
Einmal Hirn auf Werkseinstellung, bitte
Manche Reiseziele bombardieren euch schon bei der Ankunft mit Highlights: hier ein Gipfel, dort ein Wasserfall, und hinter der nächsten Kurve wartet bestimmt das nächste Fotomotiv. Das Nordburgenland funktioniert anders. Die Landschaft rund um den Neusiedler See ist flach, der Himmel nimmt gefühlt drei Viertel des Blickfelds ein, und nichts drängt sich auf. Wer hier ankommt, merkt ziemlich schnell, dass sich das eigene Tempo ganz von allein anpasst.
Genau deshalb ist die Region ein ziemlich gutes Gegenmittel gegen das, was im Netz inzwischen „Brain Rot“ heißt: den Zustand, in den uns endloses Scrollen versetzt. Wer ein paar Tage zwischen Weingärten, Radwegen und Schilfgürtel verbringt, lässt das Handy erstaunlich oft in der Tasche. Fotografiert wird lieber mit der Kamera, gepostet erst hinterher. Für jemanden, der nebenbei einen Podcast macht, ist das ungefähr so, als würde man einem Koch das Salz wegnehmen. Funktioniert hat es bei mir trotzdem.
Die passende Kulisse dafür liefert der Neusiedler See selbst. Er ist der größte Steppensee Mitteleuropas, liegt teils in Österreich und teils in Ungarn und gehört zusammen mit seiner Umgebung zum UNESCO-Welterbe. So riesig er von oben wirkt, so flach ist er: an den meisten Stellen nur ein bis zwei Meter tief. Deshalb heizt sich das Wasser im Sommer schnell auf und gibt die Wärme nachts wieder ab. Ohnehin zählt das Burgenland zu den heißesten Ecken Österreichs.
Mehr als die Hälfte der Seefläche ist von Schilf bedeckt, das bis zu vier Meter hoch wächst und vom Ufer aus wie eine eigene Landschaft wirkt. Nennenswerte Zuflüsse gibt es kaum, einen natürlichen Abfluss gar nicht. Der See lebt fast nur vom Regen und verliert sein Wasser über die Verdunstung. Das erklärt auch, warum er in der Vergangenheit mehrfach komplett ausgetrocknet ist, zuletzt zwischen 1865 und 1871. Danach füllte er sich wieder, und die Menschen hier nehmen diese Launen bis heute mit bemerkenswerter Gelassenheit.
Für Camper ist diese Landschaft ein Geschenk. Die Wege sind kurz, Steigungen gibt es praktisch keine, und der Blick reicht fast überall bis zum Horizont. Anderswo bezahlt ihr eine Meditations-App dafür, dass ihr mal wieder durchatmet. Hier erledigt das die Aussicht.
Schlafen zwischen Reben, Therme und Strand
Ein ehrlicher Hinweis vorweg: Diesmal war ich ohne Van unterwegs, die folgenden Stellplätze habe ich also nicht selbst getestet. Wer aber mit Camper-Kopf durch den Seewinkel fährt, fragt sich bei jedem Hof und jeder Wiese automatisch, ob man hier gut stehen könnte. Die gute Nachricht: Die Auswahl ist groß, und einige Plätze sind richtig charmant.
Beim Winzer in Podersdorf
Podersdorf liegt am Ostufer und ist einer der wenigen Orte, an denen ihr direkt ans offene Wasser kommt, ohne euch erst durch den Schilfgürtel arbeiten zu müssen. Entsprechend gibt es hier einen großen Campingplatz direkt am See. Spannender finde ich aber die Stellplätze, die mehrere Weingüter im Ort anbieten. Ihr parkt zwischen den Rebzeilen, abends geht die Sonne über dem Wasser unter, und der Weg zum Weinkeller ist kürzer als der zum Sanitärgebäude.
Beim Weingut Sloboda sind allerdings nur Wohnmobile mit eigener Toilette zugelassen, und länger als drei Nächte dürft ihr nicht bleiben. Dafür gibt es ein nettes Detail: Wer zwölf Flaschen kauft, steht einen Tag gratis. Ein Deal, bei dem am Ende beide Seiten zufrieden sind.
Kurz & knapp: 21 € pro Nacht plus 4,50 € Ortstaxe pro Person · Strom, Wasser und Entsorgung inklusive · nur Wohnmobile mit eigener Toilette · maximal 3 Nächte
Weitere Winzer-Stellplätze gibt es bei Schaller vom See und bei HF Ettl in der Strandgasse, nur ein paar Gehminuten vom Strandbad entfernt. Die aktuellen Preise fragt ihr dort am besten direkt an.
An der Therme in Frauenkirchen
Ein paar Kilometer vom See entfernt liegt die St. Martins Therme & Lodge mit 10 Stellplätzen. Die Caravan-Stellplätze der St. Martins Therme & Lodge sind mit 50 m² großzügig bemessen und das ganze Jahr über geöffnet. Gerade in der Übergangszeit ist das eine schöne Kombination: tagsüber mit dem Rad durch den Nationalpark, abends ins warme Thermalwasser. Der Eintritt in die Therme ist nicht im Stellplatzpreis enthalten und sogar Voraussetzung dafür, dass ihr hier stehen dürft. Den Eintritt bekommt ihr dafür für 37 € pro Erwachsenen (ohne Sauna) vergünstigt. Wer mit Hund reist, freut sich über die eigene Hundewiese mit Badeteich. Anmelden solltet ihr euch vorher per Telefon oder Mail.
Kurz & knapp: Stellplatz 26 € pro Nacht · Strom, Trinkwasser, WLAN inklusive · ganzjährig geöffnet · im Winter Wasser nur bei frostfreiem Wetter
Am Neuen Strand in Breitenbrunn
Am Nordufer des Sees liegt der Neue Strand mit Campingplatz und Strandbad. Seit März 2026 gibt es dort außerdem neue Guesthouses, praktisch, wenn ihr mal ohne Van anreist oder Freunde dabeihabt, die lieber in einem richtigen Bett schlafen. Ich habe dort eine Nacht verbracht und morgens im Restaurant Libelle mit Blick aufs Schilf gefrühstückt, kein schlechter Start in den Tag. Der Campingplatz liegt direkt nebenan, mit dem Van seid ihr also genauso nah dran.
Einen guten Überblick über alle Campingplätze rund um den See findet ihr auf neusiedlersee.com.
Madonna, Shakira und ein Huhn namens Adele
Eine der ungewöhnlichsten Begegnungen am See hatte ich auf dem Bauernhof der St. Martins Therme. Hier arbeitet Karin Friedrich, Pädagogin und Zoologin, und setzt Tiere als Lehrmeister ein. Der offizielle Fachbegriff dafür lautet „tiergestützte Intervention“. Das klingt zunächst eher nach Behördenformular, entpuppt sich vor Ort aber als ausgesprochen lustig.
Der Grundgedanke ist einfach: Tiere bewerten nicht. Ihnen ist egal, wie ihr ausseht, was ihr beruflich macht oder ob ihr gerade einen schlechten Tag habt. Genau deshalb verlieren schüchterne Kinder im Stall oft ihre Angst, und gestresste Erwachsene werden spürbar ruhiger. Karin trainiert ihre Hühner mit dem Klicker, nach der Methode der amerikanischen Tiertrainerin Karen Pryor. Ein kurzes Klickgeräusch markiert genau den Moment, in dem das Tier etwas richtig macht, danach gibt es eine Belohnung. Gearbeitet wird in kleinen Schritten, und jede Einheit endet mit einem Erfolgserlebnis.
Die Hennen tragen große Namen: Madonna, Shakira und Gisele Bündchen. Der eigentliche Star des Hofs ist aber Adele, und zwar aus einem einfachen Grund. Sie singt wie der englische Popstar.
Dahinter steckt ein erstaunlicher Fakt: Hühner nehmen deutlich mehr Bilder pro Sekunde wahr als wir Menschen. Aus ihrer Sicht bewegen wir uns also gewissermaßen in Zeitlupe, was auch erklärt, warum sie so schnell lernen. Eine Trainingseinheit dauert maximal 30 Sekunden. Danach können die Hühner Kreise erkennen und Farben unterscheiden, und das Gelernte behalten sie rund ein Jahr lang. Wir Menschen brauchen für so etwas eine Dreiviertelstunde und haben es bis Montag wieder vergessen.
Gleich nebenan leben die Esel, und auch sie haben eine kleine Lebensweisheit parat. Ein arabisches Sprichwort sagt: Folge einem Pferd, und es führt dich ins Verderben. Folge einem Esel, und er bringt dich sicher nach Hause. Das hat einen ganz praktischen Hintergrund. Esel stammen ursprünglich aus dem Gebirge, wo sie nicht sehen konnten, was hinter der nächsten Felskante lauert. Statt blind loszulaufen, bleiben sie deshalb lieber stehen und prüfen die Lage. Was wir gern als Sturheit abtun, ist also eigentlich Vorsicht.
Wer an einem Esel zieht, verliert. Wer dagegen Vertrauen aufbaut, hat einen Freund bis ans Ende der Welt. Eine Erkenntnis, die sich übrigens auch auf manchen Campingplatz-Nachbarn übertragen lässt.
Weinlese für Anfänger in Gols
Wer ins Nordburgenland fährt, kommt an Gols nicht vorbei. Der Ort ist die größte Weinbaugemeinde Österreichs, über 100 Winzer sind hier zu Hause, und man hat das Gefühl, dass unter jedem zweiten Haus ein Weinkeller liegt. Einer davon gehört Georg Preisinger, der das Weingut in sechster Generation auf zehn Hektar führt. Als ich im September bei ihm war, steckte er bereits seit drei Wochen mitten in der Lese. Der Sommer war extrem trocken, und das merkt man: Die Trauben sind gut, aber es sind rund 40 Prozent weniger als üblich.
Da es am Vorabend geregnet hatte, wurde aus meinem Plan, bei der Lese dabei zu sein, leider nichts und die Trauben waren schon geerntet. Ich durfte dafür dabei sein, wie die Trauben verarbeitet wurden. In einer pneumatischen Presse werden die Trauben mit zwei Bar ausgedrückt, bis nur noch der Most übrig ist. Beginnt dieser Most zu gären, nennt man ihn in Österreich Sturm, eine Spezialität, die es nur ein paar Wochen im Herbst gibt. Bei uns besser bekannt als Federweißer. Wer in dieser Zeit kommt, sollte ihn unbedingt probieren. Dazu gehört ein schöner Brauch: Weil der Sturm noch nicht „getauft“ und damit noch kein fertiger Wein ist, stößt man nicht mit „Prost“ an, sondern sagt „Mahlzeit“.
Georg arbeitet nach dem Mondkalender und es wirkt schon fast ein wenig abergläubisch, aber diese Vorgehensweise hat sich über Jahrzehnte bewährt und wirkt. Geerntet wird möglichst bei zunehmendem Mond, verarbeitet bei abnehmendem. Auch beim Pflanzenschutz geht er eigene Wege: Gegen Mehltau spritzt er statt Kupfer eine Mischung aus Holzasche, Kuhdung, Reis und Ghee, also geklärter Butter. Das Ergebnis: Biowein vom Feinsten.
Bekannt ist Georg in der Region aber vor allem für einen Wein mit Augenzwinkern. Er heißt „Sixty-Eight“, ist eine Anspielung auf die Mondmission, und auf dem Etikett fliegt eine Rakete. Den Namen hat der Wein, weil er in Georgs ältestem Garten wächst, bepflanzt 1969. Seitdem kennt man Georg in der Gegend vor allem als den mit dem Raketenwein.
Während der Lese wird hier traditionell direkt zwischen den Reben zu Mittag gegessen. Und falls ihr euch nur eine Rebsorte fürs Burgenland merken wollt: Zweigelt. Sie ist die meistangebaute Rotweinsorte Österreichs, und ihr findet sie hier auf fast jeder Weinkarte.
Mit dem Rad bis nach Ungarn
Seit Mai 2026 gibt es einen neuen Grund, das Rad vom Träger zu holen: den Nationalpark-Radweg NP1. Er verbindet auf rund 150 Kilometern 14 Gemeinden miteinander und führt über die Grenze bis in den ungarischen Nationalpark Fertő-Hanság, der zusammen mit dem österreichischen Teil ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet bildet. Ihr müsst ihn natürlich nicht am Stück fahren. Ich war nur ein Teilstück mit Rangern unterwegs, und das reicht schon, um ein Gefühl für die pannonische Steppe zu bekommen: flach wie ein Brett. Ideal also für alle, deren Fahrrad sonst eher am Heckträger mitreist, als tatsächlich gefahren zu werden.
Unterwegs könnt ihr Graurinder entdecken, eine alte Steppenrinderrasse, die hier als Landschaftspfleger im Einsatz ist: Sie fressen die Wiesen kurz und halten so die Steppe offen. Dazu kommen Wasserbüffel, sehr viele Vögel und eine Herde Weißer Barockesel, die zu den beiden größten Herden Österreichs zählt.
Am Wegrand wächst Feldmannstreu, eine distelartige Steppenpflanze mit einer ungewöhnlichen Strategie. Im Herbst bricht sie ab und wird vom Wind über die Ebene gerollt, wobei sie ihre Samen verteilt. Eine Art pannonischer Tumbleweed also. Interessant ist auch, wie der Nationalpark überhaupt entstanden ist. Das Land gehört nämlich nicht dem Staat, sondern rund 1.250 Grundbesitzern, die ihre Flächen dafür verpachtet haben.
Für den Abend empfehle ich das FRITZ in Weiden am See. Bei klarem Himmel könnt ihr von dort zusehen, wie die Sonne über dem See untergeht.
Einkochen mit Mundwerk
Wer lieber am Herd steht als im Weinberg, ist in Gols bei Melanie Zechmeister richtig. Sie hat früher als Grafikerin in Wien gearbeitet, bevor sie mit Das Mundwerk ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Der Name setzt sich aus „Mund“ und „Handwerk“ zusammen und beschreibt ziemlich gut, worum es geht. Entstanden sind daraus ein Blog, Kochbücher und Workshops, die in einer liebevoll restaurierten alten Tischlerei stattfinden.
Bei mir stand ein pannonisches Menü auf dem Plan, also Gerichte aus der Region zwischen Ostösterreich und Ungarn, in der sich beide Küchen seit Jahrhunderten mischen. Dazu gab es einen Oxymel, einen Trunk aus Essig und Honig, der schon in der Antike zur Stärkung der Abwehrkräfte getrunken wurde.
Im Glas landeten die Weine des Familienweinguts Zechmeister. Auf sieben Hektar entstehen hier rund 50.000 Flaschen im Jahr, vor allem Rosé, Zweigelt und Chardonnay. Der erste eigene Wein stammt aus dem Jahr 2006, damals war der Sohn gerade einmal 16. Gelesen wird meist mit der Maschine, die so fein rüttelt, dass nur die reifen Trauben herunterfallen und die faulen hängen bleiben. Spannend war auch ein Blick nach vorn: Weil die Sommer immer heißer werden, wird in der Region inzwischen sogar mit Granatäpfeln experimentiert.
Ein Bildhauer, der Eier sammelte
Wer zwischendurch die Beine vertreten will, wandert ein Stück auf dem Panoramaweg am Leithagebirge, dem bewaldeten Höhenzug am Nordwestufer des Sees. Ein lohnender Zwischenstopp ist Winden am See mit dem Garten von Wander Bertoni. Der italienisch-österreichische Bildhauer lebte und arbeitete hier über Jahrzehnte, sein ehemaliges Atelier ist heute ein Museum. Der vier Hektar große Skulpturengarten drumherum ist ein wunderbarer Ort für eine Pause, egal ob ihr zu Fuß oder auf einer Radtour unterwegs seid.
Und dann ist da noch diese eine Anekdote: Bertoni sammelte leidenschaftlich Eier. Muss man auch erst mal drauf kommen.
Schilf, Hof und ein Meierhof mit Markthalle
Einen Abstecher wert ist auch das Bio-Landgut Esterházy bei Donnerskirchen. Der historische Meierhof gehört zum Besitz der Esterházys, einer der einflussreichsten Adelsfamilien der Region, und wurde zu Markthalle, Shop und dem Restaurant Gogosch umgebaut. Das Schöne daran: Die alten Stallinstallationen wurden nicht herausgerissen, sondern einfach in die neue Einrichtung integriert. So spürt ihr an vielen Ecken noch, was dieser Ort früher war. Viermal im Jahr findet hier außerdem ein Hoffest statt.
Hier habe ich auch einiges über das Schilf gelernt, das den See so prägt. Rund 95 Prozent davon werden exportiert, vor allem als Dämmstoff und für Reetdächer. Geerntet wird nur im Winter, und zwar mit umgebauten Pistenraupen. Der Zeitpunkt hat einen guten Grund: Im Winter stecken die Nährstoffe in der empfindlichen Wurzel und nicht im Halm, sodass die Pflanze den Schnitt gut übersteht. Gleichzeitig ist das Schilf Lebensraum für rund 50 Vogelarten.
Und falls ihr euch fragt, warum die Gegend östlich des Sees „Seewinkel“ heißt: Früher reichte der See dort noch deutlich weiter nach Osten. Der Winkel ist geblieben, das Wasser hat sich zurückgezogen.
Baden, Radeln, Rust: was man noch wissen sollte
Baden
Der Neusiedler See ist ein beliebtes Revier für Stand-up-Paddler und Kitesurfer, zum Foilen ist er allerdings meist zu flach. Nach dem trockenen Sommer 2026 war der Wasserstand vielerorts so niedrig, dass Baden eher einer Expedition durch knietiefes Wasser und Schlick glich, ein bisschen wie die Grundausbildung bei den Navy SEALs. Am besten klappt es noch in Illmitz, in Jois und auf der Ostseite rund um Podersdorf.
Radeln
Rund um den See führt ein gut ausgebauter Radweg von gut 120 Kilometern, ein Teil davon verläuft durch Ungarn. Wer die Runde abkürzen oder die Grenze auslassen möchte, nimmt eine der Fahrradfähren über den See. Für Camper ist das ideal: Van am Stellplatz stehen lassen, Rad vom Träger nehmen und los.
Rust
Mit rund 2.000 Einwohnern ist Rust die kleinste Statutarstadt Österreichs, also eine Stadt mit eigenem Statut, die zugleich die Aufgaben einer Bezirksverwaltung übernimmt. Diesen Sonderstatus verdankt sie ihrer Geschichte: Unter ungarischer Herrschaft war Rust königliche Freistadt. Im Sommer sitzen auf vielen Dächern der Altstadt Störche, die längst zum Stadtbild gehören. Und zum Nachtisch solltet ihr unbedingt Powidltascherl probieren, mit Zwetschgenmus gefüllte Teigtaschen.
Reisezeit
Am schönsten ist das Nordburgenland im Spätsommer und Herbst. Dann wird gelesen, es gibt Sturm, und die Abende sind noch mild genug, um draußen zu sitzen. Rund um den 11. November, den Martinstag, öffnen die Winzer beim Martiniloben ihre Keller. Man zieht von Keller zu Keller und kostet den jungen Wein des Jahres. Im Frühling und im Herbst kommt noch etwas dazu: Tausende Zugvögel machen am See Station, und der Seewinkel wird zum Hotspot für alle mit Fernglas.
Essen
Die Küche hier ist stark von Ungarn beeinflusst. Probieren solltet ihr auf jeden Fall Hühnerleberpastete und Somlauer Nockerl, einen ungarisch-burgenländischen Dessertklassiker aus Biskuit, Schokoladensauce und Schlagobers. Abends lohnt sich ein Besuch beim Heurigen, wo Winzer ihren eigenen Wein und einfache Speisen servieren. Richtig gut gegessen habe ich im Gasthaus zur Dankbarkeit in Podersdorf.
Fazit: Ein Landstrich, der nichts von einem will
Das Nordburgenland ist kein Ziel für Leute, die im Urlaub eine To-do-Liste abarbeiten wollen. Es gibt keinen Gipfel, den man erklimmen muss, und kein Must-see, das man abhaken könnte. Dafür bekommt ihr etwas, das im Alltag selten geworden ist: Zeit, in der nichts von euch verlangt wird. Einen flachen See, sehr viel Himmel, Winzer mit Stellplatz hinterm Haus und einen Radweg, auf dem ihr nicht einmal schalten müsst.
Meinen persönlichen Anti-Brain-Rot-Test hat die Region jedenfalls bestanden. Das Handy lag erstaunlich oft in der Tasche. Nur bei Adele, dem singenden Huhn, hätte ich gern ein Beweisvideo gehabt – aber ein Foto musste sein.
Linksammlung
Region und Natur
- Tourismusverband Neusiedler See
- Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel
- Wasserhaushalt des Neusiedler Sees
- UNESCO-Welterbe Fertő – Neusiedler See
Stellplätze und Camping
- Weingut Sloboda, Stellplätze
- Schaller vom See, Stellplätze
- HF Ettl
- St. Martins Therme & Lodge, Caravan-Stellplätze
- Neuer Strand Breitenbrunn, Camping
- Alle Campingplätze am Neusiedler See
Tiere
- Tiergestützte Intervention in der St. Martins Therme & Lodge
- Weiße Barockesel (Cavallo)
- Tiere und Natur rund um Rust
Wein und Genuss
- Weinort Gols
- Weingut Georg Preisinger
- Das Mundwerk
- Weingut Zechmeister
- Bio-Landgut Esterházy
- das FRITZ, Weiden am See
- Gasthaus zur Dankbarkeit, Podersdorf
- Martiniloben

