Wo der Kaiser regiert – Wintervergnügen mit Haltung, Humor und Hochgenuss

Ein Reisebericht aus der Ferienregion Wilder Kaiser.

Es gibt Ferienregionen, die schreien einem schon beim Ankommen entgegen: höher, steiler, extremer. Und dann gibt es die Ferienregion Wilder Kaiser mit der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental. Die steht einfach da. Selbstbewusst. Gelassen. Mit einem Blick, der sagt: Ich muss niemandem etwas beweisen.

Mit bis zu 1.869 Metern Seehöhe kratzt die Ferienregion Wilder Kaiser zwar nicht an den ganz großen alpinen Zahlenfetischen, aber das ist ungefähr so relevant wie die Höchstgeschwindigkeit eines Traktors auf der Autobahn. Entscheidend ist, was man mit dem Gelände macht – und hier wird sehr viel richtig gemacht. Dank moderner Beschneiung und obsessiv genauer Pistenpräparation liefern die Schneeexperten des Gebiets selbst in schneearmen Wintern Bedingungen, die so ordentlich sind, dass man fast vom Boden essen könnte. Was man aber natürlich nicht tut, weil man gerade Ski fährt.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Ferienregion Wilder Kaiser mit seiner SkiWelt ist das erste große Skigebiet Tirols direkt hinter der deutschen Grenze. Von München aus sind es gerade einmal 110 Kilometer. Das bedeutet weniger Zeit im Auto, mehr Zeit auf der Piste – und deutlich weniger Gelegenheit, sich über Staus aufzuregen.

Wilder Kaiser, Zahmer Kaiser – eine kaiserliche Verwirrung, einfach erklärt

Der Name sorgt regelmäßig für Stirnrunzeln. Wilder Kaiser? Zahmer Kaiser? Kaisergebirge? Klingt nach einer sehr komplizierten Monarchie. Tatsächlich ist es ganz einfach: Der Wilde Kaiser ist der markante, schroffe Gebirgszug, der der Region ihren Namen gibt. Gemeinsam mit dem Zahmen Kaiser im Norden und dem Niederkaiser im Osten bildet er das Kaisergebirge.

Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz – und zwar konsequent. Liftanlagen? Fehlanzeige. Eine einzige Ausnahme gibt es: den Kaiserlift in Kufstein, der ins wunderschöne Kaisertal führt. Mehr nicht. Und das ist gut so. Denn während der Wilde Kaiser unberührt, majestätisch und ein bisschen einschüchternd bleibt, spielt sich das eigentliche Skivergnügen gegenüber, auf den sanften Grashügeln der Kitzbüheler Alpen ab. Ergebnis: perfekte Pisten – mit ständigem Blick auf wilde, unangetastete Natur. Ein seltenes, fast schon luxuriöses Zusammenspiel.

Pisten, die niemanden überfordern – und alle zufriedenstellen

Die Ferienregion Wilder Kaiser ist kein Gebiet für Profilneurotiker, die schwarze Pisten nur deshalb fahren, weil sie schwarz sind. Sie ist ein Skigebiet für Menschen. Für Familien. Für Genussfahrer. Für Anfänger. Für Fortgeschrittene, die lieber elegant als verbissen unterwegs sind.

Mit 275 Pistenkilometern, überwiegend blau und rot, ist das Gelände angenehm weitläufig, aber nie einschüchternd. Vier Orte – Ellmau, Going, Scheffau und Söll – sind über moderne Lifte perfekt verbunden. Insgesamt sorgen 80 hochmoderne Liftanlagen dafür, dass Wartezeiten eher ein Gerücht als Realität sind.

Und dann wären da noch die 80 Hütten. Von groß bis herrlich gemütlich. Von Sonnenterrasse bis Holzstube. Kulinarisch überraschend ambitioniert, aber nie abgehoben. Man isst gut, trinkt besser und fragt sich kurz, warum man eigentlich jemals woanders Ski gefahren ist.

Eisstockschießen bei Flutlicht

Gewachsene Dörfer statt Retortenromantik

Was die Region besonders macht, ist nicht nur das Skigebiet, sondern das Drumherum. Die Orte sind keine gesichtslosen Zweckbauten, sondern gewachsene Dörfer mit traditioneller Architektur, kleinen Höfen, familiengeführten Pensionen und Hotels. Große Hotelketten? Sucht man hier vergebens.

Das Verhältnis von 13.000 Gästebetten zu 10.000 Einwohnern spricht Bände. Tourismus ja – Massentourismus nein. Die Gastgeber sind Eigentümer, keine Manager. Der Service ist herzlich, nicht einstudiert. Und das Essen? Tirol eben. Ehrlich, deftig, überraschend fein.

Ein schönes Beispiel für den Charme der Region ist die Berg-Erlebnis-Welt Hexenwasser in Söll. Ein kostenloses Angebot, bei dem unter anderem Kinoabende, Kinderprogramme und kleine Events stattfinden. Offen ist es – herrlich unprätentiös – nur dann, wenn die Wäsche draußen hängt. Wer es genauer wissen will, schaut einfach ins Programm auf der Website. Ordnung muss sein.

JÄNNERplus – Winterurlaub mit eingebautem Mehrwert

Falls jemand glaubt, 275 Pistenkilometer seien nicht genug, hat die Region noch ein Ass im Ärmel: JÄNNERplus. Dieses Programm startet jedes Jahr im Januar und bietet Gästen ein erstaunlich umfangreiches Zusatzangebot – kostenlos.

Mit der Wilder Kaiser GästeCard, die jeder Übernachtungsgast erhält, kann man an Aktivitäten teilnehmen, für die man anderswo tief in die Tasche greifen würde: Schneeschuhwanderung, Nachtrodeln, Lama trekking (ja, wirklich), Pistenbullyführung, Schnapstour mit Brennereibesichtigung, Skiguiding Anmeldung online, hingehen, genießen. Kein Haken. Kein Kleingedrucktes. Einfach so.

Kleine Schnapslehre – zu Besuch beim Wagnerhof

Ein besonderer Programmpunkt von JÄNNERplus ist die Schnapsbrenner-Tour, etwa am traditionsreichen Wagnerhof. Und plötzlich versteht man, warum ein guter Obstbrand nichts mit dem zu tun hat, was im Supermarktregal steht.

Ein echter Brand entsteht aus Frucht, Zeit und Geduld. Für einen Liter Apfelbrand braucht man rund 15 Kilogramm Obst, für Himbeere sogar bis zu 40 Kilogramm – was den Preis erklärt. Gebrannt wird ausschließlich mit vergorenen Früchten, nicht mit Industriealkohol und Aroma. Letzteres ist leider der Standard im Massenmarkt.

In Tirol besitzt übrigens jeder Bauernhof ein Brennrecht, ein Relikt aus der Zeit Maria Theresias. Rund 4.000 Brennereien gibt es im Bundesland – bei 800.000 Einwohnern. Das sagt alles.

Am Wagnerhof werden jährlich etwa 20.000 Kilo Obst verarbeitet. Verkostet wird bei Zimmertemperatur, im richtigen Glas, in kleinen Schlucken. Der Brand hat Vorlauf, Mittellauf (das eigentliche Produkt, etwa 75 %) und Nachlauf. Was verwendet wird, entscheidet – ganz analog – der Gaumen.

Besonders spannend: der Zirbengeist. Die Zapfen werden nur Anfang Juli, etwa 14 Tage lang, von Hand gepflückt. Hoch oben am Baum. Danach geschnitten, angesetzt, gebrannt. Ein Produkt mit Charakter. Wie sein Brennmeister Hermann Bichler.

Anreise – unkompliziert bis vor die Haustür

Mit der Bahn geht es bequem per ICE nach München, weiter mit der Regionalbahn nach Kufstein, von dort etwa 20 Minuten mit dem Taxi ins Brixental. Mit dem Auto ist man von München aus in gut anderthalb Stunden da.

Auch Camper sind willkommen: vom Kaiser Camp in Scheffau über den Franzlhof in Söll bis zum Bruggerhof in Reith bei Kitzbühel, direkt am Schwarzsee.
Fun Fact: Der Schwarzsee ist ein Naturmoorsee mit einem öffentlichen Strandbad in einem Naturschutzgebiet und dank seiner Beschaffenheit heizt er sich schon im Frühling so schnell auf, dass ein frühes „Anbaden“ bei angenehmen Temperaturen problemlos möglich ist.

Fun Facts & besondere Orte

Majestätisch erhebt sich der Wilde Kaiser über der Ferienregion – unberührt, ursprünglich und bewusst unerschlossen. Weder Lifte noch Pisten führen in das markante Massiv. Nur Tourengeher im Winter und Wanderer im Sommer dürfen sich dem Naturdenkmal nähern.

Glamour trifft alpine Tradition im 5-Sterne-Hotel Stanglwirt: Ein Refugium für internationale High Society und Prominenz, eingebettet in die Kulisse des Brixentals.

Kultstatus genießt die Rübezahl Alm am Wilden Kaiser. Die niedrige Eingangstür von gerade einmal 1,50 Metern macht den Besuch zur sportlichen Übung – einst Treffpunkt der Limbotänzer, heute legendärer Promi-Hotspot.

Kulinarisch wärmt der „Heiße Opa“: eine süße Winterspezialität aus Pistazienlikör, verfeinert mit Sahne – überraschend, cremig, kultig.

Für nächtliche Action sorgt das Nachtrodeln am Astberg. Von Mittwoch bis Samstag geht es auf einer 4,5 Kilometer langen, mittelschweren Strecke talwärts – beleuchtet bis Mitternacht.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten: Die Simonalm begeistert mit kostenlosen Kräuterschulungen und liebevoll gestalteten Angeboten für Kinder.

Fazit: Ein Kaiser, der nichts beweisen muss

Die Ferienregion mit der SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental ist kein Skigebiet für Extreme. Sie ist eines für Menschen mit Geschmack. Für Familien. Für Genießer. Für alle, die lieber gut als spektakulär Ski fahren, lieber herzlich als hip wohnen und lieber Qualität als Quantität schätzen.

Mit dem JÄNNERplus-Angebot bekommt ihr drei Wochen lang im Januar zahlreiche exklusive Aktivitäten auf und abseits der Piste kostenlos. Von Schlittenfahrten, Nachtrodeln, Eisstockschiessen und vielen Genuss-Highlights ist ganrantiert für jeden etwas dabei. Mitmachen ist ganz einfach: Auf der Website die JÄNNERplus Angebote durchgehen, Buchen und jeden Tag etwas neues Erleben. Alles ohne zusätzliche Kosten und doppelten Boden mit der  Wilder Kaiser GästeCard.

Wer gerne die Hände frei hat und stressfrei Anreisen möchte, wählt die Bahn und das Winterrail Angebot für Österreich. Und wenn ihr rechtzeitig bucht, sind günstige Spartarife drin und so ist das erste Schnitzel quasi schon bezahlt. 

Klingt alles zu schön um Wahr zu sein, oder? Ok, wer das Haar in der Suppe suchen will, wird vielleicht anmerken, dass am Wilden Kaiser Kartenzahlung häufig nicht möglich ist, was aber auch einen Vorteil sein kann. So gibt es nach euer Reise bei der Abrechnung keine bösen Überraschungen und Geldautomaten sind natürlich überall vor Ort zu finden.   

Der Wilde Kaiser bleibt wild. Die SkiWelt bleibt zugänglich. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Fotos: Björn Ahrndt, Henning Pommée, Chris Thomas Christoph Reiter

Urlaub auf Korsika mit dem Camper

Es beginnt, wie solche Ideen immer beginnen: mit dem unschuldigen Vorschlag, „einfach eine entspannte Campingrunde auf Korsika“ zu machen. Ein Satz, der so harmlos klingt wie eine Katze im Mittagsschlaf – bis sie plötzlich beschließt, dein Wohnzimmer in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Denn kaum setzt man sich an die Reiseplanung, merkt man, dass „einfach“ sich heimlich verabschiedet hat. Zurück bleiben Fährpläne, die sich anfühlen wie ein Rätselspiel, Campingplätze, die entweder paradiesisch oder vollständig ausgebucht sind, und eine Insel, deren Straßenführung offenbar von Menschen entworfen wurde, die viel zu viel Freude an Serpentinen hatten.

Man stöbert durch Karten, die suggerieren, dass alles nah beieinanderliegt – bis man die Realität erfährt: Auf Korsika ist die kürzeste Strecke immer diejenige, die man am langsamsten fährt. Und natürlich taucht die große Frage auf: im oder gegen den Uhrzeigersinn? Eine Entscheidung, über die in Foren mit der Inbrunst eines philosophischen Grundsatzstreits diskutiert wird.

Doch genau darin steckt der Charme. Reiseplanung ist hier kein administrativer Akt, sondern ein Abenteuer – gewürzt mit mediterraner Gelassenheit und einer Prise Chaos. Am Ende wird man reich belohnt: mit Stränden, die aussehen wie digitale Postkarten, Felslandschaften, die jedem Fantasyfilm Ehre machen würden, und Campingplätzen, die einen so entschleunigen, dass man beinahe vergisst, wie viel Mühe die Planung war.

Also hinein in eine Route, die die Tücken umarmt, statt sie zu fürchten – und zeigt, warum Korsika zu Recht als eine der schönsten Campingdestinationen des Mittelmeers gilt.

Anreise mit der Fähre
Start mit der Reederei Moby. Frühzeitig am Hafen sein, da Check-in und Verladung je nach Saison etwas Zeit brauchen. Die Überfahrt lädt ein, direkt in den Urlaubsmodus umzuschalten.

Die schönsten Campingplätze auf Korsika

Camping San Damiano
Nur wenige Minuten von Bastia entfernt, direkt am langen Sandstrand. Idealer erster Stopp nach der Fähre. Gute Infrastruktur, viel Schatten.

Camping Kalliste
Weiterfahrt nach Saint-Florent — hübsches Hafenstädtchen mit mediterraner Atmosphäre. Vom Campingplatz aus ist die Altstadt gut erreichbar. Bootsfahrten zur Saleccia-Bucht lohnen sich.

Camping de L’Ostriconi
Naturbelassen, ruhig und direkt an einer der wildesten Buchten Korsikas. Perfekt für Strandtage in unberührter Umgebung.

Camping Paduella
Fußläufig zu Calvi. Angenehmer Platz zwischen Kiefern, gute Sanitäranlagen. Idealer Ausgangspunkt für die Zitadelle, Restaurants und den langen Sandstrand.

Camping Les Oliviers
Mit Pool, Olivenbäumen und Bergen direkt im Blick. Sehr gut geeignet für Besuche der Calanche oder Bootsfahrten nach Scandola.

Camping Chez Antoine
Ländlich, ruhig, authentisch. Hervorragend für alle, die Abwechslung zum Küstenbetrieb suchen und das korsische Hinterland erleben möchten.

Bonifacio
Spektakulär auf weißen Kalkfelsen über dem Meer. Rundweg durch die Oberstadt und Bootstour entlang der Steilküste sind Pflicht.

Camping U Farniente
Moderner Campingplatz mit Pool und viel Schatten. Gute Basis, um Bonifacio ohne Stress zu besuchen.

Stellplatz Pini
Einfach, strandnah, funktional – perfekt für eine kurze Übernachtung.

Plage de Palombaggia
Berühmter Strand mit türkisfarbenem Wasser und malerischen Kiefern. Frühe Ankunft ratsam.

Camping Arinella Bianca
Großer Platz mit sehr guter Ausstattung, Poollandschaft und viel Komfort. Ideal für ein paar entspannte Tage zwischendurch.

Camping Tuani
Im Hochgebirge des Niolo-Tals gelegen. Kühler, bergiger, perfekt für Wanderungen und einen eindrucksvollen Abschluss der Reise.

Praktische Tipps für die Reise

Beste Reisezeit

Mai–Juni: Mild, weniger voll, perfekt zum Wandern.

Juli–August: Hochsaison; Plätze frühzeitig reservieren.

September: Warmes Wasser, angenehme Temperaturen, moderate Besucherzahlen.

Fahrtrichtung

Die Rundtour gegen den Uhrzeigersinn bietet entspannte Aussichtslagen entlang der Westküste und reduziert Gegenverkehr auf schmalen Strecken.

Straßen & Fahrzeiten

Korsika ist bergig. Rechnet mit langsameren Durchschnittsgeschwindigkeiten und mehr Pausen. Besonders rund um Porto sind die Straßen kurvig, aber landschaftlich großartig.

Reservierungen

In der Hauptsaison sind Reservierungen unverzichtbar, vor allem in Calvi, Bonifacio und Ghisonaccia.

Einkaufen

Große Supermärkte in Bastia, Ile Rousse, Corte und Porto-Vecchio. Frische Produkte auf Wochenmärkten unbedingt probieren.

Ausrüstung

Schattenplätze sind wertvoll; Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser ebenso. Badeschuhe sind an einigen Buchten hilfreich.

Wandern

Im Landesinneren existieren viele gut ausgeschilderte Wege. Im Sommer früh starten, im Gebirge immer auf Wetterumschwünge achten.

Und so endet diese kleine Odyssee über eine Insel, die gleichzeitig genial, wunderschön und gelegentlich vollkommen unvernünftig ist. Man kehrt zurück mit Sand in allen erdenklichen Taschen, einem leichten Sonnenbrand und der Erkenntnis, dass Planung auf Korsika eher eine höfliche Empfehlung ist als ein tatsächliches Konzept. Aber genau das macht den Reiz aus. Denn wenn man abfährt, denkt man nicht an die hitzigen Diskussionen über Routen oder die zehnte Serpentine. Man denkt an türkisfarbenes Wasser, Nächte unter Pinien und das leise Gefühl, dass man gerade an einem der besten Orte Europas war. Und vielleicht ist das der eigentliche Triumph: dass man trotz all der kleinen Tücken sofort wieder hin möchte – was vermutlich das sicherste Zeichen ist, dass die Reise ein voller Erfolg war.

Text: Henning Pommée 
Recherche & Fotos: Nadine Wenzlick

Festival-Gadgets: Camping mit Soundtrack

In der Festival-Saison 2025 hat sich wieder gezeigt: Mit den richtigen Gadgets wird jedes Festival selbst bei widrigen Bedingungen eich echtes Fest. Wir stellen hier die passende Ausrüstung vor, mit dem man das Wochenende auf dem Campground perfekt verbringt.

Was für eine Tour: In diesem Jahr war ich auf mehreren Festivals und habe dort nicht nur unzählige Bands gesehen, sondern auch viel Zeit auf dem jeweiligen Campingplatz verbracht. Hier ist ein Bericht meiner Festival-Tour: Vom Zuschauer zum Mitmacher. Aber es sind eben nicht nur die coolen Acts, die mich auf dem Hurricane, dem Roskilde-Festival und dem Deichbrand begeistert haben. Auch die passende Ausrüstung hat mir viel Freude bereitet. Da ist zuerst einmal der Ford Nugget in der Titanium-Ausstattung, der mir für die Tour zur Verfügung gestellt wurde. Darüber berichte ich an anderer Stelle. Hier stelle ich vielmehr coole und praktische Mitnahme-Objekte vor. Die Bandbreite reicht von der richtigen Hygiene über fetten Sound bis zur kulinarischen Versorgung.

Teufel Rockster Neo

Ein Festival ohne Musik ist wie ein italienischer Abend ohne Pasta und Pizza. Und der gute Sound muss auf dem Campground nicht aufhören. Die Firma Teufel hat mit der Rockstar Neo einen ganz schönen Kawenzmann neu im Sortiment. Der Lautsprecher erinnert optisch sehr stark an das Modell eines dänischen Konkurrenten, in Details gibt es aber deutliche Unterschiede. Erst einmal zu den Eckdaten: Die Neo wiegt mit Akku mehr rund 17 Kilogramm und sie ist etwa 65 cm hoch. Da heißt, sie nimmt im Camper eine Menge Platz ein. Die Mitnahme lohnt sich dennoch: Der Akku hält bei mittlerer Lautstärke 36 Stunden durch. Bei voller Pulle erreicht die Box 130,5 dB, die Laufzeit reduziert sich dadurch natürlich. Zwei XLR-Kombi-Anschlüsse sind für Zuspieler und Mikros, ein USB-C-Anschluss lädt das Smartphone auf. Per App lässt sich der Sound einstellen und per Party Link können insgesamt bis zu 100 Rockster-Lautsprecher miteinander verbinden werden. Auf den Festivals, die ich besucht haben, reichte der Sound der Box locker dafür aus, auch die Nachbarn mit meiner Musik zu beglücken. Wir haben unseren Platz zur Partyzone erklärt. Übrigens kann die Neo auch leise Töne – und der Klang ist sowohl Outdoor als auch Indoor ausgezeichnet.

UVP: 900 Euro
Link zum Hersteller: https://teufel.de/rockster-neo-107001828

Pavillon Dometic Hub 2 Redux

Wenn man etwas auf Festivals lernt, dann das, dass man ein Pavillon mitnehmen sollte. Bei Sonne spendet der Schatten, bei Regen hält er trocken. Aber vor allem ist es auch sehr gemütlich, mit seiner Festival-Crew unterm Pavillon zu sitzen – man baut sich irgendwie ein bisschen sein Wohnzimmer. Ich habe auf die Festivals den Hub 2 Redux von Dometic dabeigehabt. Der Pavillon wird nicht mit Stangen in Form gebraucht, sondern mit Luft. Man muss sich das vorstellen, als würde man einen Kite-Shirm aufpumpen. Die Luft wird dann auf Spannung in die vier Beine und das Dachkreuz gepumpt. Das ist gar nicht so anstrengend, wie es klingt. Zumal sich der Pavillon fast wie von selbst aufrichtet und schon nach kurzer Zeit sehr stabil steht. Mit den vier Spannbändern wird er in Position gehalten und bleibt selbst bei Böen gut stehen. Es ist eine Bodenplane eingehängt, die ich erst seltsam fand. Aber das sorgte selbst bei Regen für trockene Füße, ich schleppte den Matsch des Ackers nicht in den Wagen. Mir gefällt die eckige Form sehr, noch mehr mag ich das geringe Packmaß. Das Hub 2 passt nach dem Abbau und Entleeren in eine Tasche in der Größe eines Dufflebags. Nicht zu gut gefällt mir der hohe Preis. Aber es ist eben auch kein Einweg-Pavillon, wie man sie zu tauseidenen auf den Festivals sieht. Es ist ein Begleiter für restliche (Festival-)Leben.

Mehr dazu in der Podcast-Folge „Sechs Sterne in Dänemark“:

UVP: 690 Euro
Link zum Hersteller: https://www.dometic.com/de-de/outdoor/campen-mit-dem-auto/campingzelte/pavillons/16-1604-160410-160410002-326909?v=9120001968

Gummistiefel Vierzonord von Le Chameau

Es ist eigentlich immer wieder das gleiche Szenario: Dann, wenn es eigentlich bestes Wetter geben sollte, auf einem Festival zum Beispiel, kann man großer Sicherheit davon ausgehen, dass es zwischendurch auch mal regnen wird. Das ist an sich nicht schlimm und bringt auch mal eine Erfrischung mit. Aber die meisten Festivals finden auf Äckern der Republik statt. Und dann wird bei Regen der Boden weich und die Füße nass und kalt. Wie soll man da bitte schön mehrere Stunden Freude bei den Konzerten haben? Eben, geht nicht. Es sei denn, man hat das richtige Schuhwerk an den Füßen. Ich habe die Gummistiefel von Le Chameau getragen. Die Stiefel werden nach von Hand in Frankreich gefertigt – und das schon seit Generationen nach alten Vorlagen. Das Innenfutter ist aus Neopren, wodurch wirklich keine Feuchtigkeit an die Füße kommt, aber auch langes Tragen kaum beeinträchtigt. An einem Festivaltag habe ich die Stiefel mehrere Stunden getragen. Das Resultat: keine Schrumpelfüße, kein Geruch. Ich bin begeistert von der Qualität, der hohe Preis passt, wenn man Verarbeitung und Material berücksichtigt. Die Stiefel halten bei guter Pflege bis zum letzten Festival – und wahrscheinlich noch darüber hinaus.

UVP: 290
Link zum Hersteller: https://www.lechameau.com/de-de/products/mens-vierzonord-neoprene-lined-wellington-boot-black

Hüte von PAC

Mein Haare werden schütter. Doof, aber ist nun einmal so. Vor ein paar Jahren hatte ich mir einen kleinen Sonnenstich zugezogen, als ich meine Mütze vergessen hatte. Das passiert mir nie wieder. Im Gegenteil, ich habe immer eine Auswahl dabei. Wollmützen sind bei Hitze aber nicht immer die richtigen Kopfbedeckungen. Für die Tour hat mir die Firma P.A.C. ein paar Hüte geschickt, zum Beispiel einen Bucket-Hat oder einen Boonie-Hat. Mein Lieblingshut ist der Ecuador Panama Hat, ein Strohhut mit breiter Krempe. Die Auswahl an Hüten ist groß, viele davon gibt es unterschiedlichen Farb-Designs. Ich habe mich, wie sollte es anders sein, vor allem mit Modellen in schwarz behütet. Vor allem, weil sie UV-Strahlung abhalten und so noch mehr vor der Sonne schützen, als einfach nur ein Stück Stoff. Die Preise der Hüte sind relativ niedrig. Oder anders gesagt: Sie sind auf deinem Level mit den Hüten anderer Hersteller.

Link zum Hersteller: https://www.pac-original.de

Trinkflasche Platypus Soft Bottle

Um auf dem Festival-Gelände nicht zu viel Geld für Getränke auszugeben, nimmt man einfach seine eigenen mit. Allerdings ist das nur bedingt erlaubt, normale Flaschen sind häufig tabu. Dafür darf man eine durchsichtige Faltflasche auch mit Füllung mitbringen. Wir hatten die Platypus Softbottle im Test. Es passt ein Liter Flüssigkeit rein, die leere Flasche kann man zusammenfalten und in die Hosentasche stecken. Der weite Deckel ermöglicht es, dass man sie an entsprechenden Stationen mit Trinkwasser füllen kann. Und außerdem kann man sehr gut daraus trinken, da sie wie ein ganze normale PET-Flaschenöffnung konzipiert ist. Der Preis ist happig für das bisschen Plastik, es gibt ganz sicher auch günstigere Modelle anderer Hersteller. Aber die Qualität ist gut.

UVP: ca. 16 Euro
Link zum Hersteller: https://cascadedesigns.com/de-eu/products/softbottle?srsltid=AfmBOopGqnQ-6ZDOvdZdG_4_542smSeRRkrMxbtC9ssCfLGo2Gsv22an

YETI Rampler 3,8 Liter

Da wir schon einmal beim Thema Wasser sind: Auf einem Festival sollte man viel trinken – und damit meinen wir eben vor allem Wasser. Aber wer will schon unzählige PET-Flaschen mitschleppen? Hier bietet es sich an,eine große Kanne mitzunehmen, in die man an Trinkwasserstationen auffüllen kann. Der Rumbler von Yeti hat ein Fassungsvermögen von fast vier Litern. Die Isolierkanne aus Edelstahl mit Doppelwand hält das Wasser mehrere Tage kühl. Mit zwei Kilo Leergewicht ist sie aber recht schwer, gefüllt sind es dann immerhin sechs Kilo. Das macht es auch nicht einfacher, wenn man es ausgießen will. Die große Öffnung ist dagegen superpraktisch. Da passen sogar Eiswürfel rein, was das Wasser noch weiter kühlt. Unser Tipp: Füll einfach die ganze Kanne mit Eiswürfeln. Die halten ein oder zwei Tage gut in Form. Das Schmelzwasser kann man dann trinken oder zum Kochen benutzen. Heiße Flüssigkeiten bleiben in der Kanne natürlich auch lange warm, aber das ist auf einem Festival eher unpraktisch.

UVP: 150 Euro
Link zum Hersteller: https://de.yeti.com/collections/getrankebehalter/products/rambler-1-kanne-stainless-steel

Voited Outdoor Fleece-Decke

Wenn ich auf ein Festival gehe, will ich den perfekten Komfort – und dabei gerne stylisch und nachhaltig unterwegs sein. Die Outdoor-Decke von Votied ist für mich der ideale Begleiter: ultraleicht, aber unglaublich kuschelig. Das Fleece fühlt sich an wie ein warmer Lieblingspulli, gleichzeitig hält die Decke zuverlässig Wind, Feuchtigkeit und kühle Nächte fern. Mit wenigen Handgriffen wird die Decke zum gemütlichen Kissen – perfekt für den Van. Durch das umweltbewusste Recycling-Material weiß ich zudem, dass ich meinen Outdoor-Lifestyle mit gutem Gewissen genießen kann. Ob am Grill oder zwischen Abends vorm Camper, die Decke ist für mich nicht einfach nur ein Stück Stoff, sondern Teil meines Festival-Erlebnisses.

UVP: 130 Euro
Link zum Hersteller: https://voited.de/products/fleece-outdoor-blanket-jasper

Trenntoilette Trelino Origin XS

Ein eigenes Klo ist Gold wert auf dem Festival. Dixis sind häufig nicht sehr sauber, vor den Klo-Wagen sind wiederum lange Schlangen. Also habe ich eine Trenntoilette mitgenommen, die mir auf den Festivals sehr gute Dienste geleistet hat. Aber anstatt hier lange darüber zu schreiben, habe ich im Podcast darüber gesprochen. Hier ist die Folge:

UVP: 419 Euro
Link zum Hersteller: https://www.trelino.com/de/collections/origin/products/trelino®-origin-s-composting-toilet