Camping auf Langeland, Hilfe bei Hitze, Zweirad-Tour mit Motor und eine lebensverändernde Reise
Wow. 250 Folgen Campermen. Da darf man auch ein bisschen stolz sein. Henning, Gerd und Nadine sprechen über den Anfang und werfen einen Blick hinter die Kulissen. Aber der Rückblick ist nicht so ganz deren Sachen, lieber schauen sie nach vorn, um sprechen über das nächste Abenteuer.
Gerd war zum Beispiel während seiner Dänemark-Rundreise (mehr dazu in der kommenden Folge) auf der Insel Langeland. Sein Lager für die Nacht hat er auf Emmerbølle Strand Camping aufgeschlagen. Eigentlich mag er keine großen Campingplätze. Doch hier, im Nordwesten der kleinen Insel, wäre er gerne länger geblieben. Der Campingplatz wurde mehrfach als bester Platz Dänemarks ausgezeichnet. Der Grund dafür ist klar: Hier gibt es alles, was man für einen tollen Urlaub benötigt. Die einen mögen es ruhig, die anderen lieben den Trubel. Obwohl das unvereinbar klingt, gelingt es der Besitzerin Mia und ihrem Team, genau diese Mischung anzubieten. Für Gerd war der Strandzugang von seinem Stellplatz grandios, seine Frau fand dagegen das Schwimmbad mit der 25-Meter-Bahn perfekt. Und das sind nur zwei Highlights von vielen. Mehr hört ihr in der Folge. Mehr lest ihr in seiner Rezension auf Campermen: :https://campermen.de/emmerbolle-strand-camping-das-ende-der-welt-aber-das-gute/
Henning bereitet sich gerade auf seinen Urlaub vor, es geht in den Süden. Dort wird es sehr heiß, vor allem im Dachzelt. Kurzerhand hat er einen kleinen Ventilator gekauft, der mit Akku betrieben und per Fernbedienung gesteuert wird. Ach ja: Eine Lampe ist auch noch eingebaut. Wir haben während der Aufnahme getestet, wie leise sich der Ventilator sich dreht. Könnt Ihr ihn hören?
Hören kann man auf jeden Fall den Motor der Puch Maxi, mit der Gerd auf Langeland unterwegs war. Bei Langelands Maxiudlejning kann man sich die historische Mofa ausleihen und ganz gemütlich (mit ein wenig Krach) durch die Landschaft brausen. Beim Verleiher gibt es Helm und einen Ersatzkanister mit Treibstoff. An der Puch hängt ein Fuchsschwanz, ein Kasten für Picknickzubehör ist auch montiert. Richtig cool: Auf Langeland (und ganz Fyn) gibt es mehrere tausend Kilometer ausgeschilderte Radwege. Und so eine Mofa muss auf dem Radweg fahren. Man hat also genug Spielfläche für sichere Touren.
Und manchmal schlägt das Leben dann doch Kapriolen. So wie bei Tino Wendelken. Er ist ein Macher und Autonarr. Erfolgreich im Job, ein Leben nach Plan und auf der Überholspur. Bis der Burnout kommt. Nichts geht mehr. Bis zum Entschluss, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Er baut einen Land Rover Defender Pulse Ambulance zum Reisemobilsteigt aus, steigt mit seiner Frau ein und bricht mit ihr zu einer mehrmonatigen Reise auf. Sie führt in den Balkan und darüber hinaus. Zurück in Deutschland schreibt er seine Gedanken in seinem Buch „Mit dem Land Rover in die Freiheit“ auf. Nicht nur als Erinnerung, sondern vor allem, um anderen einen Ausweg aus der gedanklichen Sackgasse aufzuzeigen. Eine bewegende Reise, eine bewegende Geschichte, über die Tino mit uns im Interview spricht.
Eine Nacht auf Langeland, eine Campingplatzbesitzerin namens Mia und die verstörend tröstliche Entdeckung, dass man sich in Dänemark nie wirklich verloren fühlt – selbst wenn man Lüneburg dabei hat.
Langeland ist eine dieser Inseln, die man auf der Landkarte suchen muss, weil man zunächst nicht glaubt, dass sie wirklich existiert. Schmal, lang, im Südfünischen Inselmeer zwischen Fünen und dem Nichts gelegen, knapp 12.000 Einwohner, gefühlt dreimal so viele Windräder. Ich bin am Ende meiner Reise durch Fyn hier gestrandet — gewollt, versteht sich, aber mit jenem leichten Anflug von Wehmut, der einen immer dann überkommt, wenn man weiß, dass es der letzte Abend ist. Morgen geht es nach Hause, über Kolding und Flensburg, nicht per Fähre über Puttgarden, weil das die poetischere Route ist und ich dazu neige, auf solche Details Wert zu legen, selbst wenn sie eine Stunde länger dauern. Aber heute Abend: Stellplatz 15, Emmerbølle Strand Camping, direkter Strandzugang, Wasser vor der Tür.
Es gibt Orte, die man schon vom Einfahren her mag. Das Emmerbølle ist so ein Ort.
Mia, die Camping-Geschichte und das Deutsch
Die Rezeption liegt gleich am Eingang, und dahinter steht Mia. Mia ist Mitbesitzerin des Platzes, gemeinsam mit Lasse, und sie hat diese entspannte Freundlichkeit, die man in Skandinavien so oft antrifft und die man im besten Fall mit nach Hause nimmt — und die leider meistens auf der Autobahn irgendwo zwischen Flensburg und Hamburg verloren geht. Mia spricht Deutsch, und zwar nicht dieses zögerliche Touristen-Deutsch mit langen Pausen zwischen Artikel und Substantiv, sondern echtes, fließendes Deutsch. Wir reden. Über den Platz, über die Jahre, die sie und Lasse hineingesteckt haben, und dann über ihre eigene Camping-Geschichte — denn natürlich hat Mia eine. Alle Menschen, die Campingplätze gut führen, haben irgendwo in ihrer Biografie diese Kindheitssommer unter Zelttuch und die Jugend mit Mücken und Lagerfeuergeruch in den Haaren.
Was Mia und Lasse aus Emmerbølle gemacht haben, ist beeindruckend. 2024 bester Campingplatz auf Fyn und den Inseln. 2025 wieder. Dazu der Danish Camping Award in der Kategorie „Danmarks Bedste Udlejning“ — beste Vermietung Dänemarks. Nicht schlecht für einen Platz, der geografisch gesehen am Ende der Welt liegt. Wobei — man gewöhnt sich ans Ende der Welt, wenn es so aussieht.
Stellplatz 15 und das Glück der richtigen Parzelle
Stellplatz 15 hat direkten Strandzugang. Das bedeutet: ein paar Schritte Kies, dann Sand, dann Wasser. Es ist der Unterschied zwischen dem Urlaub, von dem man erzählt, und dem Urlaub, dem man hinterhersehnt. Ich parke den Ford Nugget so, dass die Schiebetür direkt auf die Pforte zum Strandzugang zeigt — ein kleines Kunststück der Einparklogistik, das sich hinterher unverhältnismäßig befriedigend anfühlt. Dann schaue ich aufs Wasser und tue das, was man tut, wenn man allein an der Küste steht und weiß, dass man morgen wieder nach Hause muss: sehr, sehr wenig. Absichtlich sehr, sehr wenig. Das klingt einfacher, als es ist.
Der Platz ist terrassenförmig angelegt, viele Stellplätze haben Meerblick, die Strandparzellen wie meine sind das Sahnehäubchen. Die Größe ist großzügig — mindestens 60 Quadratmeter für die Strandplätze — und das Gras ist das dänische Gras, das immer ein bisschen grüner wirkt als das deutsche, was natürlich eine optische Täuschung ist, aber eine angenehme.
Die Nachbarn aus Lüneburg
Das mit Lüneburg muss ich kurz erklären. Ich komme aus Lüneburg. Das ist eine mittelgroße Stadt in Niedersachsen mit einer Altstadt, die man gerne ins 15. Jahrhundert datieren würde, und einem Stadtbild, das an bestimmten Stellen tatsächlich schief steht — weil der Untergrund aus abgelaugtem Salzgestein besteht und die Häuser das im Laufe der Jahrhunderte kommentieren, auf ihre eigene Art. Es ist eine Stadt, die man liebt, wenn man dort aufgewachsen ist, und die man anderswo nicht erwartet.
Meine Nachbarn auf dem Platz kommen aus Lüneburg.
Das ist der Moment, in dem Dänemark kurz aufhört, fremdes Land zu sein, und sich stattdessen anfühlt wie ein Wohnzimmer, in dem jemand das Sofa umgestellt hat. Wir reden natürlich sofort — über die Theorie und Praxis des dänischen Campingurlaubs, über die beste Einfallstraße von der A7 und über die gemeinsame Überzeugung, dass Langeland unterschätzt wird. Es ist diese Art von Begegnung, für die man keinen Plan braucht und die man trotzdem nicht vergisst.
Über den Platz
Emmerbølle ist kein romantisch-schlichter Campingplatz, der seinen Charme aus Verzicht bezieht. Es ist ein moderner Ferienpark, der seinen Charme daraus bezieht, dass er trotz allem keinen Momenten des Nichtstuns abhold ist. Das Angebot ist, um es vorsichtig zu formulieren, beachtlich.
Das Schwimmbad hat eine 25-Meter-Bahn. Meine Frau, die regelmäßig schwimmt und Campingplatzbäder üblicherweise mit der Begeisterung einer Lebensmittelkontrolle beäugt, war zufrieden. Das bedeutet mehr, als es klingt. Das beheizte Becken misst zehn mal 25 Meter, hat einen Kinderbereich, und man kann es als Gast frei nutzen — im Preis inbegriffen, wie auch Fitnessraum, Duschen und WLAN. Wer dann noch nicht genug hat, probiert die Multiarena mit Kunstrasen für Fußball, Basketball und Tennis oder sucht einen der Spielplätze auf, die über den Platz verteilt sind. Es gibt Kinderanimation, Sportplatz, Spielzimmer für Regentage — die ja auch in Dänemark vorkommen, wenngleich man das dort deutlich gelassener nimmt als anderswo.
Der Supermarkt auf dem Gelände ist tatsächlich das, was das Wort verspricht: ein Supermarkt. Nicht jener verschämte Kiosk, der drei Sorten Chips und warmgewordene Milch bereithält und sich mit viel Optimismus Laden nennt. Hier gibt es Lebensmittel, frisches Brot am Morgen, einen Brötchenbestellservice — der außerhalb der Hauptsaison funktioniert, in der er leider eingestellt wird, was die einzige organisatorische Einschränkung ist, die ich notiert habe. Dazu Restaurant, Grillbereich, Snack-Bar.
Ich bin den Platz mit meinem E-Bike erkundet — einem „Lil‘ Buddy“ von Ruff Cycles, der mit seiner breiten Bereifung und dem kompakten Rahmen eher nach Strandpromenade als nach Campingplatz aussieht. Was prompt dazu führte, dass ich gefühlt alle 200 Meter angesprochen wurde. Ob das Bike zu mieten sei, wo man so etwas kaufe, was es koste. Emmerbølle ist, das merkt man schnell, ein Platz mit Publikum für solche Dinge.
Wer sich Extras gönnen möchte, findet buchbare Pakete. Das „Hoher Puls“-Paket schnürt Fahrradverleih, Tennisplatz-Nutzung, ein SUP-Board für zwei Stunden, eine Runde Minigolf, Tischtennisschläger, frische Brötchen sowie eine Flasche lokalen Apfelsaft und zwei Bølle-Biere zu einem Preis zusammen, der deutlich unter dem Einzelwert liegt. Das „Niedriger Puls“-Paket hingegen — Hängematte, Sauna, Brötchen, Apfelsaft, Bier, eine Tüte Süßigkeiten — ist eigentlich ein Manifest über den richtigen Umgang mit freier Zeit. Ich hätte es buchen sollen. Beim nächsten Mal.
Für Hunde gibt es eine eigene Dusche und einen eingezäunten Bereich, was Camper mit Hund als Zeichen eines Platzes kennen, der wirklich nachgedacht hat. Für Luxus-Aficionados gibt es die „HAUGbølle Oasen“ — Ferienhäuser mit Meerblick und eigenem Außen-Spa. Ob man Frühstückskorb, Sekt und Tapas dazubuchen kann: ja.
Die Insel selbst
Langeland verdient ein eigenes Kapitel, bekommt hier aber nur einen Absatz, weil das ehrlicher ist. Es ist eine Insel zum Verlangsamen. Die Radwege entlang der Küste sind das Beste, was man mit zwei Rädern und etwas Wind machen kann. Wer Schlösser mag, fährt nach Tranekær: Tranekær Slot ist rot, thront auf einem dieser charakteristischen Huthügel, die die Insel prägen, und ist das älteste bewohnte Haus Dänemarks — was man ihm von außen ansieht, ohne genau zu wissen warum. Es gibt eine Imkerei, historische Mühlen, einen Medizingarten mit der größten Heilpflanzensammlung Nordeuropas, das Langelandfort als Zeugnis des Kalten Krieges und am Südende der Insel die Wildpferde, die einfach so herumlaufen und sich um touristische Erwartungen wenig scheren. Rudkøbing, die Hauptstadt, hat Kopfsteinpflaster und Cafés und die Ruhe, die man in größeren Städten so schmerzlich vermisst.
Von Emmerbølle aus startet direkt am Platz der Øhavsstien, der Inselmeerpfad — ein Küstenwanderweg, der so schön ist, dass man ihn nicht für wahr halten möchte. Kajak und SUP lassen sich ausleihen, Angelausrüstung ebenfalls. Das Wasser ist hier ruhiger als man denkt und klarer als man nach all den deutschen Campingurlaubs erwartet.
Eine Nacht reicht nicht
Ich habe eine Nacht in Emmerbølle verbracht. Nur eine. Der Besuch war der krönende Abschluss meiner Reise durch Fyn, und ich meine das ohne jede Ironie: es war tatsächlich krönend. Nicht weil alles perfekt war. Das kann es gar nicht, wenn Menschen für Menschen und mit Menschen arbeiten. Geschmäcker und Bedürfnisse sind unterschiedlich. Rezensionen im Netz merken zum Beispiel an, dass die Sanitäranlagen je nach Saison und Auslastung schwanken können. Die Meinung dort: Wer Spitzenpreise bezahlt, hat das Recht auf Spitzenleistung. Nach meiner Meinung ist das dummes Zeug und Klagen auf sehr hohem Niveau. Mir fehlte dagegen eine kleine Hecke zu den Nachbarn. Die gab as an anderen Stellplätzen, die nicht am Strand lagen. Insgesamt hat der Campingplatz das richtige Verhältnis gefunden hat. Zwischen Aktivität und Ruhe, zwischen Komfort und dem Gefühl, wirklich draußen zu sein. Zwischen Trophäensammlung und den Menschen dahinter. Und zwischen familiär und professionell.
Zu Abschied fragt Mia, ob es mir gefallen hat und ob ich wiederkommen werde. Meine ehrliche Antwort: ja. Und das nächste Mal gleich mehrere Tage. Natürlich wieder mit meiner Frau, die schon für das Schwimmbad sofort zusagen würde. Mit Zeit für das Niedrig-Puls-Paket, die Hängematte und den Sonnenuntergang. Wie ich das nächste Mal anreise, weiß ich allerdings noch nicht. Vielleicht wieder mit dem Nugget, vielleicht ein Dachzelt, vielleicht nur mit Fahrrad und Zelt, vielleicht aber auch eines der Ferienhäuser mit Meerblick. Das ist das Schöne an einem Platz, der für alles gemacht ist: Man muss sich noch nicht entscheiden.
Am Morgen habe ich den Nugget beladen, noch einmal aufs Wasser geschaut und bin dann über Kolding nach Hause gefahren. Die Wehmut auf der Autobahn war real. Das ist, glaube ich, das beste Zeichen.
Emmerbølle Strand Camping, Emmerbøllevej 24, 5953 Tranekær, Langeland. Saison 2026: 27. März bis 20. September. feriepark-langeland.de/emmerboelle
Manche Testberichte schreibe ich am Schreibtisch. Diesen hier habe ich auf einem Campingstuhl vor meinem Zelt auf dem Campingplatz Svendborg Sund Camping begonnen, mit Blick aufs Wasser. Ganz entspannt. Denn Ich babe den leisen Verdacht, dass ich gerade das beste Outdoor-Schlafsystem meiner bisherigen Camping-Karriere unter den Knochen hatte.
Es war Fyn. Dänische Sommernächte. Und ich schlief, als hätte jemand mein Bett zu Hause einfach ins Zelt gestellt.
Die kurze Geschichte eines langen Versprechens
Bevor ich ins Schwärmen gerate – und ich muss warnen, denn es wird geschwärmt –, möchte ich kurz das Unternehmen vorstellen, das hinter dem Produkt steht. Michael Glavin, der Gründer von Zenbivy, ist kein Outdoor-Newcomer, der mal eben eine Kickstarter-Idee hatte. Er hat gut 30 Jahre in der Branche verbracht, unter anderem bei Cascade Designs (den Machern von MSR und Therm-a-Rest), bei GSI Outdoors und bei Sierra Designs, wo er das MSR Hubba Hubba Zelt und das Sierra Designs Backcountry Bed mitentwickelt hat. Letzteres war sozusagen der Urgroßvater des heutigen Zenbivy-Konzepts.
Und trotzdem war Glavin nicht zufrieden. Das Backcountry Bed, an dem er selbst als Erfinder beteiligt war, hat ihn nach eigener Aussage nachts wachgehalten – nicht nur im übertragenen Sinne. Zu einengend. Zu kompromisshaft. Also fing er 2016 von vorne an, startete 2017 eine Kickstarter-Kampagne, die mit 120.000 Dollar endete (das Ziel lag deutlich niedriger) und gründete Zenbivy mit Sitz in Spokane, Washington. Heute verfügt das Unternehmen über einen Showroom in Innsbruck und einen europäischen Onlineshop. An einem einzigen Tag verzeichnete das Unternehmen einmal Vorbestellungen im Wert von 600.000 Dollar. Nicht schlecht für eine Schlafidee aus dem Homeoffic.
Das Konzept lässt sich in einem Satz erklären: kein Mumienschlafsack, kein loses Quilt, sondern ein echtes Bett. Ein Laken liegt auf der Matte, das Quilt liegt darüber und beide sind miteinander verbunden. Wer das erste Mal darauf liegt, denkt: „Natürlich.” Warum macht das sonst niemand? Gute Frage.
Nächte auf Fyn – und ein Vorfall vor dem Zelt
Ich habe das Light Bundle auf einer Rundreise durch Fünen (Fyn) getestet. Für alle, die Fünen nur als Buchstabe auf einer IKEA-Schachtel kennen: Das ist die dänische Insel zwischen Jütland und Seeland. Die Einheimischen sagen, sie sei das Herzstück Dänemarks. Für alle anderen bedeutet sie vor allem: grüne Hügel, Schlösser, Kleinbrauereien und das beste Radsportnetz, das man sich wünschen kann.
Auf dem Programm stand unter anderem das Heartland Festival, ein Kulturereignis der gehobenen Sorte, das in den Gärten von Schloss Egeskov, einem der besterhaltenen Wasserschlösser Europas, stattfindet. Es gab Musik, Kunst, Talks, Spitzenköche und das Beste aus der fynischen Esskultur. Und dazu schläft man auf dem Festivalgelände. Im Zelt. Mit dem Zenbivy.
Meine Nachbarn auf dem Svendborg Sund Campingplatz haben mich schon etwas merkwürdig angeschaut. Ich hatte das System nämlich zunächst vor dem Zelt aufgebaut. Zur Kontrolle, um Fotos zu machen und um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Und dann lag ich einfach da. Und bin eingeschlafen. Mitten am Nachmittag, auf einem Campingplatz, auf einer aufgeblasenen Matte, vor dem Zelt. Das Quilt lag über mir. Die Sonne war warm. Die Nachbarn waren irritiert.
Die Matte: leises Staunen
Die Flex Air Mattress ist das Herzstück des Bundles und hat mich am meisten überrascht. Ich habe in meinem Leben auf einer erschreckend großen Anzahl von Schlafmatten gelegen. Matten, die sich nach drei Stunden in ein leises, deflationiertes Nichts verwandelt haben. Matten, die so geknistert haben, dass ich beim Umdrehen die Nachbarn im Nachbarzelt geweckt habe. Matten, auf denen ich morgens mit dem Gefühl aufgestanden bin, einen Kampf gegen die Erdanziehungskraft verloren zu haben.
Die Matratze macht keinen dieser Fehler. Sie hat eine 4-Wege-Stretch-Oberfläche aus weichem Polyester-Strickgewebe, die den entscheidenden Unterschied macht. Während andere Matten mit steif gewebten Stoffen arbeiten, die das Gewicht übertragen statt absorbieren, schmiegt sich diese Oberfläche dem Körper an. Kein Bouncing. Kein Rutschen. Sie wachen nicht mit dem Gefühl auf, auf einem zu voll aufgepumpten Ball gelegen zu haben. Dazu kommt ein R-Wert von 4,8, der für drei Jahreszeiten mehr als ausreichend ist.
Das Packmaß? Etwa 16 x 8 Zentimeter, aufgerollt so groß wie eine große Thermoskanne. Es lässt sich in jedem Rucksack verstauen, der diesen Namen verdient. Und das Beste: Der mitgelieferte Aufbewahrungs-Drybeutel dient gleichzeitig als Blasebalg. Man steckt das Ventil des Beutels an das Ventil der Matte und drückt die Luft aus dem Beuel in die Matte. Iin weniger als einer Minute ist die Matte prall gefüllt, ohne Mund, ohne gerötetes Gesicht, ohne das leise Schwindeln, das man aus anderen Situationen kennt. Wer jemals nach einem langen Wandertag eine Schlafmatte mit dem Mund aufgeblasen hat, weiß das zu schätzen. Ihr versteht, was hier auf dem Spiel steht.
Übrigens – und das ist selbstverständlicher, als es klingt – rutscht man auf dieser Matte nicht. Man liegt da, wo man hingelegt hat. Noch am nächsten Morgen.
Der Quilt besteht aus Daune, Ehrlichkeit und ein paar Clipverschlüssen
Kommen wir nun zum Quilt. Und ja, ich höre es schon: Daune. Tierschutz. Ethik. All das ist berechtigt und ich werde es nicht wegwischen. Wer aus Überzeugung auf tierische Produkte verzichtet, wird hier keinen Quilt finden, denn Zenbivy bietet in der Light-Linie keine Synthetik-Alternative. Das sei deutlich gesagt.
Für alle anderen gilt: Bei Packmaß und Wärmeleistung führt noch immer kein Weg an Daune vorbei. Das Verhältnis von Volumen und Isolation ist schlicht ungeschlagen. Zenbivy setzt beim Light Quilt auf eine 800er-Füllung, die RDS-zertifiziert ist. Das bedeutet, dass die Herkunft der Daune nachverfolgt und nach Tierschutzstandards belegt ist. Das ist zwar kein Allheilmittel, aber immerhin.
Der Light Quilt Convertible ist weich – und zwar wirklich weich. Kein papierartiges Rascheln wie bei manchen Konkurrenzprodukten, sondern ein leises Aufploppen von gutem Daunenvolumen. Die Clip-Verschlüsse, mit denen er am Sheet befestigt wird, sind praktisch platziert und funktionieren auf Anhieb. Man verbindet Quilt und Sheet, legt sich auf die Matte und das System hält, ohne zu verrutschen, Durchzug zu verursachen oder dafür zu sorgen, dass man mit dem Quilt am anderen Ende des Zelts aufwacht.
Was mich besonders überzeugt hat: Trotz der Verbindung fühlt man sich nicht eingesperrt. Das ist der Unterschied zum Mumienschlafsack, den Zenbivy bewusst adressiert. Man kann sich drehen, das Knie aufstellen oder einen Arm rauswerfen, ohne dass das System seine Form verliert. Wer schon einmal in einem klassischen Mumienschlafsack auf die andere Seite gedreht hat und dabei fast das gesamte Innenzelt mitgedreht hat, weiß, dass dies das genaue Gegenteil ist.
Auf Reddit bringen es Langzeit-Zenbivy-Nutzer auf den Punkt: „Das bequemste Outdoor-Schlafsystem, das ich je hatte. Es kommt dem Schlafen zu Hause so nah wie nichts, das ich vorher kannte.“ Ein anderer schreibt: „Game Changer. Ich kaufe nie wieder einen normalen Schlafsack.“
Das Kissen: Unauffällig. Gut so.
Das SoftTop Pillow ist das Mitglied dieses Ensembles, über das man am wenigsten reden muss. Das ist ein Lob. Es ist kompakt, liegt gut in der Hand und hat eine Oberfläche, die nicht raschelt, wenn man den Kopf dreht . Das ist übrigens wichtiger, als es klingt. Wer einmal versucht hat, auf einem dieser glänzenden Aufblaskissen zu schlafen, die in der Stille einer Juninacht klingen wie eine Tüte Chips, versteht mich sofort.
Was mich stört (ja, es gibt etwas)
Ich wäre kein ehrlicher Tester, wenn ich hier nur Begeisterungsprotokolle ablieferte. Also: Erstens die Farbauswahl. Das Light Bundle ist in einer Handvoll Kombinationen erhältlich, die ich am besten als „freundlich sportlich” beschreiben würde. Mir fehlt eine komplett schwarze Variante. Komplett schwarz. Keine Akzente, keine zweite Farbe, kein Zierstreifen. Einfach schwarz. Ich weiß, das ist Geschmackssache, aber wer beim Camping Wert auf Ausrüstung legt, die nicht wie ein Produktfoto aus dem Jahr 2009 aussieht, für den ist Ästhetik eben nicht egal.
Zweitens der Preis: ab 712 Euro. Das ist eine Ansage. Wer jetzt denkt: „Teuer”, der hat zwar recht, aber ich widerspreche dennoch. Ein gutes Daunquilt kostet allein schon zwischen 300 und 400 Euro. Eine hochwertige Schlafmatte mit R-Wert 5 kostet 200 bis 260 Euro. Das Kissen, der Drybeutel und das Packsystem ergeben zusammen ein Bundle, das als Gesamtpaket günstiger ist als die Summe der Einzelteile. Der Quilt ist ab 220 Euro und die Flex Air Mattress ab 260 Euro einzeln erhältlich.
Es bleibt trotzdem eine Investition. Eine, die ich für gerechtfertigt halte – aber sie muss gut überlegt sein.
Fazit: Das Bett für den Rucksack.
Ich habe auf dem Heartland Festival geschlafen. Auf dem Svendborg Sund Campingplatz. Im Zelt. Mit dem Zenbivy. Und ich bin jedes Mal ausgeruht aufgewacht, was für mich persönlich eine statistisch eher seltene Aussage ist.
Das Zenbivy Light Bundle ist kein Schlafsack. Es ist kein Quilt. Es ist auch keine Matte. Es ist ein System. Und das ist der entscheidende Gedanke. Matte, Laken, Quilt und Kissen spielen zusammen wie eine Band, die seit Jahren miteinander tourt: Keiner übertönt den anderen, und das Ergebnis ist besser als die Summe der Einzelteile. Ein Bett wie zu Hause. Mit einem Packmaß für jeden Rucksack. Und es ist seinen Preis wert, wenn man weiß, was man kauft.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Komponente
Details
UVP (ab)
Link
Light Bundle (Komplett)
Light Quilt + Light Sheet + Flex™ Air Mattress + SoftTop™ Pillow + Dry Sack mit Compression Caps
Nützliche Tipps für die Wohnmobil-Reise ins Ausland
Der Sommer steht vor der Tür, die Koffer werden gepackt – oder besser gesagt: der Camper wird beladen. Und genau hier beginnt die Reise. In dieser Folge nimmt Henning euch mit durch alles, was ihr vor und während einer Auslandsreise mit dem Camper wissen solltet. Von der richtigen Vorbereitung bis hin zu den Tricks, mit denen Kriminelle gezielt Campingurlauber ins Visier nehmen.
Das erwartet euch:
Vor der Reise & richtiges Beladen
Was muss wirklich mit, was kann zu Hause bleiben und warum lohnt sich ein Abstecher zur Waage, bevor ihr auf die Autobahn fahrt? Zulässiges Gesamtgewicht, Stützlast und Achslast sind weit mehr als bürokratische Begriffe – sie spielen eine entscheidende Rolle für Sicherheit und Fahrverhalten.
Nützliche Tipps für unterwegs
Umweltzonen in Frankreich, Kraftstoff sparen auf langen Strecken und praktische Tipps zu Tempomat, Reifendruck, Fahrstil und Tankstrategie. Gerade bei größeren Fahrzeugen können diese Faktoren einen spürbaren Unterschied machen – für den Geldbeutel und für die entspannte Anreise.
Spotcheck mit Florian von den Nørdic Vancrews
Florian war vor Ort und teilt seinen ehrlichen und ungeschönten Eindruck vom Campingplatz Lüttauer See. Wie sind Lage, Stellplätze, Sanitäranlagen, Atmosphäre und Preis-Leistungs-Verhältnis? Hier bekommt ihr einen authentischen Erfahrungsbericht aus erster Hand.
Die Maschen der Camper-Mafia
Ein Thema, das jeder Camper kennen sollte. Wir beleuchten die häufigsten Betrugsmaschen, mit denen Kriminelle in Europa gezielt Campingurlauber ins Visier nehmen – von aufgeschlitzten Reifen an Raststätten über falsche Campingplatzwarte bis hin zu raffinierten Ablenkungsmanövern auf Stellplätzen. Wer die Methoden kennt, kann sich deutlich besser schützen.
Der Sommer steht vor der Tür, und ich wette, du denkst gerade dasselbe wie ich: Raus. Einfach raus. Türe zu, Motor an, irgendwo hinfahren, wo es schön ist. Und genau das ist das Großartige am Camper – du hast dein Zuhause dabei, egal wohin du fährst.
Aber bevor wir ins Schwärmen geraten, gibt es ein paar Dinge, über die wir reden müssen. Dinge, die zwischen einem perfekten Urlaub und einer teuren Panne auf der Autobahn entscheiden. Ich hab die meisten Fehler selbst gemacht – also hör kurz zu.
Teil 1: Vor der Reise
Richtig beladen – dein Camper ist kein Umzugswagen
Ich sage das ohne Umschweife: Die meisten von uns beladen ihren Camper falsch. Wir packen rein, was reingeht, wundern uns, warum das Fahrzeug sich seltsam anfühlt, und fahren trotzdem los. Das ist, gelinde gesagt, keine gute Idee.
Dein Wohnmobil hat drei Zahlen, die du kennen musst, bevor du auch nur eine Kiste einräumst:
Leergewicht – das ist, was dein Fahrzeug ohne dich, deine Familie, deinen Hund und deine Kaffeemaschinen-Sammlung wiegt. Steht im Fahrzeugschein unter Punkt G. Zulässiges Gesamtgewicht – das Maximum, das dein Fahrzeug wiegen darf, wenn es vollständig beladen auf der Straße unterwegs ist. Steht im Fahrzeugschein unter Punkt F.1. Zuladung – der entscheidende Unterschied zwischen beiden Zahlen. Das ist alles, was du mitnehmen darfst: Personen, Gepäck, Wasser, Gas, Fahrräder, Vorzelt, Grillkohle, deine fünf Paar Wanderschuhe und den Rest.
Das klingt nach viel Spielraum – ist es aber oft nicht. Ein vollständig befüllter Frischwassertank allein wiegt schnell 100 Kilogramm. Zwei Erwachsene bringen weitere 150 Kilo mit. Fahrräder auf dem Träger? Nochmal 30 bis 50 Kilo. Und plötzlich ist die Zuladung aufgebraucht, bevor du überhaupt den Koffer eingeladen hast.
Fazit: Kenne deine Zahlen, bevor du packst – nicht nachdem du losgefahren bist.
Achslasten – das unterschätzte Thema
Selbst wenn dein Gesamtgewicht noch im grünen Bereich liegt, kann die Verteilung der Last ein echtes Problem sein. Dein Fahrzeug hat eine Vorderachslast und eine Hinterachslast – beide haben eigene Maximalwerte, die ebenfalls im Fahrzeugschein stehen.
Wer alles Schwere nach hinten packt – Wasserkanister, Werkzeug, Bierkisten, den schweren Campingtisch – überlastet die Hinterachse. Das Fahrzeug wird hinten tief, vorne leicht, und die Lenkung verliert spürbar an Präzision. Nicht dramatisch, bis es dann doch dramatisch wird.
Die Faustregel ist simpel: Schwere Lasten so tief wie möglich und so nah wie möglich an die Fahrzeugmitte. Niemals alles auf eine Seite. Und was aufs Dach kommt – Markise, Dachbox, Solarpanels – erhöht den Schwerpunkt und verändert das Fahrverhalten spürbar. Fahrräder auf dem Heckträger sind fast immer die bessere Wahl als auf dem Dach.
Fazit: Gleichmäßige Lastverteilung ist keine Empfehlung, sondern Physik.
Wiegen – einmal, aber richtig
Der einzige Weg, wirklich zu wissen, ob alles stimmt, ist die Waage. Viele Recyclinghöfe, Speditionen und Futtermittelhandlungen bieten das gegen eine kleine Gebühr oder sogar kostenlos an. Mein Rat: Fahrzeug so beladen, wie du es auf der Reise dabeihast – mit Wasser, Gas, Gepäck und allen Personen. Dann einmal auf die Waage. Was danach kommt, ist kein Rätsel mehr.
Aber mal ehrlich – nicht jeder fährt vor jeder Reise extra zur nächsten Fahrzeugwaage. Zum Glück gibt es ein paar praktische Methoden, um zumindest eine gute Orientierung zu bekommen, bevor man sich auf den Weg macht.
Die Personenwaage ist die einfachste Lösung für einzelne Gegenstände: erst sich selbst wiegen, dann nochmal mit dem Gegenstand in der Hand. Die Differenz ist das Gewicht. Funktioniert gut für Gasflaschen, Fahrräder, Koffer und Kisten bis etwa 30 bis 40 Kilogramm.
Zwei Personenwaagen kombinieren – ist ein Gegenstand zu sperrig oder schwer zum Tragen, einfach auf einem Brett ablegen, das beide Waagen berührt, und die Werte addieren. Grobe Näherung, aber für Campingzwecke ausreichend.
Eine Kofferwaage – auch Hakenwaage genannt – kostet zwischen 10 und 20 Euro und ist für Camper eigentlich ein Muss. Einhängen, hochheben, ablesen. Trägt meist bis 50 Kilogramm, manche Modelle bis 100 Kilogramm. Perfekt für Gasflaschen, Fahrradtaschen, Kisten und Rucksäcke. Klein genug, um immer dabei zu haben.
Die Küchenwaage hilft für alles unter 5 Kilogramm – Lebensmittelvorräte, Elektronik, Kleidungsstücke portionsweise wiegen und addieren. Klingt mühsam, aber wer einmal eine Packliste mit Gewichten führt, hat die Zuladung dauerhaft im Griff.
Eine Packliste mit Gewichten ist der unterschätzte Profi-Tipp schlechthin: einmal alle Ausrüstungsgegenstände wiegen und in einer Liste speichern. Beim nächsten Urlaub einfach die Liste durchgehen und addieren – spart Zeit und gibt Sicherheit, ohne jedes Mal zur Waage zu fahren.
Der wichtigste Grundsatz bleibt dabei: Einzelgewichte schätzen ist okay zur Orientierung, aber vor einer großen Auslandsreise sollte das Fahrzeug vollständig beladen auf eine echte Fahrzeugwaage. Denn Gasflaschen, Wasser, Fahrräder und Dachbox summieren sich schnell auf 200 bis 400 Kilogramm – und die unterschätzen fast alle.
Wo du eine Fahrzeugwaage in deiner Nähe findest, habe ich weiter unten verlinkt.
Fazit: Eine Stunde Aufwand vor der Reise kann eine Menge Ärger, Bußgeld und schlimmstenfalls echte Gefahr auf der Straße ersparen.
Gas im Ausland – der Adapter, den du vergessen wirst
Frankreich hat andere Gasanschlüsse als Deutschland. Spanien auch. Die Niederlande ebenfalls. Klingt nach einem Detail, ist aber der Unterschied zwischen warmem Essen und kaltem Brot am zweiten Abend. Die Lösung ist denkbar simpel: vor der Reise kurz recherchieren, welche Gasanschlüsse in den Zielländern üblich sind, und die passenden Adapter besorgen. Kostet ein paar Euro und spart eine Menge Frustration.
Fazit: Gasadapter einpacken. Immer. Ohne Ausnahme.
Maut, Vignetten und Umweltzonen – Europas Bürokratiemarathon
Jedes Land macht es ein bisschen anders, und das ist tatsächlich so nervig, wie es klingt.
Frankreich hat Mautstationen auf fast allen Autobahnen. Mit einem großen Fahrzeug zahlst du automatisch in einer höheren Kategorie – das wird teurer als erwartet. Vorab kalkulieren lohnt sich, zum Beispiel auf viamichelin.com. In Frankreich gelten in vielen Städten und Ballungsräumen Umweltzonen, die sogenannten Zones à Faibles Émissions (ZFE). Für die Einfahrt in diese Zonen ist die französische Umweltplakette Crit’Air erforderlich, die Fahrzeuge je nach Schadstoffausstoß in verschiedene Klassen einteilt. Die Plakettenpflicht gilt auch für ausländische Fahrzeuge. Umweltzonen gibt es unter anderem in den Großräumen von Paris, Lyon, Grenoble, Strasbourg, Toulouse und Montpellier. Wer ohne gültige Crit’Air-Plakette in eine Umweltzone einfährt, muss mit Bußgeldern rechnen. Die offizielle Bezugsquelle für die französische Umweltplakette Crit’Air ist die Website der französischen Regierung. Hier geht es zur Umweltplakette: Crit’Air – Offizielle Website
Italien hat ebenfalls Maut und zusätzlich in vielen Städten ZTL-Zonen – Verkehrsbeschränkungszonen, die für Wohnmobile oft gesperrt sind. Wer da reinfährt, merkt es erst auf dem Bußgeldbescheid, der Wochen später nach Hause kommt.
Österreich und Schweiz verlangen Vignetten. In Österreich gibt es diese in 2026 das letzte mal zum Kleben, danach nur noch digital – kaufen vor der Einreise geht einfach auf asfinag.at.
Tschechien und Slowenien haben ebenfalls digitale Vignetten. Hier lauern inzwischen gefälschte Websites, die ungültige Vignetten verkaufen. Immer nur über die offiziellen Anbieter kaufen: edalnice.czfür Tschechien und dars.si für Slowenien.
Umweltzonen kennst du aus deutschen Städten – aber auch in Frankreich, Italien und anderen Ländern gibt es solche Zonen mit Einfahrtbeschränkungen für ältere Fahrzeuge. Der Umwelt-Plakette-Checker hilft dabei, den Überblick zu behalten.
Fazit: Vor der Reise einmal alle Länder auf Maut, Vignetten und Umweltzonen prüfen. Das dauert 20 Minuten und kostet sonst deutlich mehr.
Teil 2: Spritsparen unterwegs – weil Diesel nicht günstiger wird
Mit einem Wohnmobil zu fahren ist nicht billig. Ein großes Fahrzeug mit schlechter Aerodynamik und vielleicht 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf der Autobahn – da kann der Verbrauch schnell bei 14, 15 oder sogar 16 Litern auf 100 Kilometer landen. Ein Wohnmobil ist aerodynamisch ungefähr so elegant wie ein Schrank auf Rädern. Und genau deshalb wirken sich kleine Veränderungen beim Fahrstil hier deutlich stärker aus als bei einem normalen Pkw. Schon 10 bis 15 Prozent weniger Verbrauch können auf einer langen Urlaubsreise mehrere hundert Euro sparen.
Geschwindigkeit – der größte Hebel von allen
Das ist die unbequeme Wahrheit: Wer langsamer fährt, spart massiv. Und hier kommt etwas, das viele überrascht – nämlich die Mathematik dahinter.
Unser Gehirn berechnet den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Zeitersparnis intuitiv falsch. Wir denken: schneller fahren spart viel Zeit. Die Realität sieht anders aus. Nehmen wir 100 Kilometer Strecke als Beispiel:
Mit 100 km/h bist du nach 60 Minuten am Ziel. Mit 120 km/h nach 50 Minuten – das sind 10 Minuten gespart. Mit 130 km/h nach 46 Minuten – also nochmal nur 4 Minuten mehr. Mit 150 km/h nach 40 Minuten – nochmal nur 6 Minuten mehr als bei 130.
Du trittst das Gaspedal also deutlich tiefer – mit allem, was das bedeutet: mehr Verbrauch, mehr Risiko, mehr Stress – und sparst auf 100 Kilometern gegenüber 130 km/h gerade mal 6 Minuten. Der Grund: Die Zeitersparnis flacht mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter ab. Der erste Sprung von 100 auf 120 bringt noch 10 Minuten. Alles danach wird immer weniger.
Dazu kommen Baustellen, Staus und Ampeln, die die paar gesparten Minuten sofort wieder zunichte machen. Für Camper ist das besonders relevant: Ein Wohnmobil mit 130 km/h statt 100 km/h zu fahren kostet auf 500 Kilometern locker 15 bis 20 Liter mehr Diesel – bringt aber weniger als eine halbe Stunde frühere Ankunft. Auf einer 8-Stunden-Reise kaum spürbar – dafür teurer, lauter und anstrengender.
Der Luftwiderstand steigt übrigens nicht linear, sondern quadratisch mit der Geschwindigkeit. 90 statt 110 km/h spart oft 10 bis 20 Prozent Kraftstoff. 100 statt 130 km/h kann sogar 20 bis 30 Prozent bringen. Wer entspannt mit 95 bis 100 km/h rollt, spart mehr als durch jede technische Maßnahme.
Fazit: Die letzten 10 bis 20 km/h sind die teuersten – und bringen kaum etwas. Der sparsamste Liter Diesel ist der, den man gar nicht erst verbraucht.
Tempomat – aber mit Verstand
Viele glauben, Tempomat bedeutet automatisch sparsamer fahren. Nicht unbedingt. Auf hügeligen Strecken versucht der Tempomat oft krampfhaft, die eingestellte Geschwindigkeit zu halten – und gibt dabei unnötig viel Gas. Besser: Tempomat aus, vor der Steigung leicht beschleunigen, am Berg etwas Geschwindigkeit verlieren lassen und bergab wieder Schwung aufnehmen. LKW-Fahrer machen das seit Jahrzehnten, und es funktioniert.
Fazit: Tempomat auf flachen Strecken sinnvoll – auf hügeligen Strecken lieber selbst steuern.
Schwung nutzen – Energie nicht verschwenden
Jede unnötige Bremsung vernichtet Energie, die zuvor teuer mit Diesel erzeugt wurde. Profis sprechen vom Momentum Driving: Kreisverkehre früh erkennen, Ampeln weit voraus beobachten, rollen lassen statt bremsen. Wer den Verkehrsfluss liest und vorausschauend fährt, kommt mit deutlich weniger Kraftstoff ans Ziel.
Ein beladener Dachträger kann den Verbrauch um 5 bis 20 Prozent erhöhen. Fahrräder, Dachboxen, Kajaks oder Surfbretter erzeugen enormen Luftwiderstand. Heckträger sind fast immer effizienter als Dachträger. Noch besser: Fahrräder innen transportieren und das Dach so frei wie möglich halten. Was nicht zwingend nach oben muss, gehört nach innen oder bleibt zu Hause.
Fazit: Das Dach frei halten ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Sparmaßnahmen überhaupt.
Reifendruck – unterschätzt und vernachlässigt
Bereits 0,3 bis 0,5 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand spürbar. Viele Camper fahren dauerhaft mit zu niedrigem Druck, weil sie den Wert für das unbeladene Fahrzeug nutzen. Vor längeren Reisen: Reifendruck kalt messen, Beladungszustand berücksichtigen und die Herstellerangaben für Volllast nutzen.
Fazit: Reifendruck prüfen dauert fünf Minuten. Es lohnt sich.
Gewicht reduzieren – was schleppt du eigentlich mit?
Viele Camper transportieren dauerhaft Werkzeug, Ersatzteile, volle Getränkekisten, Winterausrüstung im Sommer und doppelte Campingausrüstung. Oft kommen so mehrere hundert unnötige Kilogramm zusammen. Und 100 bis 150 Liter Frischwasser für die Anreise? Für die Fahrt dorthin reicht eine Teilfüllung – vor Ort kann man auffüllen.
Fazit: Wann hast du zuletzt bewusst entschieden, was wirklich mitfährt – und was einfach immer drin bleibt?
Früh hochschalten, Motor schonen
Moderne Dieselmotoren mögen niedrige Drehzahlen. Der wirtschaftlichste Bereich liegt bei den meisten Campern zwischen 1.500 und 2.200 Umdrehungen pro Minute. Wer den Motor unnötig hochdreht, erzeugt mehr Lärm, mehr Verbrauch – und keinen Zeitgewinn. Und noch eine alte Gewohnheit, die sich hartnäckig hält: den Motor nach dem Start erst mal im Stand warmlaufen lassen. Besser ist es, direkt loszufahren und die ersten Kilometer moderat zu fahren. So erreicht der Motor schneller seine Betriebstemperatur.
Klimaanlage, Wind, Tanken und Planung – die letzten Prozent
Die Klimaanlage kostet Leistung. Morgens lüften statt sofort kühlen, Frontscheibenabdeckung nutzen, das Fahrzeug im Schatten parken – wer den Innenraum erst gar nicht auf 45 Grad aufheizen lässt, braucht deutlich weniger Kühlleistung.
Ein Faktor, den viele unterschätzen: Gegenwind. Starker Gegenwind kann den Verbrauch stärker erhöhen als eine hügelige Strecke. Bei spürbarem Wind das Tempo einfach um 10 km/h reduzieren – der Verbrauch sinkt oft deutlich.
Beim Tanken gilt: Autobahntankstellen sind fast immer die teuerste Option. Schon wenige Kilometer abseits können mehrere Cent pro Liter sparen. Apps wie Tankerkönighelfen im Inland, Fuel Prices Europe im Ausland.
Und dann ist da noch die Reiseplanung selbst – denn die meisten Liter werden nicht durch den Motor verschwendet, sondern durch unnötige Umwege, tägliches Standortwechseln und Stadtverkehr. Wer länger an einem Ort bleibt und Ausflüge mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV macht, spart mehr Sprit als durch jede technische Optimierung. Frühmorgens zu fahren lohnt sich dabei gleich doppelt: weniger Verkehr, kühlere Luft, weniger Stop-and-Go.
Wer seinen Verbrauch wirklich verstehen will, führt ein kurzes Verbrauchstagebuch: Kilometer, Liter, Durchschnittsgeschwindigkeit, Wetter, Beladung. Nach wenigen Reisen erkennt man sehr schnell, welche Geschwindigkeit optimal ist, wie stark Gegenwind wirklich wirkt – und welche Ausrüstung auf dem Dach richtig teuer wird.
Fazit: Alle Maßnahmen zusammen ergeben bei vielen Campern realistisch 1 bis 2 Liter weniger auf 100 Kilometern. Der größte Hebel ist dabei nicht Technik, sondern Verhalten: langsamer fahren, Schwung nutzen, Gewicht reduzieren, Dach frei halten, vorausschauend fahren.
Teil 3: Die Maschen der Camper-Mafia – was du wissen musst, um dich zu schützen
Das ist das Thema, über das niemand gerne redet, weil es den Urlaub ein bisschen trübt. Aber ich halte es für wichtiger, darüber zu sprechen, als so zu tun, als wäre es kein Thema. Denn es gibt organisierte Gruppen in Europa, die sich auf Campingurlauber spezialisiert haben – und die arbeiten erschreckend professionell.
Unterwegs auf der Straße
Der Spiegeltrick ist wohl die bekannteste Masche, vor allem in Italien – rund um Florenz, Bozen und auf Sizilien. Betrüger behaupten, man habe im Vorbeifahren ihren Außenspiegel beschädigt. Als Beweis zeigen sie einen schwarzen Streifen – der ist aufgemalt. Sie fordern sofort Bargeld. Das Gegenmittel ist denkbar einfach: sofort auf Polizei bestehen. Wer das Handy zückt und ankündigt, die Polizei zu rufen, bringt die Täter in fast allen bekannten Fällen dazu, umgehend das Weite zu suchen.
Der Reifenstecher ist besonders häufig in Spanien. Täter lassen an Tankstellen oder Mautstationen Luft aus dem Reifen oder beschädigen ihn leicht. Kurz nach der Weiterfahrt signalisieren sie hektisch, dass ein Reifen platt ist. Sobald man anhält, wird man abgelenkt, während Komplizen das Fahrzeug ausräumen. Gegenmittel: Nie an einsamen Stellen anhalten. Immer an belebten Rastplätzen oder Tankstellen stoppen – und niemals alle Türen offen lassen.
Die vorgetäuschte Panne ist vor allem auf Rastplätzen rund um Barcelona und Valencia bekannt. Ein Unbekannter weist auf vermeintlichen Rauch am Hinterrad hin. Sobald man nachschaut, drängt ein Komplize zur Seite und greift Handtasche oder Rucksack aus dem Fahrzeug. Gegenmittel: Bei fremden Helfern immer alle Türen verriegeln, bevor man aussteigt.
Der Eier-Trick funktioniert so: Täter werfen Eier gegen die Windschutzscheibe. Der Reflex, sofort Scheibenwischer und Waschanlage einzuschalten, verschmiert die Scheibe und erzwingt einen Stopp – dann schlagen sie zu. Vor allem aus Italien und Spanien gemeldet, aber auch auf deutschen Autobahnen bekannt. Gegenmittel: Wischer nicht einschalten, ruhig bleiben, die nächste beleuchtete Ausfahrt ansteuern.
Ablenkung durch Komplizen ist ein Klassiker auf Campingplätzen, Raststätten und Fährterminals. Während eine Person in ein Gespräch verwickelt, durchsucht ein Komplize unbemerkt das Fahrzeug. Gegenmittel: Bei unaufgeforderten Gesprächen das Fahrzeug immer im Blickfeld behalten und Türen abschließen.
Auf dem Campingplatz
Einbruch nachts oder beim Ausflug – Wohnmobile und Vans gelten als lohnende Ziele, weil Täter davon ausgehen, dass Wertsachen, Bargeld und Elektronik an Bord sind. Gegenmittel: Wertsachen nie sichtbar lassen, Zusatzschlösser an Türen und Heckklappen, Alarmanlage nachrüsten.
Fake-Campingplätze und überhöhte Rechnungen tauchen besonders in touristischen Hochsaisongebieten auf. Man wird auf einen vermeintlich offiziellen Stellplatz gelotst, der sich als privat und teuer herausstellt – oder die Rechnung enthält plötzlich viele Zusatzposten, die vorher nie erwähnt wurden. Gegenmittel: Preise und Leistungen immer vorher schriftlich bestätigen lassen.
Grundregeln für alle Situationen
Ein paar Dinge, die in jeder Lage gelten:
Bargeld und Dokumente immer am Körper tragen – nie im Fahrzeug lassen, wenn man es verlässt. Bei verdächtigen Situationen sofort 112 anrufen – europaweit kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Eine Dashcam kann bei Unfallbetrug entlasten und ist in vielen Ländern zulässig. Im Zweifel nicht anhalten, sondern ruhig weiterfahren bis zur nächsten belebten Tankstelle oder Raststätte. Und eine Reiseversicherung mit Assistance-Leistung abschließen – sie hilft nicht nur bei Pannen, sondern auch bei Diebstahl und deckt oft mehr ab, als man erwartet.
Fazit: Die meisten Menschen in Europa sind freundlich und hilfsbereit. Aber wer die gängigen Maschen kennt, reagiert ruhiger, klüger – und fällt nicht darauf herein.
Zum Schluss
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir, entspannter und besser vorbereitet in den Sommer zu starten. Ein gut beladener Camper, ein paar kluge Entscheidungen unterwegs und das Wissen um die gängigsten Tricks – das ist alles, was du brauchst.
Damit du nichts vergisst, habe ich drei Dokumente für dich vorbereitet:
Gewichtsschätzungen für die Zuladung→ Eine praktische Liste mit Richtwerten für typische Gegenstände, damit du deinen Camper grob einschätzen kannst, bevor du zur Waage fährst.
Diese Folge ist eine kleine Zeitreise. Sie wurde einen Tag vor der Abreise von Gerd in Richtung aufgenommen. Zwei Tage später, wenn sie ausgespielt wird, ist Gerd schon unterwegs. Auch die WM ist schon gestartet. Darüber sprechen Henning und Gerd. Genauer: Sie unterhalten sich darüber, warum es so viele Miesepeter gibt und sich gefühlt kaum noch jemand darüber freut, dass das DFB-Team um den großen Titel kämpft. Das fühlt sich fasst so an wie 1994, als Berti Vogts der Nationaltrainer war. Vielleicht ein Tipp: Schaut Euch mal die spannende Doku zu der „Albtraum-WM“ an, die in der ARD Mediathek zur Verfügung steht.
Ein ganz anderes Event hat Gerd bereits hinter sich. Er war auf der „Abenteuer & Allrad“ und hat ein paar Eindrücke mitgebracht.
Aber das ist alles Schnee von gestern, nun geht es nach Dänemark. Ziel: Die Insel Fyn. Endlich. Gerd fährt in einem Ford Nugget und packt dort die ganze Ausrüstung rein. In Fyn steigt er dann aufs Lil‘ Buddy von Ruff Cycles und fährt von einem spannenden Termin zum nächsten. Es geht hoch auf eine Brücke, raus aufs Wasser und rein in ein kulinarisches Abenteuer. Dazu lernt er viele verschiedenen Campingplätze kennen. Über all das wird er in den kommenden Tagen auf Instagram „thecampermen“ berichten.
Dort zeigt er dann auch die komfortable Schlafkombination von Zenbivy. Das „Light Bundle“ vereint Matratze, Kissen und Daunendecke in einem Set. Und nutzt er es nicht, lässt sich das ganze Zeug zu einem kleinen Paket zusammenpacken. Perfekt für eine Radtour.
In der nächsten Folge ist Gerd übrigens noch unterwegs. Aber Henning wird das Kind auch ohne ihn schon schaukeln.
Henning zieht es an den See, Gerd fährt mit einem einer verrückten Komi und Reinald kocht
Manchmal liegt das Glück so nah. Knapp eine Stunde fährt Henning von Hamburg zu seinem Platz der Woche. Diesmal stellt er Naturcamping Buchholz vor, einen idyllischen Platz direkt am Ratzeburger See. Natürlich ist er nicht alleine dort, sondern mit den Nordic Vancrews. Der Grund fürs Treffen ist klar: In einer netten Gruppe steht es sich einfach besser an einem schönen Platz. Übrigens: Der Campingplatz liegt fast direkt an der alten Salzstraße, die bis Lübeck und Lüneburg führt. Vielleicht ein Tipp für eine Radtour?
Apropos, da war doch was. Gerd spricht ja seit Wochen über kaum etwas anderes, als seine geplante Tour. Nun geht es aber tatsächlich bald los. Sein Rad ist da und startklar. Er fährt mit dem Lil‘ Buddy von Ruff Cycles. Ja, schon etwas bekloppt und beratungsresistent, der Kerl. Henning sagt, mit so einem Rad gibt es Rückenschmerzen. Für Gerd ist es dagegen ein perfektes Gefährt, zumal genug Packtaschen und sogar ein Anhänger am Start sind. Er will schließlich entspannt reisen, nicht den Blick aufs Asphalt, sondern diesen während der Fahrt voller Freude nach links und rechts schweifen lassen. Reinald, der im Job sehr häufig Fahrradrennen organisiert, ist fassungslos über die Wahl des Rades – und sagt lieber nichts dazu.
Er kümmert sich da doch lieber um die Verpflegung. Er macht eine Stulle. Aber nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere Scheibe Brot. Das Rezept hat er beim Schauspieler Stanley Tucci entdeckt, der nicht nur gut in andere Rollen schlüpft, sondern hervorragend kochen kann – und beides gerne zeigt. Der ist übrigens gerade in der Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ zu sehen. Aber zurück zum Brot: Ob es tatsächlich die perfekte Camping- und Radfahrer-Nahrung ist, probieren wir aus, versprochen. Aber danke für den Tipp, Reinald.
Tipps gibt es auch von Florian Laudon. Der Geschäftsführer von Island Collective surft für sein Leben gern, supportet den FC St. Pauli und – deshalb ist er bei uns im Interview – fuhr schon in fast allem, was ein Bett hat und in Deutschland zugelassen ist. Er hatte er mit seinem Surf-Buddy einen T3, dann kam die Familie – und damit ein Wohnmobil. Wie man mit Frau und drei Kindern darin reist, erzählt er uns – und damit Euch!