Wer wie ich viel draussen unterwegs ist, wird das kennen: Man versucht möglichst wenig Klamotten mitzunehmen. Und wenn dann der Kaffee am Morgen durch zitternde Hände zum Teil auf dem Shirt landet, ist Holland in Not. Entweder man läuft wie ein menschliches Erdferkel rum – oder man wäscht das Shirt. Ich entscheide mich meistens für die Sauberkeit und bisher lief das dann bei mir so: Eimer mit Wasser füllen, Waschmittel rein, T-Shirt darin einweichen, durchkneten, ausspülen, auswringen, aufhängen. Das Resultat ist meistens in Ordnung, nur meine Hände sind dann so schrumpelig wie nach zu langem Baden.

© Gerd Blank

Der Waschsack von Scrubba verspricht, dass das Wäschewaschen eine echt saubere Sache ist. Der Beutel ist im Prinzip nichts anderes als ein Trockenbeutel, der auch gerne beim Wassersport mitgenommen wird. Das Material fühlt sich so an, als wäre eine Ikea-Tasche zu einem Beutel verschweißt worden. An der vorderen Seite befindet sich ein Sichtfenster, damit man ide Wäsche beim Spülvorgang schön im Auge behalten kann. Das kenne ich von Zuhause, wenn in der großen Maschine der Schleudergang beginnt. Da habe ich gerne zugeschaut – allerdings war ich da acht Jahre alt.

In den Beutel geht trotz der Größe relativ wenig Wäsche rein, der Hersteller spricht von zwei Shirts, zwei Unterhosen und zwei Paar Socken pro Wachgang. Ist die Wäsche drin, wird der Beutel bis zur Markierung mit Wasser gefüllt und Waschmittel hinzugefügt. Schließlich muss die Öffnung zusammengerollt und verschlossen werden. Am Beutel befindet sich ein kleines Ventil, worüber zum Schluss die Luft abgelassen wird. Jetzt darf gerieben werden, immer schön pressen, drücken und dabei die Wäsche an dem innen angebrachten Gummi-Waschbrett drücken. 30 Sekunden sollen genügen, für einen Waschgang, der einer richtigen Waschmaschine entspricht, sollten es allerdings drei Minuten sein. Beutel öffnen, Wasser ablassen und Wäsche spülen und auswringen – im Prinzip ähnelt der Rest dem Waschen per Hand im Eimer.

© Gerd Blank

Der Waschsack ist eigentlich eine gute Idee: Wer seine Klamotten schnell reinigen möchte, kann dies damit tun. Allerdings ist das Fassungsvermögen zu klein und so richtig viel Wasser wird damit auch nicht gespart. Mehr noch: Wenn ich direkt am Wohnmobil wasche, muss ich nicht nur das Seifenwasser loswerden, sondern auch meine Wasservorräte für die Spülung nutzen. Also sollte ich mit dem Beutel zum Waschhaus gehen, sofern der Platz so etwas überhaupt bietet. Aber auch das ist noch zu verschmerzen, denn mit dem Eimer habe ich das selbe Problem. Mich stört vor allem der Preis: etwa 50 Euro kostet der Beutel, der am Ende des Tages nichts anderes als ein Beutel ist. Der einzige Vorteil gegenüber einem Trockenbeutel ist das dünnere Material, wodurch die Wäsche besser geknetet werden kann. Allerdings macht dies den Beutel auch empfindlicher. Für 20 Euro wäre der Scrubba Wash Bag sicher ein Empfehlung gewesen, denn auch während der Fahrt kann man so ganz bequem ein paar Teile einweichen lassen und danach schrubben. Aber 50 Euro? Müsste ich mich entscheiden, würde ich dann lieber einen Tag mit einem Kaffeefleck auf dem Shirt herumlaufen – oder mir einfach ein neues Shirt kaufen und das dreckige dann zuhause waschen.

Aber ein Blick auf die Seite lohnt dennoch, denn es gibt auch Zubehör für den Beutel, der das Waschen noch einfacher machen soll. Und natürlich habe ich leicht reden, denn ich mit mit einem voll ausgestattetem Wohnmobil unterwegs. Wer dagegen mit dem Fahrrad auf Tour ist und ab und zu ein paar Wäschstücke reinigen will, freut sich vielleicht über den sauberen Begleiter. Wie dem auch sei: Mehr Infos gibt es unter: https://thescrubba.com/