführte Genusswanderung in Prissian verbindet Ortsgeschichte, Weinbau und mehrere kulinarische Stationen. Sie dauert etwa sechs Stunden. Termine, Preise und Anmeldeschluss sollten vorab geprüft werden.
Tandemflug: Flüge mit Fly42 sind wetterabhängig und sollten reserviert werden. Passagiere können zwischen 15 und 120 Kilogramm wiegen. Wichtig sind feste Schuhe und Kleidung, die zur Temperatur in der Höhe passt. Fotos und Videos vom Flug sind möglich.
Vigiljoch: Die Seilbahn Vigiljoch startet in Lana und fährt regulär im Halbstundentakt. Von der Bergstation geht es mit dem Sessellift weiter hinauf. Kombitickets sind an der Talstation erhältlich. Fahrplan und Betrieb können sich je nach Saison und Wetter ändern. Vom Busbahnhof Lana sind es zu Fuß nur wenige Minuten bis zur Talstation.
Einkehr: Der Gasthof Jocher ist ausschließlich zu Fuß sowie mit Seilbahn und Sessellift erreichbar. Für den Gasthof Falger in Völlan empfiehlt sich besonders am Abend eine Reservierung. Öffnungszeiten und Ruhetage am besten vor dem Besuch kontrollieren.
Das Pitztal zeigt sich im Spätsommer von zwei Seiten. Unten ist es grün, still und angenehm unspektakulär. Oben bereitet sich der Gletscher bereits auf den Winter vor. Dazwischen liegen ein kleiner Campingplatz, zwei Gipfel, jede Menge Höhenmeter und vier Kilometer Schotterpiste auf drei Rädern.
Für unsere Tour durch Tirol und Südtirol haben Steffi und ich einen Van von Hobby übernommen. Das Fahrzeug ist 6,40 Meter lang, bietet reichlich Platz und verlangt in manchen Tiroler Dörfern trotzdem etwas Aufmerksamkeit. Vor allem dann, wenn das Navi eine Abzweigung erst ankündigt, wenn man praktisch schon daran vorbeigefahren ist. Unsere erste Station: das Pitztal.
Ein Campingplatz ohne großes Theater
Unser Basislager war das Mountain Camp in Jerzens. Der Platz ist klein, ruhig und angenehm unaufgeregt. Kein Campingresort mit Wellnesslandschaft und Animationsprogramm, sondern ein Platz für Menschen, die tagsüber etwas vorhaben und abends einfach gut stehen wollen.
Neben uns zelteten ein paar Jungs aus Belgien, die jeden Morgen in Richtung Berge verschwanden. Gegenüber stand ein Paar mit Bulli und E-Bikes. Dazu kamen Wanderer und Radreisende, die meist nur kurze Zeit blieben. Das passte zum Mountain Camp. Der Platz ist weniger Reiseziel als guter Ausgangspunkt, denn viele der wichtigsten Attraktionen des Pitztals liegen nur wenige Fahrminuten entfernt.
Die Sanitäranlagen sind einfach und sauber. Der Duschraum ist genderneutral eingerichtet, geduscht wird in Einzelkabinen. Muss man mögen, funktioniert aber. Zum Platz gehört auch ein Restaurant, das während unseres Aufenthalts allerdings geschlossen war. Immerhin mussten wir morgens nicht auf frisches Brot verzichten: Brötchen lassen sich vorbestellen und werden zum Platz geliefert.
Wer vom Campingplatz direkt loswandern möchte, kann sich den Weg zum Stuibenwasserfall vornehmen. Der Weg startet praktisch vor der Tür. Für Übernachtungen im Pitztal wird eine Kurtaxe fällig. Praktisch ist der digitale Urlaubsbegleiter myPitztal. Nach der Anmeldung mit den Reisedaten hat man die Gästekarte auf dem Smartphone dabei und findet dort außerdem Informationen zu Wetter, Veranstaltungen, Restaurants und Ausflugszielen.
Zwei Gipfel, zwei Wanderstöcke und eine Portion Kasspätzle
Nach einer ruhigen Nacht wollten wir hinauf zum Hochzeiger. Der ursprüngliche Plan war einfach: mit der Gondel zur Mittelstation, anschließend mit der Sesselbahn weiter nach oben und von dort zum Gipfel. Pläne sind in den Bergen allerdings vor allem eine gute Grundlage für spontane Änderungen. Also fuhren wir stattdessen mit einer Doppelsesselbahn hinauf zum Sechszeiger.
Von dort wanderten wir über die Kalbenalm hinunter zur Tanzalm. Spätestens beim Abstieg war ich froh, dass wir Wanderstöcke dabeihatten. Steffi war mit ihren Stöcken von Helinox unterwegs. Ich hatte die dabei, die mir mein Freund Martin einmal zum Geburtstag geschenkt hatte. Auch meine Wanderschuhe von Mammut mussten arbeiten. Einige Passagen waren ziemlich rutschig, ließen sich mit vernünftigem Schuhwerk aber gut bewältigen.
In der Tanzalm wartete die Belohnung in jener Form, die in Tirol besonders zuverlässig funktioniert: Kasspätzle für die herzhafte Abteilung, Kaiserschmarrn für alles Weitere. Sehr viel klassischer lässt sich eine Wanderpause kaum gestalten.
Danach wurde aus dem Wandertag ein Renntag. An der Mittelstation liehen wir zwei Zirbencarts aus. Die geländegängigen Dreiräder werden mit der Achtersesselbahn Hochzeiger 2.5 zum Start gebracht. Von dort führt eine rund vier Kilometer lange Schotterstrecke zurück zur Mittelstation. Dazu muss man wissen, dass Steffi und ich zu Hause gern Mario-Spiele von Nintendo spielen. Sie nimmt immer Mario. Für mich bleibt Luigi. Die Rollen waren damit auch am Berg schnell verteilt.
Wir stürzten uns also in unser persönliches Mario-Kart-Rennen. Es ging nicht nur darum, wer schneller durch die Kurven driftet, sondern auch darum, wer dabei lauter juchzt. Vermutlich hatte Steffi bei beidem knapp die Nase vorn. Sicher bin ich nur bei einer Sache: Die Fahrt war so großartig, dass wir oben sofort eine zweite Runde buchten.
Diese Carts sehen zunächst ein wenig nach Kindergeburtstag aus. Sobald sie auf der Schotterpiste Fahrt aufnehmen, ist dieser Gedanke erledigt. Man sitzt tief, spürt jeden Stein und kann das Heck in den Kurven kontrolliert versetzen. Nach vier Kilometern kommt man mit Staub auf der Kleidung und einem ziemlich breiten Grinsen wieder an der Mittelstation an. Mit der Gondel ging es anschließend zurück ins Tal.
Kaffee auf 3.440 Metern
Am letzten Tag im Pitztal wollten wir noch einmal richtig hoch hinaus. Dabei erinnerte mich die Region ein wenig an Hamburg. Meine frühere Heimatstadt erzählt gern, sie habe mehr Brücken als Amsterdam, Venedig und London zusammen. Das Pitztal kontert mit dem höchsten Café und dem höchstgelegenen Standesamt Österreichs. Zum Glück sind Steffi und ich bereits verheiratet. Wir brauchten also keinen Termin, sondern nur Kaffee und Kuchen.
Mit dem Gletscherexpress und der Wildspitzbahn ging es hinauf zum Café 3.440. Der Name ist keine kreative Verrenkung, sondern schlicht die Höhenangabe. Durch die große Glasfront blickt man direkt auf die Gletscherwelt rund um die Wildspitze. Bei guter Sicht reicht das Panorama weit über die umliegenden Gipfel. Wir konnten sogar die Zugspitze erkennen.
Kulinarisch würde ich hier nicht zu viel erwarten. Es gibt Snacks, Kaffeespezialitäten und Kuchen. Der eigentliche Luxus ist ohnehin die Aussicht. Sie ist spektakulär und lässt sich am besten im Sitzen genießen. Das ist in dieser Höhe auch keine schlechte Idee. Wer 3.440 Meter nicht gewohnt ist, sollte langsamer gehen, sich Zeit lassen und auf den eigenen Körper hören. Für eine Pause gibt es kaum einen besseren Ort als dieses Café.
Ein stiller See vor dem Winter
Zurück an der Talstation wechselten wir fast direkt in die nächste Gondel. Die Rifflseebahn brachte uns auf gut 2.200 Meter Höhe. Dort liegt der Rifflsee, eingebettet zwischen kargen Hängen und hohen Gipfeln. Seine Farbe wechselt mit dem Licht zwischen tiefem Blau, Türkis und Grau. Wir gingen ein Stück am Ufer entlang und kehrten anschließend in der Rifflseehütte ein.
Es ist ein eigenartiger Moment, ein Skigebiet kurz vor der Saison zu besuchen. Noch sind die Hänge nicht vollständig präpariert. Vielerorts liegen Steine und Geröll offen. Gleichzeitig läuft die Vorbereitung längst. Hubschrauber transportieren Ausrüstung und Baumaterial, Pistenraupen schieben bereits Schnee in Form. Alles wirkt gleichzeitig still und geschäftig. Ein paar Wochen später ist hier Winterbetrieb. Dann verschwinden manche Wege unter dem Schnee, Lifte laufen im Takt und auf den Hütten werden deutlich mehr Kasspätzle gebraucht. Kaum vorstellbar, wenn man zwischen Geröll und Baumaschinen steht. Und doch wiederholt sich dieses Schauspiel jedes Jahr.
Das Pitztal kann mehr als Winter
Der Tourismus prägt das Tal, doch längst geht es nicht mehr nur um die Skisaison. Wandern, Klettern, Rafting, Mountainbiken und Fahrten mit den Zirbencarts machen auch die Monate davor und danach interessant. Dazu kommen Hütten und Restaurants, die erfreulich oft vegetarische Gerichte anbieten. Unsere Campingküche blieb im Pitztal jedenfalls kalt.
Auch die Campingplätze stellen sich auf Gäste ein, die nicht nur im Hochsommer kommen. Das Mountain Camp ist ganzjährig geöffnet und eignet sich deshalb auch als Basis für einen Winterurlaub. Mit einem größeren Reisemobil sollte man bei der Anfahrt durch kleine Orte trotzdem aufmerksam bleiben. Unser Hobby-Van ist 6,40 Meter lang. Das ist noch gut handhabbar, wird in engen Gassen aber schnell interessant. Besonders dann, wenn das Navi mit seinen Hinweisen etwas spät dran ist. Nach mehreren Jahren mit dem Camper in Europa bringt mich eine Sackgasse allerdings nicht mehr aus der Ruhe.
Das Pitztal ist ein feines Ziel für einen Wanderurlaub. Trotzdem stand für mich nach diesen Tagen fest, dass ich beim nächsten Mal im Winter kommen möchte. Ich konnte schon sehen, wie ich morgens die Pisten hinunterfahre, mittags auf einer Hütte sitze und abends müde in die Koje falle. Am nächsten Tag dann dasselbe noch einmal.
Bis dahin bleiben die Bilder dieser Reise: die schroffen Berge, das blaue Wasser des Rifflsees, der Blick vom Café 3.440 und Steffi, die als Mario auf drei Rädern vor mir über die Schotterpiste jagt. Luigi muss eben weiter trainieren.
Infos für die Reise
Camping:Mountain Camp Pitztal, Niederhof 206, 6474 Jerzens. Ganzjährig geöffnet, 38 Stellplätze sowie eine Zeltwiese. Restaurant und Brötchenservice vorhanden. Öffnungszeiten des Restaurants vorab prüfen.
Hochzeiger: Gondel bis zur Mittelstation auf rund 2.000 Metern. Von dort fahren im Sommer die Doppelsesselbahn Sechszeiger und die Achtersesselbahn Hochzeiger 2.5.
Zirbencarts: Verleih an der Mittelstation. Die Strecke von der Bergstation Hochzeiger 2.5 zurück zur Mittelstation ist rund vier Kilometer lang. Ein Lichtbildausweis wird für den Verleih benötigt.
Café 3.440: Erreichbar mit Gletscherexpress und Wildspitzbahn. Betriebszeiten und Wetterlage unbedingt vor der Fahrt prüfen.
Rifflsee: Die Rifflseebahn startet in Mandarfen. Der See liegt auf 2.232 Metern. Für eine gemütliche Runde um den See sollte man ungefähr eine Stunde einplanen.
Gästekarte: Die digitale Pitztaler Gästekarte ist über myPitztal abrufbar.
Hinweis: Diese Reise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Der Van wurde uns von Hobby als Testfahrzeug zur Verfügung gestellt.
Henning und Gerd planen den Camping-Trip nach Ontario
Für viele Camper ist Kanada ein großer Traum. Unendliche Weite, wilde Natur, tolle Menschen: Es gibt hunderte gute Gründe, nach Kanada zu reisen. Für Henning und Gerd wird dieser Traum demnächst Realität. Sie fahren nach Ontario und erkunden dort im Wohnmobil den Osten Kanadas. Der Start ist in Toronto, es geht zu den Seen, in Naturparks und natürlich zu den Niagara-Fällen. Reisezeit ist Herbst, was bei der Vorbereitung und Klamottenwahl eine große Rolle spielt.
In der Folge unterhalten sich Henning und Gerd darüber, was denn überhaupt eingepackt wird, worauf sie sich besonders freuen und wie die Reiseroute im Detail aussieht. Doch wenn sich zwei Leute, die noch nie mit dem Camper in Kanada waren, einen Plan machen sollten sie sich Experten-Hilfe holen. Wir sprechen mit Nicole Haarmann von Canusa. Sie ist dort Zuständig für Wohnmobil-Reisen in Kanada – und kann daher eine Menge zum Thema erzählen. Es gibt nicht nur Tipps für die beste Route, sondern auch kulinarische Vorschläge und Ideen, was noch unbedingt in die Reisetasche muss.
Ende September geht die Reise los, die Campermen werden von unterwegs berichten, zum Beispiel auf Instagram unter thecampermen.
Transparenzhinweis: Destination Ontario und CANUSA unterstützen uns bei dieser Reise. CANUSA hat für uns ein Wohnmobil von Cruise Canada organisiert. Auf unsere redaktionelle Berichterstattung und Bewertung hat die Unterstützung keinen Einfluss.
Im vergangenen Jahr standen Henning und ich mit einem Camper an der australischen Ostküste. Dieses Jahr wird es etwas kühler. Es geht nach Ontario in den Osten Kanadas.
In diesem Text erfahrt ihr alles, was ihr für die Vorbereitung einer Camping-Reise durch Ontario wissen müsst:
Warum sich Ontario gerade im Herbst besonders gut für einen Roadtrip eignet.
Welche Dokumente und Versicherungen ihr vor der Abreise braucht.
Worauf ihr beim Fahren mit einem Leih-Camper in Kanada achten solltet.
Welche Kleidung, SIM-Karte und Zahlungsmittel unterwegs sinnvoll sind.
Was Campingplätze, Sprit und Verpflegung kosten und welche Rolle Bären, Elche und das Wetter spielen.
Am 30. September fliegen wir nach Toronto. Dort übernehmen wir ein Wohnmobil von Cruise Canada und machen uns auf den Weg durch Ontario. Unterstützt werden wir bei der Reise von Destination Ontario und CANUSA. CANUSA hat nicht nur unser Wohnmobil organisiert, sondern mit seinen Touren ab Toronto auch einen Teil der Inspiration für unsere Reise geliefert.
Dass wir nach Australien noch einmal eine größere Reise mit dem Camper machen wollten, stand ziemlich schnell fest. Die schwierigere Frage war: wohin? Kanada lag weit oben auf unserer Liste. Und wenn man an Kanada und Camping denkt, landet man gedanklich schnell bei British Columbia, den Rocky Mountains und Vancouver. Wir fahren in die andere Richtung.
Warum ausgerechnet Ontario?
Ontario hat ein ziemlich überzeugendes Argument für Kanada-Einsteiger: Vieles von dem, was man sich unter Kanada vorstellt, liegt hier erstaunlich nah beieinander. Natürlich nur nach kanadischen Maßstäben. Da ist Toronto als große, internationale Stadt. Ottawa als Hauptstadt. Die Niagarafälle. Die Thousand Islands im St.-Lorenz-Strom. Dazu Seen, Wälder, kleine Orte und Provincial Parks. Vor allem der Algonquin Provincial Park steht ziemlich weit oben auf unserer Liste. Ontario ist allerdings riesig. Einfach loszufahren und zu hoffen, unterwegs schon alles zu sehen, wäre deshalb eine eher schlechte Idee. Wir wollen gar nicht versuchen, möglichst viele Kilometer abzureißen. Lieber weniger Orte, dafür etwas länger bleiben.
Australien hat uns noch einmal gezeigt, dass eine Reise nicht automatisch besser wird, nur weil am Ende möglichst viele Pins auf Google Maps stecken. Und dann ist da noch der Zeitpunkt. Der könnte für Ontario ziemlich gut sein.
Wir fahren dem Herbst entgegen
Der 30. September ist kein zufällig gewählter Abflugtermin. Wir hoffen auf den kanadischen Herbst. Also auf rote, orangefarbene und gelbe Wälder, kühle Abende und diese Landschaften, die auf Fotos meistens so aussehen, als hätte jemand bei der Farbsättigung ein bisschen übertrieben. Im Algonquin Provincial Park beginnt die Herbstfärbung normalerweise im September und reicht bis in den Oktober. Wann die Farben tatsächlich ihren Höhepunkt erreichen, lässt sich allerdings nicht Monate vorher buchen. Temperaturen, Regen und Wind haben dabei ein gewisses Mitspracherecht.
Ontario Parks veröffentlicht während der Saison deshalb einen Fall Colour Report. Dort lässt sich verfolgen, wie weit die Färbung in den einzelnen Parks fortgeschritten ist. Den werden wir kurz vor der Abreise vermutlich häufiger aufrufen als unseren Kontostand. Denn der Herbst beginnt nicht überall gleichzeitig. Im Norden färben sich die Wälder früher, im Süden später. Mit etwas Glück können wir unsere Route ein wenig daran anpassen.
Auf interaktiven Karten sieht man den Stand der Blattfärbung
Ende September und Anfang Oktober hat für uns noch einen anderen Reiz. Der Sommer ist vorbei, die große Hitze ebenfalls und auch die Zahl der Insekten nimmt ab. Das heißt allerdings nicht, dass wir Ontario für uns allein haben. Gerade die bekannten Parks können während der Herbstfärbung ziemlich voll werden. Gleichzeitig fahren einige Campingplätze und Einrichtungen nach dem Sommer ihren Betrieb bereits herunter. Herbst bedeutet also nicht automatisch Nebensaison. Es bedeutet vor allem: besser vorher nachsehen.
Aber wie bereitet man so eine Reise eigentlich vor?
Genau hier beginnt für mich einer der spannendsten Teile einer größeren Reise. Man kennt das Land nicht, kennt die Regeln nicht und weiß nicht, wie der Mobilfunk funktioniert. Man fragt sich, ob der deutsche Führerschein reicht, welche Versicherung man braucht und ob nachts plötzlich ein Bär am Wohnmobil klopft. Also googelt man. Und ungefähr zwei Stunden später weiß man, dass irgendein Mensch 2017 mit seinem deutschen Führerschein problemlos durch Kanada gefahren ist. Das ist schön für ihn. Für unsere Reise hilft es nur bedingt.
Wir versuchen deshalb, bei wichtigen Fragen möglichst direkt an die Quelle zu gehen. Einreisebestimmungen bei der kanadischen Regierung. Verkehrsregeln bei der Provinz Ontario. Informationen zu den Parks bei Ontario Parks. Dazu kommen das Auswärtige Amt, Destination Ontario sowie die Unterlagen von CANUSA und Cruise Canada. Das klingt weniger romantisch als ein Roadtrip. Ist aber erheblich sinnvoller.
Visum? Fast
Für eine touristische Reise benötigen deutsche Staatsangehörige normalerweise kein klassisches Visum für Kanada. Wer mit dem Flugzeug einreist, braucht allerdings eine elektronische Reisegenehmigung, die sogenannte eTA. Sie wird online bei der kanadischen Regierung beantragt und elektronisch mit dem Reisepass verknüpft. Wichtig: Dafür am besten direkt die offizielle Website benutzen. Im Netz gibt es diverse Vermittler, die denselben Antrag gegen deutlich höhere Gebühren übernehmen. Wir kümmern uns darum lieber rechtzeitig. Der Flughafen ist ein schlechter Ort, um sich erstmals Gedanken über Einreisebestimmungen zu machen.
Gesundheit und Auslandskrankenversicherung
Kanada ist keine Fernreise, für die man vorsorglich eine Sammlung exotischer Impfungen benötigt. Trotzdem gehört der Blick in den Impfpass zur Vorbereitung. Die üblichen Standardimpfungen sollten aktuell sein. Wer gesundheitliche Besonderheiten hat oder spezielle Aktivitäten plant, klärt Details besser vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt. Wichtiger ist für uns die Auslandskrankenversicherung. Wir achten darauf, dass sie nicht nur Behandlungen übernimmt, sondern gegebenenfalls auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport. Das ist eine dieser Versicherungen, bei denen ich sehr gerne jahrelang Beiträge zahle, ohne jemals herauszufinden, ob sie wirklich gut ist.
Reicht unser deutscher Führerschein?
Für eine normale Urlaubsreise in Ontario reicht grundsätzlich der gültige deutsche Führerschein. Wir werden trotzdem einen Internationalen Führerschein mitnehmen. Nicht weil wir ihn zwingend brauchen. Sondern weil ein zusätzliches Dokument im Handschuhfach wenig Platz benötigt und im Zweifelsfall Diskussionen darüber erspart, welche deutsche Führerscheinklasse nun genau was bedeutet. Bei einem Miet-Wohnmobil zählt ohnehin nicht nur das Verkehrsrecht. Entscheidend sind zusätzlich die Bedingungen des Vermieters. Die schauen wir uns vorher lieber einmal zu oft an.
Autofahren dürfte erstaunlich normal sein
Nach unserem Australien-Trip gibt es eine gute Nachricht: In Kanada fährt man rechts. Wir müssen morgens also nicht erneut überlegen, auf welcher Straßenseite wir eigentlich sein sollten. Geschwindigkeiten und Entfernungen werden in Kilometern angegeben. Das macht die Umstellung ebenfalls überschaubar. Ein paar Regeln sollte man trotzdem kennen. Besonders ernst nehmen die Kanadier ihre Schulbusse. Hält ein Bus mit blinkenden roten Warnleuchten und ausgeklapptem Stoppschild, müssen andere Fahrzeuge je nach Straßensituation ebenfalls anhalten. Und dann gibt es Verkehrsschilder, die einem in Deutschland eher selten begegnen. Elch.
Bären, Elche und andere Mitbewohner
Die Frage kommt bei einer Kanada-Reise ziemlich schnell. Was ist mit Bären? In Ontario leben Schwarzbären. Wer dort campt, sollte deshalb ein paar einfache Regeln beachten. Essen, Müll und andere stark riechende Dinge lässt man nicht draußen herumliegen. Tiere werden weder gefüttert noch angelockt, und bei einer Begegnung hält man Abstand. Das klingt zunächst etwas dramatisch. Für uns als Wohnmobilreisende dürfte im Alltag aber ein anderes Wildtier gefährlicher sein: eines, das plötzlich auf der Straße steht. In Ontario warnen zahlreiche Schilder vor Elchen, Hirschen und anderen großen Tieren. Besonders in der Dämmerung und nachts sollte man entsprechend aufmerksam fahren. Lange Etappen wollen wir deshalb möglichst bei Tageslicht zurücklegen. Mit einem nordamerikanischen Wohnmobil ist das ohnehin keine schlechte Idee.
Ist Ontario gefährlich?
Nicht in dem Sinne, in dem man diese Frage vor einer Reise normalerweise stellt. Wir fahren nicht in ein gefährliches Land. Aber wir fahren in Regionen, in denen Natur eine andere Dimension haben kann als bei uns. Ein Park wie Algonquin ist keine hübsch angelegte Grünfläche mit Café am Ausgang. Man kann dort ziemlich schnell ziemlich weit von Dingen entfernt sein, die im Alltag selbstverständlich sind. Dazu gehört auch Mobilfunkempfang. Deshalb laden wir Karten für wichtige Regionen vorher auf unsere Smartphones. Adressen, Reservierungen und andere Unterlagen speichern wir ebenfalls offline. Ein Smartphone ist schließlich nur dann ein ziemlich guter Reiseführer, wenn es noch irgendetwas weiß.
Welche SIM oder eSIM nehmen wir?
Damit sind wir bei einer Frage, über die man überraschend lange recherchieren kann. Kanada ist beim Mobilfunk nicht gerade als Billigparadies bekannt. Je nach deutschem Vertrag kann Roaming teuer werden. Deshalb schauen wir uns für die Reise lokale Prepaid-Angebote und eSIMs an. Interessant sind beispielsweise Anbieter wie Public Mobile oder Lucky Mobile. Wer eine eSIM nutzt, kann den Tarif häufig schon vor oder direkt nach der Ankunft aktivieren. Physische SIM-Karten bekommt man in Kanada unter anderem in Mobilfunkläden, Elektronikmärkten und verschiedenen Supermärkten oder Drogerien. Welche Lösung für uns am günstigsten ist, entscheiden wir kurz vor der Reise. Mobilfunktarife haben ungefähr die Halbwertzeit eines günstigen Flugangebots. Wer über einen Reiseveranstalter bucht, sollte außerdem vorher in seine Unterlagen schauen. Bei einzelnen Angeboten sind bereits Datenpakete oder eSIMs enthalten. Und egal, welchen Tarif wir nehmen: Wo kein Netz ist, hilft auch die beste SIM nichts. Offlinekarten bleiben also auf der Liste.
Was packt man für Ontario im Oktober ein?
Vermutlich zu viel. Das ist zumindest unsere bewährte Methode. Ende September und Anfang Oktober kann das Wetter in Ontario ziemlich unterschiedlich ausfallen. In Toronto können die Tage noch angenehm mild sein. Weiter nördlich und vor allem nachts wird es deutlich kühler. In manchen Regionen sind Temperaturen um den Gefrierpunkt möglich. Deshalb packen wir nach dem Zwiebelprinzip. T-Shirts kommen mit, darüber Pullover oder Fleece. Dazu eine wärmere Jacke und eine wasserdichte Außenschicht. Feste Schuhe sowieso. Mütze und dünne Handschuhe werden ebenfalls im Gepäck landen. Vielleicht liegen sie anschließend zwei Wochen unbenutzt im Schrank des Wohnmobils. Dann haben sie ihren Zweck erfüllt. Außerdem kommen Regenkleidung, Tagesrucksack, Trinkflasche, Stirnlampe, Powerbank und Sonnenbrille mit. Die Sonnenbrille direkt neben der Mütze. Das beschreibt unsere Reisezeit vermutlich ganz gut.
Was kostet Ontario?
Kanada ist kein ausgesprochen günstiges Reiseland. Beim Wohnmobil wird vor allem die Tankstelle interessant. Benzin ist in Kanada häufig günstiger als in Deutschland. Ein großes nordamerikanisches Wohnmobil verbraucht dafür allerdings auch erheblich mehr als ein Pkw. Wer täglich Hunderte Kilometer fährt, wird das merken. Genau deshalb wollen wir unsere Route nicht mit zu vielen langen Etappen vollpacken. Auch Campingplätze und Lebensmittel sollte man realistisch ins Budget einrechnen. Dazu kommt eine Besonderheit, die man aus Deutschland nicht gewohnt ist: Bei vielen Preisen wird die Steuer erst an der Kasse hinzugerechnet. In Ontario beträgt die HST 13 Prozent. Im Restaurant kommt normalerweise noch Trinkgeld dazu. Kurz gesagt: Wir planen lieber etwas mehr Reisebudget ein. Übrig gebliebenes Geld hat bislang noch keinen unserer Urlaube ruiniert.
Wie bezahlen wir?
Vor allem mit Karte. Visa und Mastercard sind in Kanada weit verbreitet. Trotzdem werden wir etwas Bargeld dabeihaben. Nicht viel, aber genug für kleinere Ausgaben oder den Fall, dass eine Karte plötzlich doch nicht funktioniert. Vor der Reise lohnt sich außerdem ein Blick auf die Gebühren der eigenen Kreditkarte. Gerade Zahlungen und Bargeldabhebungen in Fremdwährung können je nach Anbieter zusätzliche Kosten verursachen. Beim Wohnmobil kommt noch ein Punkt hinzu: Für die Kaution wird häufig eine Kreditkarte benötigt. Deshalb prüfen wir vorher nicht nur, welche Karte akzeptiert wird, sondern auch, ob der Kreditrahmen ausreicht.
Welche Versicherung brauchen wir für den Camper?
Hier lohnt sich Lesen. Und zwar leider nicht nur dieser Artikel. Bei einem Miet-Wohnmobil sollte man genau prüfen, wie hoch die Haftpflichtdeckung ist, welche Selbstbeteiligung gilt und welche Schäden ausgeschlossen sind. Gerade Glas, Reifen, Dach und Unterboden können je nach Vertrag gesondert behandelt werden. Bei unserer Reise schauen wir deshalb nicht nur darauf, welche Versicherungen CANUSA grundsätzlich anbietet. Sondern darauf, was bei unserem konkreten Fahrzeug tatsächlich abgedeckt ist.
Was wir bis zum 30. September noch erledigen müssen
Die Liste ist inzwischen erstaunlich überschaubar. eTA beantragen. Führerscheine kontrollieren. Versicherungen prüfen. Mobilfunk auswählen. Offlinekarten herunterladen. Wetter und Fall Colour Report beobachten. Campingplätze auswählen und nachsehen, wie lange sie im Herbst geöffnet sind. Und irgendwann müssen wir tatsächlich noch packen. Mehr möchten wir gar nicht komplett festlegen. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus unserer Australienreise. Gute Vorbereitung hilft. Aber eine Reise wird nicht automatisch besser, wenn man jede Stunde vorher organisiert. Ein Wohnmobil ist schließlich auch deshalb ein ziemlich gutes Reisemittel, weil man Pläne ändern kann.
Genau darauf freuen wir uns in Ontario. Auf Toronto und die Niagarafälle. Auf Seen, Wälder und kleine Straßen. Auf Algonquin. Auf Abende am Wohnmobil, bei denen es vermutlich etwas früher kalt wird, als uns lieb ist. Und natürlich auf die Herbstfarben. Wenn alles klappt, kommen wir genau zu dem Zeitpunkt, an dem Ontario von Grün auf Rot, Gelb und Orange umschaltet. Am 30. September geht es los. Danach wissen wir, welche Teile dieser Vorbereitung wirklich wichtig waren. Und welche Sachen wir zwei Wochen lang völlig umsonst durch Kanada gefahren haben.
Checkliste: Ontario mit dem Leih-Camper
Einreise und Dokumente
Reisepass auf Gültigkeit prüfen
eTA über die offizielle Website der kanadischen Regierung beantragen
Deutschen Führerschein einpacken
Optional: Internationalen Führerschein mitnehmen
Flug-, Camper- und Campingplatzbuchungen offline speichern
Kopien wichtiger Dokumente getrennt aufbewahren
Versicherungen
Auslandskrankenversicherung prüfen
Rücktransport berücksichtigen
Versicherungsumfang des Wohnmobils kontrollieren
Haftpflichtdeckung und Selbstbeteiligung prüfen
Ausschlüsse für Glas, Reifen, Dach und Unterboden kontrollieren
Wohnmobil
Mietbedingungen von CANUSA und Cruise Canada lesen
Fahrzeughöhe und -breite notieren
Bedienung von Heizung, Wasser, Strom, Gas und Abwasser erklären lassen
Vorhandene Schäden bei der Übernahme fotografieren
Kraftstoffart prüfen
Rückgaberegeln für Tank, Gas, Abwasser und Reinigung klären
Notfallnummer des Vermieters speichern
Autofahren
Verkehrsregeln für Ontario ansehen
Regeln für Schulbusse kennen
Lange Strecken möglichst bei Tageslicht fahren
Auf Wildtiere achten
Bremsweg und Fahrzeuggröße berücksichtigen
Entfernungen nicht unterschätzen
Route und Campingplätze
Nicht zu viele Kilometer pro Tag planen
Saisonzeiten der Campingplätze kontrollieren
Beliebte Plätze rechtzeitig reservieren
Öffnungszeiten in Provincial Parks prüfen
Fall Colour Report beobachten
Wetterbericht im Blick behalten
Platz für spontane Änderungen lassen
Mobilfunk und Navigation
Kosten des deutschen Kanada-Roamings prüfen
Prepaid-SIM und eSIM vergleichen
Reiseunterlagen auf eventuell enthaltene Datenpakete prüfen
Offlinekarten herunterladen
Campingplätze, Tankstellen und wichtige Adressen speichern
Powerbank einpacken
Geld
Visa oder Mastercard mitnehmen
Fremdwährungsgebühren prüfen
Kreditkartenlimit kontrollieren
Etwas kanadisches Bargeld einplanen
Trinkgeld und zusätzliche Steuern berücksichtigen
Reserve fürs Reisebudget vorsehen
Kleidung
T-Shirts und Langarmshirts
Pullover oder Fleece
Wärmere Jacke
Wasserdichte Regenjacke
Regenhose
Feste Schuhe
Warme Socken
Mütze und dünne Handschuhe
Sonnenbrille
Camping und Outdoor
Tagesrucksack
Trinkflasche
Stirnlampe
Powerbank
Insektenschutz
Sonnencreme
Reiseapotheke
Lebensmittel und Müll im Bärengebiet sicher verstauen
Abstand zu Wildtieren halten
Die wichtigsten Anlaufstellen im Netz
Destination Ontario www.destinationontario.com Offizielle Tourismusseite mit Regionen, Sehenswürdigkeiten, Roadtrips und Reiseinformationen.
Bear Wise Schwarzbären in Ontario Hinweise zum Verhalten beim Campen und bei Begegnungen mit Bären.
Spritpreise Ontario Motor Fuel Prices Aktuelle Benzin- und Dieselpreise in verschiedenen Regionen Ontarios.
Mobilfunk Public Mobile Lucky Mobile Zwei Anbieter, deren Prepaid- und eSIM-Tarife wir vor der Abreise vergleichen werden.
Transparenzhinweis: Destination Ontario und CANUSA unterstützen uns bei dieser Reise. CANUSA hat für uns ein Wohnmobil von Cruise Canada organisiert. Auf unsere redaktionelle Berichterstattung und Bewertung hat die Unterstützung keinen Einfluss.
Stand der Reiseinformationen: August 2026. Einreisebestimmungen, Preise, Mobilfunktarife, Versicherungsbedingungen sowie Öffnungszeiten von Campingplätzen und Parks können sich ändern. Vor einer Reise sollten die aktuellen Angaben bei den jeweiligen offiziellen Stellen geprüft werden.
Erste Camping-Erfahrungen, echte Erlebnisse und künstliche Intelligenz und Tipps für die Kühlbox
Camping sieht von außen herrlich einfach aus: Sachen einpacken, losfahren und irgendwo dort anhalten, wo es schön ist. Ein Freund von Henning wollte genau das. Dann traf die Vorstellung von Freiheit auf die Wirklichkeit.
Im Interview erzählt er, warum der Einstieg ins Camping gar nicht so leicht war. Es geht um falsche Erwartungen, kleine Missgeschicke und Erfahrungen, auf die man gut hätte verzichten können. Aber eben auch um das Gefühl, unterwegs zu sein, neue Orte zu entdecken und den Alltag für ein paar Tage hinter sich zu lassen. Denn wenn der erste Ärger verflogen ist, bleibt oft genau das übrig, weshalb man überhaupt losgefahren ist.
Als Produkt der Woche stellen wir die Roadie 15 von YETI vor. Die kompakte Kühlbox braucht weder Strom noch eine App, sondern nur Eis und etwas Muskelkraft. Sie fasst laut Hersteller 22 Dosen, ist ausgesprochen robust und kostet 200 Euro. Unsere Variante kommt in Pace Purple. Das kann man Lila nennen, klingt dann aber nicht ganz so schnell. Dafür sieht man sie auf dem Campingplatz garantiert wieder.
Zum Schluss wird es noch etwas verrückt. Gerd spricht mit Henning über den Burning Man und den ganzen Wahnsinn, der rund um das Festival in der Wüste entstanden ist. Außerdem war er auf der IFA und hat dort KI fürs Kinderzimmer entdeckt. Nun kann Technik vieles besser machen. Sie kann beim Lernen helfen, Geschichten erzählen oder Eltern Arbeit abnehmen. Bei dem, was Gerd auf der Messe gesehen hat, war seine Reaktion allerdings eindeutig: Das kann weg
Wir rechnen Camping-Kosten aus, stellen coole Gadgets vor uns fahren nach Belgien
In dieser Folge sprechen Nadine und Gerd darüber, was Camping eigentlich wirklich kostet. Also dann, wenn man aufhört, sich dieses schöne Lebensgefühl mit Zelt und Camper schön zu rechnen. Denn Camping ist alles andere als ein Billigurlaub. Klar, es geht immer noch günstig. Aber Kosten für Fahrzeug, Sprit und Platz summieren sich. Wir haben mal ausgerechnet, was so ein Urlaub kostet.
Okay, mit einigen der vorgestellten Produkte macht man nun wirklich kein Schnäppchen. aber andererseits: Wer immer zu billig kauft, kauft mehrfach. Gerd hat ein paar Produkte gefunden, die ihm auf seinen letzten Trips wirklich sehr geholfen haben oder seinen Urlaub sehr komfortabel gemacht haben. Sogar Nadine ist von dem einen oder anderem Gadget ganz angetan.
Vielleicht hätte sie davon sogar etwas mit nach Brügge genommen. Denn dort hat sie im letzten Urlaub den schönen Platz Memling gefunden, der ganz nah am Stadtzentrum liegt. In dieser Folge stellt sie den Platz vor – und erzählt obendrein, warum man unbedingt nach Brügge reisen sollte.