Garda Trentino mit dem Camper: Zwischen Felswand und Gardasee

Im dritten Teil unserer Camperreise geht es nach Dro und an den nördlichen Gardasee. Dort warten ein neuer Campingplatz, erstaunlich gute Radwege, italienisches Essen, ein Klettersteig in der Schlucht und Steffis erster Versuch auf dem Wingfoil-Board.

Eine Hand hielt mich am Fels, mit der anderen musste ich den Karabiner über die nächste Verankerung setzen. Genau an dieser Stelle neigte sich die Wand leicht nach außen. Unter meinen Füßen lagen vielleicht acht Meter Luft. Auf den Fotos sah es später eher nach hundert aus. Eines der Bilder schickte ich am Abend einem Freund. Darauf hängen Steffi und ich in der Wand, umgeben von Fels und sattgrüner Natur. Seine Antwort kam schnell: Das sei doch KI. Dabei war alles echt. Auch die Anstrengung in den Armen. Garda Trentino war die dritte und letzte Station unserer Reise mit dem Hobby-Van. Im Pitztal hatten die Berge den Takt bestimmt, in Lana waren es Menschen, Kultur und Genuss. Nun sollten Fels, Stadt und Wasser zusammenkommen.

Ach, Italien. Zuhause

Von Lana fuhren wir direkt nach Dro. Zu Mittag hatten wir bereits auf dem Vigiljoch beim Jocher gegessen, deshalb konnten wir ohne Pause starten. Ein kurzes Stück führte über die mautpflichtige Autobahn. Am Anfang zieht man ein Ticket, am Ende gibt man es am Schalter ab oder steckt es in einen Automaten. Die paar Euro ließen sich einfach mit Karte bezahlen.

© Gerd Blank

Während der Fahrt wurde aus der lieblichen Landschaft rund um Lana eine kargere Bergwelt. Die Temperatur stieg, italienische Radiosender lösten die deutschen ab. Auch die Tankstellen sahen wieder so aus, wie wir sie aus unseren Jahren in Italien kannten. Wir zeigten auf Bäume, Zapfsäulen und ein etwas entschlossenes Überholmanöver. Der Blinker schien bei einigen Autofahrern weiterhin als unverbindliche Zusatzausstattung zu gelten. Wir sahen uns an und mussten lächeln: Ach, Italien. Zuhause.

Ein Campingplatz ohne Patina

© Gerd Blank

Unser Ziel war der Camping Maso Trenti am Rand von Dro. Der Platz war bei unserem Besuch gerade einmal rund zwei Monate alt. Entsprechend neu sah alles aus. Der Boden, die Begrenzungen der Parzellen und die Waschräume wirkten, als hätten vor uns kaum andere Gäste einen Fuß daraufgesetzt.

Maso Trenti ist klein. Es gibt 25 Plätze für Vans und eher kompakte Wohnmobile sowie einige Zeltflächen. In Deutschland würde die Anlage vermutlich als sehr komfortabler Wohnmobilstellplatz durchgehen. Das Fahrzeug steht auf Kies, daneben gehört eine Rasenfläche für Tisch und Stühle zur Parzelle. Der eigene Platz ist großzügig, zum Nachbarn bleibt trotzdem nicht viel Abstand. Die Betreiberin empfing uns herzlich und erledigte den Check-in unkompliziert. Sie sprach kein Englisch, unser Italienisch und Google Translate halfen. Wir bekamen die digitale Garda Guest Card, Gutscheine für Bike & Wine und ein Infoblatt zur Mülltrennung samt passenden Beuteln. Die Gutscheine konnten wir nicht einlösen, weil das Lokal geschlossen hatte. Schade, der Außenbereich sah gut aus.

Auf dem Platz gibt es Tische und Bänke, einen kleinen Hundeauslauf, Liegen, Tischtennis und Spielgeräte. Statt Restaurant und Kiosk warten Automaten und ein Bücherregal. Selbst die Waschmaschine und das Waschpulver sind im Preis enthalten. Camping ist in der Region kein Randthema. Mehr als 900.000 Übernachtungen entfielen 2025 auf Campingplätze. Rund 30 Betriebe arbeiten in einem gemeinsamen Projekt an Information, Qualität und Nachhaltigkeit. Kurz nach unserer Ankunft lieferte Velolake zwei kräftige E-Mountainbikes samt Helmen und Ladekabeln. Direkt hinter der Platzausfahrt beginnen markierte Fahrradwege mit eigenen Spuren, Brücken und Unterführungen. Es geht am Fluss entlang, zwischen Reben hindurch und vorbei an alten Gebäuden und Felsen. Später sollte sich zeigen, dass eine hervorragende Infrastruktur auch hervorragend viele Radfahrer anzieht.

Zwei Maschinen Wäsche und eine Pizza

Bevor wir uns auf die Räder setzten, mussten wir ankommen und dringend waschen. Wir liehen uns eine Leine, starteten zwei Maschinen und hängten fast unsere halbe Garderobe neben dem Van auf. Steffi und ich tragen im Wesentlichen Schwarz und Weiß. Das vereinfacht vieles, sogar den Waschtag. Bei dem warmen Wetter war alles schnell trocken. Am Abend fuhr ich allein zum Ristorante Alla Pergola. Steffi war müde. Das Lokal besitzt einen riesigen Außenbereich und wirkt auf den ersten Blick touristisch. An den Tischen hörte ich viele Sprachen. Gleichzeitig wurden einige Gäste so vertraut begrüßt, dass klar war: Hier essen auch Einheimische.

Ich bestellte eine Pizza Vegetariana und ein kleines Bier vom Fass. Das Bier war nicht der Rede wert, die Pizza schon. Dünner Boden, guter Belag, genau richtig. Auf dem Rückweg war das Stück an der Hauptstraße stockdunkel, dann erreichte ich wieder den Radweg. Später vertrieben wir Fliegen und Mücken aus dem Van. Die Fliegengitter halfen. Unsere Markise blieb versehentlich draußen, doch es war windstill. Nur Steffi entdeckte am Morgen ein paar Stiche. Offenbar hatte sich herumgesprochen, wer von uns besser schmeckt.

Frühstück statt Olivenweg

Für den nächsten Morgen war der Olivenweg in Arco vorgesehen. Wir schafften es nicht. Stattdessen frühstückten wir ausgiebig. Das gehört für mich ebenfalls zu einer Camperreise. Ein Programm darf Vorschläge machen, sollte aber nicht die Herrschaft über den Kaffee übernehmen. Den Olivenweg haben wir damit noch offen. Die 7,2 Kilometer lange Runde führt von Arco in einen Hain mit mehr als 40.000 Olivenbäumen. Vierzehn Stationen erzählen vom Olivenanbau. Für die leichte Tour werden etwa drei Stunden angegeben, die kürzere Variante dauert ungefähr zwei. Ein guter Grund, wiederzukommen.

Später fuhren wir mit den Rädern zum Ristorante Alfio. Die große Terrasse ist modern eingerichtet, der Service arbeitete schnell und freundlich. Die Speisekarte war sehr fleischlastig. Steffi bestellte eine Auswahl verschiedener Gemüsesorten, bei mir wurde es wieder eine Pizza Vegetariana. Dazu gab es Apfelschorle, alkoholfreies Weizen und später einen Affogato. Ein deutschsprachiger Ober brachte mir ein extrascharfes Öl zum Probieren und beobachtete meine Reaktion mit einem Lächeln. Es schmeckte großartig. Für die ganze Pizza nahm ich trotzdem die mildere Variante.

Beim Essen wurde uns bewusst, dass wir seit Lana auch den Sprachraum gewechselt hatten. Als traditionelle Grenze gilt die Salurner Klause zwischen Südtirol und dem Trentino. Südtirol kam nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien. Nach der Zwangsitalianisierung während des Faschismus wurde der Schutz der Sprachgruppen zu einem Kern der Autonomie. Heute gibt es Schulen in deutscher und italienischer Sprache, die andere Sprache wird jeweils als Zweitsprache gelernt. Für den öffentlichen Dienst sind entsprechende Sprachkenntnisse nötig. Eine Autostunde weiter nördlich klingt Italien deshalb schon wieder ganz anders.

Mit Mauro in die Schlucht

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Am Nachmittag holte uns Mauro Girardi direkt am Campingplatz ab. Mauro ist Bergführer, Gründer von Mmove und seit vielen Jahren in den Dolomiten und anderen Teilen der Welt unterwegs. Er sprach sehr gutes Englisch, ein paar Brocken Deutsch und strahlte angenehme Ruhe aus. Steffi und ich hatten bereits Erfahrung. Zum Geburtstag hatte sie mir auf Sardinien eine Tour auf den Tavolara geschenkt. Unser Guide sprach damals weder Deutsch noch Englisch und erklärte nur knapp, was wir tun sollten. Mit Mauro war es eine andere Welt. Am Einstieg gab er uns Helm, Gurt und Klettersteigset und erklärte genau, wie die Karabiner umgesetzt werden. Wir fühlten uns sofort sicher.

Der Klettersteig Rio Sallagoni führt durch eine enge Schlucht unterhalb der Burg von Drena. Metallklammern dienen als Tritte, daneben verläuft das Sicherungsseil. Meistens ging es bergauf, manchmal seitwärts. Wasserfälle, Fels und üppiges Grün machten die Schlucht zu einer eigenen kleinen Welt. Am schwierigsten waren die leicht überhängenden Stellen. Dort musste ich mich mit einer Hand festhalten und mit der anderen die Karabiner umsetzen. Zweimal balancierten wir über Seilbrücken. Mauros Tipp war simpel und hilfreich: den Fuß nicht quer aufsetzen, sondern möglichst viel von seiner Länge nutzen.

Angst hatten wir nie. Die Route war gut gesichert und trotzdem anstrengend genug, um nicht wie ein Spaziergang zu wirken. Wir lachten weniger, als ich erwartet hatte. Dafür blieben wir immer wieder stehen und schauten mit offenem Mund in die Schlucht. Manche Orte verlangen keinen Kommentar. Mit Shuttle dauerte der Ausflug rund drei Stunden. Es war warm zwischen den Felswänden, und am Ende waren wir körperlich erledigt. Gleichzeitig waren wir sehr glücklich. Mit Mauro würde ich jede Tour machen.

Acht Meter, die wie hundert aussehen

Am Abend hatten wir uns verschiedene Käsesorten, Brot, eingelegte Tomaten, Pflaumen, Äpfel, Olivenöl und etwas Wein besorgt. Daraus wurde an einem der Tische auf dem Platz ein italienisches Abendessen. Aus den Augenwinkeln sah ich einige Mitcamper auf unseren prall gefüllten Tisch schauen. Es könnte Neid gewesen sein. Wir sahen uns Mauros Bilder von der Tour an. Auf einem wirkten die acht Meter unter unseren Füßen wie hundert. Genau dieses Foto hielt mein Freund später für künstlich erzeugt.

Bei italienischem Olivenöl ist eine konkrete Herkunftsangabe wichtiger als die Farben auf der Flasche. Besonders verlässlich ist das DOP-Siegel. Beim Olio Garda Trentino DOP garantiert es die Herstellung nach den geschützten Vorgaben der Region. Nicht jedes Öl ohne Siegel ist ein Verschnitt, bei DOP weiß man aber ziemlich genau, was man bekommt. Die Reste wanderten in den Kühlschrank. So würde die Reise zu Hause noch ein wenig weitergehen.

Ein neuer Tanzschritt auf dem Gardasee

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Am Dienstag fuhren wir gegen acht Uhr mit dem Hobby nach Torbole. Wir wollten nicht riskieren, dass Steffi nach ihrer ersten Wingfoil-Stunde keine Kraft für den Rückweg mit dem Fahrrad hatte. Die Parkplatzsuche dauerte länger als die Fahrt. Ein 6,40 Meter langer Van passt nicht in jede Lücke. Direkt am Wasser fanden wir einen Stellplatz, der fast auf den Zentimeter passte. Rund fünf Stunden per EasyPark kosteten ungefähr zehn Euro. Damit lag der Gardasee zum ersten Mal direkt vor uns. Ich mag es, morgens in einen Ort zu kommen, wenn Geschäfte noch geschlossen sind und Menschen zur Arbeit gehen. Torbole war gerade dabei aufzuwachen. Das Wasser glitzerte in der Sonne und lag beinahe glatt vor uns.

Im Vasco Renna Windsurf Center bekam Steffi Neoprenanzug und Prallschutzweste. Ihr Lehrer Riccardo zeigte an Land, wie man den Wing hält und auf dem Brett steht. Danach fuhr er mit ihr per Boot an eine ruhigere Stelle mit mehr Wind. Steffi verstand erstaunlich schnell, wie der Sport funktioniert. Nur das Handling des Wings brauchte etwas Zeit. Vom Strand sah es aus, als würde sie einen neuen Tanzschritt üben, um ihn beim nächsten Lied direkt einzusetzen. Bald konnte sie manövrieren und stand sogar auf dem Brett. Ich war ein wenig stolz auf meine Frau, auch bekannt als Sportskanone. Währenddessen machte ich Fotos und wich den Radfahrern auf dem gemeinsamen Weg aus. Nach dem Kurs spürte Steffi Arme und Beine, strahlte aber übers ganze Gesicht. Auf meine Frage, ob sie jetzt lieber mit dem Rad gefahren wäre, lachte sie mich aus.

Enten, Eis und drei Minuten Panorama

Nach dem Duschen saßen wir eine halbe Stunde auf einer Bank. Dann brachten wir die Tasche zum Van und gingen etwa 20 Minuten zum Ristorante L’Onda. Inzwischen waren Strand und Promenade voll. Radfahrer auf hochwertigen Rädern fuhren Fußgänger-Slalom. Vor den Campingplätzen lagen Menschen auf Tüchern und Liegen. Einige waren so braun wie ein Hühnchen vom Grill. Im L’Onda saßen wir unter den weit ausladenden Zweigen eines Baumes. Die Speisekarte hätte mehr vegetarische Gerichte vertragen, also bestellten wir Salate. Steffi nahm einen mit Parmesan und Kernen, ich einen griechischen mit Schafskäse und eingelegten Tomaten. Eine Wildente kam vom Strand direkt auf Steffi zu und starrte sie ausdauernd an. Tiere merken schnell, bei wem sich Beharrlichkeit lohnt. Rein zufällig fiel eine Ecke Brot auf den Boden.

Danach fuhren wir nach Riva del Garda und gingen zu Fuß durch die hübsche Altstadt. In den engen Gassen stehen Sportgeschäfte neben Läden voller Stellchen-Stäubchen. So nennen wir Dinge, die kein Mensch braucht, bei denen man im Urlaub aber kurz glaubt, sie könnten das Reisegefühl mit nach Hause bringen. Auf den Torre Apponale stiegen wir nicht. In Hamburg klettere ich schließlich auch selten auf Kirchtürme. Stattdessen nutzten wir die Garda Guest Card für den Panoramaaufzug zum Bastione. Rund drei Minuten dauert die Fahrt. Oben lag Riva unter uns, dahinter der See. Zuletzt hatte ich einen Stadtaufzug für ein Panorama auf Helgoland benutzt. Ich möchte Helgoland nicht zu nahetreten, aber der Blick über Riva war spektakulärer.

Nun verstand ich, warum der Gardasee seit Jahrzehnten Menschen aus ganz Europa anzieht. Auch Riva erwischte mich, obwohl ich Städte ungern im Touristenstrom erobere. Zum Glück findet man ruhigere Ecken. Mein Lieblingsbild zeigt vier Menschen, die nebeneinander auf einer Bank sitzen und aufs Wasser schauen. Von hinten fotografiert wirkt es wie eine Szene aus einem alten Film.

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Zum Abschluss gab es Eis. Ich nahm salziges Karamell und Kefir-Maracuja, Steffi Nuss. Darin steckten sogar kleine Stückchen. Eis können die Italiener.

Ein Riese mit Würfelbecher

Zurück am Campingplatz wechselten wir auf die Räder und fuhren zu den Marocche di Dro. Die nacheiszeitliche Bergsturzlandschaft sieht aus, als hätte ein Riese Felsen in einen Würfelbecher gefüllt und über das Tal geschüttet. Der markierte Weg führt durch Geröll, fast wüstenartige Abschnitte, Wald und Feuchtgebiete. Die berühmten Dinosaurierspuren sahen wir nicht. Dafür erinnerte mich das Gelände an unser früheres Grundstück auf Sardinien. Fiel dort der Strom aus, musste ich über ähnliche Felsen zum Sicherungskasten klettern. Auch hier also wieder dieses eigenartige Gefühl: ein Stück Heimat.

Am Abend verzichteten wir auf die geplante Pizzeria. Steffi war müde, für mich wäre es die dritte Pizza innerhalb weniger Tage gewesen. Man kann Italien lieben und trotzdem eine Grenze kennen. Im Kühlschrank lagen noch genügend gute Dinge. Wir kochten Pasta mit Pesto und frischem Parmesan und aßen vor dem Van. Mehr brauchte dieser letzte Abend nicht.

Drei Regionen, drei Arten zu reisen

Am nächsten Morgen mussten wir nur noch abwaschen, die Toilette leeren und die letzten Dinge verstauen. Velolake holte die Räder am Platz ab. Gegen zehn Uhr fuhren wir los, mit einer Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Hause. Maso Trenti blieb als mutiger, ungewöhnlich moderner Campingplatz in Erinnerung. Alles ist sauber und aufgeräumt, fast schweizerisch. Kein Kitsch, kein Chaos, keine Patina. Die Fahrzeuge stehen relativ dicht, während unseres Aufenthalts waren die Gäste aber angenehm ruhig. Nur Schatten fehlt. Die jungen Bäume sind noch zu klein. Im September war das kein Problem, im Hochsommer könnte es eines werden.

© Gerd Blank
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Auch die Region verlangt bei großen Wohnmobilen und Gespannen etwas Übung. Viele Parkplätze sind für Pkw ausgelegt, manche Stellen sind eng. In der Hauptsaison würde ich außerdem reservieren. Einen echten Kritikpunkt fanden wir trotzdem nicht. Der Gardasee lebt von den Menschen, die ihn besuchen. Wer Trubel möchte, fährt ans Ufer oder nach Riva. Wer Ruhe sucht, stellt den Camper im Hinterland ab. Mein Höhepunkt war die Kombination aus gutem Essen und Kletterpartie. Steffi begeisterten die Möglichkeiten auf dem Wasser. Gemeinsam mochten wir die Radwege, wenn auch nicht jeden Radfahrer darauf. Im Pitztal standen die Berge im Mittelpunkt, Lana lebte von Menschen, Kultur und Genuss. Garda Trentino verband Berg-Action, Stadtbummel und Entspannung am See. Deshalb funktionierte diese Reise durch drei Regionen so gut.

Wir werden wiederkommen. Steffi wegen Wind und Wasser, ich wegen Fels und Essen. Außerdem warten noch der Olivenweg und eine dritte Pizza.

Infos für die Reise

  • Camping: Camping Maso Trenti, Località Centrale Volta 6, 38074 Dro. Der neue, familiengeführte Platz hat 25 Stellplätze für Vans und kompaktere Wohnmobile sowie Zeltflächen. Preise und Verfügbarkeit direkt beim Platz prüfen. In der Hauptsaison empfiehlt sich eine Reservierung.
  • Anreise und Maut: Auf der Brennerautobahn wird bei der Einfahrt ein Ticket gezogen und bei der Ausfahrt bezahlt. Karten werden an entsprechend gekennzeichneten Spuren akzeptiert. Die Mautklasse richtet sich nicht pauschal nach 3,5 Tonnen. Bei Fahrzeugen mit zwei Achsen zählt auch die Höhe über der Vorderachse, bei Fahrzeugen und Gespannen mit drei oder mehr Achsen die Achszahl. Details und Mautrechner gibt es bei der Autostrada del Brennero.
  • Fahrräder: Velolake vermietet Fahrräder und E-Bikes und bietet Lieferung, Abholung und Transfers an. Mit der Garda Guest Card gibt es aktuell zehn Prozent Rabatt auf den Verleih.
  • Garda Guest Card: Die Garda Guest Card ist für Gäste teilnehmender Partnerunterkünfte kostenlos. Eine Berg- und Talfahrt mit dem Panoramaaufzug zum Bastione ist einmal inklusive. Ohne Karte kostet sie in der Hochsaison derzeit 10 Euro, sonst 9 Euro.
  • Klettersteig: Der Rio Sallagoni führt durch eine enge Schlucht unterhalb der Burg von Drena. Wer keine Erfahrung oder Ausrüstung hat, sollte die Tour mit einem Bergführer unternehmen. Mmove bietet geführte Touren und Ausrüstungsverleih an.
  • Wingfoil: Das Vasco Renna Windsurf Center in Torbole bietet Kurse für Einsteiger an. Eine Einzelstunde kostet laut Preisübersicht derzeit 109 Euro, die Ausrüstung ist enthalten. Pro Einheit kommen 10 Euro für die Versicherung hinzu. Zeiten, Dauer und Windbedingungen vorher bestätigen lassen.
  • Touren: Der leichte Olivenweg ist 7,2 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Die markierte Runde durch die Marocche di Dro führt durch eine außergewöhnliche Bergsturzlandschaft. Für beide Touren gehören feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz ins Gepäck.
  • Essen: Gute Pizza gibt es im Ristorante Alla Pergola in Ceniga. Das Ristorante Alfio in Dro besitzt eine große Terrasse. Das L’Onda liegt direkt am Strand beim Hotel Baia Azzurra. Vegetarier finden überall etwas, die Auswahl könnte bei Alfio und L’Onda größer sein.
  • Olivenöl: Bei regionalem Öl lohnt sich ein Blick auf die Herkunft. Das DOP-Siegel steht für eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Informationen bietet Garda Trentino. Eine große Auswahl regionaler Produkte führt die Agraria Riva del Garda.

Preisstand: September 2026. Öffnungszeiten, Tarife und enthaltene Leistungen können sich ändern.

Hinweis: Diese Reise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Das Programm im Garda Trentino wurde von Garda Trentino organisiert. Der Van wurde uns von Hobby als Testfahrzeug zur Verfügung gestellt.

Herbst-Camping in Südtirol: Lana lässt sich schmecken

Zwischen alkoholfreiem Craft-Bier, Wein um zehn, Camping mit Blick auf Apfelplantagen und einem Flug vom Vigiljoch zeigt die Region um Lana, wie gut Genuss, Landschaft und Begegnungen zusammenpassen.

Um zehn Uhr morgens hielt ich in Prissian ein Glas Weißwein in der Hand. Das ist als Beginn einer Wanderung etwas ungewöhnlich, erklärt aber ziemlich gut, wie unsere zweite Etappe durch Tirol und Südtirol verlief. In und um Lana wurden Wege selten nach Kilometern gemessen. Wichtiger war, wer am Ende des Weges wartete, was auf dem Tisch stand und wie schnell man mit Menschen ins Gespräch kam.

Gerds neue Freunde heißen alle Freedl © Gerd Blank

Begonnen hatte alles am Nachmittag zuvor mit Bier. Genauer gesagt mit alkoholfreiem Bier, was zunächst weniger nach Südtiroler Genuss und mehr nach einer vernünftigen Entscheidung klingt. Im Pfefferlechner in Lana begrüßte uns Max Laimer und führte uns durch die Brauerei, in der FREEDL entsteht. Die Familie bezeichnet sie als erste alkoholfreie Craft-Brauerei Italiens. Gebraut wird mit natürlichen Zutaten und einem eigenen Fermentationsverfahren. Vier Sorten konnten wir probieren: Classic, Calma, Citrino und Carica. Sie reichen vom herben, eher klassischen Bier bis zu Zitrusnoten und einem dunkleren Stout mit Cascara. Die eigentliche Überraschung war Steffi. Sogar sie fand Gefallen an dem Bier, vor allem am Calma mit seiner feinen Basilikumnote. Alkoholfreies Bier wird gerne als Ersatz behandelt. FREEDL schmeckt nicht nach Ersatz, sondern nach einer ziemlich eigenständigen Idee.

Unter Kastanien wird groß aufgetischt

Nach der Führung wechselten wir nur ein paar Schritte weiter in den Buschenschank. Der Pfefferlechner ist ein Wirtshaus mit großem Garten, in dem die Tische unter einem gewaltigen Kastanienbaum stehen. Das Haus schafft eine schöne Mischung aus Tradition und Moderne, ohne die eine Seite als Dekoration für die andere zu benutzen. In der Küche funktioniert das ähnlich. Auf den Tisch kamen eine kalte Gurkensuppe mit Melone und Frischkäse sowie ein Zitronenrisotto. Danach folgten ein vegetarischer Burger und eine Käseplatte. Besonders mochte ich die Papiertüte mit verschiedenen Brotsorten. Das sah ein wenig so aus, als hätte uns die Küche gleich noch Proviant für die Weiterreise eingepackt. Zum Abschluss gab es einen Affogato mit Bierkaramell und hausgemachtes Vanilleeis. Alles war fantastisch, und als wir wieder aufstanden, war endgültig klar, dass an diesem Abend niemand mehr eine große Wanderung brauchte.

Pappsatt fuhren wir hinauf nach Völlan. Unser Platz auf dem Camping Völlan lag mit direktem Blick auf die Apfelplantagen. Viel Raum zwischen den Parzellen gibt es nicht, die Nachbarn stehen nah. Trotzdem fühlt sich der Platz nicht wie eine eng gestellte Reihe an. Die Stellplätze liegen auf Terrassen, dazwischen entstehen kleine Nischen, und mit etwas Geschick lässt sich der Camper so ausrichten, dass man nicht ständig auf den Frühstückstisch nebenan schaut. Ein bisschen wirkt die Anlage wie ein kleines Bergdorf.

Toller Campingplatz mit Kontakt-Garantie © Gerd Blank

Anonym ist es dort allerdings nicht, und das war in unserem Fall ein Vorteil. Wir kamen schnell mit anderen Reisenden ins Gespräch und saßen am Abend zusammen, um über das Leben, das Unterwegssein und all die Dinge zu reden, für die zu Hause offenbar nie genug Zeit ist. Die Betreiberin war sehr zuvorkommend, morgens gab es gutes Brot und Brötchen, und der Mini-Markt hatte alles, was man für den täglichen Bedarf vergessen haben könnte. Auch der praktische Teil stimmt. Die Waschräume sind modern, und die Duschen gehören wahrscheinlich zu den besten, die ich seit Jahren auf einem Campingplatz gesehen habe. Dazu kommt ein kleiner Pool. Man könnte den Platz allein deshalb mögen. Am Ende waren es aber wieder die Menschen, die ihn für uns besonders machten.

Weißwein zum Frühstück, gewissermaßen

Irmgard ist die gute Seele von Prussian © Gerd Blank

Am nächsten Morgen trafen wir Irmgard Windegger in Prissian. Sie ist Naturführerin und Winzerin und leitete eine Genusswanderung, bei der der Begriff Genuss keineswegs als freundliches Anhängsel gemeint ist. Rund 30 Menschen aller Altersklassen machten sich gemeinsam auf den Weg. Gestartet wurde um zehn Uhr, und nur wenig später hielt ich das erwähnte Glas Weißwein in der Hand. Ich saß neben Renate. Seit vielen Jahren kommt sie mit ihrem Mann hierher, sie kennt den Ort fast so, als wäre sie hier zuhause. Und man sie, alle grüßten Renate. Mit 85 fühlt sie sich langsam zu alt für die Reise hierher, aber ihre Cousine hat sie überredet, den Herbst hier zu verbringen. Und sie ist glücklich, hier zu sein. Wir stießen an, wir freundeten uns an und lachten viel gemeinsam.

Die Route unserer Wanderung führte durch die Weinlandschaft rund um Prissian, vorbei an Ansitzen, Höfen und Reben. Irmgard erzählte von der Geschichte des Ortes, von den vielen Burgen und natürlich vom Weinbau. Wir besuchten unter anderem das Weingut Großkemat und die Versoaln-Rebe bei Schloss Katzenzungen, die als eine der ältesten und größten Reben der Welt gilt. Später ging es weiter zu einer Bauernbäckerei und einer Brennerei. Die reine Gehzeit ist überschaubar, doch dieser Tag wird ohnehin nicht über sportliche Leistung definiert. Seinen schönsten Abschluss fand er in Irmgards Bio-Garten. Dort gab es ein rustikales Essen mit saisonalen Zutaten und Käse aus der Region. Besonders angenehm war, wie schnell wir mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch kamen. Vielleicht liegt das an der Offenheit der Menschen, vielleicht an der Region. Vielleicht hilft auch der Wein ein wenig nach. Das Ergebnis war jedenfalls wunderbar.

Mit Peter über das Tal

Peter von Fly42 hat alles im Griff © Gerd Blank

Am nächsten Tag stand ein Tandemflug mit Fly42 auf dem Programm. Bei aller Vorfreude hatte ich durchaus Angst vor dem Moment, in dem der Boden unter meinen Füßen verschwinden würde. Das Wetter hätte allerdings kaum besser sein können. Es war warm und klar, beste Voraussetzungen für einen weiten Blick über das Meraner Land. Steffi brachte mich zum Treffpunkt und fuhr anschließend zum Landeplatz, um dort auf mich zu warten. Dann lernte ich Peter kennen, und schon seine ruhige Art half. Dazu diese tiefe Stimme, mit der er meine Angst ziemlich schnell beiseitefegte. Peter fliegt seit 25 Jahren mit dem Gleitschirm. Angefangen hat er mit Wettkämpfen, heute verdient er sein Geld mit Tandemflügen über der Region Lana.

Wenn er Zeit findet, reist er um die Welt, meist im Winter, wenn fliegen hier kaum möglich ist. Gerade war er in Kolumbien und Indien. Natürlich wollte ich wissen, wo er es bisher am schönsten fand. Seine Antwort war klar: Er fliege nicht zum Sightseeing. Genial sei es dort, wo Wind und Thermik stimmen. Sein liebstes Revier sind, neben seinem Hausberg Vigiljoch, die Dolomiten. Kurz darauf liefen wir los und hoben ab. Der Flug war genial. Wir glitten über das Tal und drehten Runde um Runde. Bei diesen Bedingungen, erklärte Peter, könnte er viele Stunden in der Luft bleiben. Unser Flug dauerte rund 30 Minuten. Peter machte währenddessen viele Fotos, und auf jedem einzelnen sieht man mich mit einem breiten Grinsen. Schließlich landeten wir auf einem Feld am alten Friedhof, wo Steffi bereits auf mich wartete. Ich war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber noch glücklicher darüber, diesen Flug tatsächlich gemacht zu haben. Was für ein Ausflug. Den werde ich nicht vergessen.

Bodenständiges nach dem Abheben

Am Abend ging es in den Gasthof Falger in Völlan, nur ein paar Minuten von unserem Campingplatz entfernt. Wir saßen auf der großen Terrasse und blickten über die Apfelbäume bis zu den Bergen. Nach dem Flug war das genau der richtige Ort, um den Tag noch einmal in Ruhe an sich vorbeiziehen zu lassen.

Gut besucht, gut bedient, gut gegessen im Gasthof Falger © Gerd Blank

Der Service war großartig und wurde eigentlich nur noch vom Essen übertroffen. Wir hatten eine perfekte Pizza und Knödel, beides vegetarisch und beides so gut, dass unweigerlich der Vergleich mit zu Hause aufkam. In Hamburg hätte ein Essen in dieser Qualität vermutlich doppelt so viel gekostet. Und hier gab es den besten Blick auf das Tal gleich dazu.

Noch einmal hinauf zum Vigiljoch

Für unseren letzten Ausflug in Lana ging es noch einmal zum Vigiljoch. Die große Kabine der Seilbahn bringt Wanderer und Radfahrer gemeinsam auf rund 1.500 Meter Höhe. Die Fahrt dauert gerade einmal sechs Minuten. An den Ohren merkt man trotzdem, wie schnell es aufwärtsgeht. Nur ein paar Schritte von der Bergstation entfernt wartet schon der Sessellift. Weitere 20 Minuten schwebten wir über Wanderwege und an Wäldern vorbei, während uns die Fahrgäste in den entgegenkommenden Sesseln zuwinkten. Oben angekommen, liefen wir noch etwa eine Viertelstunde bis zum Gasthof Jocher.

Warten auf den Kuchen © Gerd Blank

Der Jocher ist ein perfekter Ort für eine Mittagspause. Wir saßen auf der Sonnenterrasse und genossen die Aussicht, doch auch der Blick nach innen lohnt sich. Das moderne, einladende Design erwartet man nicht unbedingt, wenn man an einen Berggasthof denkt. Ähnlich überraschend ist die Speisekarte. Lokale Zutaten werden hier mit viel Liebe zu kleinen Leckereien verarbeitet. Schade war nur, dass die Mittagspause so schnell vorbei war. Hier wären wir gerne länger geblieben, am besten gleich mehrere Tage in einem der Zimmer des Gasthofs. Aber wir mussten weiter. Einen besseren Abschluss für unseren Besuch in Lana hätten wir uns kaum vorstellen können.

Eine Region, die Menschen zusammenbringt

Das Reiseprogramm trug den Titel „Lana verbindet“. Solche Sätze klingen zunächst nach Tourismuswerbung, doch nach ein paar Tagen war die Formulierung erstaunlich treffend. Ich denke dabei weniger an Sehenswürdigkeiten als an Max in der Brauerei, Irmgard zwischen den Reben, Peter am Gleitschirm und die neuen Bekannten auf dem Campingplatz.

Ein Blick auf die Berg-Pracht rund um Lana
© Gerd Blank
Weiter, immer weiter © Gerd Blank

Vielleicht ist genau das die Stärke dieser Region. Man sitzt unter Kastanien, schaut über Apfelplantagen, hält am Vormittag ein Weinglas in der Hand und lässt sich wenig später einen Gleitschirm umschnallen. Dazwischen bleibt genug Zeit für Gespräche. Wer Lana nur durchfährt, bekommt davon vermutlich wenig mit. Wer bleibt und sich an einen Tisch setzt, versteht es ziemlich schnell.

Infos für die Reise

  • Camping: Der Campingplatz Völlan liegt im Zehentweg 6 in Völlan oberhalb von Lana. Die terrassenförmig angelegten Komfortplätze sind 80 bis 90 Quadratmeter groß und für Camper und Wohnmobile bis 7,50 Meter Länge geeignet. Zum Platz gehören ein Pool, moderne Sanitäranlagen und ein kleiner Laden mit frischen Brötchen und Dingen für den täglichen Bedarf.
  • Brauereibesichtigung: FREEDL bietet von März bis November freitags Führungen durch die Brauerei mit anschließender Verkostung an. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich.
  • Genusswanderung: Die geführte Genusswanderung in Prissian verbindet Ortsgeschichte, Weinbau und mehrere kulinarische Stationen. Sie dauert etwa sechs Stunden. Termine, Preise und Anmeldeschluss sollten vorab geprüft werden.
  • Tandemflug: Flüge mit Fly42 sind wetterabhängig und sollten reserviert werden. Passagiere können zwischen 15 und 120 Kilogramm wiegen. Wichtig sind feste Schuhe und Kleidung, die zur Temperatur in der Höhe passt. Fotos und Videos vom Flug sind möglich.
  • Vigiljoch: Die Seilbahn Vigiljoch startet in Lana und fährt regulär im Halbstundentakt. Von der Bergstation geht es mit dem Sessellift weiter hinauf. Kombitickets sind an der Talstation erhältlich. Fahrplan und Betrieb können sich je nach Saison und Wetter ändern. Vom Busbahnhof Lana sind es zu Fuß nur wenige Minuten bis zur Talstation.
  • Einkehr: Der Gasthof Jocher ist ausschließlich zu Fuß sowie mit Seilbahn und Sessellift erreichbar. Für den Gasthof Falger in Völlan empfiehlt sich besonders am Abend eine Reservierung. Öffnungszeiten und Ruhetage am besten vor dem Besuch kontrollieren.

Pitztal mit dem Camper: Erst wandern, dann Mario Kart

Pitztaler Gletscher
© Gerd Blank

Das Pitztal zeigt sich im Spätsommer von zwei Seiten. Unten ist es grün, still und angenehm unspektakulär. Oben bereitet sich der Gletscher bereits auf den Winter vor. Dazwischen liegen ein kleiner Campingplatz, zwei Gipfel, jede Menge Höhenmeter und vier Kilometer Schotterpiste auf drei Rädern.

Für unsere Tour durch Tirol und Südtirol haben Steffi und ich einen Van von Hobby übernommen. Das Fahrzeug ist 6,40 Meter lang, bietet reichlich Platz und verlangt in manchen Tiroler Dörfern trotzdem etwas Aufmerksamkeit. Vor allem dann, wenn das Navi eine Abzweigung erst ankündigt, wenn man praktisch schon daran vorbeigefahren ist. Unsere erste Station: das Pitztal.

Ein Campingplatz ohne großes Theater

Unser Basislager war das Mountain Camp in Jerzens. Der Platz ist klein, ruhig und angenehm unaufgeregt. Kein Campingresort mit Wellnesslandschaft und Animationsprogramm, sondern ein Platz für Menschen, die tagsüber etwas vorhaben und abends einfach gut stehen wollen.

Campingplatz Mountain Camp
© Gerd Blank

Neben uns zelteten ein paar Jungs aus Belgien, die jeden Morgen in Richtung Berge verschwanden. Gegenüber stand ein Paar mit Bulli und E-Bikes. Dazu kamen Wanderer und Radreisende, die meist nur kurze Zeit blieben. Das passte zum Mountain Camp. Der Platz ist weniger Reiseziel als guter Ausgangspunkt, denn viele der wichtigsten Attraktionen des Pitztals liegen nur wenige Fahrminuten entfernt.

Die Sanitäranlagen sind einfach und sauber. Der Duschraum ist genderneutral eingerichtet, geduscht wird in Einzelkabinen. Muss man mögen, funktioniert aber. Zum Platz gehört auch ein Restaurant, das während unseres Aufenthalts allerdings geschlossen war. Immerhin mussten wir morgens nicht auf frisches Brot verzichten: Brötchen lassen sich vorbestellen und werden zum Platz geliefert.

Wer vom Campingplatz direkt loswandern möchte, kann sich den Weg zum Stuibenwasserfall vornehmen. Der Weg startet praktisch vor der Tür. Für Übernachtungen im Pitztal wird eine Kurtaxe fällig. Praktisch ist der digitale Urlaubsbegleiter myPitztal. Nach der Anmeldung mit den Reisedaten hat man die Gästekarte auf dem Smartphone dabei und findet dort außerdem Informationen zu Wetter, Veranstaltungen, Restaurants und Ausflugszielen.

Zwei Gipfel, zwei Wanderstöcke und eine Portion Kasspätzle

Nach einer ruhigen Nacht wollten wir hinauf zum Hochzeiger. Der ursprüngliche Plan war einfach: mit der Gondel zur Mittelstation, anschließend mit der Sesselbahn weiter nach oben und von dort zum Gipfel. Pläne sind in den Bergen allerdings vor allem eine gute Grundlage für spontane Änderungen. Also fuhren wir stattdessen mit einer Doppelsesselbahn hinauf zum Sechszeiger.

Was für ein Ausblick aufs Pitztal © Gerd Blank

Von dort wanderten wir über die Kalbenalm hinunter zur Tanzalm. Spätestens beim Abstieg war ich froh, dass wir Wanderstöcke dabeihatten. Steffi war mit ihren Stöcken von Helinox unterwegs. Ich hatte die dabei, die mir mein Freund Martin einmal zum Geburtstag geschenkt hatte. Auch meine Wanderschuhe von Mammut mussten arbeiten. Einige Passagen waren ziemlich rutschig, ließen sich mit vernünftigem Schuhwerk aber gut bewältigen.

Über Stock und Stein / © Gerd Blank
Ton in Ton: Rucksack von Fjällräven, Wanderstöcke von Helinox / © Gerd Blank
Die Wanderschuhe von Mammut passen perfekt in die Umgebung / © Gerd Blank

In der Tanzalm wartete die Belohnung in jener Form, die in Tirol besonders zuverlässig funktioniert: Kasspätzle für die herzhafte Abteilung, Kaiserschmarrn für alles Weitere. Sehr viel klassischer lässt sich eine Wanderpause kaum gestalten.

Mario gegen Luigi auf der Schotterpiste

Warten auf den Startschuss / © Gerd Blank

Danach wurde aus dem Wandertag ein Renntag. An der Mittelstation liehen wir zwei Zirbencarts aus. Die geländegängigen Dreiräder werden mit der Achtersesselbahn Hochzeiger 2.5 zum Start gebracht. Von dort führt eine rund vier Kilometer lange Schotterstrecke zurück zur Mittelstation. Dazu muss man wissen, dass Steffi und ich zu Hause gern Mario-Spiele von Nintendo spielen. Sie nimmt immer Mario. Für mich bleibt Luigi. Die Rollen waren damit auch am Berg schnell verteilt.

Steffi hat Spaß bei Zirbencartfahrt
© Gerd Blank
Das Zirbeclart wird hochgebracht
© Gerd Blank
Vorbereitung für die Zirbenkartfahrt © Gerd Blank

Wir stürzten uns also in unser persönliches Mario-Kart-Rennen. Es ging nicht nur darum, wer schneller durch die Kurven driftet, sondern auch darum, wer dabei lauter juchzt. Vermutlich hatte Steffi bei beidem knapp die Nase vorn. Sicher bin ich nur bei einer Sache: Die Fahrt war so großartig, dass wir oben sofort eine zweite Runde buchten.

Diese Carts sehen zunächst ein wenig nach Kindergeburtstag aus. Sobald sie auf der Schotterpiste Fahrt aufnehmen, ist dieser Gedanke erledigt. Man sitzt tief, spürt jeden Stein und kann das Heck in den Kurven kontrolliert versetzen. Nach vier Kilometern kommt man mit Staub auf der Kleidung und einem ziemlich breiten Grinsen wieder an der Mittelstation an. Mit der Gondel ging es anschließend zurück ins Tal.

Kaffee auf 3.440 Metern

Am letzten Tag im Pitztal wollten wir noch einmal richtig hoch hinaus. Dabei erinnerte mich die Region ein wenig an Hamburg. Meine frühere Heimatstadt erzählt gern, sie habe mehr Brücken als Amsterdam, Venedig und London zusammen. Das Pitztal kontert mit dem höchsten Café und dem höchstgelegenen Standesamt Österreichs. Zum Glück sind Steffi und ich bereits verheiratet. Wir brauchten also keinen Termin, sondern nur Kaffee und Kuchen.

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Mit dem Gletscherexpress und der Wildspitzbahn ging es hinauf zum Café 3.440. Der Name ist keine kreative Verrenkung, sondern schlicht die Höhenangabe. Durch die große Glasfront blickt man direkt auf die Gletscherwelt rund um die Wildspitze. Bei guter Sicht reicht das Panorama weit über die umliegenden Gipfel. Wir konnten sogar die Zugspitze erkennen.

Café 3.440 am Pitztaler Gletscher
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Café 3.440 am Pitztaler Gletscher
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Café 3.440 am Pitztaler Gletscher
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Kulinarisch würde ich hier nicht zu viel erwarten. Es gibt Snacks, Kaffeespezialitäten und Kuchen. Der eigentliche Luxus ist ohnehin die Aussicht. Sie ist spektakulär und lässt sich am besten im Sitzen genießen. Das ist in dieser Höhe auch keine schlechte Idee. Wer 3.440 Meter nicht gewohnt ist, sollte langsamer gehen, sich Zeit lassen und auf den eigenen Körper hören. Für eine Pause gibt es kaum einen besseren Ort als dieses Café.

Ein stiller See vor dem Winter

Zurück an der Talstation wechselten wir fast direkt in die nächste Gondel. Die Rifflseebahn brachte uns auf gut 2.200 Meter Höhe. Dort liegt der Rifflsee, eingebettet zwischen kargen Hängen und hohen Gipfeln. Seine Farbe wechselt mit dem Licht zwischen tiefem Blau, Türkis und Grau. Wir gingen ein Stück am Ufer entlang und kehrten anschließend in der Rifflseehütte ein.

Der malerische Rifflsee im Pitztal
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Es ist ein eigenartiger Moment, ein Skigebiet kurz vor der Saison zu besuchen. Noch sind die Hänge nicht vollständig präpariert. Vielerorts liegen Steine und Geröll offen. Gleichzeitig läuft die Vorbereitung längst. Hubschrauber transportieren Ausrüstung und Baumaterial, Pistenraupen schieben bereits Schnee in Form. Alles wirkt gleichzeitig still und geschäftig. Ein paar Wochen später ist hier Winterbetrieb. Dann verschwinden manche Wege unter dem Schnee, Lifte laufen im Takt und auf den Hütten werden deutlich mehr Kasspätzle gebraucht. Kaum vorstellbar, wenn man zwischen Geröll und Baumaschinen steht. Und doch wiederholt sich dieses Schauspiel jedes Jahr.

Das Pitztal kann mehr als Winter

Der Tourismus prägt das Tal, doch längst geht es nicht mehr nur um die Skisaison. Wandern, Klettern, Rafting, Mountainbiken und Fahrten mit den Zirbencarts machen auch die Monate davor und danach interessant. Dazu kommen Hütten und Restaurants, die erfreulich oft vegetarische Gerichte anbieten. Unsere Campingküche blieb im Pitztal jedenfalls kalt.

Auch die Campingplätze stellen sich auf Gäste ein, die nicht nur im Hochsommer kommen. Das Mountain Camp ist ganzjährig geöffnet und eignet sich deshalb auch als Basis für einen Winterurlaub. Mit einem größeren Reisemobil sollte man bei der Anfahrt durch kleine Orte trotzdem aufmerksam bleiben. Unser Hobby-Van ist 6,40 Meter lang. Das ist noch gut handhabbar, wird in engen Gassen aber schnell interessant. Besonders dann, wenn das Navi mit seinen Hinweisen etwas spät dran ist. Nach mehreren Jahren mit dem Camper in Europa bringt mich eine Sackgasse allerdings nicht mehr aus der Ruhe.

Steffi und Gerd im Pitztal
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Das Pitztal ist ein feines Ziel für einen Wanderurlaub. Trotzdem stand für mich nach diesen Tagen fest, dass ich beim nächsten Mal im Winter kommen möchte. Ich konnte schon sehen, wie ich morgens die Pisten hinunterfahre, mittags auf einer Hütte sitze und abends müde in die Koje falle. Am nächsten Tag dann dasselbe noch einmal.

Bis dahin bleiben die Bilder dieser Reise: die schroffen Berge, das blaue Wasser des Rifflsees, der Blick vom Café 3.440 und Steffi, die als Mario auf drei Rädern vor mir über die Schotterpiste jagt. Luigi muss eben weiter trainieren.

Infos für die Reise

  • Camping: Mountain Camp Pitztal, Niederhof 206, 6474 Jerzens. Ganzjährig geöffnet, 38 Stellplätze sowie eine Zeltwiese. Restaurant und Brötchenservice vorhanden. Öffnungszeiten des Restaurants vorab prüfen.
  • Wandertipp ab Campingplatz: Stuibenwasserfall.
  • Hochzeiger: Gondel bis zur Mittelstation auf rund 2.000 Metern. Von dort fahren im Sommer die Doppelsesselbahn Sechszeiger und die Achtersesselbahn Hochzeiger 2.5.
  • Zirbencarts: Verleih an der Mittelstation. Die Strecke von der Bergstation Hochzeiger 2.5 zurück zur Mittelstation ist rund vier Kilometer lang. Ein Lichtbildausweis wird für den Verleih benötigt.
  • Café 3.440: Erreichbar mit Gletscherexpress und Wildspitzbahn. Betriebszeiten und Wetterlage unbedingt vor der Fahrt prüfen.
  • Rifflsee: Die Rifflseebahn startet in Mandarfen. Der See liegt auf 2.232 Metern. Für eine gemütliche Runde um den See sollte man ungefähr eine Stunde einplanen.
  • Gästekarte: Die digitale Pitztaler Gästekarte ist über myPitztal abrufbar.

Hinweis: Diese Reise fand im Rahmen einer Pressereise statt. Der Van wurde uns von Hobby als Testfahrzeug zur Verfügung gestellt.

Süd Frankreich im neuen VW Grand California

Es gibt Autos, in die steigt man ein, um irgendwohin zu kommen. Und es gibt Autos, in denen die Reise schon beginnt, bevor man den ersten Kilometer gefahren ist. Der VW Grand California gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Als wir an diesem Sommermorgen in Hamburg losfahren, steht vor uns kein vertrauter VW T5 namens „Bussi“, sondern ein ziemlich stattlicher Neuling: fast sechs Meter lang, hoch genug, dass man sich selbst als Erwachsener nicht ständig ducken muss, und mit einem Innenraum, der eher an ein kleines Apartment als an ein Auto erinnert. Das Modelljahr 2026 hat an vielen Stellen nur behutsam nachgelegt – aber genau diese kleinen Verbesserungen machen den Unterschied. Mehr Ordnung, mehr Komfort, mehr Wohngefühl. Und unterwegs fährt sich der große Kasten erstaunlich gelassen und agil.
Für meinen Sohn Flynn ist das Auto zunächst weniger Reisemobil als Forschungsstation. Was ist das? Wo kommt das hin? Kann man hier schlafen? Und warum ist der Kühlschrank größer als gedacht? Ich kenne diese Fragen. Erwachsene reisen mit einer Route. Kinder reisen mit Fragen.

Erster Stopp: Regen in Esneux

Unser erster Zwischenstopp heißt Esneux. Belgien empfängt uns nicht mit Postkartenwetter, sondern mit strömendem Regen. Das ist vielleicht der Moment, in dem wir zum ersten Mal verstehen, was dieser Grand California auf dieser Reise eigentlich sein wird. Draußen ist alles nass. Drinnen ist es warm. Wir sitzen am Tisch, während der Regen gegen die Scheiben läuft. Der Tisch ist nicht bloß ein Tisch, sondern Frühstücksplatz, Arbeitsplatz, Spieltisch und irgendwann Ablage für Dinge, die eigentlich längst hätten weggeräumt werden sollen. Der Grand California ist an diesem Abend weniger Fahrzeug als kleines Haus, das zufällig an der Rue de l’Athénée in Esneux steht.
Regen kann einem Campingurlaub ziemlich schnell die Romantik nehmen. Oder er kann sie ins Innere verlagern. Wir entscheiden uns für Letzteres.

Honfleur: Frankreich beginnt langsam

Am nächsten Tag wird der Regen weniger und Frankreich rückt näher. In Honfleur angekommen, ist die Stimmung eine andere. Der alte Hafen, die schmalen Häuser, das Wasser, die Cafés. Ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird. Der Grand California bleibt auf seinem Stellplatz zurück. Das ist vielleicht die eigentliche Kunst eines Reisemobils: Es muss nicht immer dabei sein. Es reicht zu wissen, dass es wartet.

Wir laufen durch Honfleur, schauen Schiffe an, bleiben hier und dort stehen, essen etwas und schlendern ohne großen Plan durch die Gassen. Flynn entdeckt Dinge, die auf keinem Reiseblog stehen würden. Einen Laden mit irgendeinem Spielzeug. Einen besonders großen Eisbecher und auf dem großen Karussell versteckt er sich vor dem Kontrolleur auf der oberen Ebene und fährt so nicht nur einmal. Normalerweise hätte ich ihn ermahnt, dass so etwas nicht gehe – aber es ist Urlaub und die Paar runden mehr machen ihm so viel Spaß, dass ich mich meinen Kommentar nach der Schwarzfahrt kurzhalte. Reisen mit Kindern ist auch eine Lektion darin, Wichtigkeiten neu zu sortieren.

Zwei Tage am Mont Saint-Michel

Wir reisen wie in der Business-Klasse eines Flugzeugs, der Grand California schaltet weich in den 8 Gang und die 163 PS des 2,0-l-Turbodiesel beschleunigen uns fast lautlos auf unsere Reisegeschwindigkeit von 120 Km/h pro Stunde, alle Assistenten sind aktiv und passen akribisch darauf auf, dass ich nicht über die Spur fahre, halten automatisch den Abstand zum Vorderauto und weisen mich darauf hin, dass es Zeit ist einmal eine Pause zu machen. Gute Idee, Rosie muss sowieso mal Gassi. So entspannt bin ich lange nicht gereist. Dann taucht er auf. Zuerst nur als Silhouette. Dann wird aus dem dunklen Punkt am Horizont ein Felsen, aus dem Felsen eine mittelalterliche Stadt und aus der Stadt der Mont Saint-Michel.

Wir bleiben zwei Tage. Das klingt nach viel Zeit für einen Ort, den die meisten Besucher in wenigen Stunden abhaken. Aber genau deshalb fühlt es sich richtig an. Wir können bleiben, wenn andere zu den um 18 Uhr schließenden Parkplätzen eilen oder mit Bussen abreisen. Wir können noch einmal durch die Gassen laufen. Noch einmal nach oben schauen. Noch einmal warten, bis das Licht sich verändert.
Das Kloster thront über allem, aber das eigentliche Erlebnis ist das Dazwischen: die Wege, die Mauern, die Blicke aufs Meer und das Gefühl, dass sich dieser Ort nicht beeilen lässt.

Abends radeln wir zurück zu unserem Zuhause auf vier Rädern. Rosie läuft ohne Leine, wir sind fast alleine vor der imposanten Silhouette der ikonischen Insel und alles fühlt sich leicht an, frei. Ich glaube ich werde diesen Moment aus Kinderlächeln, warmem Wind und Ruhe nie vergessen.

Die Île de Noirmoutier und die Kunst, einen Platz zu finden

Je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr verändert sich die Reise. Die Luft wird wärmer, die Landschaft weiter. Unser Ziel ist ein Zwischenstopp an der Atlantikküste. Aber wegen der Feuer in Gironde haben sich die Gästeströme verändert und im August sind zudem Ferien in Frankreich und viele gehen Campen. Vorbei an einem uninspirierten Stellplatz den wir über die Camping Car Park gefunden haben und wo wir noch Platz untergekommen wären, lassen wir sein. Wir wagen das Risko und fahren einfach weiter. Und irgendwann sind wir auf der Île de Noirmoutier. Christoph, der auf dieser Reise meinen „Bussi“ fährt hat damals seiner Tochter aus einem Buch vorgelesen, das auf der Insel spielte.

Im August hier einen Stellplatz zu finden, ist kein Selbstläufer. Wir haben Glück und bekommen einen Platz für zwei Autos auf dem Campingplatz Les Oncheres. Für uns bedeutet das vor allem: kleines Abenteuer, kleines Glück.

Schnell einparken und ab ins Meer. Wir machen uns gar nicht die Mühe viel aufzubauen. Bussi und der Grand California passen genau auf den Platz. Mehr war nicht verfügbar, aber er passt auch mit seinen fast 6 Metern und zusätzlichem Fahrradgepäckträger von Thule gut in die Lücke. Etwas schief und wir haben keine Böcke dabei, aber für eine Nacht wird es gehen. Gekocht wird heute nicht, auf dem kleinen Platz vor dem Restaurant wärmt sich ein DJ für die abendliche Party auf, es gibt frische Austern, Pizza und Bier.  

Durch die Gironde

Dann kommt die Landschaft, über die wir auf der Reise am wenigsten unbeschwert sprechen. Schon die Wochen vor der Abreise waren vom Blick auf das Feuerradar der NASA bestimmt und wie sich die verheerenden Brände ausbreiten werden. Zum Glück wurde unser Ziel durch die zahlreichen Feuerwehrmänner geschützt.

Auf dem Weg durch die Gironde sehen wir die Spuren der Waldbrände. Stellenweise wirkt die Landschaft verwundet. Wo eben noch Wald war, bleibt eine verbrannte, dunkle Fläche zurück. Man fährt daran vorbei und kann trotzdem nicht einfach vorbeisehen. Auch weil wir Urlaub machen. Und wenn dann ein verwaistes Haus mit ausgebrannten Fahrzeugen am Straßenrand an uns vorbeifliegen, entsteht ein reales uns sehr mulmiges Gefühl.
Dieses Gefühl begleitet uns bis zum Cap Ferret. Im Kopf die Bilder der Zerstörung, vor uns der Campingplatz Truc Vert. Hier bleiben wir sieben Nächte. Der Platz ist sehr leer für diese Jahreszeit. Dort sprechen wir mit den Betreibern. Sie beruhigen uns. Gerade jetzt seien Gäste wichtig. Während der Brände mussten viele Betriebe schließen, und für die Menschen vor Ort geht es darum, wieder auf die Beine zu kommen.

Plötzlich bekommt Camping eine andere Bedeutung. Wir sind nicht nur Durchreisende. Wir bringen auch ein bisschen Leben zurück. Am Abend sitzen wir vor dem Grand California und dimmen die große Lichtleiste vor dem Ausstieg, das praktische zweiteilige Mückenplissee ist geschlossen und der Innenraum glüht im Ambientelicht zwischen den Klappen. Das Auto ist inzwischen voller Sand, Krümel, Spielzeug und kleiner Reisegeschichten. Genau genommen sieht es längst nicht mehr neu aus. Und das ist gut so. Ein neues Auto ist schön. Ein Auto, das eine Reise erlebt hat, ist etwas anderes.

Paris

Dann Paris. Für Flynn beginnt der Höhepunkt der Reise schon lange vor dem Eiffelturm. Wir fahren in die Stadt, beziehen unseren Platz auf dem Campingplatz Maison Laffitte und machen uns auf den Weg. Der Eiffelturm ist tatsächlich so groß, wie man ihn sich vorgestellt hat. Und irgendwie noch größer. Es ist sehr voll und Besucher aus aller Herren Länder warten wie wir auf den Eingang zum Eifelturm. Ganz rauf geht es nicht, nur zu Fuß auf die zweite Ebene. Der Ausblick ist atemberaubend. Wir schauen auf die Metropole, machen Fotos und atmen die Stadt ein. Paris ist laut, voll und ein bisschen überwältigend. Aber vielleicht gehört genau das dazu.

Am nächsten Tag wartet Disneyland Paris. Für Flynn ist klar: Das ist der Hauptgewinn. Für uns Erwachsene beginnt der Tag zunächst mit dem Versuch, unsere Hunde in eine Station zu geben, wo sie den Tag bleiben können, denn im Disney Land sind keine Tiere erlaubt. Die Station direkt am Eingang und hat Platz für 25 Tiere. Resevieren geht nicht, aber ein Telefonat vor Monaten hat ergeben, dass die Station noch nie ausgebucht war. Esko und Rosie sind Hund 23 und 24. Puh, das war knapp. Das Personal ist sehr professionell, freundlich und alles geht ganz schnell. Ihr müsst unbedingt den Impfpass mitbringen, sonst könnt ihr eure Lieblinge nicht einchecken. Kosten pro Tag: 25 Euro inklusive Futter – das ist fair. Das Gefühl, Rosie und Esko zurück zu lassen ist unfair, aber wir sehen sie ja etwas später zum Gassigehen, denn das dürfen die Mitarbeiter der Hundestation nicht.

Jetzt heißt erst erstmal einen Überblick zu bekommen. Zwei Parks, Sicherheitskontrolle, unglaubliche Liebe zum Detail, überall Disney-Figuren aus der Kindheit und mein Sohn der fast vor Freude zerspringt. Dann geben wir die Kontrolle ab, es übernehmen die Attraktionen.

Wir laufen. Und laufen. Und laufen.

Am Ende stehen mehr als 31.000 Schritte auf der Uhr. So viel zu der Idee, dass Erwachsene irgendwann vernünftig werden. Wenn man Disneyland Paris besucht, lohnt es sich, beide Parks einzuplanen. Wer möglichst viel erleben möchte, kann außerdem den Disney Premier Access Ultimate nutzen, um bei vielen Attraktionen lange Wartezeiten zu umgehen. Alternativ lassen sich einzelne Premier-Access-Pässe über die App buchen. Die App selbst ist ohnehin praktisch, weil sie Wartezeiten, Attraktionen und gebuchte Pässe zusammenbringt. Und wer in einem der Restaurants essen möchte, sollte früh reservieren. Aber all diese Tipps sind am Ende Nebensache. Denn irgendwann steht Flynn einfach da, mitten in diesem künstlichen Wunderland, mit großen Augen und einem Gesichtsausdruck, der sagt: Genau dafür bin ich hier. Und dann weiß man wieder, warum man reist.

Flynns Top 3 Attraktionen: 1. Big Thunder Mountain, 2. The Twilight Zone Tower of Terror 3. Star Wars übernimmt Space Mountain

Hennings Top 3 Attraktionen: 1. Ratatouille, 2. The Twilight Zone Tower of Terror 3. Peter Pan

Ein Auto, das Zuhause war

Am nächsten Morgen fahren wir zurück Richtung Hamburg. Die Strecke ist lang. Aber sie fühlt sich nicht mehr wie der Anfang der Reise an, sondern wie deren Nachspann. Der Grand California hat inzwischen alles gesehen: belgischen Dauerregen, französische Hafenromantik, mittelalterliche Klostermauern, Atlantikluft, verbrannte Wälder und 31.000 Schritte Disneyland. Er war Schlafzimmer und Küche, Rückzugsort und Transportmittel. Er hat uns vor Regen geschützt, unsere Sachen getragen und uns immer wieder ein kleines Stück Zuhause gegeben. Vor allem aber hat er etwas verändert. Mit „Bussi“ hätten wir diese Reise wahrscheinlich anders erlebt. Nicht schlechter. Nur anders.

Der Grand California hat uns mehr Raum gegeben. Für Gepäck. Für Regentage. Für müde Kinder. Für Frühstücke, bei denen niemand aufstehen musste. Für spontane Pausen. Und für die Erkenntnis, dass ein Urlaub nicht unbedingt daraus besteht, möglichst viel zu sehen. Manchmal besteht er darin, genug Zeit zu haben, um etwas wirklich zu erleben.

Für Flynn wird wahrscheinlich nicht der neue Innenraum des Grand California in Erinnerung bleiben. Nicht die Gepäcknetze hinter den Klappen der Gepächfächer, nicht der Tisch der im Innenraum und draußen vor dem Küchenblock eingehängt werden kann, nicht die smarten Funktionen und wahrscheinlich auch nicht die Frage, wie souverän sich ein fast sechs Meter langer Camper durch enge Straßen bewegt. All diese Dinge machen das Reisen angenehmer – und genau das kann der neue Grand California. Aber unvergesslich werden andere Dinge sein. Der Mont Saint-Michel. Der Eiffelturm. Disneyland Paris. Und vielleicht dieses große grau weißes Auto mit schicken schwarzen Felgen, in dem wir morgens aufgewacht sind und abends wieder angekommen sind.

Ein Auto kann einen von A nach B bringen. Der Grand California machte aus A und B eine Geschichte. Unsere begann in Hamburg. Und irgendwo zwischen Esneux und Paris wurde aus einer Sommerreise eine Erinnerung, die bleibt.

Campingplätze entlang der Reise:

Unser Reisemobil: VW Grand California
Campermen Podcast zur Reise: Family Business in Frankreich

  1. Disney Land Tipps:
    Tickets für beide Parks buchen:Es lohnt sich auf jeden Fall, beide Parks mitzunehmen – so holt ihr das Maximum aus eurem Besuch heraus.
  2. Premier Access Ultimate:Für das maximale Erlebnis empfehle ich den Disney Premier Access Ultimate Pass. Damit könnt ihr lange Warteschlangen umgehen und euch entspannt von Attraktion zu Attraktion durch den Park bewegen.
  3. Premier Access über die App:Alternativ könnt ihr auch bis zu drei einzelne Premier Access Pässe mit einem vorgegeben Zeitfenster über die Disney App buchen – praktisch, wenn ihr gezielt bestimmte Fahrgeschäfte ohne lange Wartezeit erleben möchtet.
  4. Disney App nutzen:Die App ist superpraktisch! Dort findet ihr Informationen zu den Attraktionen und aktuellen Wartezeiten. Außerdem könnt ihr eure Pässe hinterlegen und bei den jeweiligen Attraktionen ganz einfach wie in einer digitalen Wallet aufrufen – und schon geht’s los.
  5. Restaurant frühzeitig reservieren:Wenn ihr in einem Restaurant essen möchtet, solltet ihr unbedingt frühzeitig über die App einen Tisch reservieren. Die Plätze sind sehr begehrt und schnell ausgebucht.

Verlängertes Wochenende in Salzburg

Hey, ihr Lieben!

Manche Städte muss man nicht „entdecken“ – man muss sie einfach mal in Ruhe verstehen. Genau das ist mir an einem verlängerten Wochenende in Salzburg passiert. Ich war ja schon einige Male dort, hab die Altstadt fotografiert, den Blick von der Festung mitgenommen, den Mirabellgarten besucht – aber diesmal ging’s tiefer. Anlass war „Schützen, Bewahren, Leben: 30 Jahre Welterbe Salzburg“, und ich durfte hinter die Kulissen schauen: mit den Menschen sprechen, die dafür sorgen, dass diese Stadt nicht nur hübsch aussieht, sondern auch als UNESCO-Weltkulturerbe „lebt“. Nehmt euch einen Kaffee, das wird ein langer, aber richtig spannender Ausflug.

Wo schlafe ich? Zwischen Campingplatz und Altstadt-Boutique-Hotel

Salzburg ist genau die Art Stadt, in der die Unterkunft schon Teil des Erlebnisses ist – und ich zeig euch heute mal zwei komplett unterschiedliche Welten.

Für alle Camper unter euch: Der Camping Nord-Sam liegt rund 15 Kilometer außerhalb, direkt am Alpe-Adria-Radweg – perfekt, wenn ihr euer Fahrrad dabei habt und die Stadt lieber sportlich statt gestresst erreichen wollt. Der Platz startet 1958 auf einer einfachen Wiese und wird mittlerweile in dritter Generation geführt – das merkt man an der Gelassenheit vor Ort. In der Vor- und Nachsaison könnt ihr euch euren Stellplatz frei aussuchen, in der Hauptsaison wird zugewiesen. Ein Detail, das ich mag: zwischen 23 und 8 Uhr gibt’s keine Anreise und kein Parken vor der Rezeption – Nachtruhe wird hier wirklich ernst genommen.

Der Campingplatz Aigen sehr ruhiger Campingplatz am südlichen Rande von Salzburg, am Fuße des Gaisberges. Den Platz sucht ihr euch hier selber: „first come, first serve“. Der charmante Familienbetrieb mit persönlicher Betreuung hat zudem ein kleines Restaurant mit Österreichischen Spezialitäten und ins Zentrum sind es mit der Offis nur 30 Minuten.

Für alle, die mitten in der Altstadt wohnen wollen: Das Hotel Stein direkt am Giselakai. Und ehrlich – die Geschichte dieses Hauses hat mich fast mehr beeindruckt als jede Sightseeing-Tour.

Als aus einem Umbau plötzlich eine Rettungsaktion wurde

Das Grundstück liegt vorne im Schwemmkies der Salzach und hinten fest auf dem Kapuzinerberg verankert – schon baulich also eine Herausforderung. Die privaten Eigentümer (nicht aus Salzburg) wussten, dass eine Immobilie mitten im Weltkulturerbe kostspielig wird. Was sie nicht wussten: Bei der Sanierung fehlte jegliche Dokumentation der Vorbesitzer, und eine statische Analyse brachte den Schock – ab dem 5. Stock war das Haus nicht mehr sicher.

Die Lösung? Alle Beteiligten an einen Tisch, dann wurde ab dem 5. Stock zurückgebaut – während die historische Fassade stehen blieb. Für den Wiederaufbau stand acht Monate lang ein beheiztes Zelt im 7. Stock eingerüstet. Kein Kompromiss, dafür ein kleiner Vorteil: Die Decken konnten neu konstruiert werden, ohne die denkmalgeschützte Zimmerhöhe zu verändern. Die Dachterrasse wurde originalgetreu wieder aufgebaut, Fensterrahmen und Lampen im Stil der 50er-Jahre restauriert – Auflage des Denkmalamts. Sogar bei der Fassadenfarbe gibt’s Vorschriften: nur historische Farbtöne erlaubt, weshalb die Rückseite schon nach sieben Jahren neu gestrichen werden musste, weil die „richtigen“ Farben einfach weniger widerstandsfähig sind als moderne. Summe der ganzen Geschichte: 20 Millionen Euro Sanierungskosten für 56 Zimmer, 100 Betten, Adults only, eröffnet 2016.

Und das Highlight, für das sich der ganze Aufwand lohnt: die Dachterrasse, sieben Stockwerke über der Stadt, mit einem völlig unverbauten Blick auf die Altstadt. Früher hing hier die Wäsche der Bewohner, heute steht hier euer Kaffee (oder Aperitif) mit Postkartenblick auf Festung und Dom. Genau der Ort, an dem ich am liebsten mein Handy weggelegt und einfach nur geschaut habe.

Autofrei, kostenlos, im Umbruch: Salzburgs Stadtentwicklung

Kleiner Fun Fact, der mich überrascht hat: Ab September wird die Altstadt autofrei, weil das Festspielhaus umgebaut wird – und diese Regelung soll danach bestehen bleiben. Künftig dürfen nur noch Anwohner in der Altstadt parken. Und wenn ihr in der Stadt übernachtet, sind die öffentlichen Verkehrsmittel für euch kostenlos. Salzburg denkt hier klar in Richtung „Stadt für Menschen, nicht für Autos“ – und ich bin gespannt, wie sich das Stadtbild dadurch nochmal verändert.

Ist Weltkulturerbe eigentlich eine Ehre – oder eine Bürde?
Diese Frage hat mich das ganze Wochenende begleitet, und ehrlich: Eine einfache Antwort gibt’s nicht. Was ich gelernt habe: Die UNESCO vergibt den Titel nicht nur für schöne Fassaden. Salzburg erfüllt gleich drei Kriterien:

1. Fürsterzbischöfliche Residenzstadt – Salzburg war Jahrhunderte lang ein eigenständiges geistliches Fürstentum.
2. Tradition der Musik und Festspiele – von Mozart bis zu den Salzburger Festspielen.
3. Verbindung italienischer und deutscher Kultur – sichtbar an Architektur, Plätzen, Bürgerhäusern und der Festung, geprägt von italienischen Baumeistern und mitteleuropäischer Handwerkskunst.
Aber ein Titel allein reicht nicht. Die UNESCO besteht auf Partizipation – nur wenn die Bewohner selbst hinter dem Erbe stehen, funktioniert der Schutz langfristig. Und genau da wird’s für die Menschen vor Ort auch mal unbequem: strenge Farbvorgaben, aufwendige Sanierungen, Statik-Probleme wie im Hotel Stein. Ein schönes Wort hab ich dabei gelernt: der „Scharniegarten“ – „Scharni“ ist österreichisch für Diener, gemeint sind die Tische und Stühle, die die Geschäfte vor ihre Türen stellen und dort bedienen. Kleine Details wie dieses erzählen mehr über gelebte Stadtkultur als jede Hochglanzbroschüre.

Neu eröffnet: Das Salzburg Museum bei der Orangerie am Mirabellgarten

Im Mirabellgarten, direkt neben dem Salzburg Museum (das übrigens rund 1 Million Gäste pro Jahr zählt), wurde die Orangerie Salzburg Panorama, Welterbe komplett neu gestaltet. Früher war der Bau nahezu fensterlos und verschachtelt, damit Sonnenlicht die empfindliche Kunstsammlung nicht beschädigt – jetzt wurde er architektonisch neu erschlossen.

Herzstück ist das Sattler-Panorama von 1825: ein Rundgemälde von unfassbaren 25,5 Metern Länge, gemalt, bevor es überhaupt Fotografie gab (die kam erst 1826!). Acht Männer haben das Gemälde damals wie einen Teppich getragen, während die Familie Sattler durch Europa reiste – es ist das letzte erhaltene Reisepanorama seiner Art und wurde einst vom Sohn des Künstlers der Stadt geschenkt.

Zwei Fun Facts, die ich unbedingt mit euch teilen muss:
1. Die Restaurierung wurde crowdfinanziert – fast wie im Metaverse: Institutionen und Hausbesitzer konnten die Restaurierung der Darstellung „ihres“ Gebäudes im Panorama sichern und haben sind als Förderer am Eingang zu Erkennen.
2. Warum ist die Festung Hohensalzburg selbst nicht auf dem Panorama zu sehen? Weil der Künstler von genau dort aus gemalt hat!
Ergänzt wird das Panorama durch einen Multimedia-Raum, gestaltet vom „Ars Electronica Futurelab“, der als eine Art Forum erklärt, was Weltkulturerbe eigentlich bedeutet und wie der Schutzmechanismus funktioniert. Die aktuelle Sonderausstellung trägt den schönen Titel „Weltkulturerbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“

Hoch hinaus: Festung Hohensalzburg

Über der Stadt thront die Festung Hohensalzburg – Baubeginn 1070, über Jahrhunderte unter den Fürsterzbischöfen immer weiter ausgebaut. Zwei Namen sind hier entscheidend: Leonhard von Keutschach, der die Festung massiv erweiterte, und Paris Lodron, der Salzburg dank kluger Befestigung unbeschadet durch den Dreißigjährigen Krieg brachte und nebenbei die Universität Salzburg gründete.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Salzburg eine echte Festungsstadt mit streng reguliertem Zugang – bis heute finden Bauern im Umland gelegentlich Kanonenkugeln auf ihren Feldern. Und: Die Festung ist bis heute bewohnt. Übrigens kam Salzburg erst 1816 überhaupt zum österreichischen Reich – vorher war es, wie gesagt, ein eigenständiges Fürstentum.
Zu Fuß, mit der Bahn, oben ein Biergarten mit herrlichem Blick, den Fürstengemächern in irher restaurierten Pracht und zahlreiche Ausstellungen zur bewegten Geschichte der Festung.

Salzburger Festspiele: Wenn die ganze Stadt zur Bühne wird

Während der Festspiele verwandelt sich Salzburg komplett – der Klassiker „Jedermann“ wird traditionell direkt vor dem Dom inszeniert. Neben den kostenpflichtigen Aufführungen in den Spielstätten gibt’s überall in der Stadt auch kostenlose Veranstaltungen. Die ganze stadt wird am Eröffnungswochenende zu einer großen Bühne für Musik, Kultur und Kunst. Kleiner
Insider-Tipp: Auch für viele der kostenlosen Indoor-Events braucht ihr ein (Gratis-)Ticket, damit die Besucherströme geregelt bleiben – also rechtzeitig informieren, statt vor verschlossener Tür zu stehen.

Lohnt sich die Salzburg Card? Meine Beispielrechnung

Die Salzburg Card gibt’s für 24, 48 oder 72 Stunden, sie beinhaltet den einmaligen freien Eintritt zu praktisch allen wichtigen Sehenswürdigkeiten plus die komplette Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, Festungsbahn und Salzach-Schiff. [Hier findet ihr alle Infos und aktuellen Preise. Rechnen wir das mal für einen ganz normalen Sightseeing-Tag durch, so wie ich ihn hatte (Werte gerundet, bitte auf der offiziellen Seite die tagesaktuellen Preise checken):
Programmpunkt (Einzelpreis ca.)
Festung Hohensalzburg inkl. Festungsbahn: 19,00 €
Salzburg Museum inkl. Orangerie/Panorama: 12,00 €
DomQuartier (Residenz, Dommuseum, Museum St. Peter): 15,00 €
3x Fahrten mit Bus/Obus: ca. 8,00 €
Salzach-Schifffahrt: ca. 19,00 €
Summe ohne Karte: rund 73,00 €
Salzburg Card 24h: ab 35,00 €

Der Blick über Salzburg von der Terrasse des M32

Sprich: Schon mit Festung, Museum und DomQuartier plus ein bisschen Herumfahren habt ihr die Karte locker „rausgeholt“ – von allen weiteren Vergünstigungen bei Konzerten, Theater oder Ausflugszielen mal ganz zu schweigen. Mein Tipp: nicht die Karte kaufen und dann nur ein Museum anschauen – sie lohnt sich vor allem, wenn ihr wirklich einen vollen Tag durchprogrammiert.

Essen wie ein Local

Semmerl of My Life, ganz am Anfang der Getreidegasse, ist mein neuer Fast-Food-Geheimtipp: erstklassige Leberkäs-Semmeln – „Leber vom Leib in dem er gegart wird, Kas vom Kasten“, hat also nichts mit Leber und Käse zu tun, wie man mir erklärt hat. Der Leberkäse kommt aus hochwertigem österreichischem Fleisch, es gibt aber auch vegetarische und vegane Versionen. Das Konzept steht schon seit dreieinhalb Jahren bei Großveranstaltungen im Einsatz, seit September 2025 gibt es das erste feste Geschäft in der Getreidegasse 47.
Für alle mit Interesse an nachhaltiger Mode: Das House of Talents bekämpft Leerstand in der Innenstadt mit temporären Konzepten für junge Labels. Aktuell zu Gast: ein T-Shirt-Label sowie „Dirndlfit„, ein Upcycling-Projekt für Dirndl von Patricia Fichtner, die seit 13 Jahren in der Dirndl-Branche unterwegs ist und seit anderthalb Jahren diesen Concept Store bespielt.

Hinter den Kulissen: das Salzburger Marionettentheater

Ein absolutes Highlight für mich – die Führung hinter den Kulissen des Salzburger Marionettentheaters, rund 30 Minuten lang. Ein paar Zahlen, die mich staunen ließen: Eine einzige Marionette braucht ca. einen Monat Produktionszeit. Licht und Ton machen die Puppenspieler komplett selbst, alles andere sowieso auch – sie sind ausgebildete Handwerker, die schnitzen, schneidern und mehr. Eine „normale“ Marionette hängt an 11 Fäden, das Kreuz der Spieler ist so klein wie eine Hand gebaut, damit mehrere Spieler eng nebeneinander arbeiten können. Ganz bewusst haben die Puppen keine Mimik – dafür können sie fliegen oder gleiten. Wie es so schön hieß: Die Puppe ist ein Spiegel der Fantasie des Betrachters. Zehn Mitarbeitende, alle Puppenspieler, und im Fundus warten für die Spielzeit rund „700 Puppen“.

Vorhang auf für eine Oper mit Marionetten

Ich hab mich ehrlich gefragt: Kann eine klassische Opern-Inszenierung mit Marionetten überhaupt funktionieren? Spoiler: Ja – und zwar richtig gut!
Schon der Saal selbst ist einen Besuch wert: herrlicher Stuck an den Wänden, dazu Schaukästen mit historischen Puppen, die die Geschichte des Hauses erzählen. Die Bühne ist rechteckig wie eine Kinoleinwand, und bevor es losgeht, dürft ihr live mitverfolgen, wie die Puppenspieler alle Bestandteile für das Stück aufbauen – erst dann fällt der Vorhang, und die eigentliche Vorstellung beginnt.

Ich hab mir Mozarts Zauberflöte – die Inszenierung feierte schon vor 70 Jahren Premiere, damals übrigens in Boston – angeschaut, in zwei Akten. Die Handlung wird in kurzen Texten an die Wände des Saals projiziert, sodass auch absolute Opern-Neulinge mühelos folgen können – kein Vorwissen nötig. Im ersten Akt war ich noch total fasziniert davon, wie die Marionetten bewegt werden, hab quasi jeden Faden mitverfolgt. Aber im zweiten Akt ist genau das Verrückte passiert: Meine Wahrnehmung hat sich komplett verschoben, und irgendwann hab ich schlicht vergessen, dass da überhaupt Marionetten auf der Bühne stehen. Ein wirklich magischer Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Wo Mozart wirklich spielte: die Residenz

Im Konferenzzimmer der Residenz spielte ein kleiner Wolfgang Amadé Mozart zum ersten Mal vor Publikum – begleitet von seinem Vater am Flügel, während auch seine ebenso hochbegabte Schwester vorspielte. Später komponierte Mozart gezielt für die Akustik genau dieses Raumes. Am Wochenende gibt’s dort die Konzertreihe „Date with Mozart“ (Sa & So, ca. 16 Uhr, rund 28 €, getestet wird gerade eine Vormittagsvorstellung am Wochenende um 11 Uhr).
Übrigens: Mozart komponierte für ein Hammerklavier bzw. Pianoforte – ein Instrument mit weniger Tasten als heute, bei dem die schwarzen Tasten unten und die weißen oben liegen und die Pedale mit den Knien bedient werden. Spannend fand ich auch, dass die Residenz heute genauso zeitgenössische Kunst zeigt (etwa von Tony Cragg) – ganz in der Tradition der Fürsterzbischöfe, die schon damals zeitgenössische Kunst förderten.

Auf dem Fluss: mit dem Salzachschiff

Zum Ausklang ging’s aufs Wasser, mit dem Schiff auf der Salzach – wegen niedrigem Wasserstand dauerte unsere Fahrt rund 30 Minuten, bei angenehmen 11 Grad Wassertemperatur (draußen sitzen kostet 4 € extra (drinnen Sitzen ist vollkommen ausreichend), mit Salzburg Card ist die Fahrt inklusive).
Fun Fact zum Schluss: Die Salzach verdankt ihren Namen dem Salz, das früher auf ihr transportiert wurde. Auf den schmalen Salzschiffen setzte man übrigens bewusst Nichtschwimmer ein – so war sichergestellt, dass mit den Booten besonders vorsichtig umgegangen wurde. Und zum Abschluss der Fahrt gibt’s ein kleines Spektakel: Das Schiff „tanzt“ einen Walzer auf dem Fluss. Ich bin ja recht seefest, aber bei dem Tanz musste ich mir einen referenzpunkt am Ufer suchen, um kein Mulmiges Gefühl im Magen zu bekommen.

Mein Fazit

Salzburg mit „UNESCO-Brille“ zu erleben, verändert den Blick auf die Stadt komplett. Hinter jeder hübschen Fassade steckt eine Entscheidung, ein Kompromiss, manchmal ein jahrelanger Kampf zwischen Bewahren und Modernisieren. Genau das macht diese Stadt für mich so viel spannender als „nur“ schöne Fotomotive. Wenn ihr selbst hinfahrt: Nehmt euch Zeit, kauft die Salzburg Card, wenn ihr wirklich viel sehen wollt, und schaut auch mal genauer hin – auf die Farbe einer Fassade, die Fäden einer Marionette, die Statik eines 500 Jahre alten Hauses.

Habt ihr Fragen zu meinem Trip oder Lust auf mehr Salzburg-Content? Dann schaut auch mal auf Instagram, dort habe ich eine Story nur zu Salzburg erstellt.

Hier geht es zur Folge „Ein Wochenende in Salzburg mit viel Kaffee“ in der wir über den Trip nach Salzburg sprechen.

Mit dem Camper in Den Urlaub – Die ultimative Checkliste

Der Sommer steht vor der Tür, und ich wette, du denkst gerade dasselbe wie ich: Raus. Einfach raus. Türe zu, Motor an, irgendwo hinfahren, wo es schön ist. Und genau das ist das Großartige am Camper – du hast dein Zuhause dabei, egal wohin du fährst.

Aber bevor wir ins Schwärmen geraten, gibt es ein paar Dinge, über die wir reden müssen. Dinge, die zwischen einem perfekten Urlaub und einer teuren Panne auf der Autobahn entscheiden. Ich hab die meisten Fehler selbst gemacht – also hör kurz zu.

Teil 1: Vor der Reise

Richtig beladen – dein Camper ist kein Umzugswagen

Ich sage das ohne Umschweife: Die meisten von uns beladen ihren Camper falsch. Wir packen rein, was reingeht, wundern uns, warum das Fahrzeug sich seltsam anfühlt, und fahren trotzdem los. Das ist, gelinde gesagt, keine gute Idee.

Dein Wohnmobil hat drei Zahlen, die du kennen musst, bevor du auch nur eine Kiste einräumst:

Leergewicht – das ist, was dein Fahrzeug ohne dich, deine Familie, deinen Hund und deine Kaffeemaschinen-Sammlung wiegt. Steht im Fahrzeugschein unter Punkt G.
Zulässiges Gesamtgewicht – das Maximum, das dein Fahrzeug wiegen darf, wenn es vollständig beladen auf der Straße unterwegs ist. Steht im Fahrzeugschein unter Punkt F.1.
Zuladung – der entscheidende Unterschied zwischen beiden Zahlen. Das ist alles, was du mitnehmen darfst: Personen, Gepäck, Wasser, Gas, Fahrräder, Vorzelt, Grillkohle, deine fünf Paar Wanderschuhe und den Rest.

Das klingt nach viel Spielraum – ist es aber oft nicht. Ein vollständig befüllter Frischwassertank allein wiegt schnell 100 Kilogramm. Zwei Erwachsene bringen weitere 150 Kilo mit. Fahrräder auf dem Träger? Nochmal 30 bis 50 Kilo. Und plötzlich ist die Zuladung aufgebraucht, bevor du überhaupt den Koffer eingeladen hast.

Fazit: Kenne deine Zahlen, bevor du packst – nicht nachdem du losgefahren bist.

Achslasten – das unterschätzte Thema

Selbst wenn dein Gesamtgewicht noch im grünen Bereich liegt, kann die Verteilung der Last ein echtes Problem sein. Dein Fahrzeug hat eine Vorderachslast und eine Hinterachslast – beide haben eigene Maximalwerte, die ebenfalls im Fahrzeugschein stehen.

Wer alles Schwere nach hinten packt – Wasserkanister, Werkzeug, Bierkisten, den schweren Campingtisch – überlastet die Hinterachse. Das Fahrzeug wird hinten tief, vorne leicht, und die Lenkung verliert spürbar an Präzision. Nicht dramatisch, bis es dann doch dramatisch wird.

Die Faustregel ist simpel: Schwere Lasten so tief wie möglich und so nah wie möglich an die Fahrzeugmitte. Niemals alles auf eine Seite. Und was aufs Dach kommt – Markise, Dachbox, Solarpanels – erhöht den Schwerpunkt und verändert das Fahrverhalten spürbar. Fahrräder auf dem Heckträger sind fast immer die bessere Wahl als auf dem Dach.

Fazit: Gleichmäßige Lastverteilung ist keine Empfehlung, sondern Physik.

Wiegen – einmal, aber richtig

Der einzige Weg, wirklich zu wissen, ob alles stimmt, ist die Waage. Viele Recyclinghöfe, Speditionen und Futtermittelhandlungen bieten das gegen eine kleine Gebühr oder sogar kostenlos an. Mein Rat: Fahrzeug so beladen, wie du es auf der Reise dabeihast – mit Wasser, Gas, Gepäck und allen Personen. Dann einmal auf die Waage. Was danach kommt, ist kein Rätsel mehr.

Aber mal ehrlich – nicht jeder fährt vor jeder Reise extra zur nächsten Fahrzeugwaage. Zum Glück gibt es ein paar praktische Methoden, um zumindest eine gute Orientierung zu bekommen, bevor man sich auf den Weg macht.

Die Personenwaage ist die einfachste Lösung für einzelne Gegenstände: erst sich selbst wiegen, dann nochmal mit dem Gegenstand in der Hand. Die Differenz ist das Gewicht. Funktioniert gut für Gasflaschen, Fahrräder, Koffer und Kisten bis etwa 30 bis 40 Kilogramm.

Zwei Personenwaagen kombinieren – ist ein Gegenstand zu sperrig oder schwer zum Tragen, einfach auf einem Brett ablegen, das beide Waagen berührt, und die Werte addieren. Grobe Näherung, aber für Campingzwecke ausreichend.

Eine Kofferwaage – auch Hakenwaage genannt – kostet zwischen 10 und 20 Euro und ist für Camper eigentlich ein Muss. Einhängen, hochheben, ablesen. Trägt meist bis 50 Kilogramm, manche Modelle bis 100 Kilogramm. Perfekt für Gasflaschen, Fahrradtaschen, Kisten und Rucksäcke. Klein genug, um immer dabei zu haben.

Die Küchenwaage hilft für alles unter 5 Kilogramm – Lebensmittelvorräte, Elektronik, Kleidungsstücke portionsweise wiegen und addieren. Klingt mühsam, aber wer einmal eine Packliste mit Gewichten führt, hat die Zuladung dauerhaft im Griff.

Eine Packliste mit Gewichten ist der unterschätzte Profi-Tipp schlechthin: einmal alle Ausrüstungsgegenstände wiegen und in einer Liste speichern. Beim nächsten Urlaub einfach die Liste durchgehen und addieren – spart Zeit und gibt Sicherheit, ohne jedes Mal zur Waage zu fahren.

Der wichtigste Grundsatz bleibt dabei: Einzelgewichte schätzen ist okay zur Orientierung, aber vor einer großen Auslandsreise sollte das Fahrzeug vollständig beladen auf eine echte Fahrzeugwaage. Denn Gasflaschen, Wasser, Fahrräder und Dachbox summieren sich schnell auf 200 bis 400 Kilogramm – und die unterschätzen fast alle.

Wo du eine Fahrzeugwaage in deiner Nähe findest, habe ich weiter unten verlinkt.

Fazit: Eine Stunde Aufwand vor der Reise kann eine Menge Ärger, Bußgeld und schlimmstenfalls echte Gefahr auf der Straße ersparen.

Gas im Ausland – der Adapter, den du vergessen wirst

Frankreich hat andere Gasanschlüsse als Deutschland. Spanien auch. Die Niederlande ebenfalls. Klingt nach einem Detail, ist aber der Unterschied zwischen warmem Essen und kaltem Brot am zweiten Abend. Die Lösung ist denkbar simpel: vor der Reise kurz recherchieren, welche Gasanschlüsse in den Zielländern üblich sind, und die passenden Adapter besorgen. Kostet ein paar Euro und spart eine Menge Frustration.

Fazit: Gasadapter einpacken. Immer. Ohne Ausnahme.

Maut, Vignetten und Umweltzonen – Europas Bürokratiemarathon

Jedes Land macht es ein bisschen anders, und das ist tatsächlich so nervig, wie es klingt.

Frankreich hat Mautstationen auf fast allen Autobahnen. Mit einem großen Fahrzeug zahlst du automatisch in einer höheren Kategorie – das wird teurer als erwartet. Vorab kalkulieren lohnt sich, zum Beispiel auf viamichelin.com.
In Frankreich gelten in vielen Städten und Ballungsräumen Umweltzonen, die sogenannten Zones à Faibles Émissions (ZFE). Für die Einfahrt in diese Zonen ist die französische Umweltplakette Crit’Air erforderlich, die Fahrzeuge je nach Schadstoffausstoß in verschiedene Klassen einteilt. Die Plakettenpflicht gilt auch für ausländische Fahrzeuge. Umweltzonen gibt es unter anderem in den Großräumen von Paris, Lyon, Grenoble, Strasbourg, Toulouse und Montpellier. Wer ohne gültige Crit’Air-Plakette in eine Umweltzone einfährt, muss mit Bußgeldern rechnen.
Die offizielle Bezugsquelle für die französische Umweltplakette Crit’Air ist die Website der französischen Regierung. Hier geht es zur  Umweltplakette: Crit’Air – Offizielle Website

Italien hat ebenfalls Maut und zusätzlich in vielen Städten ZTL-Zonen – Verkehrsbeschränkungszonen, die für Wohnmobile oft gesperrt sind. Wer da reinfährt, merkt es erst auf dem Bußgeldbescheid, der Wochen später nach Hause kommt.

Österreich und Schweiz verlangen Vignetten. In Österreich gibt es diese in 2026 das letzte mal zum Kleben, danach nur noch digital – kaufen vor der Einreise geht einfach auf asfinag.at.

Tschechien und Slowenien haben ebenfalls digitale Vignetten. Hier lauern inzwischen gefälschte Websites, die ungültige Vignetten verkaufen. Immer nur über die offiziellen Anbieter kaufen: edalnice.cz für Tschechien und dars.si für Slowenien.

Umweltzonen kennst du aus deutschen Städten – aber auch in Frankreich, Italien und anderen Ländern gibt es solche Zonen mit Einfahrtbeschränkungen für ältere Fahrzeuge. Der Umwelt-Plakette-Checker hilft dabei, den Überblick zu behalten.

Fazit: Vor der Reise einmal alle Länder auf Maut, Vignetten und Umweltzonen prüfen. Das dauert 20 Minuten und kostet sonst deutlich mehr.

Teil 2: Spritsparen unterwegs – weil Diesel nicht günstiger wird

Mit einem Wohnmobil zu fahren ist nicht billig. Ein großes Fahrzeug mit schlechter Aerodynamik und vielleicht 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf der Autobahn – da kann der Verbrauch schnell bei 14, 15 oder sogar 16 Litern auf 100 Kilometer landen. Ein Wohnmobil ist aerodynamisch ungefähr so elegant wie ein Schrank auf Rädern. Und genau deshalb wirken sich kleine Veränderungen beim Fahrstil hier deutlich stärker aus als bei einem normalen Pkw. Schon 10 bis 15 Prozent weniger Verbrauch können auf einer langen Urlaubsreise mehrere hundert Euro sparen.

Geschwindigkeit – der größte Hebel von allen

Das ist die unbequeme Wahrheit: Wer langsamer fährt, spart massiv. Und hier kommt etwas, das viele überrascht – nämlich die Mathematik dahinter.

Unser Gehirn berechnet den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Zeitersparnis intuitiv falsch. Wir denken: schneller fahren spart viel Zeit. Die Realität sieht anders aus. Nehmen wir 100 Kilometer Strecke als Beispiel:

Mit 100 km/h bist du nach 60 Minuten am Ziel. Mit 120 km/h nach 50 Minuten – das sind 10 Minuten gespart. Mit 130 km/h nach 46 Minuten – also nochmal nur 4 Minuten mehr. Mit 150 km/h nach 40 Minuten – nochmal nur 6 Minuten mehr als bei 130.

Du trittst das Gaspedal also deutlich tiefer – mit allem, was das bedeutet: mehr Verbrauch, mehr Risiko, mehr Stress – und sparst auf 100 Kilometern gegenüber 130 km/h gerade mal 6 Minuten. Der Grund: Die Zeitersparnis flacht mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter ab. Der erste Sprung von 100 auf 120 bringt noch 10 Minuten. Alles danach wird immer weniger.

Dazu kommen Baustellen, Staus und Ampeln, die die paar gesparten Minuten sofort wieder zunichte machen. Für Camper ist das besonders relevant: Ein Wohnmobil mit 130 km/h statt 100 km/h zu fahren kostet auf 500 Kilometern locker 15 bis 20 Liter mehr Diesel – bringt aber weniger als eine halbe Stunde frühere Ankunft. Auf einer 8-Stunden-Reise kaum spürbar – dafür teurer, lauter und anstrengender.

Der Luftwiderstand steigt übrigens nicht linear, sondern quadratisch mit der Geschwindigkeit. 90 statt 110 km/h spart oft 10 bis 20 Prozent Kraftstoff. 100 statt 130 km/h kann sogar 20 bis 30 Prozent bringen. Wer entspannt mit 95 bis 100 km/h rollt, spart mehr als durch jede technische Maßnahme.

Fazit: Die letzten 10 bis 20 km/h sind die teuersten – und bringen kaum etwas. Der sparsamste Liter Diesel ist der, den man gar nicht erst verbraucht.

Tempomat – aber mit Verstand

Viele glauben, Tempomat bedeutet automatisch sparsamer fahren. Nicht unbedingt. Auf hügeligen Strecken versucht der Tempomat oft krampfhaft, die eingestellte Geschwindigkeit zu halten – und gibt dabei unnötig viel Gas. Besser: Tempomat aus, vor der Steigung leicht beschleunigen, am Berg etwas Geschwindigkeit verlieren lassen und bergab wieder Schwung aufnehmen. LKW-Fahrer machen das seit Jahrzehnten, und es funktioniert.

Fazit: Tempomat auf flachen Strecken sinnvoll – auf hügeligen Strecken lieber selbst steuern.

Schwung nutzen – Energie nicht verschwenden

Jede unnötige Bremsung vernichtet Energie, die zuvor teuer mit Diesel erzeugt wurde. Profis sprechen vom Momentum Driving: Kreisverkehre früh erkennen, Ampeln weit voraus beobachten, rollen lassen statt bremsen. Wer den Verkehrsfluss liest und vorausschauend fährt, kommt mit deutlich weniger Kraftstoff ans Ziel.

Fazit: Vorausschauendes Fahren kostet nichts – und spart trotzdem bares Geld.

Dachlast – der stille Verbrauchsfresser

Ein beladener Dachträger kann den Verbrauch um 5 bis 20 Prozent erhöhen. Fahrräder, Dachboxen, Kajaks oder Surfbretter erzeugen enormen Luftwiderstand. Heckträger sind fast immer effizienter als Dachträger. Noch besser: Fahrräder innen transportieren und das Dach so frei wie möglich halten. Was nicht zwingend nach oben muss, gehört nach innen oder bleibt zu Hause.

Fazit: Das Dach frei halten ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Sparmaßnahmen überhaupt.

Reifendruck – unterschätzt und vernachlässigt

Bereits 0,3 bis 0,5 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand spürbar. Viele Camper fahren dauerhaft mit zu niedrigem Druck, weil sie den Wert für das unbeladene Fahrzeug nutzen. Vor längeren Reisen: Reifendruck kalt messen, Beladungszustand berücksichtigen und die Herstellerangaben für Volllast nutzen.

Fazit: Reifendruck prüfen dauert fünf Minuten. Es lohnt sich.

Gewicht reduzieren – was schleppt du eigentlich mit?

Viele Camper transportieren dauerhaft Werkzeug, Ersatzteile, volle Getränkekisten, Winterausrüstung im Sommer und doppelte Campingausrüstung. Oft kommen so mehrere hundert unnötige Kilogramm zusammen. Und 100 bis 150 Liter Frischwasser für die Anreise? Für die Fahrt dorthin reicht eine Teilfüllung – vor Ort kann man auffüllen.

Fazit: Wann hast du zuletzt bewusst entschieden, was wirklich mitfährt – und was einfach immer drin bleibt?

Früh hochschalten, Motor schonen

Moderne Dieselmotoren mögen niedrige Drehzahlen. Der wirtschaftlichste Bereich liegt bei den meisten Campern zwischen 1.500 und 2.200 Umdrehungen pro Minute. Wer den Motor unnötig hochdreht, erzeugt mehr Lärm, mehr Verbrauch – und keinen Zeitgewinn. Und noch eine alte Gewohnheit, die sich hartnäckig hält: den Motor nach dem Start erst mal im Stand warmlaufen lassen. Besser ist es, direkt loszufahren und die ersten Kilometer moderat zu fahren. So erreicht der Motor schneller seine Betriebstemperatur.

Fazit: Früh schalten, niedrig halten, entspannt ankommen.

Klimaanlage, Wind, Tanken und Planung – die letzten Prozent

Die Klimaanlage kostet Leistung. Morgens lüften statt sofort kühlen, Frontscheibenabdeckung nutzen, das Fahrzeug im Schatten parken – wer den Innenraum erst gar nicht auf 45 Grad aufheizen lässt, braucht deutlich weniger Kühlleistung.

Ein Faktor, den viele unterschätzen: Gegenwind. Starker Gegenwind kann den Verbrauch stärker erhöhen als eine hügelige Strecke. Bei spürbarem Wind das Tempo einfach um 10 km/h reduzieren – der Verbrauch sinkt oft deutlich.

Beim Tanken gilt: Autobahntankstellen sind fast immer die teuerste Option. Schon wenige Kilometer abseits können mehrere Cent pro Liter sparen. Apps wie Tankerkönig helfen im Inland, Fuel Prices Europe im Ausland.

Und dann ist da noch die Reiseplanung selbst – denn die meisten Liter werden nicht durch den Motor verschwendet, sondern durch unnötige Umwege, tägliches Standortwechseln und Stadtverkehr. Wer länger an einem Ort bleibt und Ausflüge mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV macht, spart mehr Sprit als durch jede technische Optimierung. Frühmorgens zu fahren lohnt sich dabei gleich doppelt: weniger Verkehr, kühlere Luft, weniger Stop-and-Go.

Wer seinen Verbrauch wirklich verstehen will, führt ein kurzes Verbrauchstagebuch: Kilometer, Liter, Durchschnittsgeschwindigkeit, Wetter, Beladung. Nach wenigen Reisen erkennt man sehr schnell, welche Geschwindigkeit optimal ist, wie stark Gegenwind wirklich wirkt – und welche Ausrüstung auf dem Dach richtig teuer wird.

Fazit: Alle Maßnahmen zusammen ergeben bei vielen Campern realistisch 1 bis 2 Liter weniger auf 100 Kilometern. Der größte Hebel ist dabei nicht Technik, sondern Verhalten: langsamer fahren, Schwung nutzen, Gewicht reduzieren, Dach frei halten, vorausschauend fahren.

Teil 3: Die Maschen der Camper-Mafia – was du wissen musst, um dich zu schützen

Das ist das Thema, über das niemand gerne redet, weil es den Urlaub ein bisschen trübt. Aber ich halte es für wichtiger, darüber zu sprechen, als so zu tun, als wäre es kein Thema. Denn es gibt organisierte Gruppen in Europa, die sich auf Campingurlauber spezialisiert haben – und die arbeiten erschreckend professionell.

Unterwegs auf der Straße

Der Spiegeltrick ist wohl die bekannteste Masche, vor allem in Italien – rund um Florenz, Bozen und auf Sizilien. Betrüger behaupten, man habe im Vorbeifahren ihren Außenspiegel beschädigt. Als Beweis zeigen sie einen schwarzen Streifen – der ist aufgemalt. Sie fordern sofort Bargeld. Das Gegenmittel ist denkbar einfach: sofort auf Polizei bestehen. Wer das Handy zückt und ankündigt, die Polizei zu rufen, bringt die Täter in fast allen bekannten Fällen dazu, umgehend das Weite zu suchen.

Der Reifenstecher ist besonders häufig in Spanien. Täter lassen an Tankstellen oder Mautstationen Luft aus dem Reifen oder beschädigen ihn leicht. Kurz nach der Weiterfahrt signalisieren sie hektisch, dass ein Reifen platt ist. Sobald man anhält, wird man abgelenkt, während Komplizen das Fahrzeug ausräumen. Gegenmittel: Nie an einsamen Stellen anhalten. Immer an belebten Rastplätzen oder Tankstellen stoppen – und niemals alle Türen offen lassen.

Die vorgetäuschte Panne ist vor allem auf Rastplätzen rund um Barcelona und Valencia bekannt. Ein Unbekannter weist auf vermeintlichen Rauch am Hinterrad hin. Sobald man nachschaut, drängt ein Komplize zur Seite und greift Handtasche oder Rucksack aus dem Fahrzeug. Gegenmittel: Bei fremden Helfern immer alle Türen verriegeln, bevor man aussteigt.

Der Eier-Trick funktioniert so: Täter werfen Eier gegen die Windschutzscheibe. Der Reflex, sofort Scheibenwischer und Waschanlage einzuschalten, verschmiert die Scheibe und erzwingt einen Stopp – dann schlagen sie zu. Vor allem aus Italien und Spanien gemeldet, aber auch auf deutschen Autobahnen bekannt. Gegenmittel: Wischer nicht einschalten, ruhig bleiben, die nächste beleuchtete Ausfahrt ansteuern.

Ablenkung durch Komplizen ist ein Klassiker auf Campingplätzen, Raststätten und Fährterminals. Während eine Person in ein Gespräch verwickelt, durchsucht ein Komplize unbemerkt das Fahrzeug. Gegenmittel: Bei unaufgeforderten Gesprächen das Fahrzeug immer im Blickfeld behalten und Türen abschließen.

Auf dem Campingplatz

Einbruch nachts oder beim Ausflug – Wohnmobile und Vans gelten als lohnende Ziele, weil Täter davon ausgehen, dass Wertsachen, Bargeld und Elektronik an Bord sind. Gegenmittel: Wertsachen nie sichtbar lassen, Zusatzschlösser an Türen und Heckklappen, Alarmanlage nachrüsten.

Fake-Campingplätze und überhöhte Rechnungen tauchen besonders in touristischen Hochsaisongebieten auf. Man wird auf einen vermeintlich offiziellen Stellplatz gelotst, der sich als privat und teuer herausstellt – oder die Rechnung enthält plötzlich viele Zusatzposten, die vorher nie erwähnt wurden. Gegenmittel: Preise und Leistungen immer vorher schriftlich bestätigen lassen.

Grundregeln für alle Situationen

Ein paar Dinge, die in jeder Lage gelten:

Bargeld und Dokumente immer am Körper tragen – nie im Fahrzeug lassen, wenn man es verlässt. Bei verdächtigen Situationen sofort 112 anrufen – europaweit kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Eine Dashcam kann bei Unfallbetrug entlasten und ist in vielen Ländern zulässig. Im Zweifel nicht anhalten, sondern ruhig weiterfahren bis zur nächsten belebten Tankstelle oder Raststätte. Und eine Reiseversicherung mit Assistance-Leistung abschließen – sie hilft nicht nur bei Pannen, sondern auch bei Diebstahl und deckt oft mehr ab, als man erwartet.

Fazit: Die meisten Menschen in Europa sind freundlich und hilfsbereit. Aber wer die gängigen Maschen kennt, reagiert ruhiger, klüger – und fällt nicht darauf herein.

Zum Schluss

Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir, entspannter und besser vorbereitet in den Sommer zu starten. Ein gut beladener Camper, ein paar kluge Entscheidungen unterwegs und das Wissen um die gängigsten Tricks – das ist alles, was du brauchst.

Damit du nichts vergisst, habe ich drei Dokumente für dich vorbereitet:

Checkliste für die Reise im Wohnmobil →
Alles, was vor der Abfahrt erledigt sein sollte – von Technik über Dokumente bis zum Kühlschrank.

Gewichtsschätzungen für die Zuladung →
Eine praktische Liste mit Richtwerten für typische Gegenstände, damit du deinen Camper grob einschätzen kannst, bevor du zur Waage fährst.

Wo kann ich mein Wohnmobil wiegen lassen? →
Eine Übersicht mit Standorten und Tipps, wo du dein Fahrzeug im vollbeladenen Zustand auf die Waage bringen kannst.

Gute Fahrt – und einen unvergleichlichen Urlaub wünsche ich euch.

 

Diese Rad-Ausrüstung macht voll POC

Eine Radtour nach Dänemark? Dafür braucht man nicht nur das passende Fahrrad, sondern auch die richtige Ausrüstung. Sonst tut nach ein paar Kilometern nicht nur der Hintern weh. Es geht um Schutz, es geht um Gewicht und es geht am Ende auch immer um den guten Geschmack. Gerd nimmt auf seine Tour nach Dänemark Bike-Gear der Firma POC mit. Helm, Brille, Hose oder Jacke: Diese Ausrüstung sorgt für pures Rad-Vergnügen.

Calyx Helm

© Gerd Blank // Campermen

Helme sind für mich ein großes Problem. Nicht, dass ich keine tragen mag. Sicherheit geht vor, ich trage einen Helm, wenn es sein muss. Wenn ich Ski fahre oder auf dem Motorrad. Beim Fahrradfahren habe ich mich bisher immer geweigert. Die meisten Helme sind furchtbar hässlich. Oder sie passen mir einfach nicht. Ich habe einen Kopfumfang von 62 cm. Auf meinen Helmen stehen Bezeichnungen wie XL oder XXL. Schaut Euch die Kavenzmänner mal an, wenn ihr einen in die Hände bekommt. Ich sehe damit häufig aus wie Calimero. Ihr wisst schon, der mit dem Sombrero. Ich habe dann den Calyx von POC entdeckt. Der Helm ist optisch eine Mischung aus Ski-Helm oder Skater-Helm. Und tatsächlich kann man ihn für viele Abenteuer nutzen. Laut Beschreibung kann er in den Bergen, auf der Piste oder eben auf dem Rad genutzt werden. Für den Winter und bei Wind sind ansteckbare Ohrenschützer dabei. Beim Radfahren sorgen wiederum Belüftungslöcher für eine kleine Erfrischung auf der Kopfhaut. Was mich aber viel mehr gefreut hat, dass er trotz der Größe etwas dezenter daherkommt, als viele seiner Artgenossen. Die Innenschale lässt sich mit einem Drehrad auf die richtige Größe einstellen. An der hinteren Innenseite sitzt wiederum eine verstellbare Kopfstütze, damit der Helm nicht nach hinten rutscht. Und tatsächlich: Der Calyx sitzt optimal. Klar, mit so einem großen Kopf kann man keinen unsichtbaren Helm tragen. Aber er wirkt trotz des dicken Polsters und der Stabilen Form relativ dezent. Das liegt sicher an der Farbe.

© Poc
© Poc
© Poc
Produkt Calyx Helm
Extras Abnehmbare Ohrpolster, Nackenwärmer inkludiert, in verschiedenen Größen und Farben erhältlich
Preis (UVP) 250 Euro
Link https://poc.com/de/product/calyx-uranium-black-matt

Devour Photochromic Sportbrille

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Es gibt zwei Dinge, die mich auf längeren Radtouren nerven: Wenn die Sonne ins Gesicht scheint und wenn kleine Fliegen im Auge landen. Früher bin ic immer mit einer normalen Sonnenbrille gefahren. Das half zwar gegen Sonne, war aber blöd, wenn die Sonne wieder weg war. Und Fliegen fanden immer ihren Weg. Standardbrillen sind nicht optimal für sportliche Zwecke. Bei der Devour hat keine Fliege eine Chance. Die Gläser sind sehr groß und dank der leichten Wölbung schmiegen sie sich fast ans Gesicht. Sie erinnert ein wenig an eine Skibrille – und das ist auch so gewollt. Was auf der Piste funktioniert, ist auch auf der Straße praktisch. Die Gläser sind unglaublich leicht, die Brille wiegt nur etwa 40 Gramm. Den absoluten Clou sieht man aber erst, wenn die Sonne scheint. Aus einer Klarsichtbrille wird eine getönte Brille. Je stärker die Sonne, desto dunkler wird’s. Und schiebt sich eine Wolke vor die Sonne, wird das Glas wieder heller. Ich bin so begeistert vom Konzept, dass ich die Brille inzwischen auch ab und zu einfach so trage. Ich habe sie beim Spaziergang in die Stadt kaum auf der Nase gespürt und schon vergessen, dass sie einen Großteil meines Gesichts einnimmt. Erst als mich einige Passanten seltsam anschauten, erinnerte ich mich. Vielleicht hielten die mich für Ski Aggu?

Produkt Devour Photochromic Sportbrille
Extras Gläser verdunkeln automatisch bei Sonnenschein. Gläser lassen sich auswechseln
Preis (UVP) 300 Euro
Link https://poc.com/de/product/devour-photochromic-translucent-black-clarity-photochromic-changeable-grey

Cadence Cargo Bib Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich habe lange gebraucht, um mich mit dem Thema Radhose anzufreunden. Nicht weil ich etwas gegen enge Hosen hätte. Sondern weil man damit auf dem Rad sitzt wie auf einem mittelprächtig gepolsterten Bürostuhl und das nach zwei Stunden merkt. Ich habe verschiedene Modelle ausprobiert. Immer war irgendwas. Zu wenig Polsterung hier, zu viel Druck dort. Und dann dieses generelle Gefühl, als würde man auf einem Kieselstein sitzen. Die Cadence Cargo Bib Shorts von POC haben mich eines Besseren belehrt. Das fängt schon beim Sitzpolster an. POC nennt es das „Novus“ und es ist tatsächlich patentiert. Das klingt nach Marketing, fühlt sich aber anders an. Die Form basiert auf einer Druckpunktanalyse, also echten Messdaten. Das Polster ist breiter und enthält zusätzlich Gel-Einsätze, die Vibrationen schlucken. Das merkt man. Wundstellen und Reibungspunkte, die ich von anderen Hosen kannte, blieben aus. Dazu gibt es einen zentralen Kanal im Polster, der den Blutfluss unterstützt. Klingt medizinisch, ist aber beim Fahren spürbar. Was mich außerdem überzeugt hat: die Passform. Die Hose ist anatomisch geformt und berücksichtigt die männliche Anatomie explizit. Das klingt selbstverständlich, ist es aber offenbar nicht. Der 4-Wege-Stretch lässt volle Bewegungsfreiheit, die Träger sind dehnbar und lassen sich leicht herunterziehen. Wer schon mal mit Trägerhosen auf öffentlichen Toiletten gekämpft hat, weiß, wie wichtig das ist. Und dann ist da noch das perforierte Material am Rumpf, das für Luftzirkulation sorgt. Keine Ahnung, wie ich damit früher ohne ausgekommen bin. Mit 220 Gramm ist die Hose außerdem kaum zu spüren. Fast so, als würde man gar nichts tragen. Fast.

Produkt Cadence Cargo Cycling Bib Shorts
Patentiertes Sitzpolster, in verschiedenen Größen verfügbar
Preis (UVP) 180 Euro
Link https://poc.com/de/product/ms-cadence-cargo-bib-shorts-uranium-black

Motion MTB Shorts

© Gerd Blank // Campermen

Ich fahre kein Mountainbike. Noch nicht. Aber ich habe verstanden, dass man für den Trail andere Klamotten braucht als fürs Rennrad. Auf dem Trail regnet es häufiger, die Hose berührt gelegentlich den Boden oder einen Ast, und man bewegt sich schlicht anders. Die Motion MTB Shorts von POC sind genau für diese Situationen gemacht. Ich finde sie auch jenseits des Trails ziemlich praktisch. Die Hose ist aus recyceltem Polyamid gefertigt, das ich als angenehm leicht beschreiben würde. Nur 190 Gramm. Und obwohl das Material robust ist und dem ein oder anderen Kontakt mit Trail-Hindernissen stand hält, fühlt es sich nicht nach Outdoor-Ausrüstung aus den Neunzigern an. Die Imprägnierung ist C0/PFAS-frei, was bedeutet, dass Wasser bei leichtem Regen einfach abperlt, ohne dass chemischer Schnickschnack im Spiel ist. Bei stärkerem Regen gibt es dann die passende Regenjacke, aber dazu gleich mehr. Was mir besonders gut gefällt: Der Schnitt. Ein Zwickel im Schritt verhindert unangenehme Reibung, der Bund lässt sich verstellen, und die Hose passt über Knieschoner, ohne zu zwicken. Zwei Reißverschlusstaschen halten alles sicher an Ort und Stelle. Ich habe die Shorts zuletzt auf einer längeren Tour getragen und war überrascht, wie gut sie für alles Mögliche taugen. Manchmal reicht eben ein guter Schnitt.

Produkt Motion MTB Shorts
Extras Verschiedene Größen und Farben verfügbar. Komfortabel und leicht.
Preis (UVP) 100 Euro
Link https://poc.com/de/product/ms-motion-shorts-uranium-black

Motion MTB Regenjacke

© Gerd Blank // Campermen
© Gerd Blank // Campermen

Es gibt eine Wahrheit über Radfahren, die man lieber früh akzeptiert: Man wird nass. Irgendwann. Man kann die Ausfahrt so gut planen, wie man will – das Wetter kümmert das nicht. Ich habe jahrelang auf Regenfahrten verzichtet oder mich mit einer normalen Windbreaker-Jacke beholfen, die nach zwanzig Minuten Regen aufgegeben hat. Und dann ist man trotzdem klatschnass, aber zusätzlich eingepackt wie ein Müllbeutel. Die Motion Rain Jacket von POC ist in dieser Hinsicht ein anderes Kaliber. Sie besteht aus dreilagigem Nylon mit Ripstop-Konstruktion und einer PFC-freien DWR-Imprägnierung. Kein Wasser dringt ein, und das Material hält trotzdem was aus. Die Jacke ist mit 295 Gramm kein Fliegengewicht, aber für das, was sie leistet, erstaunlich kompakt. Ich trage sie zusammengerollt im Rucksack, bis der erste Regentropfen fällt. Besonders durchdacht finde ich die Kapuze. Sie lässt sich vollständig anpassen und sitzt auch unter dem Helm, was bei Regenjacken überhaupt nicht selbstverständlich ist. Wer schon mal versucht hat, eine normale Kapuze über einen Radhelm zu ziehen, kennt das Theater. Hier klappt das. Elastische Bündchen an den Ärmeln und am Saum halten alles dicht, perforierte Zonen unter den Armen sorgen gleichzeitig dafür, dass man sich beim Fahren nicht wie in einer Sauna fühlt. Reflektierende Streifen auf der Rückseite machen die Jacke bei schlechter Sicht sichtbarer. Eine Jacke, die mitdenkt.

Produkt Motion Rain MTB Jacket
Extras Verschiedene Farben und Größen verfügbar, helmkompatible Kapuze, reflektierende Rückenstreifen
Preis (UVP) 270 Euro
Link https://poc.com/de/product/ms-motion-rain-jacket-sylvanite-grey

Wo der Kaiser regiert – Wintervergnügen mit Haltung, Humor und Hochgenuss

Ein Reisebericht aus der Ferienregion Wilder Kaiser.

Es gibt Ferienregionen, die schreien einem schon beim Ankommen entgegen: höher, steiler, extremer. Und dann gibt es die Ferienregion Wilder Kaiser mit der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental. Die steht einfach da. Selbstbewusst. Gelassen. Mit einem Blick, der sagt: Ich muss niemandem etwas beweisen.

Mit bis zu 1.869 Metern Seehöhe kratzt die Ferienregion Wilder Kaiser zwar nicht an den ganz großen alpinen Zahlenfetischen, aber das ist ungefähr so relevant wie die Höchstgeschwindigkeit eines Traktors auf der Autobahn. Entscheidend ist, was man mit dem Gelände macht – und hier wird sehr viel richtig gemacht. Dank moderner Beschneiung und obsessiv genauer Pistenpräparation liefern die Schneeexperten des Gebiets selbst in schneearmen Wintern Bedingungen, die so ordentlich sind, dass man fast vom Boden essen könnte. Was man aber natürlich nicht tut, weil man gerade Ski fährt.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Ferienregion Wilder Kaiser mit seiner SkiWelt ist das erste große Skigebiet Tirols direkt hinter der deutschen Grenze. Von München aus sind es gerade einmal 110 Kilometer. Das bedeutet weniger Zeit im Auto, mehr Zeit auf der Piste – und deutlich weniger Gelegenheit, sich über Staus aufzuregen.

Wilder Kaiser, Zahmer Kaiser – eine kaiserliche Verwirrung, einfach erklärt

Der Name sorgt regelmäßig für Stirnrunzeln. Wilder Kaiser? Zahmer Kaiser? Kaisergebirge? Klingt nach einer sehr komplizierten Monarchie. Tatsächlich ist es ganz einfach: Der Wilde Kaiser ist der markante, schroffe Gebirgszug, der der Region ihren Namen gibt. Gemeinsam mit dem Zahmen Kaiser im Norden und dem Niederkaiser im Osten bildet er das Kaisergebirge.

Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz – und zwar konsequent. Liftanlagen? Fehlanzeige. Eine einzige Ausnahme gibt es: den Kaiserlift in Kufstein, der ins wunderschöne Kaisertal führt. Mehr nicht. Und das ist gut so. Denn während der Wilde Kaiser unberührt, majestätisch und ein bisschen einschüchternd bleibt, spielt sich das eigentliche Skivergnügen gegenüber, auf den sanften Grashügeln der Kitzbüheler Alpen ab. Ergebnis: perfekte Pisten – mit ständigem Blick auf wilde, unangetastete Natur. Ein seltenes, fast schon luxuriöses Zusammenspiel.

Pisten, die niemanden überfordern – und alle zufriedenstellen

Die Ferienregion Wilder Kaiser ist kein Gebiet für Profilneurotiker, die schwarze Pisten nur deshalb fahren, weil sie schwarz sind. Sie ist ein Skigebiet für Menschen. Für Familien. Für Genussfahrer. Für Anfänger. Für Fortgeschrittene, die lieber elegant als verbissen unterwegs sind.

Mit 275 Pistenkilometern, überwiegend blau und rot, ist das Gelände angenehm weitläufig, aber nie einschüchternd. Vier Orte – Ellmau, Going, Scheffau und Söll – sind über moderne Lifte perfekt verbunden. Insgesamt sorgen 80 hochmoderne Liftanlagen dafür, dass Wartezeiten eher ein Gerücht als Realität sind.

Und dann wären da noch die 80 Hütten. Von groß bis herrlich gemütlich. Von Sonnenterrasse bis Holzstube. Kulinarisch überraschend ambitioniert, aber nie abgehoben. Man isst gut, trinkt besser und fragt sich kurz, warum man eigentlich jemals woanders Ski gefahren ist.

Eisstockschießen bei Flutlicht

Gewachsene Dörfer statt Retortenromantik

Was die Region besonders macht, ist nicht nur das Skigebiet, sondern das Drumherum. Die Orte sind keine gesichtslosen Zweckbauten, sondern gewachsene Dörfer mit traditioneller Architektur, kleinen Höfen, familiengeführten Pensionen und Hotels. Große Hotelketten? Sucht man hier vergebens.

Das Verhältnis von 13.000 Gästebetten zu 10.000 Einwohnern spricht Bände. Tourismus ja – Massentourismus nein. Die Gastgeber sind Eigentümer, keine Manager. Der Service ist herzlich, nicht einstudiert. Und das Essen? Tirol eben. Ehrlich, deftig, überraschend fein.

Ein schönes Beispiel für den Charme der Region ist die Berg-Erlebnis-Welt Hexenwasser in Söll. Ein kostenloses Angebot, bei dem unter anderem Kinoabende, Kinderprogramme und kleine Events stattfinden. Offen ist es – herrlich unprätentiös – nur dann, wenn die Wäsche draußen hängt. Wer es genauer wissen will, schaut einfach ins Programm auf der Website. Ordnung muss sein.

JÄNNERplus – Winterurlaub mit eingebautem Mehrwert

Falls jemand glaubt, 275 Pistenkilometer seien nicht genug, hat die Region noch ein Ass im Ärmel: JÄNNERplus. Dieses Programm startet jedes Jahr im Januar und bietet Gästen ein erstaunlich umfangreiches Zusatzangebot – kostenlos.

Mit der Wilder Kaiser GästeCard, die jeder Übernachtungsgast erhält, kann man an Aktivitäten teilnehmen, für die man anderswo tief in die Tasche greifen würde: Schneeschuhwanderung, Nachtrodeln, Lama trekking (ja, wirklich), Pistenbullyführung, Schnapstour mit Brennereibesichtigung, Skiguiding Anmeldung online, hingehen, genießen. Kein Haken. Kein Kleingedrucktes. Einfach so.

Kleine Schnapslehre – zu Besuch beim Wagnerhof

Ein besonderer Programmpunkt von JÄNNERplus ist die Schnapsbrenner-Tour, etwa am traditionsreichen Wagnerhof. Und plötzlich versteht man, warum ein guter Obstbrand nichts mit dem zu tun hat, was im Supermarktregal steht.

Ein echter Brand entsteht aus Frucht, Zeit und Geduld. Für einen Liter Apfelbrand braucht man rund 15 Kilogramm Obst, für Himbeere sogar bis zu 40 Kilogramm – was den Preis erklärt. Gebrannt wird ausschließlich mit vergorenen Früchten, nicht mit Industriealkohol und Aroma. Letzteres ist leider der Standard im Massenmarkt.

In Tirol besitzt übrigens jeder Bauernhof ein Brennrecht, ein Relikt aus der Zeit Maria Theresias. Rund 4.000 Brennereien gibt es im Bundesland – bei 800.000 Einwohnern. Das sagt alles.

Am Wagnerhof werden jährlich etwa 20.000 Kilo Obst verarbeitet. Verkostet wird bei Zimmertemperatur, im richtigen Glas, in kleinen Schlucken. Der Brand hat Vorlauf, Mittellauf (das eigentliche Produkt, etwa 75 %) und Nachlauf. Was verwendet wird, entscheidet – ganz analog – der Gaumen.

Besonders spannend: der Zirbengeist. Die Zapfen werden nur Anfang Juli, etwa 14 Tage lang, von Hand gepflückt. Hoch oben am Baum. Danach geschnitten, angesetzt, gebrannt. Ein Produkt mit Charakter. Wie sein Brennmeister Hermann Bichler.

Anreise – unkompliziert bis vor die Haustür

Mit der Bahn geht es bequem per ICE nach München, weiter mit der Regionalbahn nach Kufstein, von dort etwa 20 Minuten mit dem Taxi ins Brixental. Mit dem Auto ist man von München aus in gut anderthalb Stunden da.

Auch Camper sind willkommen: vom Kaiser Camp in Scheffau über den Franzlhof in Söll bis zum Bruggerhof in Reith bei Kitzbühel, direkt am Schwarzsee.
Fun Fact: Der Schwarzsee ist ein Naturmoorsee mit einem öffentlichen Strandbad in einem Naturschutzgebiet und dank seiner Beschaffenheit heizt er sich schon im Frühling so schnell auf, dass ein frühes „Anbaden“ bei angenehmen Temperaturen problemlos möglich ist.

Fun Facts & besondere Orte

Majestätisch erhebt sich der Wilde Kaiser über der Ferienregion – unberührt, ursprünglich und bewusst unerschlossen. Weder Lifte noch Pisten führen in das markante Massiv. Nur Tourengeher im Winter und Wanderer im Sommer dürfen sich dem Naturdenkmal nähern.

Glamour trifft alpine Tradition im 5-Sterne-Hotel Stanglwirt: Ein Refugium für internationale High Society und Prominenz, eingebettet in die Kulisse des Brixentals.

Kultstatus genießt die Rübezahl Alm am Wilden Kaiser. Die niedrige Eingangstür von gerade einmal 1,50 Metern macht den Besuch zur sportlichen Übung – einst Treffpunkt der Limbotänzer, heute legendärer Promi-Hotspot.

Kulinarisch wärmt der „Heiße Opa“: eine süße Winterspezialität aus Pistazienlikör, verfeinert mit Sahne – überraschend, cremig, kultig.

Für nächtliche Action sorgt das Nachtrodeln am Astberg. Von Mittwoch bis Samstag geht es auf einer 4,5 Kilometer langen, mittelschweren Strecke talwärts – beleuchtet bis Mitternacht.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten: Die Simonalm begeistert mit kostenlosen Kräuterschulungen und liebevoll gestalteten Angeboten für Kinder.

Fazit: Ein Kaiser, der nichts beweisen muss

Die Ferienregion mit der SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental ist kein Skigebiet für Extreme. Sie ist eines für Menschen mit Geschmack. Für Familien. Für Genießer. Für alle, die lieber gut als spektakulär Ski fahren, lieber herzlich als hip wohnen und lieber Qualität als Quantität schätzen.

Mit dem JÄNNERplus-Angebot bekommt ihr drei Wochen lang im Januar zahlreiche exklusive Aktivitäten auf und abseits der Piste kostenlos. Von Schlittenfahrten, Nachtrodeln, Eisstockschiessen und vielen Genuss-Highlights ist ganrantiert für jeden etwas dabei. Mitmachen ist ganz einfach: Auf der Website die JÄNNERplus Angebote durchgehen, Buchen und jeden Tag etwas neues Erleben. Alles ohne zusätzliche Kosten und doppelten Boden mit der  Wilder Kaiser GästeCard.

Wer gerne die Hände frei hat und stressfrei Anreisen möchte, wählt die Bahn und das Winterrail Angebot für Österreich. Und wenn ihr rechtzeitig bucht, sind günstige Spartarife drin und so ist das erste Schnitzel quasi schon bezahlt. 

Klingt alles zu schön um Wahr zu sein, oder? Ok, wer das Haar in der Suppe suchen will, wird vielleicht anmerken, dass am Wilden Kaiser Kartenzahlung häufig nicht möglich ist, was aber auch einen Vorteil sein kann. So gibt es nach euer Reise bei der Abrechnung keine bösen Überraschungen und Geldautomaten sind natürlich überall vor Ort zu finden.   

Der Wilde Kaiser bleibt wild. Die SkiWelt bleibt zugänglich. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Fotos: Björn Ahrndt, Henning Pommée, Chris Thomas Christoph Reiter