Irland-Reise: Unterwegs auf dem Wild Atlantic Way

An der Westküste Irlands befindet sich auf mehr als 2.000 Kilometern der Wild Atlantic Way. Auch mit dem Camper kann man die wunderbare und an Highlights reiche Strecke bequem abfahren. Die Campermen haben es ausprobiert. Ein Ortsbesuch.

Das Herz klopf, es ist kaum möglich, den Blick abzuwenden. Und selbst, wenn man die Augen kurz schließen muss, hat man wunderbare Bilder im Kopf. So ist es eben, wenn man sich verliebt. Und so war es auch, als wir Irland bereist haben. Mit jedem der vielen Kilometer nahm dieses schöne Land immer mehr Raum in unserem Herzen ein. Aber fangen wir am Anfang an.

Als Irland Tourismus uns fragte, ob wir Lust hätten, Irland näher kennenzulernen, mussten wir nicht lange überlegen. Henning sagte sofort: „Irland steht auf meiner Bucket-List“. Also nahmen wir die Einladung gerne an und machten uns kurz darauf auf den Weg. Dazu muss man wissen, dass das Frühjahr vielleicht nicht die Reisezeit ist, die ich mir ausgesucht hätte. Aber ein anderer Termin war nicht machbar, also bereiteten wir uns auf schlechtes Wetter vor. Camping in der Kälte? Kein Problem, wir sind schließlich Mobilsten. In der Reisetasche landeten also neben einer Regenjacke auch lange Unterhosen, Handschuhe und eine Menge Mützen. Und was soll ich sagen: Hätte ich Irland schon vorher bereist, wäre meine Tasche leichter gewesen.

Vier Jahreszeiten in einer Stunde

In Irland gibt es den Spruch, dass man in einer Stunde vier Jahreszeiten erleben kann. Und da steckt eine Menge Wahrheit drin. Wo es eben noch geregnet hat, scheint ein paar Minuten später die Sonne. Nach einer kühlen Brise folgt fast immer ein warmes Lüftchen. Statt einer dicken Jacke war häufig der Zwiebellook der Kleidungsstil der Wahl. Häufig blieb die Jacke sogar einfach im Camper – und das Ende März.

Apropos Camper: Natürlich kann man mit seinen eigenen Camper nach Irland fahren, zum Beispiel per Fähre von Cherbourg in Frankreich nach Rosslare in Süd-Irland. Die Überfahrt dauert etwa 18 Stunden, aber vorher muss man erst einmal nach Frankreich kommen. Wer sowieso gerade in der Gegend ist, sollte diesen Weg wählen. Aber für uns kam diese Strecke nicht in Frage, unsere Camper blieben in Hamburg. Stattdessen sind wir nach Dublin geflogen und haben dort in der Nähe des Flughafens bei Bunk Campers ein Wohnmobil gemietet. Und weil wir ja vom schlechten Wetter ausgingen, haben wir einen Wagen mit viel Komfort und Platz ausgewählt. Hier kurz die Eckdaten: Alkoven, zwei Schlafbereiche, Bad und Küche, viele Sitzgelegenheiten, acht Meter Länge.

Nur kein Streß: Erfahrung hilft

An dieser Stelle ein Tipp: Wer einen Camper in Irland leiht und wie wir den Wild Atlantic Way entlangfahren will, sollte entweder Erfahrung mit großen Fahrzeugen haben, oder lieber ein kleineres Modell wählen. Die Straßen sind teilweise eng und kurvig, außerdem herrscht Linksverkehr in Irland. Es soll ja eine Traumreise werden, da kann man Fahrstress auf der Tour nicht gebrauchen. Henning und ich sind zum Glück vertraut mit großen Fahrzeugen. Aber dennoch: Etwas weniger wäre vielleicht noch entspannter gewesen.

Von Bunk Campers ging es über den Motorway nach Galway an die Westküste Irlands. Achtung: Für die Strecke sind Mautgebühren fällig, allerdings handelt es sich um Kleinstbeträge, die bar oder per Karte bezahlt werden können.

Galway ist ein fantastischer Start für die Tour in Richtung Norden. Die mittelgroße Stadt ist dank zweier Unis sehr jung und modern – was sich im großen Kulturangebot widerspiegelt. Man nennt Galway auch das kleine Dublin, weil es hier noch etwas ursprünglicher zugeht, als in der Hauptstadt.

Was auf der Tour schnell klar wird: Irland geht verschwenderisch mit Postkartenmotiven um. Hier ein sattgrüner Hügel, dort ein spiegelglatter See. Eine schroffe Küste, Torf-Gebiete, Sümpfe, Wälder – Landschaften, die sich mit jeder Änderung des Wetters komplett anders präsentieren. Mal fühlt man sich wie in Neuseeland, mal könnte die langgestreckte Straße in Südafrika liegen. Ab und zu fühlte ich mich, als würden wir durchs Auenland fahren, vorbei an groben Steinmauern und vom Wind gezeichneten Häusern.

George ist Gentleman und leidenschaftlicher Schäfer auf der Glen Keen Farm

Fünf Millionen Schafe

Und überall sieht man Schafe. Offiziell hat Irland rund fünf Millionen Einwohner. Wahrscheinlich gibt es mindestens genauso viele Schafe in dem Land, die alle irgendwie aussehen wie Sean, das Schaf. Um etwas über die Geschichte der irischen Schafe zu erfahren, haben wir einen Stopp bei der Glen Keen Farm eingelegt. Dort zeigt der alte Schäfer George, wie Schafzucht funktioniert und wie man Hunde trainiert, die Tiere einzufangen. Dafür nutzt George zwei Pfeifen aus Metall, an denen man durch die jahrzehntelange Nutzung Kerben seiner Zähne erkennen kann. Fünf Kommandos müssen die Hunde per Pfiff erkennen, seine Hunde können sogar zehn. Nach der Vorführung gibt es im Café des Anwesens Scones und Musik, natürlich live. Denn musizieren gehört in Irland ganz offensichtlich zum guten Ton.

Von den kleinen Schafen ging es nach Westport zu den ganz großen Tieren. Denn mitten im Ort steht auf einem Anwesen das imposante Westport House. Oder vielleicht sollte ich sagen: Um das Westport House entstand der Ort, wie man ihn heute erlebt. Die Grundbesitzer hatten die Straßen, Arbeiterhäuser und sogar den Fluss künstlich so angelegt, dass es ein optisch ansprechendes Ensemble ergibt. Aber auch das Herrschaftshaus selbst und dessen Geschichte sind beeindruckend. Die Ahnin der Erbauer war keine Geringere als Grace O’Malley, bekannt auch als die Piratenkönigin.Sie ist so etwas wie die Nationalheilige Irlands. Sie lernte das Seefahrer-Handwerk von ihrem Vater und war später Gegenspielerin der Englischen Königen Elisabeth I. Das Westport House wurde von Colonel John Browne dort erbaut, wo einst die Burg der O’Malleys stand. Und er heiratete die ehrbare „Maud Bourke“, Urenkelin von Grace O’Malley. Klar, dass noch heute die Spuren der Piratin überall auf dem Anwesen zu finden sind. Ein Piratenpark lädt zu kleinen Abenteuern ein. Und der große Campingplatz mit vielen großen Glampingzelten oder genügend Raum für eigene Fahrzeuge ist so gut gelegen, dass man sogar seinen ganzen Urlaub dort verbringen könnte. Der kleine Hafen von Westport oder die Altstadt sind zu Fuß schnell erreicht. Das Auto sollte man auch stehen lassen, denn im Ort gibt es 52 Pubs. Darunter auch auch das Matt Molloy’s. Der urige Pub im Zentrum von Westport wurde vom Flötisten der Folkband Chieftans eröffnet. Fast täglich gibt es hier Live-Musik, das Bier schmeckt, die Stimmung ist blendend. Dennoch mussten wir irgendwann weiter, schließlich gibt es noch so viel zu entdecken.

Mit dem Schlauchboot zur Seehunds-Insel

Wer an der Westküste Irlands – dem Wild Atlantic Way – unterwegs ist, sieht nicht nur eine verzaubernde Landschaft, sondern natürlich viel Wasser und eine Menge Inseln. Um diese zu erkunden, haben wir uns in Blacksod mit Mick von den Blacksod Sea Safari getroffen. Mit seinem Rib, einem sogenannten Festrumpfschlauchboot mit starkem Motor, hat er uns trotz kräftigen Wellengangs zu den verlassenen Inishkea Inseln an der Westküste gefahren. Auf der kleinen Hauptinsel lebten einst Menschen unter einfachsten Bedingungen. Als die Männer beim Fischen in einem Sturm umkamen, verließen die Frauen die Insel, zurück blieben die Steingebäude, deren Reste noch heute zu sehen sind. Wahrscheinlich habe ich noch nie eine so wunderbare Insel gesehen: Die halbrunde Bucht hat einen feinen und weißen Strand, im Rücken liegen satte Wiesen. Die Ruinen bieten einen fantastischen Rahmen für Fotos. Mick erzählte uns auch, dass man mit einem Zelt auch ruhig mal eine Nacht auf der Insel verbringen kann. Er bringt Besucher zur Insel und holt sie dann am nächsten Tag wieder ab. Wer es bequemer mag: Ein Haus auf der Insel wurde wieder bewohnbar gemacht, man kann es mieten. Aber nur, wenn das Mindset stimmt, denn auf der Insel mag man es ruhig: Vögel machen hier auf ihrem Weg nach Island halt und werden von Ornithologen katalogisiert. Da kann man keinen Lärm und keinen Müll gebrauchen. Auf der Rücktour kamen wir noch an einer großen Gruppe von Seehunden vorbei – und ich bin mir sicher, dass sie uns zugewunken haben…

Seeluft macht irgendwie müde, also sind wir mit unserem Camper dann von Blacksod ein paar Kilometer weiter nach Achill Island gefahren, um auf dem Keel Caravan & Camping Park die Nacht zu verbringen. Auch hier wieder: Das Meer ist der Star. Der Platz schmiegt sich regelrecht an die Küste, man hat besten Blick auf den Strand und die Hügel am Horizont. Und vor allem bekommt man gleich Familienanschluss bei den sehr sympathischen Betreibern, den Fitzsimmons. Lisa und ihr Mann haben den Platz gerade erst übernommen, auch sie haben sich in die Gegend verliebt. Der Campingplatz selbst hat alles was man braucht, Shops und Restaurants gibt es in der Nähe. Und falls doch was fehlt, helfen die Betreiber weiter. Und wer Abends beim Gang zum Klo hinter einer der Türen Musik hört, sollte mal hineinschauen: Wahrscheinlich sitzen im Gemeinschaftsraum ein paar Camper zusammen und musizieren. Ein wirklich toller Ort, der sich ein bisschen wie nach Hause kommen anfühlt.

Mit der Blacksod Sea Safari auf die einsame Insel Inishkea

Dark Skys und wilde Trommel-Spiele

Nicht einmal eine Stunde entfernt befindet sich der Wild Nephin National Park. Hier lernt man viel über die Geschichte der Region, über das Land, geologisch gesprochen, über die ersten Siedler und darüber, wie Geschichte hilft, die Zukunft zu gestalten. Auf langen Wegen kann man kilometerweit durch das riesige Gelände streifen und auch mal eine Nacht in einen der Shelter verbringen. Drei Dark-Sky-Areas erlauben einen faszinieren Blick auf den Sternenhimmel, komplett ohne Lichtverschmutzung. Und plötzlich fühlt man sich ganz klein und unwichtig.

Um beim nächsten Pub-Besuch zumindest ein bisschen mitmusizieren zu können, haben Henning und ich die School of Music in Kiltimagh besucht. Davóg Frayne hat uns dort in die Kunst der Bodhran-Trommel eingewiesen. Naja, was man so Kunst nennt, wenn man zwei norddeutsche Camper an das traditionelle Instrument lässt. Sagen wir es so: Es hat Spaß gemacht, aber hören sollte man besser nicht, was wir fabriziert haben.

Dann doch lieber wieder dem Meer lauschen, am besten auf einer Überfahrt nach Clare Island, dem Geburtsort der Piratenkönigin. Mit der Fähre geht es vom Roonagh Pier in etwa einer halben Stunde auf die Insel. Rund 170 Menschen leben noch hier. Es gibt einen Pub und Restaurants, man kann den Leuchtturm oder die Burg am Hafen besichtigen. Ein Tag geht hier schnell rum und Abends geht es dann zurück aufs Festland, wo der Camper sicher auf dem Parkplatz wartet.

Freundlichkeit pur

Der Name Wild Atlantic Way trifft zwar den Nagel auf den Kopf, gleichzeitig täuscht er ein wenig. Die Landschaft mag an einigen Stellen wild erscheinen, die Menschen sind es nicht. So viel Freundlichkeit habe ich selten auf meinen Reisen durch Europa erlebt. Gerade mit einem großen Camper fühlt man sich auf engen Straßen wie ein Hindernis. In Irland scheint das kaum jemanden zu stören. Geduldig warten andere Fahrer, bis wir mit dem Rangieren fertig sind, niemand fährt zu dicht auf oder gibt eine Lichthupe, um für Platz zu sorgen. Im Gegenteil: Man grüßt freundlich oder bedankt sich bei uns, wenn wir jemanden vorbeilassen.

Zugewandt, freundlich, herzlich: Das trifft auch auf David Lawless zu. Normalerweise kommentiere ich Namen nicht, aber hier passt es. Ich habe Irland so erlebt, dass man hier nach eigenen – und guten – Regeln lebt. Eine rebellische Ader und Widerstand gegen Obrigkeiten steckt durch die wechselhafte Geschichte in der DNA. Und David Lawless, ein ehemaliger Punkrocker, ist eben auch kein Mensch, der nach klassischen Regeln agiert. Statt mit lauter Stimme spielt er sanfte Töne auf seiner Flöte oder rezitiert – ganz zart – ein Gedicht des Literatur-Nobelpreisträgers William Butler Yeats. Der Dichter stammt aus der Gegend rund um den Berg Ben Bulben, sein Grab befindet sich an Drumcliffe Church. Bei einem Spaziergang zum Ben Bulben erfahren wir zudem, wie der Glaube an Kobolde und Elfen funktioniert. David nennt das auch nicht Aberglauben, sondern Volksglauben. Auf die Frage, ob er denn auch an diese mythischen Wesen glaubt, sagt er: „Ich schließe nichts aus.“ Sicher ist sicher.

Von hier fahren wir weiter in den Norden und verlassen die Republik Irland und kommen in Nordirland an – ganz ohne es zu merken. Man fährt auch hier auf der linken Seite, auch hier ist die Landschaft wunderbar und auch hier ist man freundlich unterwegs. Nur mein Mobilfunkanbieter informiert mich kurz per Kurznachricht, dass ich in einem anderen Land bin. Wer hätte das gedacht?

Double Bubble in Finn Lough

Luxus im Bubble Dome

Die Nacht verbringen wir in Finn Lough. Es fällt mir schwer, einen Begriff für diesen Ort zu finden. Ein klassischer Campingplatz ist es nicht, ein typisches Hotel allerdings auch nicht. Aber der Luxus, der uns hier begnet, der ist einzigartig. Unsere Unterkunft könnte man zwar getrost als Zelt bezeichnen, aber auch nur deshalb, weil die Zeltwände des Bubble Dome aus Stoff sind. Es handelt sich um große Kugeln, die durch Luftdruck in Form gehalten werden. Wir müssen durch eine Schleuse eintreten, damit die Luft nicht entweicht. In der geräumigen Kugel erlauben die durchsichtigen Wände einen intensiven Blick auf den Wald, in dem das Gelände liegt. Ein großes Bett, schwere Bademäntel, eine Badewanne mitten im Raum und eine gut gefüllte Minibar laden zum Verweilen ein. Aber nichts da, erst einmal geht es in den Spa. Dafür werden wir mit einem Golfcar abgeholt und zur Sauna gefahren. Die steht direkt am See, in dem wir uns nach der angenehmen Hitze wieder abkühlen. Im Restaurant „The Barn“ essen wir zu Abend. Nur selten habe ich solche Köstlichkeiten auf den Teller gehabt wie dort. Ein Drink an der Bar und ein Besuch des süßen Vintage-Kinos runden den Tag ab. Die Übernachtung in Finn Lough ist nicht günstig, aber für einen romantischen Kurzurlaub lohnt die Investition. Sobald man das Gelände betritt, geht der Puls runter, der Atem wird ruhig, die Entspannung strömt in den Körper. Die Mitarbeiter sind ruhig, diskret und zuvorkommend. Wenn ich einen Ort für eine romantische Auszeit empfehlen dürfte, dann wäre dieser ganz oben auf der Liste. Das nächste Mal würde ich dann allerdings mit meiner Frau fahren – entschuldige Henning!

Zum Ende der Tour noch etwas Kultur und etwas Natur. Wir besuchen Enniskillen und fahren mit Barry Flannigan und seinem Erne Water Taxi nach Devenish Island. Die kleine Kloster-Insel liegt im aufgestauten Fluss und war einst ein wichtiger religiöser Ort. Und noch heute beeindruckt der große Turm im Zentrum der Insel. Übrigens hat Oscar Wilde in Enniskillen studiert. Man kann hier also überall Plätze entdecken, wo er wohl auch gewandelt ist und einige Ideen für seine Romane entstanden.

Stairway to Heaven

Unsere viel zu kurze Reise durch Irland endet mit einem Gang auf dem Cuilcagh Boardwalk Trail – oder wie man den Wanderweg hier nennt: Stairway to Heaven. Er zieht sich kilometerweit und teilweise auf langen Holzwegen durch ein ursprüngliches Gelände, über Hügel bis zur Küste. Man sollte etwas Wasser und Proviant mitnehmen, denn unterwegs kann man nichts kaufen. Und vom Weg sollte man nicht abkommen, im Boden gibt es viele natürliche Fallen, aus denen man nur mit Mühe wieder herauskommt. Ein wunderbarer Weg, auf dem man noch einmal die ganze Pracht des Landes einsaugen kann. Eine Ruhe und eine Weite, die mich auch ein wenig demütig gemacht hat.

Zum Abschluss campen wir in Fermanagh im Rushin House Caravan Park, direkt an einem kleinen See, der die Grenze nach Irland bildet. Hier haben wir noch einmal ganz komprimiert alles im Blick. Zwei Länder, die dann im Herzen doch irgendwie ganz eng beieinander sind. Der Campingplatz ist eine schöne Station, um die Reise zu beenden, ein Spaziergang in den Ort führt zu einem Restaurant. Im See kann man baden oder angeln, ein kleiner Fußball-Platz zeigt, dass hier eben nicht nicht nur Cricket, Rugby oder Gällisch-Football gespielt wird.

Und Wie hier wurden wir an vielen Orten von Menschen gefragt, ob wir das erste Mal in Irland unterwegs sind. Unsere Antwort war immer: Ja, aber garantiert nicht das letzte Mal.

Vielen Dank Irland, Du warst gut zu uns. Wir kommen wieder.

Joey Kelly und die Bulli-Challenge

Es klingt erst einmal wie eine verrückte Idee: Mit einem 50 Jahre alten Bulli will Joey Kelly mit seinem Sohn Luke von Berlin nach Peking fahren. 13.000 Kilometer ist die Strecke lang. Und falls das noch nicht reicht: Er fährt ohne Geld. Jede Tankfüllung, jedes Essen und jede Reparatur müssen sich die beiden unterwegs spendieren lassen. Verrückt, ja. Aber das ist nicht das erste Mal, dass Joey Kelly vermeintlich verrückte Dinge erfolgreich umsetzt.

Er war der erste Mensch, der in einem Jahr weltweit an acht Iron Man-Wettbewerben teilgenommen hat. Er durchquerte zu Fuß Deutschland von der Nordsee bis zur hinauf zur Zugspitze. In den USA hat er sich von Los Angeles nach New York aufgemacht – ebenfalls ohne einen Cent in der Tasche. Er aß drei Wochen nichts und nahm bei dieser ganz persönlichen Challenge 16 Kilo ab. Er nahm an so vielen Marathon-Läufen teil, dass er sie wahrscheinlich gar nicht mehr zählen kann. Ach ja, und dann macht er auch noch ab und zu Musik: Er ist ein Teil der unglaublich erfolgreichen Kelly Family, mit denen er jüngst eine ausverkaufte Tournee gespielt hatte.

Joey & Luke Kelly Bulli Challenge – Von Berlin nach Peking Ohne Geld – nur mit Spenden National Geographic Buchverlag ISBN: 978-3-86690-687-7

Ja, wenn man das Leben von Joey Kelly extrem nennt, man würde wahrscheinlich noch untertreiben. 1972 in Spanien geboren, reiste er die ersten Jahre seine Lebens mit seiner Familie durch Europa. Erst in einem Camper, später in einem umgebauten Doppeldecker-Bus. Die Familie verdiente schon früh ihr Geld mit Straßenmusik, sie wurden immer besser und erfolgreicher. Der Durchbruch gelang in den 1990er Jahren mit dem Album „Over the Hump“ und Songs wie „An Angel“ oder „I Can’t Help Myself“. Mehr als 20 Millionen Alben verkaufte die Band.

Campermen #68: Im Bulli nach China mit Joey Kelly

Nur wenigen Künstlern gelingt es, nach solchen musikalischen Höhenflügen, eine ganz andere – und nicht weniger erfolgreiche Kariere hinzulegen. Aber Joey Kelly ist eben ein extremer Typ. Normal ist ihm viel zu langweilig. Inzwischen der mehrfache Famlienvater nicht mehr nur selbst auf der Suche nach der nächsten Höchstleistung, sondern inspiriert mit seinen Büchern und mit Vorträgen auch andere dazu, über ihre vermeintlichen Grenzen zu gehen. Denn verrückte Ideen braucht die Welt – und Joey zeigt immer wieder, wie man diese umsetzt.

In Campermen #68 „Im Bulli nach China mit Joey Kelly“ berichtet Joey Kelly über den außergewöhnlichen Trip von Berlin nach Peking. Er erzählt, was ihn besonders begeistert hat und was schief gelaufen ist. Es geht um Begegnungen mit tollen Menschen und fantastische Landschaften. Und es gibt einen Ausblick auf die nächste Tour, die 2022 stattfinden wird. Nur so viel sei verraten: Es hat wieder mit Camping zu tun.

Die Busbastler

Angefangen hat alles mit einem Bus. Wie ein stolzer Vater stand Manuel, Gründer der Busbastler, vor dem Gefährt, das bis auf gut aussehen noch nicht viel konnte. Von einem Camper war der Kasten auf Rädern noch weit entfernt. Und so brachte er seinem Neugeborenen in Eigenregie und ohne Vorerfahrung alles bei, was aus einem Bus einen Camper werden lässt. Furchtlos und voller Elan ging der junge Vater ans Werk. 

Er bezeichnet sich selber als Autodidakt und viele seiner Ausbau-Ideen konnte er problemlos umsetzen. Einige nicht. Doch das Lehrgeld gehört für Manu, wie bei vielen Hobbyausbauern, einfach dazu. Die Kosten sind irgendwie eingepreist und stärken am Ende die Verbindung zum eigenen Gefährt. Denn wer die Einrichtung selber gebaut hat und nicht von der Stange kauft, fährt förmlich mit seinem Gesellenstück durch die Welt. So wird das KFZ mit seinen kleinen Macken und nach arbeitsvollen und schlaflosen Nächten endgültig zum vollwertigen Familienmitglied. 

Betreutes Schrauben – mit Anleitung den eigenen Bulli ausbauen

Seine Erfahrungen beim Busbasteln hat Manu von Beginn auf seinem YouTube Channel Schalldose on tour www.youtube.com/schalldoseontour geteilt und so mittlerweile fast 30.000 Hobbybastler vor kostspieligen Fehlern beim Ausbau bewahrt. Scheitern gehört irgendwie zum Konzept und wenn Manu, der keine Ausbildung im Bereich Busausbau hat, das kann, dann kann das jeder. 

Lagerfeuer beim Busbastler-Basecamp

Mit der Zeit wurden seine Projekte immer komplexer. Nachdem er den Einbau seiner ersten Standheizung gemeistert hatte, meldeten sich viele seiner Zuschauer mit dem Wunsch, ob er nicht ihnen auch beim Einbau helfen könne. Aus dem Dialog mit Busbastlern aus ganz Deutschland wurde die Idee geboren, gemeinsam Buszubasteln. Die Suche nach einer geeigneten Werkstatt war schnell abgeschlossen, die ersten Teilnehmer hatten zugesagt und auch ein KFZ-Experte für die kniffligen Installationen war schnell gefunden. Christian, ausgebildeter KFZ-Mechaniker und Mittweile mit seiner Freundin und Hund im Bus lebend, wurde Teil der Busbastler und ist seitdem fester Teil des Teams. Seinen Vanlifestyle teilt auch er auf Youtube in seinem eigenen Kanal Road & Board www.youtube.com/roadandboard

Über die Jahre sind die Busbastler zu einem kleinen Netzwerk aus „Dozenten“ gewachsen, das sich um weit mehr als das eigentliche Schrauben kümmert. Fotografen, Designer, Elektrik-Dozenten und natürlich Manu und Christian basteln nun deutschlandweit in ihrer Busbastler Academy. Und wenn dann am Ende eines Wochenendes gemeinsamen Schaubens und fachsimpelns glückliche Teilnehmer die Halle verlassen, klopfen sich Manu und Christian zufrieden auf die Schultern. Aus den Vätern von einst sind längst Geburtshelfer für viele neue Busbabies geworden. 

Busbastler im Netz: www.busbastler.de

In Folge 53 unseres Campermen-Podcasts hat Henning mit Manu und Christian gesprochen. 

Peter Keller und sein VW T3 Syncro

Wenn Peter Keller von seinem Wagen erzählt, gerät er ins Schwärmen. Schaut man auf die Vita des erfolgreichen Musikers und Produzenten, auf die Stadionkonzerte und sein großes Studio in Hamburg– es würde wahrscheinlich Niemanden wundern, wenn er von einem topmodernen und perfekt ausgestatteten Superschlitten spricht. Aber nein, der Musiker fährt einen VW T3 Syncro, ein Oldtimer aus dem Jahr 1989.

Schon seit mehreren Jahren hatte er einen Camper gesucht – und seine Vorstellungen von einem perfekten Fahrzeug war klar. Ein VW T3 sollte es sein, Syncro war ein muss und auch bei der Farbe wollte er keine Kompromisse eingehen. Seine Idee: Wenn er mit Peter Maffay auf Deutschland-Tournee ist, hat er zwischen den Gigs auch viel Zeit und kann sich ganz entspannt sein Wunschauto suchen. Und irgendwann sah er das Fahrzeug seiner Träume und zögerte nicht lang.

Es war Liebe auf dem ersten Blick. Kein Wunder, denn einen alten Bulli in dem Zustand findet man nicht so häufig. Die Westfalia-Ausstattung sieht aus wie geleckt, der weiße Lack mit dem dezenten „4WD“-Aufkleber an der Seite und das Hubdach mit dem grauen Zeltstoff – alles wirkt wie aus einem Guss. Ein echtes Schätzchen. Allerdings verschwand auch der eine oder andere Euro im Fahrzeug, denn inzwischen fährt der Syncro mit einem Austauschmotor und auch unterwegs sind immer mal wieder unvorhergesehene Reparaturen fällig. Es ist halt ein altes Auto. Aber genau darauf steht der Gitarrist und Produzent.

In jeder freuen Minute steigt er in seinen Oldie und fährt ans Meer: Peter Keller ist Kiter, sein Revier ist die Küste Norddeutschlands, am liebsten fährt er nach Fehmarn oder St. Peter-Ording. Doch manchmal reicht eine Fahrt von Hamburg-Altona zur Elbe, damit er sich wie im Urlaub fühlt. Und er ist auch ein wenig stolz auf seinen weißen Begleiter: Als der Tacho mitten auf der Autobahn die Marke von 300.000 Kilometern erreicht, stellte der die Warnblinker an, hielt auf dem Seitenstreifen und machte davon ein Foto.

Wenn es nach ihm ginge, würde er in seinem Bulli auf Tour gehen. Doch bei den großen Stadien-Tourneen ist das nicht denkbar, da ist er dann mit der Band im Nightliner unterwegs. Doch bei der Arbeit an einem neuen Album kann es schon mal sein, dass Peter Keller lieber in seinem Wagen schläft, als im Hotelzimmer. Hier findet er seine Ruhe, es ist ein Stück Heimat, dass er dann immer dabei. Wenn er dann im Herbst mit seinem eigenen Programm unterwegs ist, kommt sein Bulli natürlich mit. Im Gepäck seine Gitarre und ein paar Kerzen für die Gemütlichkeit.

In Campermen # 51 „Die Synchronität des Lebens“ erzählt der symphatische Musiker mit dem „Herz aus Rock“ über Ausfahrten, Lieblingsorte und wichtige Accessoires. Und außerdem verrät der geborene Optimist, wann man ihn wieder auf der großen und kleinen Bühne sehen kann. Zur Einstimmung spielen wir kurz seinen Song „Der erste Mensch auf dem Mars“ an.

Vanconversion mit Eric Salzinger

Erik Salzinger reist gerne mit seiner Frau und Tochter nach Frankreich in den Urlaub. Vor Ort genießen alle zusammen das schöne Wetter in einem kleinen Ferienhaus an der Atlantikküste. Doch ihre Liebe zum Reisen war meist nur auf Tagsausflüge begrenzt und endeten im kleinen Ferienhaus. Doch der Wunsch nach neuen Zielen und der Option auch mal zu übernachten waren so groß, dass sich jetzt alle drei in das Abenteuer Camping stürzen. Als Basis für die neue Freiheit dient ein Peugeot Boxer Kasten, der seit einigen Monaten in einer Halle bei Hamburg mit viel Liebe ausgebaut wird.

Wie Eric sich auf den Ausbau vorbereitet hat und was er dabei bereits an Erfahrungen gesammelt hat, verrät er uns in unserer 50. Folge des Campemen Podcast. Begleitet Eric bei seinem Projekt auf Facebook und vielleicht lasst ihr euch ja selbst Inspirieren für euer eigenes Projekt.

Erics Facebook Profil findet ihr hier:  https://www.facebook.com/eric.salzinger  

Hier geht es zum Campermen Podcast #50

Alternative Stellplätze mit VanlifeLocation

VanlifeLocation Camping mit bester Aussicht

Man könnte meinen, die Zeit spielt Nikita Helm in die Karten. Noch nie war die Sehnsucht nach Camping so groß, noch nie wurden so viele Plätze gesucht. Doch nicht immer hat man Lust auf einen überfüllten Campingplatz mit allem Schnickschnack, manchmal darf es ruhig ein besonderer Ort sein, auf dem man möglichst alleine mit seinen Lieben steht. Doch woher nehmen und nicht stehlen? Mit VanlifeLocation soll das künftig kein Problem mehr sein.

Die Idee kam Nikita, als er selbst mit seinem ausgebauten VW T5 unterwegs war. Er wollte seine Route nicht planen und suchte sich seine Plätze meist ganz spontan. Aber das ist nicht immer so leicht, was jeder Camper bestätigen kann, der mal schnell einen Platz für die Nacht gesucht hat. „Es muss doch einen technischen Weg geben, das Problem zu lösen“, dachte sich Nikita. Kein Wunder, denn eigentlich ist er Programmierer und Entwickler. Normalerweise hilft er Unternehmen bei der Digitalisierung, warum also nicht einfach mal das eigene Projekt umsetzen.

VanlifeLocation war geboren und die vollmundige Selbstbeschreibung ist vielversprechend: Es geht um nachhaltiges Reisen, um einen kulturellen Austausch, auch der regionale Tourismus soll gestärkt werden und wird ein individuelles Reiseerlebnis garantiert. Und VanlifeLocation soll dafür – natürlich – der perfekte Ort für all diejenigen sein, die sich nach der großen Freiheit sehnen und überall zuhause sein wollen. Das sind Sätze, die schon viele Anbieter von sich gegeben haben. Doch bei Nikita sind das nicht nur leere Marketingworte, er weiß, wovon er spricht. Schon lange vor dem Start des neuen Angebots suchten und fanden Reisende über seine Plattform Wildcamping-Stellplätze in ganz Europa. Das Feedback der Community und die Erfahrungen und Wünsche der Nutzer floßen immer wieder in die Weiterentwicklung ein. Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, um einen großen nächsten Schritt zu machen. Künftig werden die wilden Plätze durch Stellplätze von privaten Gastgebern ergänzt. Damit soll Camping nicht nur nachhaltiger und erlebnisreicher werden, es soll auch den kulturellen Austausch intensiver machen.

Das Prinzip ist einfach, man kennt es von Anbietern wie AirBnB: Privatleute, aber auch gewerbliche Anbieter, können bei VanlifeLocation Grundstücke als temporären Stellplatz anbieten. Das kann ein Parkplatz am Stadtrand sein, eine Wiese am Fluß oder auch Garten mit Wasseranschluss. Alle Arten von Plätzen sind möglich – und je nach Ausstattung und Lage variiert der Preis. Der günstigste Platz kostet 10 Euro, nach oben gibt es kaum Grenzen. Aber es geht nicht nur darum, dass man unterwegs einen schönen Platz für ein oder zwei Nächte findet. Ein bisschen will VanlifeLocation auch ein Kontakthof für Camper und Gastgeber sein, denn auch das Zwischenmenschliche soll stimmen. Für Platzanbieter ist es die Chance, neuen Menschen ihre Region zu zeigen, Gäste wiederum können so manchmal sogar einen Platz mit Familienanschluss finden. Die Nutzung des Angebots ist einfach, man kann Plätze per Website oder App suchen und einstellen. Per Smartphone ist es natürlich besonders praktisch, da man dort dank GPS auf einer Karte alle Plätze in der Nähe sehen und direkt buchen kann.

Nikita Helm

In Campermen 48 erzählt Nikita, die Geschichte hinter VanlifeLocation, was er sich von dem Service verspricht und welche Vorteile Nutzer und Anbieter haben.

Anbieter
VanlifeLocation: https://www.vanlifelocation.com
Apps für iOS und Android

Deutscher Podcastpreis 2021

Deutscher Podcastpreis 2021

Wir sind mächtig stolz, denn wir haben es mit Campermen auf die Nominierungsliste fürs Publikumsvoting beim Deutschen Podcastpreis 2021 geschafft. Schon das alleine ist eine große Freude und Ehre für uns, denn offenbar haben wir mit unserem Podcast über Camping und Vanlife einen Nerv getroffen. Aber jetzt haben wir natürlich auch große Lust darauf, eine Runde weiter zu kommen – und Ihr könnt uns dabei helfen, in dem Ihr für uns abstimmt.

Geht dazu einfach auf die Seite vom Deutschen Podcastpreis 2021. Dort könnt Ihr dann auch sehen, in welcher illustren Runde wir uns befinden. Aber lasst Euch nicht von den teilweise sehr prominenten Namen ablenken, sondern klickt einfach auf unseren Eintrag und stimmt dort für uns ab. Ganz klar, jede Stimme zählt!

Aber auch wenn wir nicht gewinnen, bleiben wir auch in unserer dritten Saison hochmotiviert. Also: Steigt wieder mit uns ein, damit wir gemeinsam Woche für Woche ein Stündchen aussteigen können. 

Danke für die schöne gemeinsame Reise

Henning & Gerd

Sebastian Pufpaff ist Camper

Sebastian Pufpaff

Sebastian Pufpaff ist wortgewandt, gehört seit vielen Jahren zur Elite der deutschen Satiriker, sieht umwerfend aus (geht ja um Satire hier) und ist begeisteter Camper. Zusammen mit seiner Frau, zwei Kindern und Hund fahrt er regelmäßig im T5 mit Hochdach in die weite Welt hinaus. Bemerkenswert ist, dass er dabei nie vorher einen Platz bucht und so das Ziel der Reise bis zum Schluss ungewiss bleibt.

 

 

Im Interview hat er uns verraten wie es im Sommer auf Sardinien war, wie lange er braucht, um in den Camping-Modus zu kommen und was er auf seinen Reisen am Meisten braucht. Und wenn ihr Sebastian Pufpaff einmal live auf der Bühne sehen sehen wollt, dann findet ihr alle Daten auf hier auf seiner Website. Vielen Dank Hr. Pufpaff, das hat Spaß gemacht!

Pufpaff.de

Hier geht es zum Campermen Podcast #45

Songs aus der Provinz

Nach langer Zeit einmal wieder ein echter Newcomer in unserem Podcast. Provinz veröffentlichen ihr Debütalbum „Wir bauten uns Amerika“ und wir finden es ganz toll. 

Mit ihren Songs aus Vorstadtmief, der Sehnsucht nach Größer, Weiter und Mehr trifft Provinz den Sound der Zeit. In ihren Texten entfliehen die drei Cousins plus Kumpel der Enge der Vorstadt und träumen sich in eine andere Stadt, eine andere Welt. 

Foto: Valentin Ammon

Entstanden ist ein Album mit mitreißenden, handgemachten Sounds, die unpoliert Direkt durch den fieberhaft dahingeschmetterten Gesang von Frontmann Vincent in Frontallappen und Tanzbein schiessen, wie ein geexter halber Liter Bier. Mit ihrer ersten Platte haben Provinz es aus den Fußgängerzonen rund um ihren Heimatort Ravensburg in die Ohren der ganzen Republik geschafft. 

Unser Fazit: So schön melancholisch kann Kleinstadt sein. 

Was Frontmann Vincent zur Arbeit mit AnnenMayKantereit und Faber Produzenten Tim Tautorat gesagt hat und vieles mehr, erfahrt ihr im Campermen-Podcast #32.

Mehr Provinz gibt es hier: www.provinzband.com

Wilhelmine: Die Stimme zum Zeitgeist

Wilhelmine veröffentlichte im Herbst 2019 ihre Debüt-Single „Meine Liebe“. Der Song schlug ein wie eine Bombe, ihr schlägt seitdem gleichermaßen von Kritikern, Kollegen und Fans nichts als Sympathie entgegen. Kein Wunder, denn sie passt mit ihrer deutschsprachigen Pop-Musikszene perfekt in den heutigen Zeitgeist. Aber nicht nur ihre Stimme ist toll, auch ihre Texte haben mehr Tiefe als Elbe, Spree und Rhein zusammen. 

© Daniel Graf

Eigentlich sollte Wilhelmine gerade mit Selig auf Tour gehen, doch Corona hat diese Pläne gestoppt. Doch die Sängerin ist dagegen nicht zu stoppen: Gerade ist ihre erste EP „Komm wie du bist“ ist erschienen. So sommerlich leicht der Titeltrack wirkt, so wichtig ist die Botschaft dahinter. Es ist eine klare Aufforderung an die Hörer: Sei wie Du bist und verstelle Dich nicht. Sie singt: „Du sagst: es schnürt dir die Kehle zu / Du sagst: du fühlst dein Herz nicht / Du sagst: dir hört keiner zu / Du sagst: heller wird’s nicht“, singt sie darin von Zeiten, in denen sie sich hinter ihrem eigenen Schatten versteckte. Doch damit ist nun Schluss: „Komm wie du bist und bring alles an dir mit / Komm wie du bist, hier ist Platz für dich / Auch wenn’s neu ist und du das noch nicht kennst (Komm wie du bist) / Auch wenn’s laut ist und du am liebsten wegrennst (Komm wie du bist)“

Im Podcast erzählt Wilhelmine, warum ihr gerade dieser Song so am Herzen liegt. „Ich glaube, wenn man als Künstlerin nicht über die Dinge redet, die einen wirklich belasten oder bewegen oder beschäftigen oder berühren, dann schwimmt man auf der Oberfläche und macht sich unbewusst kleiner“, sagt Wilhelmine an anderer Stelle.  Die EP bildet ein breites emotionales und thematisches Spektrum ab: „Die Lieder sind die Summe des ersten Kapitels, das ich von mir zeigen möchte – was ich für eine Person bin, wie ich mich mit den Dingen auseinandersetzen möchte.“

Wenn Wilhelmine nicht im Studio an neuen Songs arbeitet, steigt sie am liebsten auf ihre Schwalbe und braust durch Berlin. Oder Sie fährt mit dem Camper, um Land und Leute kennenzulernen. Ihr Traum? Einmal mehrere Monate durch Skandinavien reisen. Bis dahin hilft sie mit ihren Songs dabei, einfach mal den Sommer an die Ohren und den Sinn in unsere Herzen zu bringen.

Die Debüt-EP „Komm wie du bist“ erscheint als Ltd. Digisleeve CD + Ltd. weiße 10“ Vinyl, beide samt Posterbooklet mit allen Songtexten und Download-Code.

Erste Tour-TWilhelme geht auch auf Tour, los geht es am 24. August in Berlin. Alle weiteren Termine stehen auf der Website

Website von Wilhelmine: https://wilhelminesmusik.de