Songs für den Roadtrip #2

Kennt ihr noch das Gefühl von damals, als man einen Song für sich entdeckt hat und ihn unbedingt geheimhalten wollte, weil er so toll war. Mehr noch, das Musikstück oder das Album eines Künstlers wurde Teil unserer Persönlichkeit. Es hat etwas mit uns gemacht, wir fühlten uns cool (und waren eigentlich Halbstark), waren verliebt (und haben uns nicht getraut sie anzusprechen) oder sehr traurig (und fingen an, die Texte zzu hören und und nicht allein zu fühlen). Musik war wie ein Freund und man wollte nicht, das man ihn wieder verliert.

Verloren hat man ihn spätestens dann, wenn der geliebte Song in Chart startete und jeder Kommerz und Erfolg des Künstlers fühlte sich plötzlich an wie Betrug und Verrat. Musiksozialisation nennet man das glaube ich, was Musik mit und aus einem macht. Oder wie K.-E. Behne es beschreibt: „Erfahrung gilt als wichtigstes Merkmal für musikbezogenes Verhalten und Handeln. Erfahrungen, die der Einzelne im Laufe seines Lebens mit Musik macht, verfestigen sich zu Erlebnismustern. Antrieb für diesen Prozess sind „neuartige Erfahrungen sowie Dissonanzen in den verfügbaren Wissens- und Erfahrungsbeständen“.

Irgendwie bin ich aus dem Prozess wohl noch nicht raus. Ich sozialisiere mich also noch. Nur eines hat sich im Vergleich zur damals geändert. Heute freue mich, wenn ich Freunden meine neuen Perlen vorspielen kann oder neue Bands von Nadine und Gerd vorgestellt bekomme.

Und weil meine Musikalische Reise noch nicht beendet ist, sind die drei Songs auf meiner Playlist vielleicht auch nur eine Momentaufnahme. Aber das ist doch eigentlich egal. Denn was für mich zählt ist das hier und jetzt. Also hört rein und vielleicht gefallen euch meine Picks ja. auch

Mac Miller „Whats the use“ – Der zweite Song!

Website: www.macmillerswebsite.com

Anderson ParkCome Down“

Website: www.andersonpaak.com

Danit „Quatro Vientos“

Website: www.danitmusic.com

All diese Songs – und noch viele weitere – kommen auf unsere Spotify-Playlist „Campermen Radio„.

Campen am jadefarbenen Strom

Der Campingplatz Grubhof liegt an der Saalach im Salzburger Land in Österreich. Inmitten von Wiesen erwartet euch eine atemberaubende Aussicht auf die Alpen, eine bezaubernde Flusslandschaft und tadellose Einrichtungen zeichnen diesen Campingplatz aus. Es gibt große, gut abgegrenzte Stellplätze in Bereichen, die auf verschiedene Besuchertypen zugeschnitten sind, und das freundliche, hilfsbereite Personal hilft euch mit Rat und Tat.

In der auch für Wintersportarten beliebten Gegend gibt es jede Menge zu Entdecken und zu tun. Nach einem Tag Skifahren oder Erkundungstouren könnt ihr zudem luxuriöse Spa-Einrichtungen oder das Gym zum Entspannen nutzen (wir Corona-bedingt leider nicht ;( 

Im Preis enthalten ist eine Karte, die euch unbegrenzten Zugang zu den örtlichen Freibädern sowie täglich eine Fahrt mit der Seilbahn in Lofer ermöglicht.

Ermäßigungen für lokale Attraktionen wie Wildwasser-Rafting und Canyoning werden von der Anlage angeboten, während Kulturinteressierte die mittelalterlichen und barocken Bauten des Salzbergs nicht verpassen sollten. Auch die Schluchten des Saalachtals mit der Vorderkaserklamm (beeindruckend) und Seisenbergklamm (mit kleinen Badeseen und Picknick-Plätzen) und die beeindruckende Lamprechthöhle sind einen Ausflug wert.

In der Hochsaison könnt ihr mit der kostenlosen Sommer-Salzburger Saalachtal-Card eine Seilbahnfahrt zur Erkundung der Loferer Almenwelt genießen und auf über 1.000 Metern eine Brettljause essen und viele lokale Attraktionen vergünstigt nutzen.

In der Umgebung
Seilbahn Almenwelt Lofer (Skigebiet), Saalachtalschlucht, Lamprechtshöhle und Salzburg, Berchtesgaden, Freibad/Hallenbad, Tennis, Golf/Minigolf, Fahrradverleih, Wandern, Bergsteigen, Reiten, Radwege, Rafting oder einfach auf der Luftmatratze die Saalach herunter treiben.

Besondere Angebote 
Kostenlose Seilbahnfahrt zwischen (01/07-31/08).
Preise für Langzeitaufenthalte buchen 7 Nächte oder mehr.

Zusätzliche Informationen
Mindestaufenthalt 7 Nächte (01/07-31/08).
Mobile über 9 m auf Anfrage die ganze Saison über.
Der Strom ist nicht im Preis inbegriffen und wird mit einem Zähler zu 0,70 € abgerechnet.
Späteste Ankunft 20.00 oder 22.00 Uhr während der ganzen Saison, falls im Voraus vereinbart.
Früheste Abfahrtszeit 07.00 Uhr während der ganzen Saison, falls im Voraus vereinbart.
Touristen- und Ökosteuer müssen bei der Ankunft vor Ort entrichtet werden.
Von 4,00 € – 5,00 € pro Hund pro Nacht direkt vor Ort zu zahlen, maximal 2 Hunde. Unbedingt einen Stellplatz im Haustierbereich reservieren. Der Clou: Es gibt sogar einen Extra Hunde-Dusch-Raum.

Fotos: Henning Pommée

Infos zu Preisen und Verfügbarkeiten gibt es auf der Website vom Camping Grubhof: www.grubhof.de

Reisen in der Campions-League

Unsere Reise beginnt im beschaulichen Bad Waldsee bei Ravensburg in Baden-Württemberg. Vorbei am Erwin Hymer Museum, das im Kontrast zu den Spitzdächern mit seiner großen Glasfläche aussieht wie ein übergrosser Glascontainer voll mit Hymer-Raritäten aus 60 Jahren Firmengeschichte, geht es auf der einspurigen Dorfstrasse durch einen Schilderwald mit Hymer-Logos zum Showroom. Auf den Schildern heißt es Montage, Warenannahme und Montage 2 – eindeutige Beweise dafür, dass sich hier alles um die Fertigung von Reisemobilen und Caravans aus dem Hause Hymer dreht. Am Tor werden wir freundlich empfangen, es öffnet sich lautlos und in großen Garagen vor uns stehen zwei riesige Wohnmobile, die wie bei der Formel 1 noch in ihren Boxen für die Abfahrt vorbereitet werden. Das Mobil in der rechten Box ist für uns reserviert – die neue B-Klasse Masterline ML I 790. 

Die Masterline-Macher von Hymer sind stolz auf ihr neues Flaggschiff und bedienen sich in der Beschreibung ihres neuen Luxusmobils Vergleichen mit „Mount Everest, und „Eifelturm“ und reden von der „Definition eines neuen Genres für Integrierte Reisemobile“. Soviel Selbstbewusstsein ist man von den bescheidenen Schwaben überhaupt nicht gewohnt. Gut, das wir uns eine Woche Zeit freigeschaufelt haben, um auch das allerletzte Feature unter die Lupe nehmen zu können. 

Nach einer präzisen Einweisung in die Bedienung betrete ich das Cockpit des Hymer. Oder soll ich sagen die Brücke. Es hat schon etwas von einem komfortablen Raumschiff sich in die weichen Ledersitze fallen zu lassen, umgeben von fast rahmenloser Rundumverglasung. Die Rückfahr-Kamera auf dem extra großen Display weist mir den Weg aus der Box und schon geht die Reise los.

Cruisen wie in der Mercedes S-Klasse

Zugegeben, etwas Respekt hatte ich schon: 7,89 Meter Länge bei 2,35 Meter Außenbreite und einem Neupreis von über 100.000 Euro wollen behutsam bewegt werden. Am liebsten hätte ich mir zum Üben eine Autobahn gewünscht, aber bei Bad Waldsee geht es beschaulich zu und die Strassen schlängeln sich eng und fein über grüne Hügel und durch kleine Dörfer. 

Aber kein Problem, schnell habe ich das Schiff im Griff und die Masterline gleitet über die Strassen. Angetrieben wird die B-Klasse Masterline von einem Mercedes-Sprinter-Triebkopf mit 177-PS-Dieselmotor und in unserem Fall einer Neungangautomatik. Zahlreiche Asisstenzsysteme wie Seitenwindassistent, Abstandstempomat und Notbremsfunktion unterstützen Fahrerin oder Fahrer auf den Reisen. Die Motorisierung ist vollkommen ausreichend und schiebt uns problemlos auch steile Anhöhen hinauf. Der tiefe Schwerpunkt des von Hymer entwickelten und seit 2017 verbauten Super-Leichtbau-Chassis (SLC) machen Kurvenfahrten und Überholmanöver zu einen richtigen Vergnügen. 

Spaß macht auch das Design der Front mit den markanten Tag-Fahr-Lichtern und das GFK-Heck der Masterline, das trotz der Ausmaße schnittig und sehr hochwertig daher kommt. Die große Heckgarage fasst ohne weiteres vier Fahrräder inkl. Campingmöbel und wer gerne auch mal in den Skiurlaub fährt, wird die hier verbaute Fußbodenheizung schätzen. Sie schützt alle Leitungen vor Frost und sorgt zudem dafür, dass keine Kältebrücke unter dem darüberliegenden Bett entsteht   

Der Innenraum ist mit einem großen aufstellbaren Oberlicht ausgestattet und das einströmende Licht lässt überall edle Oberflächen und liebevolle Details glänzen. Der Wohnkomfort auf einer Innenraumbreite von 2,18 Metern ist wie in einem fünf Sterne Boutique-Hotel und lässt vergessen, das man sich in einem Wohnmobil befindet.

Hier alle Ausstattungsdetails aufzuführen würde den Rahmen sprengen, aber auf dieser Highlights möchte ich trotzdem kurz eingehen: Dometic Kühlschrank, der aus dem Innenraum und auch aus der Küche zu öffnen ist, Eisfach, Klimaanlage, versenkbarer Fernseher mit Satelliten-Anlage und ein höhenverstellbares Queensbett im hinteren Abteil. Unser Masterline Modell ML I 790 bietet zwei seitliche Kleiderschränke und ein raumhoher Apothekerschrank fasst problemlos Olivenöl- und Weinflaschen. Für die Kids oder den spontanen Besuch gibt es zusätzlich ein Hubbett über den Frontsitzen. 

Das Highlight für mich war aber das von Hymer erfundene Raumbad. Dabei trennt die Tür des WC den Schlafraum inklusive Dusche von Küche und Wohnraum ab, so das ein Schlafzimmer mit en Suite Bad ansteht.

Viel Mühe haben sich die Designer auch beim Beleuchtungskonzept gemacht. Indirekte und dimmbare Beleuchtung am Boden, auf Hüfthöhe und natürlich in der Decke erinnern an das New Yorker Guggenheim Museum und sorgen für angenehme Lichtstimmung. Bei der Sitzgruppe hält Hymer an der L-förmigen Sitzbank mit hochwertigen Polstern fest. Und da bei diesem Topmodell alles etwas größer ist, ist auch die Eingangstüre 65 Zentimeter breit und kann gegen Aufpreis sogar mit Zuziehhilfe und schlüsselfreiem Zugang per Chip ausgerüstet werden. Ich glaube Gerd würde das gefallen 😉

Fazit: Es fällt mir wirklich nicht überhaupt etwas zu finden, was mir an dem Neuen Reisemobil nicht gefällt. Ok, der Preis hat es in sich aber dafür erhält der dann sollte Besitzer auch ein überzeugendes Gesamtkonzept. Das einzige, was ich anmerken könnte ist, das es in dem Hymer so gemütlich und komfortabel ist, das man kaum noch draussen ist. Und darum geht es doch eigentlich beim Campen, oder?  

Fotos: Henning Pommée

Mehr Infos gibt es auf der Website von Hymer: www.hymer.de

#34: Nach Österreich mit allem Komfort

Henning hat so viel zu erzählen, dass er die Folge fast alleine mit Inhalt füllt. Gerd bleibt es nur, ab und zu mal eine Frage zu stellen oder einen Kommentar abzugeben. Oder einfach nur zu staunen, wenn Henning zum Beispiel seiner Fahrt im voll ausgestatteten Hymer B-Klasse MasterLine I erzählt. Er durfte das Wohnmobil testen und erzählt, was ihm daran gefällt – und was er ihm Alltag eher nicht vermisst. Mit dem Riesenmobil der Extraklasse ging es nach Österreich. Dort stand Henning auf dem idyllischen Campingplatz Grubhof in den Bergen direkt an einem kleinen Fluss. Musik gibt es auch, diesmal füllt Henning die Playlist „Campermen Radio“ mit Künstlern wie Mac Miller, Anderson Paak und Danit.

Links zur Sendung
Campernen – Podcast: https://www.campermen.de
Hymer: https://www.hymer.com
Camping Grubhof: https://www.grubhof.com/de/
Mac Miller: https://www.macmillerswebsite.com
Anderson Paak: http://www.andersonpaak.com
Danit: https://danit.bandcamp.com

Nach Österreich mit allem Komfort
Campermen #34
Nach Österreich mit allem KomfortCampermen #34

#33: Die Südsee ist nah

Es ist Sommer, Nadine macht Urlaub – und plötzlich ist alles anders: Die Jungs haben sich überlegt, dass sie in dieser Folge einfach mal Gerd erzählen lassen und Henning „nur“ Gast ist. Gedacht, getan. Gerd verrät, was die Südsee mit der Lüneburger Heide zu tun hat. Erst einmal natürlich nichts. Doch wenn man das Südsee-Camp betritt, fühlt man sich gleich wie in einem Urlaubsparadies. Der große Platz bietet unterschiedliche Plätze für jeden Geschmack, Entertainment, Sport und viele Restaurants. Dann hat Gerd noch eine neue Bluetooth-Box mitgebracht, die Emberton von Marschall. Und um auch ein bisschen Musik in die Sendung zu bringen, spielt Gerd kurz den DJ. Auf seiner derzeitigen Playlist sind vor allem Künstlerinnen vertreten. In der Folge stellt er Songs von Lianne La Havas, Alin Coen und Arlo Parks vor.

Links zur Sendung
Campernen – Podcast: https://www.campermen.de
Südsee-Camp: https://www.suedsee-camp.de
Marshall: https://www.marshallheadphones.com/de
Lianne La Havas: https://www.liannelahavas.com
Alin Coen: http://www.alincoen.com
Arlo Parks: https://www.arloparksofficial.com

Die Südsee ist nah
Campermen #33
Die Südsee ist nahCampermen #33

Südsee-Camp – mehr geht nicht

Die Südsee liegt in der Lüneburger Heide. Jedenfalls könnte man das denken, wenn man seinen Wagen langsam in die Einfahrt des wohl spektakulärsten Campingplatzes im Norden lenkt. Wer idylle und ein ruhiges Plätzchen sucht, ist im Südsee-Camp allerdings nicht unbedingt richtig. Wer aber auf Urlaub á la einmal alles bitte bevorzugt, wird den Platz lieben.

© Südsee-Camp

Fangen wir mal mit den Freizeitbeschäftigungen an. Ob Hochseilgarten, Poollandschaft, Minigolf, Ballsportarten, Reiten, … – ich glaube, an dieser Stelle höre ich einfach mit der Aufzählung auf. Ihr wollt etwas unternehmen? Mit großer Wahrscheinlichkeit ist es im Südsee-Camp möglich. Und falls nicht, ist es denkbar, dass es im nächsten Jahr angeboten wird, wenn ihr danach fragt. Es würde mich nicht wundern, wenn demnächst auch noch Fallschirmspringen auf dem Programm steht.

Die Lüneburger Heide ist eigentlich die Attraktion in der Gegend. Doch wahrscheinlich kommt man gar nicht dazu, sich das Naturparadies anzuschauen, da es auf dem Campingplatz viel zu entdecken gibt. Dazu kommen mehrere Restaurants, schließlich macht so eine Entdeckungsreise und das Auskosten der Attraktionen ordentlich Hunger.

Aber natürlich ist man vor allem hier, um mit seinem Zelt, Wohnwagen oder Camper zu übernachten. Auch hier gibt es die Qual der Wahl. Lust auf eine Parzelle? Kein Problem. Doch lieber frei stehen? Natürlich, auch hierfür gibt es Areale.

Normalerweise bekommen mich keine zehn Pferde auf so große Campingplätze. Aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme. Südsee-Camp ist mehr ein eigenes Land als ein normaler Platz. Da ich ab und an gerne in einen Vergnügungspark gehe, werde ich mich für ein oder zwei Tage sicher prächtig amüsieren. Länger werde ich allerdings wohl kaum bleiben. Das ist mir dann doch zu viel Trubel. Aber hätte ich Kinder, wäre es meine erste Wahl. Statt TV-Programm und „Mensch ärgere dich nicht“ gäbe es hier Animation und Unterhaltung ohne Ende – und das ganz in der Nähe von meinem Wohnort.

Und die Preise? Absolut bezahlbar. Eine Nacht gibt es ab 24 Euro, in der Hauptsaison wird es teurer. Ach ja – wer kein eigenes Mobil oder Zelt hat, mietet sich einfach einen Wohnwagen. Oder ein Häuschen. Oder ein Zimmer. Oder man zieht hier einfach ein. Ist ja schließlich die Südsee. Und wer will da nicht leben.

Infos zu Preisen und Verfügbarkeiten gibt es auf der Website vom Südsee-Camp: www.suedsee-camp.de

Marshall Emberton: Geiler Sound-Ziegel

Musik gehört zu meinem Leben. Es gibt wohl keinen Tag, an dem ich nicht irgendeinen Song am oder im Ohr habe. Zu meinem Glück teste ich immer wieder Kopfhörer und Lautsprecher und darf so schon beruflich viel hören – und dann darüber schreiben. Und manchmal bekomme ich ein Gadget auf den Tisch, dass sofort mein Herz erobert – oder besser: mein Ohr. Es muss nicht immer Highend sein, manchmal geht Style und Nutzen vor perfekten Klang. Und für mich als Camper ist es dazu noch wichtig, dass ein Mitnahme-Gadget möglichst klein und robust ist – und dann bestenfalls noch gut klingt. Und genau das ist eigentlich die perfekte Beschreibung für Emberton, den kleinen Sound-Ziegel von Marshall.

© Gerd Blank

Doch bevor ich über den musikalischen Neuzugang spreche, muss ich erst einmal ein paar Worte zu Marshall verlieren. Das britische Unternehmen ist vor allem bekannt für Musikverstärker und Lautsprecher für Musiker. Die großen Amps stehen auf Konzertbühnen in aller Welt oder in Studios. Wahrscheinlich hat jeder Konzertgänger schon einmal eine Box von Marshall gesehen – zumindest aus der Ferne. Seit ein paar Jahren gibt es von dem Brand auch Kopfhörer und Bluetooth-Boxen mit Coolness-Faktor und Streetstyle. Die Dinger werden allerdings nicht von den britischen Soundprofis hergestellt, sondern unter Lizenz von der Firma Zound Industries aus Stockholm. Von denen gibt es wiederum eine ganze Reihe netter Sound-Gadgets, zum Beispiel für Marken wie Urbanears, Adidas – oder eben Marshall. Das ist erst einmal gar nich so verkehrt, denn kleine und mobile Geräte benötigen ein ganz anderes Know-how, als große Amps für die Bühne. Zound Industries ist Spezialist darin, Sound stylish zu verpacken – oder Style gut klingen zu lassen.

Zurück zum Emberton. Der Winzling ist der jüngste Streich von Marshall und ergänzt vortrefflich die Range um Stockwell II, Killborn II und den großen Tufton. Letztere hatten wir im vergangen Jahr beim Hurricane dabei, wo sie uns dank das ausdauernden Akkus und der hohen Lautstärke die ganze Zeit über viel Freude bereitet hat. Der Emberton tritt also im wahrsten Sinne in große Fußstapfen. Und was soll ich sagen: Mir gefällt der Zwerg sogar besser als sein großer Bruder. Da ist erst einmal das so genannte „True Stereophonic“. So bezeichnet Marshall den multidirektionalen Sound. Oder noch simpler: Egal wo man sitzt, der man hört den Musik immer aus der optimalen Richtung. Das hört sich banal ist, doch wenn man es einmal probiert hat, möchte man diese 360-Grad-Beschallung nicht mehr missen. Beim Camping am Strand von St. Peter-Ording stellte sich das Erlebnis so dar: Ich habe die Box auf einen keinen Hocker zwischen meiner Frau und mir hingestellt. Normalerweise ist es bei Lautsprechern dieser Art so, dass der Schall entweder nach vorne geht und die Lautstärke daher etwas höher eingestellt werden muss, damit beide etwas von der Musik haben. Oder einer der beiden Hörer erlebt einen besseren Klang, als der andere. Beim Emberton tönt es vorne wie hinten. Man darf sich das etwa wie ein Soundkuppel vorstellen, die über das kleine Teil gestülpt ist. Und diese Kuppel hat einen ziemlich großen Durchmesser.

Die Lautstärke ist überraschend hoch, der Klang gefällig. Trotz der kleinen Abmessung steckt ordentlich Wumms drin. Die Bedienung ist klasse. An der Obeseite befindet sich mittig ein runder Messing-Knopf, ähnlich einem Stick auf einem Game-Controller. Drück man drauf, schaltet sich das Gerät ein. Bewegt man den Stick nach oben oder unten, verändert sich die Lautstärke. Und will man zum letzten oder nächsten Musikstück springen, drückt man den Hebel nach links oder respektive nach rechts. Und das war es eigentlich auch schon an Möglichkeiten des mit 700 g recht schweren Lautsprechers. Einen Aux-Eingang gibt es nicht, darum spielt der Emberton nur Musik per Bluetooth hab. Auch auf die Möglichkeit, Höhen oder Bässe einzustellen, hat Marshall verzichtet. Der kleine Schreihals ist ein Lautsprecher für Minimalisten – und dazu noch sehr robust. Er hat eine IPX7 zertifiziert, wodurch nicht einmal ein starker Regen die Musik stoppt. 20 Stunden hält der Akku bei normaler Lautstärke, aufgeladen wird dieser per USB-C. Einen Haken hat die Sache: Mit 149 Euro ist die Box sicher kein Schnäppchen, bei anderen Herstellern gibt es deutlich günstigere Sound-Zwerge. Doch wer bereit ist, die Summe zu bezahlen, wird das nicht bereuen und wird mit einem neuen treuen Freund belohnt. Ich bin auf jeden Fall noch immer schwer verknallt in den kleinen Rocker.

Mehr Infos gibt es auf der Website von Marshall: www.marshallheadphones.com

Songs für den Roadtrip

Gibt es so etwas wie den einen Lieblingssong? Oder kann man wenigstens zehn Songs nennen, die unverrückbar ganz oben in den ganz persönlichen Charts stehen? Tatsächlich habe ich es einmal versucht, meine liebsten 100 Songs aufzuschreiben. Und selbst an dieser doch schon längeren Liste bin ich gescheitert. Immer wieder musste ein neuer Song unbedingt dazu, aber ich konnte mich dann kaum von einen anderen Titel trennen.

Lieblingsstücke sind für mich immer auch eine Momentaufnahme. Mein Top-Songs sind auch abhängig von der Stimmung, in der ich mich gerade befinde. Davon ob ich im Stress bin, oder gechillt einem Sonnenuntergang zuschaue. Und dann schleichen sich ständig neue Künstler in meinen Favoritenkreis. Drei davon möchte ich hier kurz mit ihren aktuellen Songs vorstellen. Lianne La Havas, Alin Coen und Arlo Parks gehören derzeit zu meinen absoluten Lieblingssängerinnen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Auch die Stile unterscheiden sich sehr. Vielleicht habt Ihr ja Spaß damit.

Lianne La Havas mit „Bittersweet“

Website: www.liannelahavas.com

Alin Coen mit „Bei Dir“

Tickets für das Konzert in Hamburg auf dem Lattenplatz vor dem Knust (28. August 2020): www.knusthamburg.de

Website: www.alincoen.com

Arlo Parks mit „Cola“

Website: www.arloparksofficial.com

All diese Songs – und noch viele weitere – kommen auf unsere Spotify-Playlist „Campermen Radio„.

Songs aus der Provinz

Nach langer Zeit einmal wieder ein echter Newcomer in unserem Podcast. Provinz veröffentlichen ihr Debütalbum „Wir bauten uns Amerika“ und wir finden es ganz toll. 

Mit ihren Songs aus Vorstadtmief, der Sehnsucht nach Größer, Weiter und Mehr trifft Provinz den Sound der Zeit. In ihren Texten entfliehen die drei Cousins plus Kumpel der Enge der Vorstadt und träumen sich in eine andere Stadt, eine andere Welt. 

Foto: Valentin Ammon

Entstanden ist ein Album mit mitreißenden, handgemachten Sounds, die unpoliert Direkt durch den fieberhaft dahingeschmetterten Gesang von Frontmann Vincent in Frontallappen und Tanzbein schiessen, wie ein geexter halber Liter Bier. Mit ihrer ersten Platte haben Provinz es aus den Fußgängerzonen rund um ihren Heimatort Ravensburg in die Ohren der ganzen Republik geschafft. 

Unser Fazit: So schön melancholisch kann Kleinstadt sein. 

Was Frontmann Vincent zur Arbeit mit AnnenMayKantereit und Faber Produzenten Tim Tautorat gesagt hat und vieles mehr, erfahrt ihr im Campermen-Podcast #32.

Mehr Provinz gibt es hier: www.provinzband.com

Dasselbe in Grün

Wir alle reisen gerne. Auch in der Ferne. In Zeiten von Corona wird das deutlich wie nie. Aber Reisen ist nicht mehr so unbeschwert wie es einmal war. Oder soll ich sagen, wir reisten noch nie so bewusst wie heute. Vorbei sind die Zeiten ,wo die Senator-Karte der Vielflieger bei der Fluglinie mit dem Kranich ein Statussymbol war. Heute achten wir auf die CO2-Bilanz, den Fussabdruck und das alles aus einem sehr guten Grund – es geht um unser aller Planeten, unsere Zukunft. 

Aber jetzt ganz auf die Traumreise nach Fernost verzichten und dafür auf den Bauernhof in Mecklenburg reisen? Die Vorstellung fällt schwer, und schließlich sind es doch immer die anderen, die noch mehr Dreck machen, oder? Umweltschutz fängt bei jedem selber an und wer aus dem Status anderen die Schuld für die Erderwärmung zu geben noch nicht raus ist, wird es wohlmöglich nie kapieren. 

Für alle die, denen die Natur genauso am Herzen liegt wie uns Campermen, empfehle ich das Buch: „Dasselbe in grün“ aus dem The Fernweh Collective in Berlin. Die Autorin Elisaveta Schadrin-Esse hat auf 224 Seiten ein Ratgeber zusammen gestellt, der euch bei euren Reisen begleitet und dabei hilft, bewusster in den Urlaub zu fahren. 

Mit ist beim Lesen des Buches ein wenig der Spass auf die nächste Reise vergangen, weil in „Dasselbe in Grün“ die Auswüchse des Massen-Tourismus in seinem ganzen Umfang beschrieben werden. Aber keine Angst, „Dasselbe in Grün“ ist kein wissenschaftliches Werk, sondern ein praktisches Handbuch für grünes Reisen, das euch dabei helfen kann, ein Gespür für die Nachhaltigkeit im Tourismus zu entwickeln und dazu inspiriert, das Thema Umwelt unterwegs mehr im Blick zu haben. Illustriert ist das Buch mit wunderschönen Bildern von Dana Lungmuss, der es mit ihrer Kunst gelingt das ein oder andere Thema nicht mehr allzu schwer zu empfinden.

„Dasselbe in Grün“ ist im The Fernweh Collective Verlag erscheinen und kostet 22 Euro.

Mehr Infos unter: www.thefernweh.co