Manche Reiseziele bombardieren euch schon bei der Ankunft mit Highlights: hier ein Gipfel, dort ein Wasserfall, und hinter der nächsten Kurve wartet bestimmt das nächste Fotomotiv. Das Nordburgenland funktioniert anders. Die Landschaft rund um den Neusiedler See ist flach, der Himmel nimmt gefühlt drei Viertel des Blickfelds ein, und nichts drängt sich auf.
Lies weiterSüd Frankreich im neuen VW Grand California
Verlängertes Wochenende in Salzburg
Hey, ihr Lieben!
Manche Städte muss man nicht „entdecken“ – man muss sie einfach mal in Ruhe verstehen. Genau das ist mir an einem verlängerten Wochenende in Salzburg passiert. Ich war ja schon einige Male dort, hab die Altstadt fotografiert, den Blick von der Festung mitgenommen, den Mirabellgarten besucht – aber diesmal ging’s tiefer. Anlass war „Schützen, Bewahren, Leben: 30 Jahre Welterbe Salzburg“, und ich durfte hinter die Kulissen schauen: mit den Menschen sprechen, die dafür sorgen, dass diese Stadt nicht nur hübsch aussieht, sondern auch als UNESCO-Weltkulturerbe „lebt“. Nehmt euch einen Kaffee, das wird ein langer, aber richtig spannender Ausflug.
Wo schlafe ich? Zwischen Campingplatz und Altstadt-Boutique-Hotel
Salzburg ist genau die Art Stadt, in der die Unterkunft schon Teil des Erlebnisses ist – und ich zeig euch heute mal zwei komplett unterschiedliche Welten.
Für alle Camper unter euch: Der Camping Nord-Sam liegt rund 15 Kilometer außerhalb, direkt am Alpe-Adria-Radweg – perfekt, wenn ihr euer Fahrrad dabei habt und die Stadt lieber sportlich statt gestresst erreichen wollt. Der Platz startet 1958 auf einer einfachen Wiese und wird mittlerweile in dritter Generation geführt – das merkt man an der Gelassenheit vor Ort. In der Vor- und Nachsaison könnt ihr euch euren Stellplatz frei aussuchen, in der Hauptsaison wird zugewiesen. Ein Detail, das ich mag: zwischen 23 und 8 Uhr gibt’s keine Anreise und kein Parken vor der Rezeption – Nachtruhe wird hier wirklich ernst genommen.
Der Campingplatz Aigen sehr ruhiger Campingplatz am südlichen Rande von Salzburg, am Fuße des Gaisberges. Den Platz sucht ihr euch hier selber: „first come, first serve“. Der charmante Familienbetrieb mit persönlicher Betreuung hat zudem ein kleines Restaurant mit Österreichischen Spezialitäten und ins Zentrum sind es mit der Offis nur 30 Minuten.



Für alle, die mitten in der Altstadt wohnen wollen: Das Hotel Stein direkt am Giselakai. Und ehrlich – die Geschichte dieses Hauses hat mich fast mehr beeindruckt als jede Sightseeing-Tour.
Als aus einem Umbau plötzlich eine Rettungsaktion wurde
Das Grundstück liegt vorne im Schwemmkies der Salzach und hinten fest auf dem Kapuzinerberg verankert – schon baulich also eine Herausforderung. Die privaten Eigentümer (nicht aus Salzburg) wussten, dass eine Immobilie mitten im Weltkulturerbe kostspielig wird. Was sie nicht wussten: Bei der Sanierung fehlte jegliche Dokumentation der Vorbesitzer, und eine statische Analyse brachte den Schock – ab dem 5. Stock war das Haus nicht mehr sicher.
Die Lösung? Alle Beteiligten an einen Tisch, dann wurde ab dem 5. Stock zurückgebaut – während die historische Fassade stehen blieb. Für den Wiederaufbau stand acht Monate lang ein beheiztes Zelt im 7. Stock eingerüstet. Kein Kompromiss, dafür ein kleiner Vorteil: Die Decken konnten neu konstruiert werden, ohne die denkmalgeschützte Zimmerhöhe zu verändern. Die Dachterrasse wurde originalgetreu wieder aufgebaut, Fensterrahmen und Lampen im Stil der 50er-Jahre restauriert – Auflage des Denkmalamts. Sogar bei der Fassadenfarbe gibt’s Vorschriften: nur historische Farbtöne erlaubt, weshalb die Rückseite schon nach sieben Jahren neu gestrichen werden musste, weil die „richtigen“ Farben einfach weniger widerstandsfähig sind als moderne. Summe der ganzen Geschichte: 20 Millionen Euro Sanierungskosten für 56 Zimmer, 100 Betten, Adults only, eröffnet 2016.
Und das Highlight, für das sich der ganze Aufwand lohnt: die Dachterrasse, sieben Stockwerke über der Stadt, mit einem völlig unverbauten Blick auf die Altstadt. Früher hing hier die Wäsche der Bewohner, heute steht hier euer Kaffee (oder Aperitif) mit Postkartenblick auf Festung und Dom. Genau der Ort, an dem ich am liebsten mein Handy weggelegt und einfach nur geschaut habe.



Autofrei, kostenlos, im Umbruch: Salzburgs Stadtentwicklung
Kleiner Fun Fact, der mich überrascht hat: Ab September wird die Altstadt autofrei, weil das Festspielhaus umgebaut wird – und diese Regelung soll danach bestehen bleiben. Künftig dürfen nur noch Anwohner in der Altstadt parken. Und wenn ihr in der Stadt übernachtet, sind die öffentlichen Verkehrsmittel für euch kostenlos. Salzburg denkt hier klar in Richtung „Stadt für Menschen, nicht für Autos“ – und ich bin gespannt, wie sich das Stadtbild dadurch nochmal verändert.
Ist Weltkulturerbe eigentlich eine Ehre – oder eine Bürde?
Diese Frage hat mich das ganze Wochenende begleitet, und ehrlich: Eine einfache Antwort gibt’s nicht. Was ich gelernt habe: Die UNESCO vergibt den Titel nicht nur für schöne Fassaden. Salzburg erfüllt gleich drei Kriterien:
1. Fürsterzbischöfliche Residenzstadt – Salzburg war Jahrhunderte lang ein eigenständiges geistliches Fürstentum.
2. Tradition der Musik und Festspiele – von Mozart bis zu den Salzburger Festspielen.
3. Verbindung italienischer und deutscher Kultur – sichtbar an Architektur, Plätzen, Bürgerhäusern und der Festung, geprägt von italienischen Baumeistern und mitteleuropäischer Handwerkskunst.
Aber ein Titel allein reicht nicht. Die UNESCO besteht auf Partizipation – nur wenn die Bewohner selbst hinter dem Erbe stehen, funktioniert der Schutz langfristig. Und genau da wird’s für die Menschen vor Ort auch mal unbequem: strenge Farbvorgaben, aufwendige Sanierungen, Statik-Probleme wie im Hotel Stein. Ein schönes Wort hab ich dabei gelernt: der „Scharniegarten“ – „Scharni“ ist österreichisch für Diener, gemeint sind die Tische und Stühle, die die Geschäfte vor ihre Türen stellen und dort bedienen. Kleine Details wie dieses erzählen mehr über gelebte Stadtkultur als jede Hochglanzbroschüre.
Neu eröffnet: Das Salzburg Museum bei der Orangerie am Mirabellgarten
Im Mirabellgarten, direkt neben dem Salzburg Museum (das übrigens rund 1 Million Gäste pro Jahr zählt), wurde die Orangerie Salzburg Panorama, Welterbe komplett neu gestaltet. Früher war der Bau nahezu fensterlos und verschachtelt, damit Sonnenlicht die empfindliche Kunstsammlung nicht beschädigt – jetzt wurde er architektonisch neu erschlossen.
Herzstück ist das Sattler-Panorama von 1825: ein Rundgemälde von unfassbaren 25,5 Metern Länge, gemalt, bevor es überhaupt Fotografie gab (die kam erst 1826!). Acht Männer haben das Gemälde damals wie einen Teppich getragen, während die Familie Sattler durch Europa reiste – es ist das letzte erhaltene Reisepanorama seiner Art und wurde einst vom Sohn des Künstlers der Stadt geschenkt.
Zwei Fun Facts, die ich unbedingt mit euch teilen muss:
1. Die Restaurierung wurde crowdfinanziert – fast wie im Metaverse: Institutionen und Hausbesitzer konnten die Restaurierung der Darstellung „ihres“ Gebäudes im Panorama sichern und haben sind als Förderer am Eingang zu Erkennen.
2. Warum ist die Festung Hohensalzburg selbst nicht auf dem Panorama zu sehen? Weil der Künstler von genau dort aus gemalt hat!
Ergänzt wird das Panorama durch einen Multimedia-Raum, gestaltet vom „Ars Electronica Futurelab“, der als eine Art Forum erklärt, was Weltkulturerbe eigentlich bedeutet und wie der Schutzmechanismus funktioniert. Die aktuelle Sonderausstellung trägt den schönen Titel „Weltkulturerbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“



Hoch hinaus: Festung Hohensalzburg
Über der Stadt thront die Festung Hohensalzburg – Baubeginn 1070, über Jahrhunderte unter den Fürsterzbischöfen immer weiter ausgebaut. Zwei Namen sind hier entscheidend: Leonhard von Keutschach, der die Festung massiv erweiterte, und Paris Lodron, der Salzburg dank kluger Befestigung unbeschadet durch den Dreißigjährigen Krieg brachte und nebenbei die Universität Salzburg gründete.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Salzburg eine echte Festungsstadt mit streng reguliertem Zugang – bis heute finden Bauern im Umland gelegentlich Kanonenkugeln auf ihren Feldern. Und: Die Festung ist bis heute bewohnt. Übrigens kam Salzburg erst 1816 überhaupt zum österreichischen Reich – vorher war es, wie gesagt, ein eigenständiges Fürstentum.
Zu Fuß, mit der Bahn, oben ein Biergarten mit herrlichem Blick, den Fürstengemächern in irher restaurierten Pracht und zahlreiche Ausstellungen zur bewegten Geschichte der Festung.
Salzburger Festspiele: Wenn die ganze Stadt zur Bühne wird
Während der Festspiele verwandelt sich Salzburg komplett – der Klassiker „Jedermann“ wird traditionell direkt vor dem Dom inszeniert. Neben den kostenpflichtigen Aufführungen in den Spielstätten gibt’s überall in der Stadt auch kostenlose Veranstaltungen. Die ganze stadt wird am Eröffnungswochenende zu einer großen Bühne für Musik, Kultur und Kunst. Kleiner
Insider-Tipp: Auch für viele der kostenlosen Indoor-Events braucht ihr ein (Gratis-)Ticket, damit die Besucherströme geregelt bleiben – also rechtzeitig informieren, statt vor verschlossener Tür zu stehen.
Lohnt sich die Salzburg Card? Meine Beispielrechnung
Die Salzburg Card gibt’s für 24, 48 oder 72 Stunden, sie beinhaltet den einmaligen freien Eintritt zu praktisch allen wichtigen Sehenswürdigkeiten plus die komplette Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Festungsbahn und Salzach-Schiff. [Hier findet ihr alle Infos und aktuellen Preise. Rechnen wir das mal für einen ganz normalen Sightseeing-Tag durch, so wie ich ihn hatte (Werte gerundet, bitte auf der offiziellen Seite die tagesaktuellen Preise checken):
Programmpunkt (Einzelpreis ca.)
Festung Hohensalzburg inkl. Festungsbahn: 19,00 €
Salzburg Museum inkl. Orangerie/Panorama: 12,00 €
DomQuartier (Residenz, Dommuseum, Museum St. Peter): 15,00 €
3x Fahrten mit Bus/Obus: ca. 8,00 €
Salzach-Schifffahrt: ca. 19,00 €
Summe ohne Karte: rund 73,00 €
Salzburg Card 24h: ab 35,00 €

Sprich: Schon mit Festung, Museum und DomQuartier plus ein bisschen Herumfahren habt ihr die Karte locker „rausgeholt“ – von allen weiteren Vergünstigungen bei Konzerten, Theater oder Ausflugszielen mal ganz zu schweigen. Mein Tipp: nicht die Karte kaufen und dann nur ein Museum anschauen – sie lohnt sich vor allem, wenn ihr wirklich einen vollen Tag durchprogrammiert.
Essen wie ein Local
Semmerl of My Life, ganz am Anfang der Getreidegasse, ist mein neuer Fast-Food-Geheimtipp: erstklassige Leberkäs-Semmeln – „Leber vom Leib in dem er gegart wird, Kas vom Kasten“, hat also nichts mit Leber und Käse zu tun, wie man mir erklärt hat. Der Leberkäse kommt aus hochwertigem österreichischem Fleisch, es gibt aber auch vegetarische und vegane Versionen. Das Konzept steht schon seit dreieinhalb Jahren bei Großveranstaltungen im Einsatz, seit September 2025 gibt es das erste feste Geschäft in der Getreidegasse 47.
Für alle mit Interesse an nachhaltiger Mode: Das House of Talents bekämpft Leerstand in der Innenstadt mit temporären Konzepten für junge Labels. Aktuell zu Gast: ein T-Shirt-Label sowie „Dirndlfit„, ein Upcycling-Projekt für Dirndl von Patricia Fichtner, die seit 13 Jahren in der Dirndl-Branche unterwegs ist und seit anderthalb Jahren diesen Concept Store bespielt.
Hinter den Kulissen: das Salzburger Marionettentheater
Ein absolutes Highlight für mich – die Führung hinter den Kulissen des Salzburger Marionettentheaters, rund 30 Minuten lang. Ein paar Zahlen, die mich staunen ließen: Eine einzige Marionette braucht ca. einen Monat Produktionszeit. Licht und Ton machen die Puppenspieler komplett selbst, alles andere sowieso auch – sie sind ausgebildete Handwerker, die schnitzen, schneidern und mehr. Eine „normale“ Marionette hängt an 11 Fäden, das Kreuz der Spieler ist so klein wie eine Hand gebaut, damit mehrere Spieler eng nebeneinander arbeiten können. Ganz bewusst haben die Puppen keine Mimik – dafür können sie fliegen oder gleiten. Wie es so schön hieß: Die Puppe ist ein Spiegel der Fantasie des Betrachters. Zehn Mitarbeitende, alle Puppenspieler, und im Fundus warten für die Spielzeit rund „700 Puppen“.
Vorhang auf für eine Oper mit Marionetten
Ich hab mich ehrlich gefragt: Kann eine klassische Opern-Inszenierung mit Marionetten überhaupt funktionieren? Spoiler: Ja – und zwar richtig gut!
Schon der Saal selbst ist einen Besuch wert: herrlicher Stuck an den Wänden, dazu Schaukästen mit historischen Puppen, die die Geschichte des Hauses erzählen. Die Bühne ist rechteckig wie eine Kinoleinwand, und bevor es losgeht, dürft ihr live mitverfolgen, wie die Puppenspieler alle Bestandteile für das Stück aufbauen – erst dann fällt der Vorhang, und die eigentliche Vorstellung beginnt.



Ich hab mir Mozarts Zauberflöte – die Inszenierung feierte schon vor 70 Jahren Premiere, damals übrigens in Boston – angeschaut, in zwei Akten. Die Handlung wird in kurzen Texten an die Wände des Saals projiziert, sodass auch absolute Opern-Neulinge mühelos folgen können – kein Vorwissen nötig. Im ersten Akt war ich noch total fasziniert davon, wie die Marionetten bewegt werden, hab quasi jeden Faden mitverfolgt. Aber im zweiten Akt ist genau das Verrückte passiert: Meine Wahrnehmung hat sich komplett verschoben, und irgendwann hab ich schlicht vergessen, dass da überhaupt Marionetten auf der Bühne stehen. Ein wirklich magischer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Wo Mozart wirklich spielte: die Residenz
Im Konferenzzimmer der Residenz spielte ein kleiner Wolfgang Amadé Mozart zum ersten Mal vor Publikum – begleitet von seinem Vater am Flügel, während auch seine ebenso hochbegabte Schwester vorspielte. Später komponierte Mozart gezielt für die Akustik genau dieses Raumes. Am Wochenende gibt’s dort die Konzertreihe „Date with Mozart“ (Sa & So, ca. 16 Uhr, rund 28 €, getestet wird gerade eine Vormittagsvorstellung am Wochenende um 11 Uhr).
Übrigens: Mozart komponierte für ein Hammerklavier bzw. Pianoforte – ein Instrument mit weniger Tasten als heute, bei dem die schwarzen Tasten unten und die weißen oben liegen und die Pedale mit den Knien bedient werden. Spannend fand ich auch, dass die Residenz heute genauso zeitgenössische Kunst zeigt (etwa von Tony Cragg) – ganz in der Tradition der Fürsterzbischöfe, die schon damals zeitgenössische Kunst förderten.
Auf dem Fluss: mit dem Salzachschiff
Zum Ausklang ging’s aufs Wasser, mit dem Schiff auf der Salzach – wegen niedrigem Wasserstand dauerte unsere Fahrt rund 30 Minuten, bei angenehmen 11 Grad Wassertemperatur (draußen sitzen kostet 4 € extra (drinnen Sitzen ist vollkommen ausreichend), mit Salzburg Card ist die Fahrt inklusive).
Fun Fact zum Schluss: Die Salzach verdankt ihren Namen dem Salz, das früher auf ihr transportiert wurde. Auf den schmalen Salzschiffen setzte man übrigens bewusst Nichtschwimmer ein – so war sichergestellt, dass mit den Booten besonders vorsichtig umgegangen wurde. Und zum Abschluss der Fahrt gibt’s ein kleines Spektakel: Das Schiff „tanzt“ einen Walzer auf dem Fluss. Ich bin ja recht seefest, aber bei dem Tanz musste ich mir einen referenzpunkt am Ufer suchen, um kein Mulmiges Gefühl im Magen zu bekommen.
Mein Fazit
Salzburg mit „UNESCO-Brille“ zu erleben, verändert den Blick auf die Stadt komplett. Hinter jeder hübschen Fassade steckt eine Entscheidung, ein Kompromiss, manchmal ein jahrelanger Kampf zwischen Bewahren und Modernisieren. Genau das macht diese Stadt für mich so viel spannender als „nur“ schöne Fotomotive. Wenn ihr selbst hinfahrt: Nehmt euch Zeit, kauft die Salzburg Card, wenn ihr wirklich viel sehen wollt, und schaut auch mal genauer hin – auf die Farbe einer Fassade, die Fäden einer Marionette, die Statik eines 500 Jahre alten Hauses.
Habt ihr Fragen zu meinem Trip oder Lust auf mehr Salzburg-Content? Dann schaut auch mal auf Instagram, dort habe ich eine Story nur zu Salzburg erstellt.
Hier geht es zur Folge „Ein Wochenende in Salzburg mit viel Kaffee“ in der wir über den Trip nach Salzburg sprechen.
Mit dem Camper in Den Urlaub – Die ultimative Checkliste
Wo der Kaiser regiert – Wintervergnügen mit Haltung, Humor und Hochgenuss
Urlaub auf Korsika mit dem Camper
Wenn eine Kühlbox plötzlich cooler ist als du
Mit dem Camper von der Schweiz nach Italien ins Piemont
Das war der Plan – Camping in der Schweiz, Lenzerheide, Idylle pur. Oder?
Stellt euch das vor: Ihr habt euren Bulli gepackt, das Dachzelt montiert, die Kühlbox gefüllt und träumt von kristallklarer Bergluft und einem Kaffee mit Blick auf die Lenzerheide. Der Campingplatz St. Cassian ruft.
Aber was ihr bekommt? Regen. Viel Regen. Ohne. Eine. Pause.
Willkommen in der Alpenversion von „Waterworld“.
Glück im Unglück: Ich hatte mir noch rechtzeitig die Taiss HS Hooded Jacket Men von Mammut gegönnt – eine Regenjacke, die nicht nur dicht hält, sondern auch dabei hilft, stilvoll durch den Monsun zu marschieren. Darunter: T-Shirt, und die Ultimate VIII SO Vest Men – winddicht, leicht, angenehm.
Rosie, unser Hund, fand den Regen super. Flynn, mein Sohn, auch, aber eine Woche lang (laut Wetter-App) waren dann doch zu viel.
Zubehör-Tipp:
Was uns zusätzlich gerettet hat – und das meine ich absolut ernst – war das Light Awning von Roof Space.
Eine Art minimalistisches Vorzelt, das man in wenigen Minuten aufspannt. Hält die Sonne draußen (die wir nie gesehen haben) – und vor allem den Regen ab (den wir nie nicht gesehen haben).
Das Ganze wirkt ein wenig wie ein mobiles Beduinenzelt – fast schon Lawrence von Arabien, nur mit Bulli statt Kamel.














Und dann war da noch das leidige Thema Roaming.
Die Schweiz ist ja, trotz aller Alpenromantik, nicht in der EU. Wer also nicht aufpassen will, zahlt für ein paar Megabyte Daten den Preis eines Kleinwagens.
Meine Lösung: Eine eSIM über die Saily App – unkompliziert, fairer Preis, sofort nutzbar. Ergebnis: LTE-Empfang selbst im Wolkenkessel über 1.000 Metern.
Aber nach zwei Nächten im Dauerregen wurde uns klar: Hier wird es keine Aussicht geben. Keine trockenen Schuhe (ich habe die Gassi-Beutel für Rosie als zusätzliche Stümpfe in meinen Wanderschuhen getragen, um keine nassen Füße zu bekommen – unbeutzt natürlich) . Keine Lagerfeuerromantik.
Also – Roof Space eingeklappt, en Rest nass in den Bulli geworfen und ab in den Süden. Italien wartet. Mit Sonne. Hoffentlich.
Der Exodus – raus aus dem Regen, rein ins Gesso-Tal
Über den San Jorio Pass, vorbei an Mailand, suchten wir Sonne.
Alle Camper Europas schienen dieselbe Idee zu haben – die Alpen waren wie ausgewrungen, und die Ferienzeit machte die Platzsuche zu einem Strategiespiel.
Ziel: Das kaum bekannte, aber wunderschöne Gesso-Tal im Piemont.
Fund: Der charmante Campingplatz Valle Gesso – gefunden über die ACSI App, die ich jedem empfehlen kann, der spontan campen will, ohne an einem geschlossenen Tor zu stranden.
Italienischer Minimalismus trifft Campingtaktik
Der Campingplatz: voller Italiener und Niederländer, etwas in die Jahre gekommen – aber mit Charakter.
Der Pool? Herrlicher Bergblick, aber: Badekappenpflicht. Kein Witz. Keine Kappe, kein Schwimmen. Punkt.
Und als wäre das nicht schon speziell genug: Wer ins Wasser wollte, musste vorher durch eine Waschstraße, ausgelöst von Lichtschranken.
Ob du willst oder nicht – durch da!
Auch die italienische Oma, die eigentlich nur auf der Liege dösen wollte, wurde sanft aber bestimmt vom Sensor zur Dusche geschickt. Herrlich.
Das Klo? Nun ja. Einige Toiletten entsprachen eher archäologischen Relikten als modernen Sanitärstandards:
Ein Loch im Boden, flankiert von zwei Riffelplatten für die Schuhe – eine Art Yogaübung mit Wasseranschluss.
Nach intensiver Suche fanden wir dann aber einen der raren „modernen“ Sitze, was vor allem Flynn überglücklich machte. (Mich auch, ehrlich gesagt.)
Dolce Vita, Seealpen-Luft und digitale Fahrradträume
Nur zehn Minuten zu Fuß: das entzückende Dorf Entracque.
Auf dem Platz: Caffè für 1,30 €, Cappuccino für 1,50 €, dazu ein kleiner Aperitivo-Snack – und du fühlst dich wie ein Filmkomparse in einer italienischen Sommerkomödie.
Einkaufen? Tja. Supermarkt gibt’s nicht. Nur kleine Läden mit Spezialitäten, die man in Hamburg für teures Geld in Feinkostläden sucht. Tipp: Großeinkauf vorher erledigen – Como ist ja nicht weit.
Direkt unter dem Campingplatz fließt der Fluss Gesso – wild, kalt, wunderschön.
Unser Nachmittagsprogramm: Picknick am Wasser, Steine hüpfen, kalte Füße. Flynn und Rosie waren stundenlang beschäftigt. Ich auch – mit Staunen.
Mountainbike, App-Zauber und clevere Technik
Wir haben uns vor Ort E-Mountainbikes ausgeliehen – und ohne Motor wären wir ehrlich gesagt nicht weit gekommen. Die Berge hier meinen’s ernst.
Navigation via Outdooractive App – funktioniert super, auch offline.
Um nicht ständig das Handy rauszufummeln, hatte ich das VACUUM uni phone case von Fidlock dabei – wasserdicht, staubdicht, hält bombenfest am Lenker und lässt dich auch durch die Schutzfolie problemlos scrollen.
Technik, wie sie sein sollte. Clever, nicht kompliziert.
Rückreise mit Aussicht – und deutschem Zwischenstopp
Zurück ging es über den spektakulären San-Gotthard-Pass – Panorama-Ausblicke, Serpentinen, Gänsehaut.
Dann: ein letzter Stopp bei Würzburg, gefunden über die Park4Night App – bevor wir nach Hamburg zurückrollten, erschöpft, glücklich und voller neuer Erinnerungen.
Fazit: Gesso-Tal statt Gletscherregen – die (See)Alpen können auch italienisch
Wenn du die Berge, die italienische Sprache und einen Appertitivo um 17 Uhr liebst – dann fahr nach Entracque ins Gesso-Tal.
Charmanter Campingplatz, ehrliche Preise, herzliche Menschen, und ein Fluss, der so klar ist, dass man fast reinbeißen möchte. Und mit dem richtigen Equipment wird selbst der Regen zum Erlebnis.
Top-Ausrüstung & Apps aus dem Reisebericht:
- Regenjacke: Mammut Taiss HS Hooded Jacket Men
- Dachzelt: Roofspace 4
- Zubehör: Light Awning Roof Space
- Weste: Mammut Ultimate VIII SO Vest Men
- Handyhalterung: Fidlock VACUUM uni phone case
- Tourenplaner: Outdooractive App
- eSIM in der Schweiz: Saily App
- Campingplatz: Camping Valle Gesso
- Campingplatzfinder: ACSI Camping App
- Stellplatzsuche: Park4Night
Hinweis für Erstcamper: Nehmt eure eigene Badekappe mit, die Kostet vor Ort 5€.
Und vermeidet Toiletten mit Bodenkontakt, wenn ihr eure Oberschenkelmuskulatur nicht trainieren wollt.
Ciao, euer Henning !
#180: Island mit Maren und Christian
Mit Road & Board reisen wir ins Land aus Feuer und Eis
Vor dreieinhalb Jahren beschlossen Maren Schwitalla und Christian Zahl, ihr konventionelles Leben hinter sich zu lassen und in ihren Van zu ziehen. Die Artdirektorin und der Kfz-Mechaniker setzten alles auf eine Karte und kreierten die Marke Road&Board als Synonym für die Straße, auf der sie fortan lebten, und für die Bretter, auf denen sie von nun an die vielen Boardsportarten ausprobieren wollten. Die Bretter sind längst zu erfolgreichen Laufstegen und Bühnen geworden, auf denen die beiden ihr Geld verdienen. Maren als viel gebuchte Artdirektorin und Christian als Experte im Team der Busbastler, einer Gemeinschaft, die aus gemeinsamen Fehlern lernt und frei nach Montessori in Workshops den Teilnehmern hilft, den individuellen Wohnmobilausbau selber zu schaffen.
In ihrem „Road & Board“-Blog auf Youtube, Instagram & Facebook lassen sie ihre Zuschauer an ihren individuellen Reisen teilhaben, geben nützliche Tipps zum Reisen und zeigen, wie sie aus kleinen Dingen etwas ganz Großes machen.
Als zweite Gäste in unserem Campermen-Reise-Special sprechen sie mit Henning über ihren dreieinhalbwöchigen Trip nach Island. Die Idee, auf die Insel aus Feuer und Eis zu reisen, kam ihnen, als sie am Lagerfeuer saßen und den begeisterten Erzählungen eines befreundeten Pärchens über Island lauschten. So entstand die Idee, gemeinsam auf Reisen zu gehen. Zu Hause in einem Sprinter mit Allradantrieb war die Route auf der Insel sofort klar – abseits der Ringstraße, die einmal um die 103.000 Quadratkilometer kleine Insel führt, sollte es ins Hinterland gehen, möglichst weit weg von den 2,2 Millionen Urlaubern, die die 365.000 einheimischen Isländer jährlich besuchen.
In Hirtshals im hohen Norden Dänemarks bestiegen sie die Fähre nach Seydisfjordur auf Island. Die Überfahrt dauerte etwas mehr als zwei Tage, und bei einem planmäßigen Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln auf der Hinfahrt bekamen sie einen ersten Eindruck von dem, was sie in Island erwartete.
Karge Landschaft, keine Bäume, moosbewachsene Stein- und Sandwüsten in einem Farbfächer von Terrakotta bis Moosgrün. Bewusst haben die beiden nur eine Komfortkabine ohne Verpflegung gebucht. Warum sie auf die üppige Verpflegung verzichtet haben, erfahrt ihr im Podcast.
Auf der Vulkaninsel angekommen und nach einem kurzen Einkauf stellte sich auf der Fahrt ins Hinterland schnell heraus, dass der Plan, abseits der Touristenpfade zu fahren, vielleicht doch nicht so klug war. Die harte Lavapiste hatte sich über die Jahre in ein schwarzes Waschbrett verwandelt und zerrte nun an der Substanz des Sprinters und an den Nerven von Maren und Christian. Doch umkehren war keine Option. Wie die beiden es geschafft haben, auf der Insel ihren Traum zu leben und Orte zu besuchen, die sie für sich allein hatten, erfahrt ihr in unserem Campermen-Reisespecial. Außerdem erfahrt ihr, warum Elfen in Island ganze Bauprojekte stoppen, warum Haustiere besser zu Hause bleiben und welche Exponate es im Penismuseum in Reykjavik zu bestaunen gibt.
Road&Board im Netz:
instagram.com/roadandboard
facebook.com/ROAD-BOARD-273060713153306
Artdirektion Maren Schwitalla: https://marenschwitalla.com
Busbastler: https://www.busbastler.de
Fähre nach Island
https://www.ferrycenter.ch/de/faehren/nordeuropa/faehre-nach-island/
Was ihr bei der Einreise nach Island beachten solltet:
https://www.government.is/other-languages/botschaft-von-island-in-berlin/reiseinformationen/
Nützliche Apps & Websites für eure Reise nach Island:
Notruf: https://safetravel.is
Wetter: https://en.vedur.is
Hollywood Drehorte: https://guidetoiceland.is/de/geschichte-und-kultur/drehorte-in-island
Polarlicht-Radar: https://www.aurora-service.eu
Island Offroad Karte: https://icelandroadguide.com/?cmsszd=map&cmsszs=de
Bisher erschienene Campermen-Reise-Specials:
Lettland und Estland mit Florian Schönfelder










