Wo der Kaiser regiert – Wintervergnügen mit Haltung, Humor und Hochgenuss

Ein Reisebericht aus der Ferienregion Wilder Kaiser.

Es gibt Ferienregionen, die schreien einem schon beim Ankommen entgegen: höher, steiler, extremer. Und dann gibt es die Ferienregion Wilder Kaiser mit der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental. Die steht einfach da. Selbstbewusst. Gelassen. Mit einem Blick, der sagt: Ich muss niemandem etwas beweisen.

Mit bis zu 1.869 Metern Seehöhe kratzt die Ferienregion Wilder Kaiser zwar nicht an den ganz großen alpinen Zahlenfetischen, aber das ist ungefähr so relevant wie die Höchstgeschwindigkeit eines Traktors auf der Autobahn. Entscheidend ist, was man mit dem Gelände macht – und hier wird sehr viel richtig gemacht. Dank moderner Beschneiung und obsessiv genauer Pistenpräparation liefern die Schneeexperten des Gebiets selbst in schneearmen Wintern Bedingungen, die so ordentlich sind, dass man fast vom Boden essen könnte. Was man aber natürlich nicht tut, weil man gerade Ski fährt.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Ferienregion Wilder Kaiser mit seiner SkiWelt ist das erste große Skigebiet Tirols direkt hinter der deutschen Grenze. Von München aus sind es gerade einmal 110 Kilometer. Das bedeutet weniger Zeit im Auto, mehr Zeit auf der Piste – und deutlich weniger Gelegenheit, sich über Staus aufzuregen.

Wilder Kaiser, Zahmer Kaiser – eine kaiserliche Verwirrung, einfach erklärt

Der Name sorgt regelmäßig für Stirnrunzeln. Wilder Kaiser? Zahmer Kaiser? Kaisergebirge? Klingt nach einer sehr komplizierten Monarchie. Tatsächlich ist es ganz einfach: Der Wilde Kaiser ist der markante, schroffe Gebirgszug, der der Region ihren Namen gibt. Gemeinsam mit dem Zahmen Kaiser im Norden und dem Niederkaiser im Osten bildet er das Kaisergebirge.

Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz – und zwar konsequent. Liftanlagen? Fehlanzeige. Eine einzige Ausnahme gibt es: den Kaiserlift in Kufstein, der ins wunderschöne Kaisertal führt. Mehr nicht. Und das ist gut so. Denn während der Wilde Kaiser unberührt, majestätisch und ein bisschen einschüchternd bleibt, spielt sich das eigentliche Skivergnügen gegenüber, auf den sanften Grashügeln der Kitzbüheler Alpen ab. Ergebnis: perfekte Pisten – mit ständigem Blick auf wilde, unangetastete Natur. Ein seltenes, fast schon luxuriöses Zusammenspiel.

Pisten, die niemanden überfordern – und alle zufriedenstellen

Die Ferienregion Wilder Kaiser ist kein Gebiet für Profilneurotiker, die schwarze Pisten nur deshalb fahren, weil sie schwarz sind. Sie ist ein Skigebiet für Menschen. Für Familien. Für Genussfahrer. Für Anfänger. Für Fortgeschrittene, die lieber elegant als verbissen unterwegs sind.

Mit 275 Pistenkilometern, überwiegend blau und rot, ist das Gelände angenehm weitläufig, aber nie einschüchternd. Vier Orte – Ellmau, Going, Scheffau und Söll – sind über moderne Lifte perfekt verbunden. Insgesamt sorgen 80 hochmoderne Liftanlagen dafür, dass Wartezeiten eher ein Gerücht als Realität sind.

Und dann wären da noch die 80 Hütten. Von groß bis herrlich gemütlich. Von Sonnenterrasse bis Holzstube. Kulinarisch überraschend ambitioniert, aber nie abgehoben. Man isst gut, trinkt besser und fragt sich kurz, warum man eigentlich jemals woanders Ski gefahren ist.

Eisstockschießen bei Flutlicht

Gewachsene Dörfer statt Retortenromantik

Was die Region besonders macht, ist nicht nur das Skigebiet, sondern das Drumherum. Die Orte sind keine gesichtslosen Zweckbauten, sondern gewachsene Dörfer mit traditioneller Architektur, kleinen Höfen, familiengeführten Pensionen und Hotels. Große Hotelketten? Sucht man hier vergebens.

Das Verhältnis von 13.000 Gästebetten zu 10.000 Einwohnern spricht Bände. Tourismus ja – Massentourismus nein. Die Gastgeber sind Eigentümer, keine Manager. Der Service ist herzlich, nicht einstudiert. Und das Essen? Tirol eben. Ehrlich, deftig, überraschend fein.

Ein schönes Beispiel für den Charme der Region ist die Berg-Erlebnis-Welt Hexenwasser in Söll. Ein kostenloses Angebot, bei dem unter anderem Kinoabende, Kinderprogramme und kleine Events stattfinden. Offen ist es – herrlich unprätentiös – nur dann, wenn die Wäsche draußen hängt. Wer es genauer wissen will, schaut einfach ins Programm auf der Website. Ordnung muss sein.

JÄNNERplus – Winterurlaub mit eingebautem Mehrwert

Falls jemand glaubt, 275 Pistenkilometer seien nicht genug, hat die Region noch ein Ass im Ärmel: JÄNNERplus. Dieses Programm startet jedes Jahr im Januar und bietet Gästen ein erstaunlich umfangreiches Zusatzangebot – kostenlos.

Mit der Wilder Kaiser GästeCard, die jeder Übernachtungsgast erhält, kann man an Aktivitäten teilnehmen, für die man anderswo tief in die Tasche greifen würde: Schneeschuhwanderung, Nachtrodeln, Lama trekking (ja, wirklich), Pistenbullyführung, Schnapstour mit Brennereibesichtigung, Skiguiding Anmeldung online, hingehen, genießen. Kein Haken. Kein Kleingedrucktes. Einfach so.

Kleine Schnapslehre – zu Besuch beim Wagnerhof

Ein besonderer Programmpunkt von JÄNNERplus ist die Schnapsbrenner-Tour, etwa am traditionsreichen Wagnerhof. Und plötzlich versteht man, warum ein guter Obstbrand nichts mit dem zu tun hat, was im Supermarktregal steht.

Ein echter Brand entsteht aus Frucht, Zeit und Geduld. Für einen Liter Apfelbrand braucht man rund 15 Kilogramm Obst, für Himbeere sogar bis zu 40 Kilogramm – was den Preis erklärt. Gebrannt wird ausschließlich mit vergorenen Früchten, nicht mit Industriealkohol und Aroma. Letzteres ist leider der Standard im Massenmarkt.

In Tirol besitzt übrigens jeder Bauernhof ein Brennrecht, ein Relikt aus der Zeit Maria Theresias. Rund 4.000 Brennereien gibt es im Bundesland – bei 800.000 Einwohnern. Das sagt alles.

Am Wagnerhof werden jährlich etwa 20.000 Kilo Obst verarbeitet. Verkostet wird bei Zimmertemperatur, im richtigen Glas, in kleinen Schlucken. Der Brand hat Vorlauf, Mittellauf (das eigentliche Produkt, etwa 75 %) und Nachlauf. Was verwendet wird, entscheidet – ganz analog – der Gaumen.

Besonders spannend: der Zirbengeist. Die Zapfen werden nur Anfang Juli, etwa 14 Tage lang, von Hand gepflückt. Hoch oben am Baum. Danach geschnitten, angesetzt, gebrannt. Ein Produkt mit Charakter. Wie sein Brennmeister Hermann Bichler.

Anreise – unkompliziert bis vor die Haustür

Mit der Bahn geht es bequem per ICE nach München, weiter mit der Regionalbahn nach Kufstein, von dort etwa 20 Minuten mit dem Taxi ins Brixental. Mit dem Auto ist man von München aus in gut anderthalb Stunden da.

Auch Camper sind willkommen: vom Kaiser Camp in Scheffau über den Franzlhof in Söll bis zum Bruggerhof in Reith bei Kitzbühel, direkt am Schwarzsee.
Fun Fact: Der Schwarzsee ist ein Naturmoorsee mit einem öffentlichen Strandbad in einem Naturschutzgebiet und dank seiner Beschaffenheit heizt er sich schon im Frühling so schnell auf, dass ein frühes „Anbaden“ bei angenehmen Temperaturen problemlos möglich ist.

Fun Facts & besondere Orte

Majestätisch erhebt sich der Wilde Kaiser über der Ferienregion – unberührt, ursprünglich und bewusst unerschlossen. Weder Lifte noch Pisten führen in das markante Massiv. Nur Tourengeher im Winter und Wanderer im Sommer dürfen sich dem Naturdenkmal nähern.

Glamour trifft alpine Tradition im 5-Sterne-Hotel Stanglwirt: Ein Refugium für internationale High Society und Prominenz, eingebettet in die Kulisse des Brixentals.

Kultstatus genießt die Rübezahl Alm am Wilden Kaiser. Die niedrige Eingangstür von gerade einmal 1,50 Metern macht den Besuch zur sportlichen Übung – einst Treffpunkt der Limbotänzer, heute legendärer Promi-Hotspot.

Kulinarisch wärmt der „Heiße Opa“: eine süße Winterspezialität aus Pistazienlikör, verfeinert mit Sahne – überraschend, cremig, kultig.

Für nächtliche Action sorgt das Nachtrodeln am Astberg. Von Mittwoch bis Samstag geht es auf einer 4,5 Kilometer langen, mittelschweren Strecke talwärts – beleuchtet bis Mitternacht.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten: Die Simonalm begeistert mit kostenlosen Kräuterschulungen und liebevoll gestalteten Angeboten für Kinder.

Fazit: Ein Kaiser, der nichts beweisen muss

Die Ferienregion mit der SkiWelt Wilder Kaiser–Brixental ist kein Skigebiet für Extreme. Sie ist eines für Menschen mit Geschmack. Für Familien. Für Genießer. Für alle, die lieber gut als spektakulär Ski fahren, lieber herzlich als hip wohnen und lieber Qualität als Quantität schätzen.

Mit dem JÄNNERplus-Angebot bekommt ihr drei Wochen lang im Januar zahlreiche exklusive Aktivitäten auf und abseits der Piste kostenlos. Von Schlittenfahrten, Nachtrodeln, Eisstockschiessen und vielen Genuss-Highlights ist ganrantiert für jeden etwas dabei. Mitmachen ist ganz einfach: Auf der Website die JÄNNERplus Angebote durchgehen, Buchen und jeden Tag etwas neues Erleben. Alles ohne zusätzliche Kosten und doppelten Boden mit der  Wilder Kaiser GästeCard.

Wer gerne die Hände frei hat und stressfrei Anreisen möchte, wählt die Bahn und das Winterrail Angebot für Österreich. Und wenn ihr rechtzeitig bucht, sind günstige Spartarife drin und so ist das erste Schnitzel quasi schon bezahlt. 

Klingt alles zu schön um Wahr zu sein, oder? Ok, wer das Haar in der Suppe suchen will, wird vielleicht anmerken, dass am Wilden Kaiser Kartenzahlung häufig nicht möglich ist, was aber auch einen Vorteil sein kann. So gibt es nach euer Reise bei der Abrechnung keine bösen Überraschungen und Geldautomaten sind natürlich überall vor Ort zu finden.   

Der Wilde Kaiser bleibt wild. Die SkiWelt bleibt zugänglich. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Fotos: Björn Ahrndt, Henning Pommée, Chris Thomas Christoph Reiter